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Introjektion – wenn Gefühle anderer zu den eigenen werden

spiegelbild-kind-akasha-feld-mirroringIntrojektion – wenn Gefühle anderer zu den eigenen werden

Introjektion – erst einmal ein komisches Wort, das für die meisten Menschen fremd klingt.
Und doch verbirgt sich hinter diesem Wort ein Prinzip, das große Aha- Momente und Gefühlsklarheit schenkt!

Introjektion – wenn fremde Gefühle zu den eigenen werden und man in der Annahme lebt, dass das, was man da in sich wahrnimmt und spürt, das Eigene sei – und darunter leidet!

Um zu verstehen, wie Introjektion funktioniert,

muss man einen Schritt zurück gehen und bei der Projektion beginnen.

Projektion – dieses Wort klingt für die meisten schon etwas vertrauter! Ein Filmprojektor z.B. wirft Bilder auf eine Leinwand. Das kennen wir.
Wir wissen, dass diese Bilder nicht real sind, sondern nur projiziert und dass die Leinwand, egal, wie bunt sie war und wie viel Blut auf ihr vergossen wurde, am Ende immer noch weiß ist.

Genau dieses Bild gilt auch für den psychologischen Aspekt der Projektion:

Ein Mensch (Bezugsperson, Eltern, Lehrer, Gesellschaft, ja, auch der Partner, Arbeitskollegen, Freunde) wirft ein Bild, eine Vorstellung auf einen anderen Menschen, eine Leinwand. Auf Dich.
Dadurch bekommt die Leinwand eine andere Farbe, aber nur vorübergehend. Die Grundfarbe der Leinwand ändert sich nicht. Deine Essenz, Deine Substanz bleibt die gleiche.

Je nachdem, ob nun helle oder dunkle „Farben“ sprich Emotionen, Bilder und Gefühle auf Dich und diese Leinwand geworfen werden, fühlt sich das Ganze angenehm oder unangenehm an.
Du kennst das schöne Gefühl, wenn jemand Dich schöner, stärker, größer sieht als Du Dich vielleicht gerade fühlst!
Oder die negative Last, wenn jemand seine dunklen Bilder und Energien bei Dir festmacht. Da gehört dann oft viel Stärke dazu, solche Projektionen abzuschütteln bzw. aus dieser sogenannten Projektionsfläche zu gehen!

Projektionen im Alltag

Projektionen kommen häufig in Beziehungen vor, wenn z.B. der Mann in seiner lieben Frau plötzlich nicht nur diese erkennt, sondern dazu noch das Bild seiner eigenen Mutter auf diese wirft. Das können, je nachdem wie die Beziehung zur Mutter war, schöne oder negative Gefühle sein.

Und häufig kommt es an dieser Stelle zur Gegenprojektion: Dass die Frau genau dieses Projektionsbild annimmt und nun ihrerseits in ihrem lieben Mann auch noch ihren Vater erkennt und u.U. in eine Verteidigungs- oder Angriffshaltung geht.
Szenarien gibt es hier so viele wie es Menschen gibt!

Jeder von uns hat schon einmal das schmerzhafte Gefühl erlebt, nicht als er selbst gesehen und wahrgenommen worden zu sein, sondern eben als ein Bild, ein Konstrukt, eine Persona, die der andere auf uns geworfen hat.
Und auch wir selbst haben schon Bilder, Vorstellungen, Wünsche auf andere geworfen, das Bild, die Vorstellung von einem Partner, Chef, Freund… Kind. Und uns vielleicht irgendwann die Frage gestellt:

Liebe ich die Person als die, die sie wirklich ist? Oder liebe ich das Bild, das ich auf sie werfe und dem sie mal mehr, meistens aber weniger als mehr entspricht?

Und umgekehrt, haben die Frage an unser Gegenüber gestellt:

Liebst Du mich als denjenigen, der ich bin?
…und zwar meist dann, wenn wir uns nicht gesehen und eingeengt in den Vorstellungen eines anderen gefühlt haben.

