Die Liebe war mein stärkster Antrieb

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Liebe und Hochsensibilität-frau-wolken-woman„Die Liebe war mein stärkster Antrieb“

Die Erfolgsgeschichte einer Hochsensiblen

Vor ungefähr zwei Jahren kam Bianca Skibbe an einen Punkt, an dem sie so unzufrieden in ihrem Leben war, dass ihr klar wurde, es musste sich einfach irgendetwas ändern.

In ihrem Job als Leitung einer Kindertagesstätte konnte sie sich einerseits austoben, musste aber andererseits auch viele Dinge tun, die ihr weder sinnhaft noch stimmig erschienen. Zuhause kam sie als berufstätige Mutter zweier kleiner Kinder immer wieder an ihre Grenzen, und auch in ihrer Partnerschaft war sie zunehmend unzufrieden.

„Der Leidensdruck war groß damals,“ erzählt Bianca, „ich habe mich gefragt, wieso ich das nicht alles unter einen Hut bringen kann, Familie und Job, so wie andere Leute auch. Warum bloß bin ich immer so erschöpft?“

Irgendwas war „anders“ mit ihr, dieser Gedanke begleitete sie schon lange, nur wusste sie nicht, was genau denn anders war. Aus Sorge, dass insbesondere ihr Familienleben weiter Schaden nimmt, begab sie sich auf die Suche nach Antworten.

„Die Liebe,“ sagt sie lächelnd, „war dabei mein stärkster Antrieb“.

Es ist Biancas Mann, der als erstes auf den Begriff „Hochsensibilität“ stößt.

Anfangs kann sie sich nicht vorstellen, dass das irgendwas mit ihr zu tun haben soll. Sie war doch immer jemand, der „knallhart“ ist, jemand der Dinge um jeden Preis durchzieht, selbst wenn es ihr schlecht dabei ging. Neugierig ist sie trotzdem, und so ist es schließlich das Buch „Hochsensibilität und die Liebe“ der Psychologin und Hochsensibilitätsforscherin Elaine Aron, der bei Bianca einen wahren Gebirgsketteneffekt in Gang setzt.

„Schon nach den ersten Seiten war ich richtig überwältigt. Ich dachte, wow, das gibt’s doch gar nicht, das bin ja alles ich!“

Eine Coaching Ausbildung explizit für Hochsensible? Das gibt’s doch gar nicht!
Nach der Lektüre des Buches versucht sie, so viel wie möglich über Hochsensibilität zu erfahren.

„Ich war völlig im Recherchewahn. Dabei bin ich auch auf eine Coaching-Weiterbildung für hochsensible Menschen gestoßen. Ich habe mir durchgelesen, um was geht, und wieder einmal war ich völlig baff. Es gibt sogar eine Coaching-Ausbildung für Menschen wie mich? Das kann doch gar nicht sein!“

Spätestens in dem Moment wird Bianca klar,

wie groß ihre Sehnsucht nach Veränderung wirklich ist, und dass jetzt die Zeit gekommen ist, die Veränderung endlich zu wagen. Denn eins stand fest: Lange konnte sie nicht mehr in ihrem Job bleiben, zumindest nicht, ohne sich dabei immer wieder selbst zu verraten.

Der Umstand, tagtäglich gegen die eigenen Werte zu verstoßen, hat tatsächlich einen maßgeblichen Anteil daran, dass viele hochsensible Menschen sich so häufig tief erschöpft fühlen und einfach nicht „hinzukriegen“ scheinen, was den meisten anderen vermeintlich viel leichter von der Hand geht.

„Ich wusste, ich brauche vielmehr direkten Umgang mit Menschen, und der war in meinem Bereich beschränkt. In einer leitenden Funktion sitzt man viel im Büro und ist vor allem für die Beschwerden zuständig. Das habe ich zwar gut hingekriegt, aber es hat mich nicht erfüllt“,

sagt Bianca heute.

Bianca meldet sich telefonisch als Interessentin für die Ausbildung, die im Aurum Cordis, Kompetenzzentrum für Hochsensibilität, angeboten wird.

