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Glücklichsein im Leben ist vollkommen natürlich

gluecklich-sein-natur-frau-das-leben-ist-gut-sunsetGlücklichsein ist vollkommen natürlich

Aus dem Buch: Das Leben ist gut!
von Dr. Jochen Niemuth
Glücklichsein ist vollkommen natürlich – In unserer Übung versuchen wir immer wieder aufs Neue in den Augenblick zu kommen und uns ganz einzulassen ins Hier-und-Jetzt. Unser Geist ist häufig noch zerstreut, und unsere Energie fließt in alle mögliche Richtungen ab – und zwar so, dass wir es oft gar nicht merken. Wir erschöpfen uns mehr als es für uns gesund ist, und in der Regel wissen wir gar nicht, wo und wie unsere Energie uns verloren geht.

„Unbewusst“ investieren wir Zeit und Kraft in Angelegenheiten,

die uns weder glücklich machen noch in anderer Weise unserer Lebenserfüllung dienlich sind. Wir regen uns unnötig auf, reagieren auf Dinge, die für uns ganz unwichtig und unbedeutend sind, lassen uns von falschen Versprechungen in die Irre führen und investieren manchmal große Mengen von Energie und „Leben“ in Projekte, die letztlich sinnlos sind und uns vielleicht sogar ins Leid führen.

Zuweilen machen wir auch „Schulden“, und müssen nun ständig abzahlen.

So etwas gibt es nicht nur finanziell, sondern bei vielen Menschen auch emotional. Viele bedauern sich dann aufgrund ihres „unglücklichen Schicksals“. Sie sind unzufrieden mit ihrem Leben, mit sich selbst und zumeist auch mit den Menschen, mit denen sie es zu tun haben. Und es ist kein Ausweg in Sicht. Sie scheinen wie Opfer in ihrem Dilemma festzusitzen und sind wie in einem Teufelskreis gefangen.

Doch wie können wir uns befreien?

Wie können wir aus dieser Zwickmühle heraus kommen? Es gibt nur einen Weg: wir müssen klar und ohne Vorbehalte unsere Situation erkennen und durchschauen. Wir müssen sehen, wo der Haken liegt und uns dann ganz bewusst zu einer alternativen Lebensweise entscheiden. Es geht immerhin um unser Schicksal – um unser Leben.

Doch worin liegt denn der Haken? Was ist eigentlich falsch gelaufen? Was ist unser Problem – und gemeint ist unser „Grundproblem“, aus dem dann die unzähligen kleinen und größeren Probleme resultieren?

Shakyamuni Buddha meinte, dass alle unsere Schwierigkeiten und unser Leiden letztlich aus unserer Verblendung stammen. Wir lassen uns blind, d. h. unbewusst, auf Dinge ein, die uns letzten Endes nur unglücklich machen. Mit dem achtfachen Pfad hat er nun einen für alle gangbaren Weg aufgezeigt, der zur Befreiung führen soll. Der letzte und bedeutendste Schritt zur Erleuchtung und Befreiung ist die Meditation – das, was wir hier üben wollen.

Zunächst empfiehlt Buddha jedoch, einfach einmal Ruhe zu bewahren und all die Verlockungen und Täuschungen nicht allzu ernst oder dramatisch zu nehmen. Er rät zur Gelassenheit und sagt: Lob und Tadel, Nutzen und Schaden, Lust und Leid kommen und gehen wie der Wind. Um glücklich zu sein, ruhe wie ein großer Baum mitten unter ihnen.

Diese „Dinge, die uns unglücklich machen“, die Verblendungen und Illusionen,

scheinen jedoch zunächst einmal eine gewisse Attraktivität und Berechtigung zu besitzen, zumal anscheinend alle – und oft die ganze Gesellschaft – sie verteidigen und ihnen nachlaufen. Wir machen dann oftmals einfach mit und lassen uns unbedacht anstecken von einer Lebensführung und einem Lebensstil, der im Grunde ungesund und „schädlich“ ist. Doch das macht uns natürlich nicht wirklich glücklich. Bestenfalls wird man mit Ersatzerfahrungen abgefüttert und zufrieden gestellt wie „Erfolg“, „Anerkennung“, „Reichtum“ oder „Macht“.

Aber Glück – echtes Glück, glücklich – ist das nicht. Es sind alles nur Ablenkungen von unserem Unglücklichsein. Es sind Drogen, die uns unsere tiefliegende Unzufriedenheit und Unerfülltheit ein wenig vergessen lassen. Doch das ist es nicht, was wir eigentlich wollen. Es hat bei weitem nicht die Qualität von echtem Glück und echter Erfüllung. Im Gegenteil: wir strengen uns an, investieren unsere Energie, arbeiten oft genug mit Druck und Hektik und werden dabei immer unglücklicher.

Wenn dem so ist, dann sind wir offensichtlich dem Glück noch nicht wirklich auf die Spur gekommen.

Wir haben die Fährte, die wir einst gut kannten, noch nicht wieder gefunden und laufen nach wie vor irgendwelchen Anweisungen von außen und falschen Versprechungen hinterher. Und unsere Frustration wächst mehr und mehr. Doch wo ist der Ausweg?

