Erkennen der eigenen Persönlichkeit

Verborgene Energien
Erkennen der eigenen Persönlichkeit (c) Karin Aveon
(c) Karin Aveon

Hochsensibilität und verborgene Energien  – Erkennen der eigenen Persönlichkeit

Beispiel Hochsensibilität. Ich halte es aus meiner eigenen Erfahrung für ganz besonders wichtig, herauszufinden, inwieweit ein Mensch hochsensibel ist und wie sich das genau äußert. Erkennen der eigenen Persönlichkeit – Trotz typischer Merkmale und eine bestimmte Zugehörigkeit zu einer Typisierung, ist doch jeder Mensch individuell unterschiedlich. Was alle Hochsensiblen gemeinsam haben sind die Schwierigkeiten im Alltag und eine niedrigere Belastbarkeit durch erhöhte Reizüberflutung. Außerdem haben viele der Hochsensiblen mit Ausgrenzung und Aussenseiterdasein zu tun, weil sie von den meisten Durchschnittsmenschen als merkwürdige Sonderlinge erlebt werden.

Ein besonderes Problem ist hier die Schwierigkeit, mit Aussenbelastungen aller Art klar zu kommen, weil durch die hohe Sensibilität alle unangenehmen Reize verstärkt wahr genommen werden. Außerdem fehlt zu großen Teilen bei diesen Menschen die Fähigkeit, die Reizüberflutung auszublenden. Genauso wie wir es versäumt haben zu verstehen, dass man nicht automatisch die gleichen Anforderungen an alle Menschen stellen kann (Elternhaus, Schule etc.). Es sei noch erwähnt, dass die meisten Hochsensiblen über eine ausgeprägte Fantasie und Kreativität verfügen.

An dieser Stelle möchte ich hier eine authentische Geschichte von mir selber einfügen, die die Problematik von sensiblen Menschen deutlich macht und die der Persönlichkeitsanteil mein inneres Kind mal durch mich schrieb, als ich noch total orientierungslos durchs Leben torkelte und glaubte, ich bin „irgendwie durchgeknallt“ oder sowas in der Art. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, dass ich besondere Fähigkeiten zum Wohl für mich selbst und auch für andere Menschen einsetzen kann. Diese Geschichte entstand u.a. in einer Phase, wo Schulmediziner mich in eine Schublade stecken wollten, in die auch auffällige, rebellische und allgemein „störende“ Kinder gesteckt wurden.

Zum Glück hat mich mein Schutzengel noch gerade rechtzeitig vor einer derartigen Behandlung schützen können und somit wurden meiner persönlichen Weiterentwicklung keine allzu großen Steine in den Weg gelegt.

Das Kriechtier – eine Kurzgeschichte

Es war einmal ein kleines Tier, welches vor längerer Zeit schon das Licht der Welt erblickte.

Das kleine Tier war voller Überraschungen – irgendwie immer anders.

Nie tat es was es sollte, was man so von ihm wollte….

Nun ja und so wurde aus diesem kleinen Tier immer mehr auch ein Sorgentier. Die beiden Elterntiere wussten immer weniger Rat – schien das Kleine doch etwas hoffnungslos zu sein: So träumte es zum Beispiel immer vor sich hin, statt aufmerksam zu sein. Es schien eher in seiner ganz eigenen Welt zu leben – die mit der eigentlichen Welt überhaupt nichts gemeinsam hatte.

Bezeichnend war, dass das kleine Tier immer irgendwie komisch auffiel – dabei wollte es doch nur von allen gemocht werden. Es dachte sich: Wenn ich immer lieb bin, dann müsste es doch gehen!

Was für ein seltsamer Ort, an dem es gelandet war – und die anderen kleinen Tiere waren manchmal sogar noch schwerer zu verstehen als die großen!

Es schien eine Welt der Gegensätze und Widersprüche zu sein:

Je mehr man sich Mühe gab, desto mehr schien das falsch zu sein. Das kleine Tier wurde älter und blieb doch recht einsam. Es hatte die Mühe schon aufgegeben fast, denn die anderen Tiere wollten nie so recht was mit ihm zu tun haben – es war ihm ein ganz großes Rätsel, warum das so war – es dachte sich nur: “Ich bin irgendwie anders – keiner mag mich!”