Eine Frage in diesem Kennenlerngespräch war,

ob sie ein Beispiel aus ihrem Berufsalltag geben konnte, an dem sie merkte, dass sie hochsensibel war. Daran mangelte es ihr nicht! Sie antwortete, dass sie meistens schon wusste, worüber die Menschen reden wollten, wenn sie zu ihr kamen, noch bevor sie überhaupt etwas gesagt hatten.

Dass viele Mitarbeiter sie aufsuchten, wenn sie eine Reflektion brauchten und dann immer zufrieden rausgingen – weil Bianca ihnen einen Impuls gegeben hatte, vom dem sie selbst nicht wusste, woher der eigentlich kam. Und dass sie immer so mit anderen stark mitfühlte, auch wenn es gar nicht ihre Themen waren. Schon in ihrer Kindheit war das so.

Bereits nach wenigen Minuten war klar,

dass Bianca die ideale Kandidatin für den letzten zu vergebenden Platz des 2018er Jahrgangs war. Ihre Schilderungen waren typisch für hochsensible Menschen und für ihre Art, Menschen und Situationen wahrzunehmen. Gleichzeitig spürte Bianca diesen unerbittlichen Veränderungsimpuls, der ebenfalls kennzeichnend für hochsensible Menschen ist, und dem sie endlich folgen wollte.

„Ich war so aufgeregt und fühlte mich so erfasst, das hatte ich vorher noch nie erlebt. Ich habe natürlich gleich meinem Mann davon erzählt, und der hat sofort gesagt, mach das, das ist doch das, worauf du immer gewartet hast! In meinem Freundeskreis wurde schon seit Jahren gewitzelt, dass ich doch noch Psychologin werden sollte, und er meinte, siehst du, es geht auch ohne Psychologiestudium!“

Mit der Finanzierung stand dann auch der Entschluss, im Anschluss an die Ausbildung eine Coaching-Praxis aufzumachen.

„Mit dem Ziel bin ich da angefangen, das war eine ganz klare intuitive Entscheidung.“

Es hat sich angefühlt, wie frisch verliebt sein!

Das erste Ausbildungswochenende empfand Bianca als überwältigend – im positiven Sinne. „So viele Menschen zu treffen, mit denen man ohne Umschweife in tiefe Themen einsteigen konnte, das war einfach

„Wow“! Das hat sich angefühlt wie frisch verliebt sein! Es hat all meine bisherigen Gruppenerfahrungen übertroffen.“

Durch ihren Job war Bianca es gewohnt,

sich in Gruppen zu bewegen, und es gehörte dazu, regelmäßig Fortbildungen zu besuchen. Unter anderen Pädagogen fanden sich automatisch Anknüpfungspunkte.

„Aber diese Gruppenerfahrung, die war nicht erzwungen, sie passierte einfach, und das hat sich wunderschön angefühlt. Die ganze Ausbildung war dann eigentlich so, als würde mir jemand aus der Seele sprechen. Die Inhalte waren für mich unfassbar spannend. Ich habe so viel Hirnfutter bekommen! Das waren auf den Punkt genau die Themen, die mich interessierten.“

Es ist Bianca aber auch wichtig zu betonen, dass bei all der Freude und Erleichterung, sich endlich nicht mehr allein und anders zu fühlen, auch eine Menge innerer Arbeit mit der Ausbildung verbunden war.

„Die Bereitschaft, sich tiefen persönlichen Prozessen zu stellen, war essenziell für die Integration des Gelernten in meinen beruflichen und privaten Alltag. Da bin ich auch noch einmal an viele alte Themen gestoßen. Wie tief das alles wirklich ging, das habe ich oft erst hinterher begriffen.“

Durch diese Prozesse hat Bianca vor allem das tiefe Verbundenheitsgefühl

zu den anderen Teilnehmer*innen und den beiden Ausbildungsleitern getragen.

„Ich wusste schon immer, dass ich tief empfinde, aber auf einmal gab es Vokabeln dafür und Menschen, die diese ganz selbstverständlich aussprachen. Da verstand ich über mich selbst auch immer mehr, und mit jedem Treffen fand ich klarere Worte für mein persönliches Empfinden. Das hat mir einen richtigen Boost gegeben, und ich konnte auf einmal auch meinen Mitmenschen viel besser erklären, wie ich bin – nämlich viel mehr als nur „anders“.

