Gesellschaft Zeitlose Weisheit - Die Rosenkreuzer

Der Einfluss von Nachrichtensendungen

AMORC-NachrichtenDer Einfluss von Nachrichtensendungen

Lenken wir den Blick auf den Einfluss der Medien, so erkennen wir die Gefahr einer Berichterstattung, welche die tragischen Ereignisse des täglichen Lebens über die Maßen in den Vordergrund rückt. Anstatt uns auf der Ebene der niederen Instinkte ansprechen zu lassen, sollten wir ganz bewusst unser schöpferisches Potential nutzen und uns positiv ausrichten auf die stets aufbauend wirkenden Kräfte des Kosmos.

Wir leben in einer Welt, in der die Menge an Information ständig zunimmt, immer schneller fließt und mehr und mehr an Macht gewinnt. Die Verbindungen zwischen verschiedenen Regionen, Ländern und Kontinenten haben sich dadurch enorm verbessert, und diese sind zumindest in dieser Hinsicht tatsächlich ohne Grenzen. Es ist heutzutage möglich, über etwas, das gerade am anderen Ende der Welt geschehen ist, innerhalb von wenigen Minuten Bescheid zu wissen. Dies ist ein Zeichen großen Fortschritts und zeigt, dass die Menschheit, dank der Technologie, Zeit und Raum gewissermaßen im Griff hat. Allerdings ‒ wie bei allem, was Menschen mit Hilfe der Wissenschaft hervorgebracht haben ‒ kann etwas, das eigentlich nützlich für sie sein sollte, auch genau das Gegenteil bewirken. Alles hängt davon ab, auf welche Weise eine Sache verwendet wird. Wie wir alle wissen, kann menschliche Intelligenz für gute oder aber auch für abträgliche schlechte Ziele eingesetzt werden.

Es gibt Wissenschaftler, die sich mit Projekten zum Wohl der Menschheit beschäftigen, und andere verbringen ihre Zeit damit, zerstörerische Waffen zu entwickeln, die Tod und Elend bringen. Das ist die polare Veranlagung der Menschheit. Abhängig davon, welche Ideale der Mensch verfolgt und auf welche Weise er seinen freien Willen einsetzt, dient er entweder Frieden und Harmonie, oder er wird zum Gehilfen von Krieg und Verderben. Mit anderen Worten, der Mensch kann Engel oder Dämon in vielen Bereichen sein, und in gewisser Weise gehören Nachrichtensendungen in diese Kategorie.

Nachrichtensendungen sind sehr wirksame Meinungsbildner und haben großen Einfluss auf unser Verhalten. Leider begeben sich die Macher von Nachrichten zu oft auf das Niveau, das die Leute von ihnen zu erwarten scheinen. Dadurch unterstützen sie Sehnsüchte und Bedürfnisse, die nicht immer konstruktiv sind. Dazu verwenden sie sorgfältig ausgesuchtes Bildmaterial, um die Öffentlichkeit ggf. auch zu schockieren. Obwohl die Menschheit, im Vergleich zu früher, einen höheren Grad von Bewusstsein erreicht hat, gibt es eine Menge Leute, die weit mehr von den tragischen Ereignissen der Gegenwart angezogen werden als durch positive und glückliche Geschehnisse.

Was für die Presse gilt, gilt ebenso für die Berichterstattung im Radio, für das Internet und für alle anderen Medien. Zum Beispiel besteht im Fernsehen dieselbe Tendenz, Nachrichten zu senden, die mehr den Voyeurismus befriedigen als andere, edlere Bedürfnisse des Menschen. Mit anderen Worten, gewöhnlich werden Bilder von Elend, Gewalt und Verbrechen gesendet, ebenso wie alle möglichen Katastrophen. Und die Erfahrung lehrt leider, dass diese Art von Berichterstattung viele Zuhörer erreicht, was wiederum erklärt, warum sie so häufig in dieser Weise erfolgt. Im Rahmen dieser Überlegungen geht es nicht um eine Analyse der psychologischen Hintergründe, die dazu führen, dass Leute sich von dramatischen Situationen und dem Unglück anderer angezogen fühlen. Vielmehr geht es darum, auf die Gefahr von Berichterstattung aufmerksam zu machen, welche tragische Ereignisse des täglichen Lebens über die Maßen in den Vordergrund rückt. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, es führt wirklich zu einer Art geistiger Vergiftung, wenn wir täglich mit Themen konfrontiert werden, die unsere Aufmerksamkeit auf Berichte oder Bilder von Gewalt, Hass und Konflikten richten, oder ganz allgemein auf die Darstellung von Unglück in der Welt. Dieses Gift hat negative Konsequenzen: Depression, Angst, Pessimismus, Traurigkeit usw.