So ging es dann meist betrübt durch diese Welt – denn es hatte das Gefühl, die Welt, in der die anderen Tiere lebten, hatte mit seiner eigenen überhaupt nichts zu tun. Es entdeckte noch einen anderen gravierenden Unterschied:

Die anderen Tiere waren aufrecht und stolz, sie wurden von den meisten gemocht und sie hatten auch richtige Freunde.

Dieses Tier war klein, mutlos und feige und vor allem fehlte es ihm an der aufrechten Haltung.

Deswegen war es ja auch ein Kriechtier. Es war sich nicht sicher, ob es als Kriechtier auf die Welt gekommen war – oder ob die Welt es dazu gemacht hatte.

Ganz viele Fragen und keine Antworten. Aber dennoch musste das Kriechtier seinen eigenen Weg durch diese merkwürdige Welt finden. In ihm gab es immer noch den Wunsch, irgendwie dazu zugehören, zu den anderen Tieren, die beliebt waren, die tolle Sachen machen konnten, die mutig und erfolgreich waren. Es schwankte hin und her zwischen der Hoffnung, eines Tags vielleicht doch irgendwie dazu zugehören und der Angst, es niemals zu schaffen und immer ein kriechendes Schattendasein zu führen.

Leider merkte das Kriechtier nicht, dass sein Weg falsch war, dass es eine falsche Einstellung zu der Welt hatte und dass es einfach zuviel Angst vor allem hatte. Es merkte leider nicht, dass Mut ein Schlüssel sein kann, die Angst zu überwinden. Denn gerade daran mangelte es ihm leider sehr.

Es hatte zwar schon gehört “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt” – aber den genauen Sinn dahinter, den konnte es nicht richtig erkennen. Und so setzte das Kriechtier seinen Weg durch die Welt fort – vielleicht hätte man besser “Irrweg” sagen sollen..

1_Azalee_5_2012Das Kriechtier hatte auch so manche Fähigkeiten – nur, es merkte dieses selber nie so recht – denn es gab ja niemanden, der sagte: “He, Du bist aber ein kluger Kopf!” . Die eigentliche Tragik der Geschichte des Kriechtieres ist, dass es eine Stimme im Kopf hat, die ihm regelmäßig sagt, was es doch für ein Dummkopf ist. .

Trotzdem war das Tier auch ehrgeizig und las und studierte auch sehr viel. Eines Tages lernte es, was der Unterschied ist zwischen Theorie und Praxis. Und dass riesige Welten dazwischen liegen – das eine ist leicht – das andere ganz schwer! ! Das Kriechtier entwickelte sich zu einem ziemlichen Genie auf ersterem Gebiet und versagte oft auf letzterem Gebiet.

Außerdem war das Kriechtier sehr einfallsreich und kreativ – nur leider gab es unter den stolzen Tieren kaum jemand, der seine Talente wirklich bemerkte. Viele dachten, dass das Kriechtier ein merkwürdiges Außenseiterexemplar war, das man lieber meiden sollte. Da das Kriechtier über eine sehr sensible Wahrnehmung verfügt, spürt es jegliche Missbilligung besonders stark.. Und wen wundert es da, dass es deshalb sehr viel leichter zu verletzen ist als manch anderer. Das Kriechtier stellte fest, dass es in dieser Welt ein offensichtlicher Spaß war, andere zu verletzen. Deswegen kam ihm diese Welt ja auch immer komischer vor – je länger es hier war. Das Kriechtier verabscheute diesen Spaß und dachte so zu sich: „Ich verstehe keinen Spaß, ich weiß nicht, wie das hier läuft, es ist doch abscheulich, andere zu verletzen – diese Welt ist doch verdreht“

Das Kriechtier hat sich im Laufe seines Lebens immer mehr verfangen, im Netz von Gefühlen, die es nicht verstehen kann. Mittlerweile ist aus unserem Tier ein erwachsenes Tier geworden, das sich eigentlich irgendwann selbständig in der Welt hätte zurechtfinden sollen. Aber leider hat es den Absprung in die Selbständigkeit nicht so recht geschafft. Es hat sich auch eine Taktik angewöhnt, Schmerz unbedingt zu vermeiden – es ist eigentlich immer noch auf der Flucht vor sich selber – aber es gibt da auch noch was Gutes: das Kriechtier hat einen kleinen guten Geist. Der gute Geist hat schon immer zum Kriechtier gesprochen – nur, es hat ihn nie so recht vernommen – es war zu sehr im Chaos versunken. Auch in seinen Beziehungen zu anderen Tieren ist das problematisch – denn es hat ja nie aufgehört, immer lieb sein zu wollen – wäre das anders, bräuchte es ja die Bezeichnung KRIECHtier nicht mehr.