Introjektion – es geht nach innen:

Bei der Introjektion wird das projizierte Bild angenommen. Nach innen genommen. Man identifiziert sich mit dem, was auf einen projiziert wurde.

So weit macht das Ganze Sinn und ist einfach zu verstehen!

Komplizierter wird es erst dann, wenn es sich um Projektionen und darauffolgend Introjektionen handelt, die unbewusst geschehen, also rein auf der Gefühlsebene. Und noch komplizierter wird es, wenn genau dies in Zeiten und Situationen im Leben geschieht, wo man nur bedingt bewusst genau diese Projektionen und Introjektionen mitbekommt.
Zum Beispiel in der Kindheit.

Da wird vielleicht auf ein kleines Mädchen, das seinem Naturell vielleicht eher wild, energetisch, laut und spontan ist ein Bild geworfen, dass sie ruhig, ordentlich, still und angepasst ist.
Dieses Bild kann sie abwehren oder aber, je nach Umständen, auch annehmen, besonders dann, wenn Manipulation wie Liebensentzug oder Bestrafungen zur Anwendung kommen. Je nachdem, wie groß der Druck von außen ist, identifiziert und „infiziert“ sie sich mit dem fremden Bild und meint, dieses Bild zu sein.
Sie nimmt die fremde Energie nach innen – intro – und erkennt sie als ihre eigene an.

Vielleicht fühlt sie sich vorübergehend besser, da jetzt, wo sie das fremde Bild angenommen hat, der äußere Druck nachlässt. Sie wird plötzlich in Ruhe gelassen, positiv beachtet, gelobt. Je nachdem.
Doch auf lange Sicht wirkt das Ganze wie ein Gift, ein Fremdkörper. Sie fühlt sich immer mehr als Fremde in ihrem eigenen Leben, nicht richtig zu Hause in sich, nicht in ihrer Kraft. Sie kann ihr Potential nicht ausschöpfen, ist unzufrieden, wird vielleicht sogar krank. Lebt gegen ihr Naturell.
An solchen Punkten in unserer Biografie werden wir oft radikal dazu aufgefordert, nach innen zu gehen und uns zu hinterfragen:
Bin ich das? Will ich das sein? Wer und wie bin ich wirklich??

Fragen, auf die man vielleicht nicht gleich eine Antwort findet, weil sie versteckt unter den vielen Bildern und Projektionen in einem verschüttet liegt.
Aber eines ist sicher: Die eigene Essenz, das Eigene, ist DA! Genauso wie eine Leinwand ihre Farbe nicht verliert, genauso bleibt die eigene Urkraft unverfälscht als Kern in uns!

Introjektion und sexueller Missbrauch

In meiner Arbeit mit traumatisierten Menschen ist mir das Phänomen der Introjektion auf ganz besonders dramatische und auch schockierende Art und Weise begegnet.
Wie alles bei Übergriffen dramatisch und traumatisch ist, so sind auch die Projektionen und Introjektionen tiefgehend und mit weitreichenden Folgen. Oft existenziell bedrohend.

Achtung: diese Schilderungen können triggern.

An dieser Stelle sei gesagt, dass diese Thematik so viel mehr Menschen, auch bei uns in Deutschland betrifft, als wir meinen.

Die Dunkelziffer liegt bei jedem dritten Mädchen und jedem siebten Jungen, der Übergriffe sexueller Natur in seiner Kindheit und Jugend erleben muss. Deshalb scheint es mir nur fair und richtig, auch diese dunkle Seite hier anzusprechen, um vielleicht den einen oder anderen Betroffenen damit zu erreichen.

Ein Mädchen wird über Jahre hinweg sexuell durch einen Familienangehörigen missbraucht.
Dieser männliche Familienangehörige, in diesem Fall der Vater, sieht in dem kleinen Mädchen ein Sexobjekt, eine „heiße Geliebte“, ein Spielzeug, eine Sexsklavin. Diese Bilder, die hoch emotional geladen sind, wirft er immer wieder auf das Kind. Er stülpt sie ihr über.