Natürlich ist es normal, Menschen darüber zu informieren, was auf der Welt geschieht. Wir brauchen Informationen, die uns bewusst machen, wo menschliches Verhalten hässlich und tadelnswert ist. Dies hilft uns, nicht nur über Dinge nachzudenken, die uns persönlich betreffen und weckt dadurch unser Mitgefühl. So sollten die Medien Menschen ermutigen, besser zu werden, anstatt sich einseitig auf die Mängel in der Gesellschaft und auf die Schwächen der Menschheit zu konzentrieren. Sie sollten zum Widerstand gegen Verhalten auffordern, das Krieg, Rassismus, Verbrechen und Fanatismus den Weg bahnt und all den Leidenschaften, welche das Menschengeschlecht degradieren. Wenn irgendwo eine Katastrophe geschieht, dann sollte die Präsentation der Neuigkeiten zu Mitgefühl und Hilfe für die Betroffenen auffordern und nicht versuchen, mit Schockbildern und entsprechenden Berichten Einschaltquoten um jeden Preis in die Höhe zu treiben. Wenn vornehmlich Sensationen gesendet werden, also Ereignisse, welche die Menschen über ihre Instinkte ansprechen, dann erfüllt die Berichterstattung nicht die höhere Aufgabe, die sie wahrnehmen sollte. Durch die Art, wie höchst dramatische Ereignisse in Szene gesetzt werden, ergibt sich eine kollektive Ausrichtung, die Energien von vergleichbarer Qualität in Gang setzt. Wenn Millionen Menschen zur gleichen Zeit auf niederschmetternde oder abwertende Nachrichten konzentriert sind, schaffen sie Unmengen von negativen Gedanken, die unmerklich Unglück oder Schmerz entstehen lassen. Diese Gedankenformen machen auch verständlich, warum immer mehr Menschen Ängste und Gefühle der Ohnmacht entwickeln, da sie negativen Einflüssen häufig hilflos ausgeliefert sind. Wenn die Verantwortlichen verstehen würden, dass es besser wäre, positive Ereignisse ins Licht zu rücken anstelle der negativen, dann würden sie es der Gesellschaft ermöglichen, sich aufzurichten und für eine bessere Zukunft zu sorgen. Dies soll nicht heißen, dass wir die dramatischen Ereignisse, denen die Menschheit täglich eine Bühne bereitet, verschweigen sollten. Es bedeutet vielmehr, dass es nicht notwendig ist, jede menschliche Schwäche und alles Unglück der Menschheit zu besprechen und zu zeigen, besonders, wenn die betreffende Information von keinerlei Nutzen für die Menschen ist, die davon erfahren.

Wie können wir mit der alltäglichen Flut an negativen Informationen konstruktiv und aufbauend umgehen, so dass wir eben nicht passive Empfänger bleiben und ohnmächtig und machtlos resignieren? Wir müssen Position beziehen und uns entscheiden. Es hat wenig Sinn, sich nicht darüber klar zu werden, was man eigentlich will und diese diffuse Haltung dann als Offenheit zu bezeichnen. Wir müssen unseren Standpunkt bestimmen und uns nach unseren Idealen ausrichten. Wir haben stets die Möglichkeit zu entscheiden, welche Gedanken und Bilder wir in uns aufnehmen möchten, ob diese aufbauend sind oder eben gerade nicht.  Wir selbst haben die Wahl und können entscheiden. Natürlich wird es nicht ausbleiben, auch mit negativen Informationen konfrontiert zu werden. Doch auch hier liegt es an uns selbst, die richtige aktive, geistige Einstellung zu einem Geschehen zu gewinnen. Es nützt nichts, seiner Empörung über ein Unglück Luft zu machen und sich gedanklich an Vermutungen und Spekulationen über den Verlauf eines Dramas zu beteiligen. Eine derartige geistige Haltung nährt nur den unsichtbaren Prozess, der zur entsprechenden Realität geführt hat. Es ist besser, sich positiv auszurichten und geistig kosmische Kräfte der Unterstützung herbeizurufen, Kräfte, die ja nur darauf warten, durch uns kanalisiert und aufbauend eingesetzt zu werden. Wir müssen aktiv werden und das schöpferische Potential bewusst lenken, das uns der Kosmos ständig bereithält. Wenn wir nichts unternehmen und in Neutralität verharren, dann tritt unweigerlich das vom Guten Abgekehrte auf den Plan. So sind nämlich Passivität und Neutralität treue Diener des Schlechten. Jeder sollte sich bemühen, den gegenwärtig vorherrschenden Pessimismus in einen Optimismus zu verwandeln, der Ereignisse konsequent, aber zuversichtlich analysiert. Wenn wir also die Gelegenheit haben, mit anderen über Berichterstattung zu sprechen, sei es über lokale, nationale oder internationale Nachrichten, dann sollten wir immer versuchen, solche Gesichtspunkte zu betonen, die zeigen, dass sich die Welt, auch wenn es nicht so scheinen mag, auf Ideale hin entwickelt, die zunehmend immer mehr humanistisch ausgerichtet sind. Gleichzeitig sollten wir uns besinnen und positiv gestimmte Gedanken an alle aussenden, die körperlich oder seelisch leiden. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, die Macht von Gedanken ist groß. Deshalb sollten wir sie auf nützliche und konstruktive Weise nutzen. Stellen Sie sich einmal vor, was für eine geballte positive Kraft aufgebaut werden könnte, wenn abertausend Menschen in kürzester Zeit ihre positivsten Gedanken auf denselben dramatischen Ereignispunkt konzentrieren würden. So haben wir stets die Möglichkeit, ja die Pflicht, geistig zu handeln und aufbauende Kräfte auf den Plan zu rufen, damit der Ursache und dem Ausdruck des Zerstörerischen, dessen Zeugen wir geworden sind, Einhalt geboten werden kann. So kommen wir nicht umhin, die Möglichkeit ins Auge zu fassen, unsere negativen Gewohnheiten aufzugeben. Schließlich kommt dem Menschen im Kosmos eine besondere Aufgabe und Stellung zu, und es wird Zeit, dass die Menschheit auf individueller und kollektiver Ebene ihrer kosmischen Verantwortung gerecht wird ‒ zum Wohle der gesamten Menschheit. Bist Du bereit für eine positive Zukunft in einer besseren glücklicheren Welt?

Dieser Artikel basiert auf einem Auszug aus „Rosenkreuzerische Reflexionen“ von Christian Bernard  (siehe Buchbesprechung: HIER).

(c) Text und Bild: AMORC

www.amorc.de
www.amorc-verlag.de
www.facebook.com/AMORC.de

Alle Beiträge von AMORC auf Spirit Online

 

Den Artikel kommentieren


*