Die geistige Botschaft des Coronavirus

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Die geistige Botschaft des Coronavirus himmel licht schatten eclipseDie geistige Botschaft des Coronavirus

Was vorgeblich im Spätherbst 2019 von einem Geflügelmarkt in Wuhan seinen Anfang nahm und die Menschheit in die erste Pandemie des 21. Jahrhunderts stürzte, verfügt offenbar über die Fähigkeit, das künftige Leben der gesamten Menschheit nachhaltig zu beeinflussen. Dass es sich dabei nicht um einen oder mehrere andere Menschen, um Tiere, Pflanzen oder die mineralische Welt handelt, sondern um ein Virus, scheint zunächst kaum vorstellbar.

Tatsächlich ist dieser Umstand jedoch von größter Relevanz, weil wir dieses Gegenüber in seiner wahren Gestalt nicht sehen, riechen, schmecken, tasten oder hören können. Ein unsichtbarer Geist geradezu. Leise noch dazu, kein Poltern oder gar Schreien, Ächzen, Stöhnen ‒ nein, mikroskopisch klein, schweigend und mit wirkungsvoller Konsequenz kommt es daher, das Virus, das wegen seiner Qualität in die Familie der Sars-Viren eingeordnet wurde und unter der Bezeichnung Sars CoV 2 identifiziert wird.

Wenn wir als Studierende des Rosenkreuzes nicht nur diese Pandemie, ihre Gesetzmäßigkeiten und das daraus resultierend notwendige Verhalten verstehen wollen ‒ um nach Möglichkeit verschont zu bleiben, sondern zugleich nach der geistigen Botschaft dieses Virus fragen, so geschieht dies aus unserer Verantwortung dem Leben gegenüber. Denn es gehört zu den größten Geheimnissen der Rosenkreuzer, alles Geistige zu einem Geschehen zu bringen, alles lebendig werden und fruchten zu lassen ‒ all das, was sich aus den unendlichen Möglichkeiten in der Schöpfung als tauglich erweist, positiv und lebensbejahend in unseren Alltag integriert zu werden. Versuchen wir also einige gedankliche Annäherungen, die uns mehr Klarheit bringen und vielleicht am Ende eine Antwort erlauben.

Viren sind älter als die Menschheit;

sie gehören in diese Welt als Promotoren für Veränderung, ein Begriff, den wir in der modernen Führungslehre eigentlich Führungskräften zuschreiben.

Aber der Begriff passt, denn die Konsequenz ihres Wirkens ist es, die Veränderung bewirkt. Welche Veränderungen sind es denn, die wir beobachten können? Zunächst natürlich die pandemische Ausbreitung über den gesamten Globus durch die Infektion von Menschen. Nicht von Steinen, Gewässern, Verseuchung der Atemluft oder von Vergleichbarem, sondern es nutzt neben zu vernachlässigenden Alternativen vor allem die Luft, die wir atmen, um sich als Aerosol von Mensch zu Mensch zu verbreiten ‒ mit dem Ziel, seine Existenz zu sichern. Es nutzt unser tief verwurzeltes anthropologisches Bedürfnis nach Interaktion, nach menschlichem Miteinander und Austausch, um sich zu verbreiten.

Damit wird es gleichsam zu einem Botschafter! Denn, indem es sich durch die lebende, inkarnierte Menschheit geradezu hindurcharbeitet, sagt es uns mit unerbittlichem Schweigen, dass unser bisheriges Bedürfnis, uns mit unserem Nächsten auszutauschen, ihn zu berühren, ihm etwa, wie seit Jahrhunderten üblich, die rechte Hand als Zeichen des Friedens zu geben (ich komme in Frieden ohne Waffen) oder ihn gar als Geste der Freundschaft oder Ausdruck der brüderlichen Gemeinschaft zu umarmen, dass dies fortan keine Geltung mehr hat, jedenfalls solange das Virus dadurch in seiner Wirksamkeit und Latenz besteht. Denn wir durchschauen es ja nicht.
Nicht nur, dass wir es in der eben beschriebenen Weise nicht wahrzunehmen vermögen.

Es ist uns auch in Bezug auf seine Wirkung verborgen.