Das Mädchen versteht nicht, was hier passiert. Es hat Angst, ist traumatisiert, steht unter Schock. Es versteht weder, was der Vater sagt, noch die Gefühle, die von ihm bei ihr ankommen.
Sie versucht, emotional und vielleicht sogar körperlich, zu überleben.

Die Einwirkungen sind massiv.

Unter dem großen emotionalen Druck bricht sie immer mehr zusammen. Die fremde Energie, die fremden Bilder, überschwemmen sie. Sie hat kaum noch ein Gefühl für sich selbst und nimmt die fremde Energie als die eigene an.
Ohne es wirklich zu merken, wächst sie in eine neue Rolle hinein. Etwas in ihr sagt ihr, dass hier gehörig etwas schief läuft, doch sie kann es nicht verstehen noch analysieren.

Gleichzeitig ist da u.U. sogar eine gewisse Erleichterung, denn plötzlich hat sie eine neue Identität, selbst wenn sich diese nur bedingt gut anfühlt. Sie ist „jemand“, sie ist „sexy“, attraktiv, begehrenswert, dominant, unterwürfig… Sie bekommt Anerkennung, wenn sie die „kleine Hure“ abgibt oder in die Rolle der „dominanten Verführerin“ geht – die „dominante Verführerin“ ist und das Ganze nicht nur schauspielert, sondern wird.
Und man fügt ihr in diesen Momenten keine körperlichen Schmerzen zu, weil sie das tut, was man von ihr will.

Immer wieder saßen in meiner Arbeit verzweifelte Menschen, besonders Frauen, vor mir, die mir genau diese und ähnliche Geschichten erzählten. Die nicht verstanden, wieso sie zu der wurden, werden konnten, die sie heute sind. Wie das alles passieren konnten, ohne dass sie es wirklich bewusst mitbekamen!

Durch das Verstehen der Prinzipien von Projektion, besonders aber auch der Introjektion, fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen! Plötzlich lichtete sich der Nebel und Klarheit trat an Stelle des Gefühlschaos!

Das Eigene

Nun stellt sich hier die Frage:
Wenn ich das Fremde nicht bin, was bin dann ich??

Eine bohrende Frage, die sich vom Kopf und mit dem Verstand nicht immer leicht beantworten lässt.
Die Antwort liegt im Gefühl.

In dem Teil von einem, der damals zurück geblieben ist. Der überdeckt wurde. Die weiße Leinwand ist noch da, aber sie konnte sich nicht oder nur bedingt entwickeln und wachsen.

Und genau das ist jetzt die Aufgabe:

Genau diesen Anteil in sich zu finden, ihn anzunehmen und zu nähren, wachsen zu lassen.

In meiner Arbeit habe ich Frauen begleitet, die mit dreißig, vierzig, ja, sogar fünfzig Jahren zum aller ersten Mal ihre eigene Sexualität erlebten – und nicht das fremde Programm abspulten. Die erkannten, dass ihr Eigenes wenig, sehr wenig mit dem zu tun hatten, was sie gezwungen wurden zu leben und was in ihnen eine Eigendynamik angenommen hatte.

Stück für Stück wuchs das Fremde heraus, mit jeder neuen Erkenntnis, mit jeder Gefühlsentdeckung. Ähnlich, wie die eigene Haarfarbe nachwächst und die gefärbte heraus wächst, setzte sich auch hier das Eigene wieder durch, ganz zart und zaghaft, aber dennoch unaufhaltsam.

Schau dir dazu auch gerne dieses YouTube Video:
Introjektion – Interessen anderer annehmen an


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Introjektion – wenn Gefühle anderer zu den eigenen werden

08.09.2019
Ursula Schulenburg
Autorin, Dozentin, Heilpraktikerin, Life Coach und führt ihr online Business Soulcentered Evolution.

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