Zeitlose Weisheit - Die Rosenkreuzer

Wege in die Freiheit – Der Ruf der Rosenkreuzer

AMORC-Wege-in-die-FreiheitDer Ruf der Rosenkreuzer ‒ Wege in die Freiheit

Alexander Crocoll

Es ist kein Geheimnis, die Menschheit befindet sich in einer tiefen Krise, und immer mehr Menschen scheinen dies zu spüren. Man könnte meinen, wir hätten die Kontrolle über unser Leben verloren, individuell und kollektiv. Und dennoch sind die Rosenkreuzer in Bezug auf die Zukunft optimistisch. Die schwierige Phase, die wir derzeit durchlaufen, bildet einen Übergang, der es der Menschheit ermöglichen sollte, über sich hinauszuwachsen und „neu geboren“ zu werden.

Zeit der Entscheidung

Die Menschheit steht an einem Scheideweg. Wir sind ernüchtert und beginnen zu erkennen, dass es keine Garantie für eine angenehme Zukunft gibt, schon gar nicht, wenn wir so weiter machen wie bisher. Auf der Ebene des Individuums verspüren wir unsere eigenen Befindlichkeiten, Gefühle der Bedeutungslosigkeit, der Frustration und der persönlichen Unsicherheit. Die globalen Dimensionen der Krise verstärken die persönliche Verunsicherung, sei es durch die Auswirkungen der Finanzkrise, die erneute Zunahme kriegerischer Auseinandersetzungen oder durch Umweltkatastrophen und ökologische Probleme.

Das dem Alt-Griechischen entstammende Wort Krise bedeutet so viel wie Ent-scheidung, Wendepunkt, laut Duden eine entscheidende Wendung. John F. Kennedy erläuterte einst in einer Rede, dass die Chinesen zwei Pinselstriche verwenden, um das Wort Krise zu schreiben. „Ein Pinselstrich steht für Gefahr, der andere für Gelegenheit. Sei Dir in einer Krise der Gefahr bewusst, aber erkenne die Gelegenheit“, so Kennedy.

Begreifen wir also die Krise als notwendige Chance, unsere selbst verschuldete Not zu wenden und so eine bessere und glücklichere Zukunft herbeizuführen. Die Rosenkreuzer denken, dass diese individuelle und kollektive Regeneration der Menschheit gelingen kann, sofern wir uns entschließen, unser Bewusstsein neu auszurichten und unserem individuellen und kollektiven Verhalten eine spirituelle, humanistische und ökologische Orientierung zu geben.

Stufen des Wandels

Da ein Kollektiv immer aus einzelnen Einheiten gebildet wird, kommt jedem von uns persönlich eine ganz besondere Verantwortung zu. Wenn ein einzelner Mensch seine Haltung gegenüber anderen verändert, bewirkt er eine Veränderung in der gesamten Menschheit, löst eine Kette von Ereignissen aus, einen Prozess zunächst unbewusster, positiver Veränderungen, der sich schließlich im Bewusstsein aller Menschen realisiert. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, so kennen wir alle unsere Fehler, Ängste und Unzulänglichkeiten sehr genau und gerade dadurch werden wir fähig, uns bewusst auszurichten und unser Leben in tief empfundener Verbundenheit bewusst zu gestalten. Jeder Einzelne von uns trägt als Teil des Ganzen die Verantwortung für seine eigene Entwicklung und damit für die Entwicklung der gesamten Menschheit.

Die Notwendigkeit, sich für die Ökologie einzusetzen, ist relativ offensichtlich, wenn man sich den Zustand dieses Planeten anschaut. Das gesamte Sein ist als Teil der Natur zu einer umfassenden Einheit verbunden. Dies gilt auch für den Menschen und alle Menschen bilden gemeinsam die Menschheit, quasi als übergeordneten Organismus.

Ebenso versteht jeder, wozu es gut ist, ein Humanist zu sein, auch wenn er selbst keiner ist. Den Menschen wieder in das Herz des gesellschaftlichen Lebens zu stellen, kann nur zu Wohlbefinden und Glück für alle führen. Dies setzt voraus, dass man in jeder Person eine Erweiterung seiner selbst sieht, jenseits der Unterschiede und sogar der Gegensätze. Die Zeiten stehen nicht mehr auf Teilung, welcher Art auch immer, sondern auf Zusammenschluss, Zusammenführen von Unterschieden im Dienst des Gemeinwohls.

Hingegen gibt es a priori keinen objektiven Grund, spirituell eingestellt zu sein, vor allem, da es unmöglich ist, die Existenz der Seele und Gottes zu beweisen, nicht einmal in dem Sinn, den ihnen die Rosenkreuzer geben. Wie dem auch sei, wir denken, dass die Spiritualität (und nicht die Religiosität) an sich ein Faktor von Humanismus und Ökologie ist, denn sie beruht auf der Kenntnis der göttlichen, also der universalen, natürlichen und spirituellen Gesetze.

Um den erforderlichen Wandel herbeizuführen, sollten wir die Welt als Spiegel betrachten, um noch nicht als in uns liegend erkannte Anteile unserer Persönlichkeit anzunehmen und zu integrieren. Der Mensch spiegelt seine eigene Umwelt wider, und die Umwelt wiederum ist jene Grundlage, auf der sich der Mensch zum Ausdruck bringt. Eines bedingt das andere. Doch die Unterscheidung zwischen selbst und Umwelt hängt von unserer Identifikation ab. Gelingt es uns, die vermeintliche Trennung zu überwinden, so erweitert sich unser selbst, aus der Umwelt wird eine Mitwelt. Heben wir die illusorische Trennung zwischen uns Menschen als Individuen auf, so entsteht Humanismus von selbst. Auf einer weiteren ins kosmische reichenden Integrationsstufe wird ein spirituelles Leben der Menschheit erblühen.

Unser Wunsch und unsere Hoffnung

In diesem Sinne wünschen wir uns mehr denn jemals zuvor, dass die Menschheit eine spirituelle, humanistische und ökologische Orientierung annimmt, um in sich selbst wiedergeboren zu werden und sich auf den Weg zu einer auf allen Ebenen erneuerten Menschheit“ zu begeben. Die Rosenkreuzer des 17. Jahrhunderts riefen bereits in der „Fama Fraternitatis“ zu dieser Erneuerung auf. Sie wurden von der starren, konservativen Haltung der Religion, der Politik und der Wirtschaft jener Epoche zurückgewiesen, und dieser bahnbrechende Appell wurde nur von den Freidenkern gehört. In Anbetracht der aktuellen Weltlage scheint es uns sinnvoll und notwendig, diesen Aufruf öffentlich zu erneuern, in der Hoffnung, dass er dieses Mal eine positive Reaktion bei vielen Menschen hervorruft…

Dr. rer. nat. Alexander Crocoll

Vita des Autors:

Dr. rer. nat. Alexander Crocoll, geb. 1966. Während seiner wissenschaftlichen Tätigkeit Publikation von Arbeiten zur Genetik molekularer Embryologie. Er beschäftigt sich seit frühester Jugend mit spirituellen Fragen, ist seit drei Jahrzehnten AMORC-Mitglied und arbeitet heute als Sekretär in der deutschen AMORC-Zentrale.

 

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Bild und Text (c) AMORC

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