Denn, während wir infiziert sind, symptomfrei, wirkt es bereits im Verborgenen. Es benötigt keine Erkrankung seines Wirts, um ansteckend, infektiös für andere Menschen zu werden ‒ es kann bereits während der andauernden Phase der noch verborgenen Infektion andere Menschen anstecken. Das ist es, was die Verbreitung unter den beschriebenen Kriterien sichert und worin ein Stück Unerbittlichkeit des Corona-Virus steckt.

Hinzu kommt, dass das Auftreten von Krankheitssymptomen auch bei einer bestehenden Infektion nicht zwingend ist. Die völlig unterschiedlichen Krankheitsverläufe bis hin zu schwerstem Organbefall und tödlichen Verläufen verdeutlichen den unvorhersehbaren Nachdruck dieser unkalkulierbaren Unerbittlichkeit. Das Virus kennt keine Gnade, keine Grenze, es ist immer gegenwärtig, und unsere Ignoranz verstärkt seine Macht.

Einen solch mächtigen Agenten darf man zu Recht nicht unterschätzen.

Infektionsdynamik, Auslastung der weltweiten Gesundheitssysteme bis hin zu deren Erliegen und eine nicht zu vernachlässigende, steigende Zahl an Todesfällen verdeutlichen sowohl die zunehmende Hilflosigkeit, zum Beispiel der indigenen Völker auf unserem Heimatplaneten, aber auch eine sich ausbreitende Ignoranz, vorzugsweise in modernen Industriegesellschaften. Wir sind derartige Gegner nicht gewöhnt, weil wir in den Zivilisationen des ausgehenden 20. und gerade begonnen 21. Jahrhunderts alles kontrollieren und gestalten. Jedenfalls glauben wir das. Risiken werden eingeschätzt, Krisen bewältigt, nichts haut uns um. Wir haben bisher also anderes erlebt, und es gab deshalb keine Notwendigkeit, unser Verhalten zu ändern oder gar anzupassen an diese Herausforderung. Jetzt aber spüren wir, dass etwas an unserer Krone wackelt, an der Krone der Schöpfung, die der Mensch doch eigentlich ist.

Und das macht uns zunächst Angst. Eine verständliche Reaktion des modernen Menschen angesichts eines unsichtbaren Feindes. Diese Angst bewirkt eine Verhaltensänderung und führt zu abstrusesten Erklärungsversuchen, meist unter Verweis auf das Walten der Gesetze Gottes, etwa in Bezug auf eine Bestrafung der infizierten Menschheit für die Abkehr von einem gottgefälligen, mit den Geboten in Übereinstimmung befindlichen Leben.

Ein vergleichbares Geschehen zeigte sich beim HI-Virus,

das seit den frühen 80er Jahren des 20. Jahrhunderts zunächst vor allem homosexuelle Männer und promiske Menschen betraf und die Immunschwächekrankheit AIDS auslöste, der laut Angaben der UN bis heute etwa 39 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Weil Menschen sich nicht genügend vor Ansteckung schützten und allzu offensiv ihre sexuellen Bedürfnisse außerhalb des gesellschaftlich akzeptierten und institutionalisierten Rahmens auslebten, wurde die Erkrankung schnell als Sexkrankheit und Strafe Gottes bezeichnet.

Mit dem Anstieg der Erkenntnisse über die mittlerweile geklärte Herkunft der Erkrankung von afrikanischen Affen und mit dem Aufkommen wirksamer Medikamente gegen die Folgen der Infektion mit dem HI-Virus war seine menschenfeindliche, von einem strafenden Gott stammende Wirkung gebannt. Mit fortschreitenden Erkenntnissen der Forschung wurde klar, dass die Infektion beim Menschen ursprünglich durch den Verzehr von infiziertem Affenfleisch (Buschfleisch) und ein im Grunde kaum für möglich gehaltenes Überspringen der Artgrenze bewirkt wurde. Dass dieser Prozess lange vor den 80er Jahren seinen Anfang nahm, zeigten computermodellierte Berechnungen, die Hinweise auf frühe Infektionen zwischen den 30er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts ergaben.