Nun ist es aber so: Unser Kriechtier hat in letzter Zeit immer mehr die Stimme des kleinen guten Geistes vernommen. Dieser kleine Geist möchte ihm nämlich zu einem besseren Leben verhelfen, es möchte, dass es die Bezeichnung KRIECH endlich ablegt. Und was noch besser ist: Unser kleines Tier möchte selber die Bezeichnung KRIECH nicht mehr führen!

Und deshalb könnte man sagen, dass die Geschichte von unserem Kriechtier auch zu einem Happy-End führen KÖNNTE – es ist aber noch ein langer Weg.

Das Kriechtier hat sich allerdings erst so richtig in Probleme verstrickt, als es sich in ein anderes Tier verliebte. Das andere Tier ist schwer zu beschreiben – man weiß nicht so genau, ob es wirklich stolz und aufrecht ist, oder ob es nur so TUT als ob es stolz und aufrecht ist. Aber dieses Tier kann unserem kleinen Kriechtier ganz schön Angst machen.

Man kann sich vorstellen, dass gerade das Verliebtsein eine ganz besonders große Herausforderung ist.

Nun leidet unser Kriechtier ja auch oft an Selbstmitleid. Es sitzt also zerfließend vor Selbstmitleid vor der “Arschtrittmaschine”. Die Arschtrittmaschine ist eine Erfindung von dem stolzen Tier – sie dient dazu, sich davor zu setzen, wenn man Schuld an etwas ist. Diese Maschine setzt dann einen großen Holzfuß in Gang… den Rest kann man sich denken.

Da das Kriechtier aber denkt, es sei immer schuld an allen Unstimmigkeiten mit seinem Angebeteten, sitzt es oft vor der A-Maschine.

Wenn es eine Zeitlang davor gesessen hat, kommt es heulend angekrochen und bettelt seinen Geliebten an: “Ach bitte, sei doch wieder lieb, ich fühle mich so mies”. Außerdem klammert das Kriechtier auch sehr. Es hat schon immer an anderen Tieren festgeklammert, aber jetzt ist das besonders stark der Fall.

Also, das Kriechtier hat nämlich riesige Verlassenwerden-Angst und natürlich überhaupt keinen Mut, seinem Geliebten entgegen zu treten.

Leider ist unser Kriechtier immer noch dabei, seine wahren Bedürfnisse zu unterdrücken. Es ist auch zu passiv, angepasst und redet sich vieles rosarot. Unser Kriechtier konnte nämlich nie Abschied nehmen von der kindlichen Traumwelt!

Wenn das Kriechtier doch mal ausnahmsweise aggressiv reagiert, hat es sofort Schuldgefühle und denkt, es sei böse! Es denkt ja immer noch, dass es lieb sein muss, um geliebt zu werden. Außerdem ist es dem Irrglauben verfallen, dass das geliebte Tier auch immer lieb zu ihm sein muss. Deshalb versucht es ja auch, sich die Liebe seines Angebeteten zu erkriechen.

Eines Tages fragte das Kriechtier den kleinen Geist: “Du sag’ mal, warum muss ich immer noch kriechen, während alle anderen Tiere aufrecht gehen?” Da sagte dieser: “Ja, weißt Du, wenn Du schon früher auf meine Stimme gehört hättest, dann hätte ich Dir den unsichtbaren Rucksack auf Deinen Schultern zeigen können, wegen dem Du so krumm geblieben bist – er symbolisiert den Rucksack Deines Lebens und alles, was Du verdrängt hast, alles, was Du nie sehen wolltest, das ist da drin, und da Du den Rucksack nie leer gemacht hast, ist er im Laufe der Zeit immer schwerer geworden“!