Nach jedem Modul kehrte Bianca völlig erfüllt nach Hause zurück.

In ihrem Familienleben bemerkte sie früh erste positive Veränderungen.

„Ich hatte meine Selbstliebe wiederentdeckt und konnte mich dadurch nicht nur viel besser annehmen, ich habe auch einen neuen Blick auf die Liebe bekommen.

Zuallererst habe ich die Liebe zu mir in einen neuen Kontext gestellt: Wenn ich gut für mich selbst sorge und gut auf mich aufpasse, dann kann ich nicht nur anderen meine Liebe viel besser zukommen lassen, ich kann auch selbst viel mehr Liebe empfangen, weil ich offener für sie bin.

Indem ich all meine Sinneswahrnehmungen besser sortiert bekomme, sorge ich dafür, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes „mehr von mir“ zur Verfügung stellen kann. Und ich habe begriffen, wie unterschiedlich Menschen sind, und dass eben nicht alle so wahrnehmen wie ich.

Dadurch, dass ich mir diese Wahrnehmungsunterschiede bewusst gemacht habe, kann ich heute viel besser auf meine Familie eingehen, aber auch auf mich selbst.

Wenn ich über mich Bescheid weiß, dann kommt das allen zugute. Das hat was mit dem bewussten Umgang mit Grenzen in der Familie zu tun und mit der Akzeptanz des „So seins“ des anderen.“

In Biancas beruflichen Alltag als Kitaleitung

war es anfangs nicht ganz so leicht, mit dem „Gap“ zwischen ihren neuen Erkenntnissen, diesem tief gefühlten Wissen, wie die Dinge sein könnten, und den tatsächlichen Umständen im Alltag umzugehen.

„Inzwischen wusste ich aber, dass es an mir liegt, wie ich mit den Umständen umgehe, denn das System selbst konnte ich ja nicht von einem auf den anderen Tag ändern. Auch da hatte ein tiefer Reflektionsprozess eingesetzt. Zunächst habe ich mich genauer in allen möglichen Situationen beobachtet, zum Beispiel in den Gesprächen mit Mitarbeitern.

Ich habe dann Techniken aus der Ausbildung eingesetzt, um mein Nervensystem zu beruhigen und meine Wahrnehmung zu regulieren. Es ging mir auch darum, das Tempo rauszunehmen und zu schauen, was sich dann möglicherweise verändert. Ich stellte fest, dass es mir bald auch gesundheitlich viel besser ging. Ich war längst nicht mehr so erschöpft wie früher und wieder viel mehr im Flow.“

Mit dieser neuen Energie im Rücken

begann Bianca schon während ihrer Ausbildung, sich sukzessive als Coach selbstständig zu machen. Sie fand einen schönen und bezahlbaren Raum und empfing schon bald die ersten Klienten.

„Klar, da war anfangs auch viel Unsicherheit“, blickt sie zurück, „aber ich bin diesen Weg in kleinen Schritten gegangen. Vor allem aber überwog die ganze Zeit das Gefühl, dass es genau das ist, was ich schon immer tun wollte, und dass ich das schon immer hätte machen sollen.“

Im Dezember 2018 beschließt sie endgültig,

die Kitaleitung aufzugeben, im Februar gibt sie es bekannt, und im März geht ihre Coaching-Ausbildung zu Ende. Seit September 2019 widmet sich Bianca nun mit ganzem Herzen und mit großem Erfolg ihrer Coaching Praxis „Via Cuore“, ihr Schwerpunkt liegt auf „Selbstkompetenzcoaching.“

Die meisten Ihrer Klienten sind hochsensibel, eine Voraussetzung Bianca zu buchen, ist das jedoch nicht.

„Ich spreche Menschen an, die bereit sind zu reflektieren, voranzugehen und nicht stehen zu bleiben, und die müssen nicht unbedingt hochsensibel sein. Selbstkompetent zu sein, also zu wissen, wer man ist und was man möchte, und über die innere Stärke zu verfügen, um diese Ziele zu erreichen – das ist etwas, was wir alle gebrauchen können.
Gerade jetzt, in dieser weltweiten Krise, in der wir immer wieder mit äußeren, vor allem aber mit unseren inneren Grenzen konfrontiert werden.“

Ich habe nie den Glauben an das große Ganze verloren

Der Begriff des „Grenzgängers“ als Zuschreibung für hochsensible Menschen hat Bianca in den vergangenen zwei Jahren oft gehört. Im Angesicht der Herausforderungen, die der Ausbruch des Corona Virus in den vergangenen Monaten mit sich brachte, hat sie sich häufig an ihn erinnert.