Bis 1950 entwickelte sich der Erreger vor allem unter Menschen in Westafrika und wurde schließlich epidemisch. Dass die Erkrankung erst 30 Jahre später als solche erkannt wurde, lag an der Seltenheit ihres Auftretens und an der Verschiedenheit ihrer Symptomatik und Verläufe. Erst allmählich beginnt die Forschung die Schutzmechanismen zu verstehen, die zwischen Erreger und infizierten Affen eine Koexistenz entstehen lassen konnten und die sich unabhängig von den fortschreitenden medizinischen Behandlungsmöglichkeiten bei einer heutigen Infektion vielleicht in Zukunft auf den Menschen ausdehnen lässt. Dieser kleine Exkurs zum HI-Virus verdeutlicht, dass die Ängste der Menschen vor unbekannten Krankheiten, insbesondere wenn sie durch unsichtbare Viren ausgelöst werden, in dem Moment kontrollierbar werden, wenn Eindämmungsstrategien und Behandlungsmethoden erfolgreich wirken und damit verdeutlichen, dass wir alles im Griff haben. Die Krone auf unserem hocherhobenen stolzen Haupt sitzt wieder, alles gut und weiter so wie bisher. Jetzt aber mit mehr Geschwindigkeit, denn wir beherrschen ja das Chaos!

Bei Corona sind wir noch lange nicht so weit, und es ist fraglich, ob und inwiefern uns dies überhaupt gelingen kann.

Denn seine Verbreitung über die Erde ist bedingt durch unsere globalisierte Welt in unvorstellbarer Geschwindigkeit binnen weniger Wochen erfolgt. Erst ganz zart und noch kaum manifest gerät etwas ins Bewusstsein, das uns zunächst alles verschleiert und damit schleierhaft erscheinen lässt. Daher sind wir zutiefst verunsichert, weil wir Corona nicht einfach aus unserem Leben ausgrenzen können und die Decke im heimischen Schlafzimmer wie bei einem alten Gruselschocker über den Kopf ziehen können. Das hier geht weiter, wenn der Film längst aus ist. Folglich spüren wir Kontrollverlust, weil es nicht mehr wir sind, die darüber frei entscheiden, wie wir unserem Nächsten begegnen, insbesondere wenn wir einer Infektionsgefahr aus dem Weg gehen wollen. Aus diesem Kontrollverlust entsteht Nervosität, vor allem innere Ruhelosigkeit, Angst vor Ansteckung, den Folgen einer Erkrankung und schlimmstenfalls Tod.

Die Mechanismen der Bewältigung sind vielfältiger Natur. Das Gefühl des Verlustes gewohnter Ordnung, fremde Einflüsse, denen wir kein Vertrauen schenken, äußere Mächte, die sich offenbar dieses Virus bemächtigt haben, ja es kreiert haben, um die alten Menschen zu töten und damit etwas gegen die Überbevölkerung, gegen Hunger und die ungerechte Verteilung der Ressourcen auf der Erde zu tun. All dies paart sich bereitwillig mit äußeren Lebens- und Wirtschaftsbedingungen ‒ die Pharmaindustrie, das russische Militär, die Chinesen, die die Weltherrschaft an sich reißen wollen ‒ aus dieser Gemengelage entstehen so manche kruden Theorien und Erzählungen. Eines aber entsteht gewiss nicht: Einsicht und Durchblick auf das, was hier geschieht, um was es eigentlich geht und wie wir mit einer solchen Situation zurechtkommen können.

Nochmals sei auf die Parallele zum HI-Virus verwiesen, nicht zuletzt im Hinblick auf jene Erkenntnisse, die verdeutlichen, dass der Anfang der Pandemie nicht in Wuhan gelegen sein kann.

Vielmehr gibt es Nachweise auf Sars CoV 2 Infektionen in verstorbenen Lungenkrebspatienten in Spanien bereits im Frühjahr 2019 und Nachweise von Sars CoV 2 im Abwasser in Bergamo im Herbst 2019 ‒