Der Ausweg ist unheimlich einfach. Er liegt uns so nahe wie nichts sonst auf der Welt – und es ist kein „Ausweg“ sondern ein
In-Weg“: der Weg zu uns selbst. Unser eigenes Wesen weiß, was uns glücklich macht. Es kennt das Glück, denn es besteht letztlich aus nichts anderem. Unsere innerste Natur ist weise und intelligent und kann uns jederzeit auf einen Glückspfad führen. Es geht darum, mit sich selbst und seiner Welt in Harmonie und Frieden zu sein. Nur so können wir unseren Weg mit Freude gehen.

Oscar Wilde:

Der Glückliche ist mit sich und seiner Umgebung einig.

Unser „inneres Wesen“ ist begabt mit einer natürlichen Intelligenz, die wir auch „Weisheit“ nennen können.

Es spricht jedoch mit einer gänzlich anderen Stimme als all die Rechthabereien und marktschreierischen Anpreisungen – oder auch Drohungen und Anschuldigungen – die wir so lautstark von außen vernehmen. Oft wird sie daher einfach überhört. Es ist die Stimme unseres Herzens, und unser Herz braucht Stille, Frieden und unsere Bereitschaft zuzuhören, damit es uns sagen kann, was wirklich erstrebenswert und sinnvoll für uns ist. Diese „Stille“, dieser „Frieden“ und auch die echte „Bereitschaft“ fehlen jedoch oft.

Wir wünschen uns in der Regel schnelle Lösungen bei denen wir im Grunde so weiter machen können wie bisher. Doch so etwas kann nicht gelingen. Wenn wir so weiter machen wie bisher, werden wir in genau der Unzufriedenheit und Unerfülltheit umhergetrieben wie bisher. Das ist ganz klar. Wir können uns jedoch entschließen, uns etwas Zeit zu nehmen und uns einmal ganz still hinsetzen oder auch einen Spaziergang machen, damit wir hineinspüren können, was unser innerstes Wesen uns sagen will. Wir sollten nun auch bereit sein uns auf die Stille wirklich einzulassen.

Hier ist es hilfreich, sich ganz bewusst und ruhig zu entscheiden, ganz sanft und weich zu werden und sich zu öffnen.

Wir sind bereit, unser „Verstandesbesserwissen“ einmal zurückzustellen und voller Aufmerksamkeit und Ruhe einfach auf das zu lauschen, was unser Herz uns sagen will.

Wir wissen alle, dass uns das manchmal gar nicht so leicht fällt, denn wir sind „Gewohnheitshektiker“ geworden. Wir sind fast schon „Getriebene“. Unzählige Menschen scheinen gar nichts anderes zu kennen als ihre Rastlosigkeit, ihre innere Unruhe und ihren permanenten Stress. Und doch gibt es bei jedem Menschen immer wieder Momente des Loslassens und Entspannens, Momente, in denen wir aus den üblichen Mustern und Rastern unserer Gewohnheiten – und seien es nur unserer Denkgewohnheiten – herausfallen. Für unsere Übung sind das jedoch die wichtigen Augenblicke, auf die wir achten sollten.

Es sind die so genannten „schöpferischen Pausen“, in denen das „Eigentliche“ geschieht.

Alles andere ist nur „Beschäftigungstherapie“. In diesen Pausen hat unser Herz die Gelegenheit, sich bei uns zu melden. Selten genug, dass wir sie uns gönnen. Wir sollten öfter „Pause machen“ – einfach nichts tun, einfach offen und wach entspannen und nur spüren, was geschieht. – Heute ist so ein Tag. Heute erlauben wir uns diese „schöpferische Pause“.

Wenn wir uns wirklich öffnen und das Leben einmal „durchkommen lassen“ – unverstellt und frei, wie es ist – werden wir ein Wunder erleben. Etwas überaus Kostbares und Wertvolles wird sich für uns ereignen – das ist ganz gewiss. Doch wir müssen wirklich bereit sein und all die Ketten und Fesseln, die uns so sehr binden, einmal ganz ruhig und entschlossen ablegen. Das geht ohne weiteres und ohne große Mühe, wenn wir erkennen, dass es nur Gewohnheitsstrukturen sind, an denen wir hängen.

Im Innern sind wir frei. Wir können selbst und ganz bewusst entscheiden, mit all den falschen und unsinnigen Gedanken und Vorstellungen aufzuhören. Wir achten nicht mehr auf sie. Wenn wir die Scheuklappen, die uns blind machen, und all die unnötigen Brillen, die unsere Sicht verzerren und entstellen, einmal ablegen, dann werden wir einen ganz neuen, unverstellten Blick auf unser Leben werfen können.

Wir werden die Glückspfade, die sich uns anbieten, leicht erkennen.