Da fragte das Kriechtier: “Warum habe ich ihn nie leer gemacht “? Der kleine Geist sagte:

“Vielleicht weil Du lieber kriechen wolltest?!?”

Da musste unser Tier lange drüber nachdenken – “will ich wirklich freiwillig kriechen??”.

Aber jetzt ist unser Tier bereit, sich den Inhalt des Rucksacks näher anzusehen. Es hat jetzt gemerkt, dass dieser ganze Inhalt angefangen hat zu brodeln. Der kleine Geist hat davor gewarnt, es soweit kommen zu lassen, dass der Rucksack platzt – denn auch was man nicht sehen kann, kann unheimlich viel Macht haben. Wenn der Rucksack platzt, kann es zu einem riesigen Knall kommen. Wenn aber unser Tier ihn Stück für Stück entleert, dann muss das nicht sein. Ihn entleeren heißt , den Wunsch zu entwickeln, aufrecht zu gehen und auch die rosa Traumbrille abzusetzen. Unser Tier ist nie so richtig erwachsen geworden. Aber wenn es jetzt anfängt, diesen Rucksack zu entleeren, dann könnte es vieles auch schaffen. Es muss sich nur mit dem kleinen guten Geist verbünden und seine Stimme hören. Er sagt: “Achte auf das, was Du nicht sehen willst, was aber trotzdem ganz viel Macht über Dicht hat. Habe Mut und gehe auch mal ein Risiko ein – nur wer mutig ist, kann auch aufrecht gehen”.

Aber leider hat das Kriechtier den Sprung von der leichten Theorie in die schwere Praxis noch nicht geschafft.


4_neu_WolkenDiese Geschichte zeigt in groben Umrissen, wie sich in den meisten Fällen diese Hochsensibilität äußert und mit welchen Schwierigkeiten diese Menschen fast alle zu kämpfen haben. Wer glaubt, auch in die Hochsensibel-Kategorie zu gehören, sollte dies anhand von verfügbarer Literatur und/oder im Internet für sich herausfinden. Noch mehr zu diesem Thema würde den Rahmen sprengen und zu sehr von dem roten Faden dieses Buches wegführen.

Wie in meinem Fall, gibt es sicherlich sehr viele Menschen, deren besondere Fähigkeiten unentdeckt bleiben, ob sie nun zusätzlich hochsensibel sind oder nicht. Ich habe mir selber so wenig vertraut, dass es mir lange nicht gelungen ist zu entdecken, dass diese Hochsensibilität so viele besondere Gaben in sich birgt, die ich stärken konnte und dass die ganzen Schattenseiten der Sensibilität durch Bewusstheit und Selbsterkenntnis tatsächlich in Licht umgewandelt werden können.

Heute kann ich die Reizüberflutung besser teilweise ausschalten. Ich weiß heute, dass ich mir und meinen Gefühlen vertrauen kann. Ich konnte das, was früher ein Fluch für mich war in einen Segen umwandeln und ich kann zu meiner Außenseiterrolle stehen. Ich weiß heute, dass es nicht erstrebenswert ist, mich in Menschenmassen zu begeben und dass ich mich keinen niedrigen Schwingungen aussetzen muss, wenn ich das nicht möchte. Ich kann es akzeptieren, wenn andere mich nicht verstehen. Ich habe gelernt zu erkennen, was gut für mich ist und wie ich dieses für mich und andere Menschen einsetzen kann.

Deshalb ist es am wichtigsten, sich selbst zu erkennen. Damit fängt alles andere an. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt, dem alle anderen automatisch folgen, um so alle Schattenseiten in echte Stärke umzuwandeln.

Wieder ist das Gesetz Gleiches zieht Gleiches an aktiv: Wenn ich weiter gegangen bin auf dem einen Gebiet, dann habe ich meine Bereitschaft erweitert, mich auch auf anderen Gebieten weiter zu öffnen und die fortschreitende Bewusstheit kann weitere Gebiete meines Seins durchdringen, Schattenbereiche werden klarer und durch diese Klarheit und Bewusstheit werden sie erlöst.

(c) Karin Aveon

Autor

16. Februar 2013

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