beides lange bevor es zu dem wütenden Ausbruch der Erkrankung im Februar 2020 kam. Das wirft ein völlig anderes Licht auf die verständliche und empörte Reaktion Chinas, das nach globalem Ausbruch schnell als Verursacher einer weltweiten Pandemie durch Freisetzen eines Virus gebrandmarkt wurde. Und auch mit dem Motiv war man schnell bei der Hand ‒ dieses Virus wurde von den übervölkerten Chinesen angeblich deshalb freigesetzt, um zur Bewältigung der Überbevölkerung der Erde vor allem ältere Menschen zu befallen und so die Bevölkerung auf der Erde zu reduzieren und damit deren Ernährung sicherzustellen. Weitere zynische Bilder kann sich jeder ausmalen, zumal derartige Narrative weit verbreitet sind. Dass hier einseitig weltpolitische Interessen in unserer globalisierten Welt die Wissens- und Bewusstseinsbildung der intelligenten Menschheit mehr als beeindrucken, ist weniger erstaunlich ‒ auf Grund der ethischen Dimension aber zunehmend besorgniserregend. Und der Verlauf des Infektionsgeschehens hat uns bekanntlich inzwischen eines Besseren belehrt.

Als Studierende auf dem Pfad des Rosenkreuzes bemühen wir uns darum, wandelnde Fragezeichen sein ‒ im Bewusstsein unseres Unwissens und unserer begrenzten Kenntnisse. Um die Hintergründe von Corona etwas besser verstehen zu können, wollen wir daher zunächst das Virus, seine Qualität, also Beschaffenheit und damit seine Herkunft in geistiger Hinsicht anschaulich machen. Als erstes fällt auf, dass es sich beim Corona-Virus wie bei allen Viren im Grunde nicht um Leben bzw. ein Lebewesen im streng naturwissenschaftlich definierten Sinn handelt. Natürlich ist dies umstritten und davon abhängig, an welcher Stelle wir Leben beginnen lassen wollen. Aber klar ist schon, dass es sich nicht um solches Leben handelt, von dem wir üblicherweise sprechen, wenn wir Leben meinen. Es gibt keine Reproduktionsfähigkeit aus sich heraus, das Corona-Virus benötigt einen menschlichen Wirt zum Überleben und zur weiteren Verbreitung. Allerdings besitzt das Virus genetische Information, mittels derer menschliche Zellen okkupiert und deren normale Funktionsweise für Zwecke des Virus verändert werden, mit den uns zumindest zum Teil bekannten Folgen.

Das Leben, so wie wir es verstehen, ist ein göttliches Geschenk, ein Schauspiel mit Anfang, Hauptteil und Schluss oder Geburt, Lebensspanne und Tod.

Das alles nennen wir zeitliches Dasein. Zu dieser Kategorie der Existenz jedenfalls zählt das Corona-Virus nicht. Es ist sicher irgendwann entstanden, und wenn wir es nicht an seiner Verbreitung hindern, dann wird es unser Begleiter sein bis zum Ende der Menschheit. Dann nämlich wird auch seine Existenz enden, wenn es bis dahin keine andere Existenzgrundlage gefunden hat. Daraus können wir streng logisch schließen, dass es zu unserem „Leben“ dazugehört, auch wenn es selbst kein Lebewesen ist. Und auch wenn es im Grunde keine zeitliche Existenz im Sinne oben genannter Vorstellung aufweist, so ist es aber auch kein ausschließlich geistiges Prinzip, das ohne Bindung an die Zeit gewissermaßen „zeitlos“ zu nennen und nur durch sein lebendiges Walten wirksam wäre. Eher schon ist das Virus gezeitigtes Wirken von einem rein geistigen Prinzip. Sein Walten besteht in der Existenzsicherung und Verbreitung durch uns Menschen.

Um dieses Virus also wirklich begreifen und charakterisieren zu können, müssen wir vor allem auf seine uns derzeit bekannten Wirkungen schauen. Diese sind in Bezug auf unser menschliches Leben von einschneidender Bedeutung, weil sie die bisher bestehenden Grundlagen unseres Zusammenlebens verändern. Folglich tritt zu der spezifischen Beschaffenheit, d.h. der Qualität des Virus, seine spezifische soziale Wirksamkeit hinzu, die unser soziales Universum unmittelbar betrifft. Diese ist vor allem in der Notwendigkeit zu sehen, auf größere menschliche Nähe und Gemeinschaft zu verzichten, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Auch besteht das Erfordernis, das menschliche Immunsystem durch Veränderung zu stärken. Kurzum ist also die wahre Botschaft des Corona-Virus, dass wir es sind, die sich ändern müssen, um seine Wirksamkeit einzuschränken oder gar aufzuheben und es damit zu überwinden.