Am Anfang brauchen wir vielleicht etwas Geduld. Doch es wird uns sicher gelingen, wenn wir es wünschen und bereit sind. Es gelingt uns, weil es unserer Natur entspricht. Es ist natürlich für uns, glücklich zu sein und mit der Wirklichkeit des Herzens in Kontakt – ja in Kommunion – zu sein. Kinder wissen das noch. „Erwachsene“ haben sich zu viele „Falschheiten“ angewöhnt und zu viele „verblendete Anschauungen“ zugelassen. Sie haben falsche Wege betreten und sind oft von sich selbst abgeirrt.

Unglücklich zu sein und sein Herz gar nicht mehr zu spüren mag für viele Menschen ja ganz „normal“ geworden sein – für viel zu viele Menschen – doch natürlich ist das nicht.

Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen „Natürlichkeit“ und „Normalität“.

Das ist wirklich nicht dasselbe. Selten sind die „Normen“ auch natürlich für uns. Sehr selten ist eine Gesellschaft mit all dem, was sie für „normal“ erachtet, auch natürlich und gesund für uns.

In der Regel engt sie uns ein und macht uns eher unglücklich und unzufrieden. Es ist daher sehr wichtig, dass wir uns immer wieder einmal „Pausen“ gönnen und uns von all diesen gesellschaftlichen Zwängen befreien. Wir müssen zu unserer eigenen Natur zurückfinden. In unserem eigenen, individuellen Leben sollten wir uns die Freiheit – und auch den Raum und die Zeit – nehmen, all die alten Kleider, Uniformen und Vorstellungen von „Normalität“ einmal abzulegen und uns ganz still und nackt wieder so zu fühlen, wie wir in unserem unverstellten, natürlichen Sosein sind. Wir sollten versuchen, wieder Freude an uns selbst zu finden. Wenn uns das gelingt, werden wir eine unglaubliche Erleichterung erleben – und ein unvergleichliches Glück.

Johann Wolfgang von Goethe:

Jeder Mensch soll Freude an sich selbst haben; und glücklich, wer sie hat.

Und Goethe gibt auch den Rat:

Seinen eigenen Weg zu verfolgen bleibt immer das Vorteilhafteste: denn dieser hat das Glückliche, uns von Irrwegen wieder auf uns selbst zurückzuführen.

Ein Mensch, der so ist, wie er wirklich ist, der so atmet und lebt, wie es seiner Natur entspricht, ist ein Buddha – ein Tathagata. Es gibt nichts Höheres zu erreichen. Und unser natürliches Sosein ist immer frisch, schöpferisch, gut aufgelegt, voller Liebe und Mitgefühl und auch voller Humor.

Es ist unternehmungslustig und strahlt mit einer kindlichen Freude, die nicht zu überbieten ist. Langweilig wird es einem solchen Menschen nie, denn sein natürliches Potenzial ist unergründlich und stets dabei, sich zu entfalten und neu zu gestalten. Es ist das totale Abenteuer. Jetzt kann das Leben erst richtig fließen und strahlen. Glücklichsein ist vielleicht nicht immer normal, aber es ist uns vollkommen natürlich.

Der römische Philosoph und Weise Seneca meint sogar:

Glücklich leben und natürlich leben sind eins.

Und Milarepa (1052-1135), ein tibetischer Dichter und Meister sagt:

Wenn alles Handeln im Einklang mit der Natur ist,
wird das Gemüt freudig gestimmt.
Das Gefühl der Zufriedenheit wird den erfüllen,
der den Pfad der Natur wandelt.

Kapitel 14 aus dem Buch von Dr. Jochen Niemuth: Das Leben ist gut!

Lasst es uns also versuchen!
20.08.2019
Dr. Jochen Niemuth


Über Dr. Jochen Niemuth:jochen-niemuth

geboren 1958 in Würzburg. Studium der Biologie und Philosophie. Auslandsreisen nach Indien, USA, Mexiko, China, Korea, Japan, Indonesien, Israel und verschiedene europäische Länder haben dazu beigetragen, mein Erstaunen und meine Freude über die unterschiedlichen Kulturen unserer Erde zu erwecken. Auf meinem spirituellen Weg wurde ich von vielen Seiten inspiriert.
Tief beeindruckt hat mich die Freiheit und Spontaneität des östlichen Geistes, aber auch der Mystik und Philosophie des Abendlandes verdanke ich viele wertvolle Impulse.
Seit 1982 widme ich mich dem Studium der ZEN-Meditation bei Willigis Jäger und bin als Lehrer der Zen-Schule „Leere Wolke“ im Benediktushof (Holzkirchen/Unterfranken) aktiv.
Ich lebe in Karlstadt und leite dort das „Zendo am Saupurzel – Zentrum für Meditation und Kreativität“. Neben meiner Leitung von Meditations- und Zenkursen veranstalte ich auch Seminare über Kreativität, Bewusstsein, Kunst, Philosophie und Wissenschaft. Als bildender Künstler habe ich mich intensiv mit dem Thema Mandala beschäftigt. Ich freue mich, bei meinen Kunstausstellungen, Buchveröffentlichungen, Lesungen, Vorträgen und Seminaren mit anderen Menschen in Kontakt und Austausch zu kommen.
Meine Website: www.mandala-zen.de


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