„In der Bezeichnung „Grenzgänger“ habe ich dieser Tage eine Profession erkannt, die mich durch diese besondere Zeit getragen hat. Ich habe zu keinem Zeitpunkt wirklich Angst vor Corona gehabt, ich habe mich zuerst über die Fakten informiert, und dann konnte ich mich bewusst mit meinen Emotionen dazu auseinandersetzen.

Ich habe für mich eingeordnet, was meine Prioritäten sind und was ich damit mache. Dabei hat mir der immer noch währende gute Kontakt mit den anderen aus der Ausbildung sehr geholfen. Dass wir uns gemeinsam an all das erinnert haben, was wir vor zwei Jahren gelernt haben.

Und ich habe deutlich wahrgenommen, wie es den Menschen auf der Straße und um mich herum geht. Dass es um Angst geht und darum, es nicht gut ertragen zu können, aus dem Kontakt herausgerissen zu werden. Das hat mich erneut angespornt einen Anteil daran zu haben, dass wir nicht in einer Welt leben, in der jeder nur an sich denkt.

Alle Menschen haben tief im Innern das Bedürfnis nach Verbindung. Auch wer keinen guten Umgang mit diesem Bedürfnis hat, hat trotzdem das Bedürfnis. Mit diesem Wissen habe ich auch in dieser großen Krise nie den Glauben an das große Ganze verloren. Gerade weil diese Krise die ganze Welt betrifft, kann genau das auch einen neuen Zusammenhalt ermöglichen.“

Bianca ist überzeugt, dass hochsensible Menschen

in diesem globalen Veränderungsprozess den Unterschied machen können – vorausgesetzt, sie sind bereit, sich wirklich in der Tiefe mit der Qualität und der Tiefe ihrer Wahrnehmungsfähigkeit auseinanderzusetzen.

„Ich habe gelernt, dass es eine Balance geben kann zwischen dem, was ich will und dem, was im Außen gefordert ist, und dass es da auch eine große Flexibilität in mir gibt, mit der ich heute durchs Leben gehe.

Früher hatte ich oft das Gefühl, festzustecken, dass es nicht vor und nicht zurück geht, obwohl ich doch „mache und tu“. Ich hatte aber immer eine Ahnung, dass es da draußen noch viel mehr Menschen gibt, die so ticken wie ich, und ich bin so froh, dass ich mich auf die Suche gemacht habe, um sie zu finden.“

Alle Informationen zur Ausbildung zum Integralen Gesundheitscoach finden Sie >>> HIER 

25.06.20205
Jutta Böttcher
Autorin, Gründerin des deutschlandweit ersten Kompetenzzentrums für Hochsensibilität Aurum Cordis
www.aurum-cordis.de

Aktuelle Events des deutschlandweit ersten Kompetenzzentrums für Hochsensibilität Aurum Cordis

Weiterbildung:
INTEGRALER
GESUNDHEITSCOACH
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Seminar:
SCHAM UND INTIMITÄT –
Befreiung der Scham
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Grundlagenseminar:
DISSOZIATION UND IHRE ERSCHEINUNGSFORMEN
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Buchtipp:cover-jutta-boettcher-hochsensibilitaet

Fach.Buch Hochsensibilität:
Worauf es in der Begleitung Hochsensibler ankommt

Das Fach.Buch Hochsensibilität richtet sich ganz konkret an eine medial bislang eher vernachlässigte Gruppe: Die Begleiter hochsensibler Menschen, sprich Therapeuten, Ärzte, Pädagogen und Coaches.
Das multidisziplinäre Werk möchte die Menschen, denen das Thema Hochsensibilität in der täglichen Praxis begegnet, ermutigen und sie dabei unterstützen, gemeinsam mit ihren Patienten und Klienten die besonderen Herausforderungen in der Begleitung hochsensibler Menschen zu meistern.

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