Diese Form einer neuartigen Resilienz wird wahrscheinlich keine Schutzimpfung langfristig leisten können, auch wenn eine solche uns vorübergehend Erleichterung zu verschaffen vermag.

Auch wenn mögliche positive Einflüsse von Viren im Sinne der Evolution als erwähnte Promotoren für Veränderung kaum untersucht sind, so erscheint doch zumindest eine Tatsache erwähnenswert, über die seit etwa 100 Jahren Klarheit zu bestehen scheint: Wir tragen ständig verschiedene Viren in uns, die allerdings nur dann zu einer Infektion mit Krankheitsverlauf führen, wenn die physische, psychische und geistige Verfassung dies begünstigt. Somit sind es nicht in erster Linie die Viren, auf die wir schauen müssen, sondern wir selbst sind es, um die es hier geht.

Die Tatsache, dass dieses an der Schwelle des Lebens stehende Virus uns Menschen eine zeitlose Botschaft der Veränderung zuruft, bedeutet zugleich die Notwendigkeit, diese Botschaft zu hören, zu erforschen, zu verstehen und danach zu handeln. Denn das ist das Gesetz der Evolution, welches zur Anwendung kommt, wenn der Geist am tiefsten Punkt seiner materiellen Ausdrucksmöglichkeiten (der Involution) angelangt ist. Wenn wir sowohl unsere Bedeutung als Geschöpf wie auch als Mitschöpfer der göttlichen Ordnung, die ja als kosmische Harmonie in der Welt von Zeit und Raum, also der Welt der Entwicklung ihren unbegrenzten Ausdruck findet, verstehen wollen, um sie in Übereinstimmung mit den göttlichen Gesetzen der Schöpfung im Leben zu verherrlichen, dann bedarf es offenbar eines fundamentalen Wandels.

Ein Wandel des Bewusstseins offenbar zuerst und dann einer, der daraus folgend, das Leben selbst wandelt, so dass wir uns als die eine Menschheit ebenso wandeln.

Es geht also um einen Wandel des Bewusstseins, der das Leben selbst wandelt und damit uns als die eine Menschheit. Die bei vielen Menschen noch erkennbare Vorstellung eines „Zurück“ zu alten Mustern stößt bereits latent auf eine zunehmende innere Gewissheit, dass die in der Bewältigung dieser Pandemie sich verfestigende und damit nachhaltige Änderung unseres Verhaltens bewusstseinsbildend für den überwiegenden Teil der Menschheit sein wird. Insofern tritt neben die eine spätere Erzählung als Wendepunkt markierende historische Tatsache der Pandemie vor allem unser kollektives Erinnern.

Dieses Geschehen vollzieht sich jedoch nicht linear, sondern in einer sich gegenseitig bedingenden Differenzierung, die eine neue Anpassung ermöglicht. Indem wir unsere Lebensgewohnheiten verändern, unser Denken und Verhalten anpassen, unsere Lebenshaltung korrigieren und unsere Sichtweise zu einer neuen Perspektive wandeln, verändern wir unser Bewusstsein. Äußerlich sichtbar mag dies durch eine Transformation gekennzeichnet sein, die am ehesten als eine Art Einsicht in das Neue gekennzeichnet werden kann. Nur aus jener Einsicht heraus werden wir bereit sein, entsprechend dem als Not-wendig erkannten zu handeln und unser gesamtes Leben zu wandeln. Genau darin scheint die Botschaft der aktuellen Krise zu liegen, die uns das Corona-Virus zuruft ‒ in dem Erfordernis zur Neuausrichtung unseres gesamten Lebens.

Bislang haben wir die Zeichen nicht nur rein äußerlich gelegener Veränderungserfordernisse mit geradezu winkeladvokatischen Begründungen bis hin zu schlichter Ignoranz wegargumentiert oder gar bereitwillig übersehen.

Wir haben einfach weitergemacht wie bisher, auch wenn die Wirkgesetze der das menschliche Leben doch so tiefgreifend beeinflussenden Viren hinreichend verstanden wurden oder zumindest die Möglichkeit hierzu bestand. Wir haben uns dadurch von dem einen Leben, bei dem alle auf der Erde beheimateten Lebensformen und Grundlagen des Lebens ineinander greifen und eine Harmonie bilden, distanziert. Diese Distanz ließ uns die ursprüngliche Einheit verlieren, derer wir seit jeher dringend bedürfen, um uns mit der Erde und unter Achtung ihrer natürlichen Grundlagen in tiefgründigster Verbundenheit mit allem Leben auf diesem Planeten auf eine höhere zukunftsfähigere, integrative Stufe des Bewusstseins entwickeln zu können. Die im Rahmen der Begegnung mit der gegenwärtigen Pandemie in den Vordergrund getretene Distanzierung erscheint geradezu symptomatisch und entspricht einer Entfremdung und einem Distanzhalten zu uns selbst, zu unserem tiefsten Wesen. Je mehr wir uns durch unsere Art zu leben im Äußeren verloren haben, umso mehr wurden wir uns fremd und damit zu Fremden in dieser Welt.

Wir alle stehen vor der Herausforderung, unsere Gewohnheiten und unsere gesamte Art zu leben zu hinterfragen.

Ein Weiter so kann es nicht geben. Auch kein Zurück zu alten Mustern. Wir brauchen neue Formen, denn der Inhalt – von geistiger Natur und Beschaffenheit – kann mit den alten Formen nicht mehr zeitgemäß gefasst werden. Das geht über ein bloß intellektuelles Verständnis natürlich weit hinaus. Vor allem in seinen Konsequenzen. Wir werden schnell lernen müssen, unsere Lebensgrundlagen auf der Erde zu hüten wie einen wertvollen Schatz. Wir dürfen uns nicht länger ausbeuterisch, hemmungs- und rücksichtslos über die Schöpfung stellen, ohne die Folgen tragen zu müssen. Weiterleben bedeutet künftig ein „Anders“. Im Hinblick auf unsere physische Existenz auf diesem Planeten ebenso, wie hinsichtlich unserer geistigen Grundlage, die ja die Voraussetzung für unsere gegenwärtige materielle Existenz ist. Über Jahrhunderte hinweg täuschten insbesondere wir Menschen westlicher Industriegesellschaften uns selbst über die geistigen Grundlagen unserer äußeren Existenz, obwohl wir es längst besser wissen und können.

Die Umwelt, genau genommen unsere gesamte Mitwelt, lässt uns teilhaben an einem Bedingungsgefüge, das wir als unser gemeinsames Schicksal erkennen sollten. Ein Schicksal, an dem wir unaufhörlich weben ‒ meist ohne das Zerrbild einer missverstandenen Schöpfung länger als ein paar Minuten am Tag ernsthaft anzuschauen. Manchmal erahnen wir unser fürchterliches Missverständnis, nämlich dann, wenn wir uns über die verhaltensgestörten Tiere wundern, im Fernsehen die Naturkatastrophen auch in Deutschland, aber vor allem anderswo auf der Welt anschauen und froh darüber sind, dass das ja weit weg von uns geschieht und uns daher nichts angeht.

Aus unserem Ahnen ist längst Gewissheit geworden, sofern wir diese nicht weiter verdrängen.

Eine neue Haltung ist erforderlich, erneuerte Menschen, es braucht uns, wir alle sind gefragt, die Botschaft richtet sich nicht in erster Linie an unsere Nachbarn, an den Anderen, sie richtet sich an uns selbst. Bei uns müssen wir beginnen. Bei dem, was wir denken, was wir tun, was wir wirklich wollen und wie wir sind. Die Globalisierung geschieht nicht neben uns oder außerhalb unseres Einflusses; wir selbst sind es, die sie in die Wirklichkeit unseres gesellschaftlichen Lebens auf diesem Planeten hineingestellt haben. Weltweit und auf allen Gebieten wurde unsere Art zu leben zum Wirkprinzip und Maßstab ‒ und dies zum frommen Nutzen der Menschen, so dachten wir. Sei es im Hinblick auf Essen, Trinken, Kleidung, Mobilität, Klima, den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen… Mittlerweile ist es offensichtlich, dass wir einer Illusion erlegen sind.

Das höhere Leben beginnt da, wo wir hinschauen auf unsere geistigen Grundlagen, unsere wahre Heimat, auf unsere innere Sehnsucht und dort, wo wir uns finden, wir uns selbst ebenso, wie wir in Gemeinschaft… Und wo wir uns nicht finden, wo es dunkel bleibt, selbst am Tage, da ist Angst, Unkenntnis, Missverstehen und Misstrauen, Isolation, Ab- und Ausgrenzung, Einsamkeit, Leid, Verzweiflung, Wut, Terror und Zerstörung, das Ende unserer Welt und des Lebens ‒ und am Ende all des Göttlichen.

Denken wir also zunächst darüber nach, was es ist, was uns Angst macht, und bringen wir Licht in dieses Dunkel, jeder für sich, beseitigen wir unsere Trübnis.

Fühlen wir uns, verstehen wir uns besser, seien wir bei uns und in Harmonie mit unserem inneren Wesen. Denn von dort her strahlt das Licht uns zuerst und leuchtet in die Welt. Harmonisieren wir uns und unser Leben ‒ bringen wir uns in Ordnung. Beseitigen wir äußerlich und innerlich die Unordnung und machen wir Platz für frische Luft im Geist und im Herzen: beenden wir den Mief der Vergiftung, weil wir uns eingemottet haben und ausgeliefert. Erst dadurch fühlen wir uns dann auch so, als Opfer. Wir sind aber keine Opfer, wir sind die Täter… Wir opfern unsere Krone, weil wir diese Fehlhaltungen zulassen. Dadurch verlieren wir unsere Herrschaft in allen Reichen, in der Natur, im Menschlichen und im Spirituellen. Heiligen wir uns und unser Leben, und unsere Welt wird geheiligt sein.

Dieses Heil ist es, was uns „gänzlicht“, uns heilt, unsere Immunität gegen Lebensfeindlichkeit stärkt… und uns resilient macht für ein neues verantwortungsbewusstes Leben auf diesem Planeten in dieser Welt. Lassen wir dies zu, das Walten des Göttlichen und seinen ewiglichen Ruf an uns Menschen. Nur indem wir mehr und mehr Licht in das Dunkel unserer überheblichen Unwissenheit bringen, haben wir eine Chance. Lasst ihn uns vernehmen, diesen Ruf in unseren Herzen ‒ und ihm antworten, auf dass wir in Gemeinschaft mit dem Gott unseres Herzens leben und handeln, aus Verantwortung für sein Walten in dieser unserer Welt.

Bitten wir darum in der Stille unseres innersten Heiligtums um Einsicht, Frieden für uns selbst, alle Menschen und unsere Welt, bitten wir um positive Kraft und Zuversicht für die künftige Weiterentwicklung unserer Lebensgrundlagen. Und vor allem, betrachten wir diese Welt stets als aufbauend, erfüllend und voller Licht. Spüren wir uns in dieser Welt als verantwortungsbewusste Menschen auf dem Weg der Erleuchtung und gehen wir mit diesem Bewusstsein in unseren Alltag. Seien wir positiv und bemühen wir uns um jeden Ausdruck der Schönheit in dieser Schöpfung. Verlebendigen wir sie mit jedem Atemzug.

Es geschehe also!

17.02.2022
Bild und Text (c) AMORC
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2 Kommentare

  1. Dem Appell kann ich zustimmen. Der Grundlage (Existenz von Viren) jedoch nicht. Es ist noch kein C-Virus isoliert worden und dass HIV von infizierten Affen übertragen werden soll, dafür würde ich gerne die Quellenangabe sehen. Sowohl für die Virentheorie bzgl. C und HIV gibt es zahlreiche Gegenbelege. Daher basiert dieser Artikel auf einer These. Dem Fazit ist jedoch nichts hinzuzufügen.

    • Das ist aber schön, dass dem Fazit nichts hinzuzufügen zu sein scheint. Stimmt schon, dass wissenschaftliche Aussagen stets nur als Modelle zu verstehen sind, die keinesfalls mir der Wirklichkeit verwechselt werden sollten. Und dennoch helfen uns diese Modelle, das Geschehen einigermaßen zu verstehen, wenn auch unvollständig… Aber was wäre die Alternative, ohne den Entscheidungsträgern böse Absichten zu unterstellen…

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