George Balan – Das Kosmische in der Musik spüren

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kosmos-galaxy“Das Kosmische in der Musik spüren“

George Balan

Im März 1785 komponierte der 29-jährige Wolfgang Amadeus Mozart in Wien „Das Lied zur Gesellenreise“ KV 468: „Die ihr einem neuen Grade der Erkenntnis nun euch naht, wandert fest auf eurem Pfade, wisst, es ist der Weisheit Pfad. Nur der unverdrossne Mann mag dem Quell des Lichtes sich nahn.“

Der inzwischen 92-jährige und immer noch aktive George Balan, Gründer der Internationalen Musicosophia-Schule  –  Schule für bewusstes Musikhörenin St. Peter/Schwarzwald vermittelt dem aufmerksamen Hörer einen meister-haften Zugang zur Quelle überzeitlicher Klangwelten.

„Das eigentliche Geheimnis der Musik, das wie eine Sphinx vor dem kühn forschenden Denker steht, wird sich wahrscheinlich nur von demjenigen enträtseln lassen, der über Wort und Begriff hinausschreitet. Andere Kräfte unserer inneren Lebendigkeit müssen auftreten, die dem all-täglichen Bewusstsein zumeist unbekannt bleiben und durch die man sich mit einer noch tieferen Schicht seines eigenen Wesens in Verbindung setzen kann. Höchst hilfreich ist für den meditativen Hörer, der auf diese Schwelle zugeht, sich im Erkennen der musikalischen Architektur zu üben und einen Sinn für das rein Musikalische zu entwickeln. Wir gehen vom Werdenden zum Bleibenden, indem wir uns immer tiefer in jene einzigartige Logik der Töne hineinleben, die uns an eine fließende Architektur denken lässt. Die Musik lässt uns in einen Bereich hineinschauen, der in keiner bildhaften Vorstellung mehr zu fassen ist, der mit den Gefühlen nichts mehr zu tun hat und für den selbst die erhabenste und die umfassendste weltanschauliche Bezeichnung ein allzu enges Kleid wäre. Wer das Unaussprechliche im rein Musikalischen bewusst erlebt, der befindet sich auf einer übersinnlichen Ebene, auf der es ihm möglich wird, höchstes Schöpfertum zu schauen…“

George Balan wurde am 11. März 1929 in Turnu-Magurele /Rumänien geboren.

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George Balan – Foto 91

Nachdem er seine Studien an der Universität Bukarest abgeschlossen hatte, erhielt er eine Anstellung als Dozent am Bukarester Konservatorium. Als ordentlicher Professor für Musikästhetik unterrichtete er dort bis zum Jahr 1977. Ab 1949 war George Balan Redakteur bei der sehr renommierten Musikzeitschrift „Contemporanul“. In den sechziger Jahren wurde unter seiner Leitung und Moderation eine Serie über die großen Komponisten und über wichtige musikalische Themen im Rundfunk und Fernsehen ausgestrahlt. In seinen Sendungen betonte er immer wieder die Bedeutung des bewussten Hörens, ohne das die Arbeit der Komponisten und Interpreten nicht wirklich gewürdigt werden könne. An der Lomonosov  Universität in Moskau wurde er mit einer Doktorarbeit „Über den philosophischen Gehalt der Musik“ promoviert. 1970 beendete er sein Studium der orthodoxen Theologie mit der Dissertation über „Die Theologie der Liebe“.

Balans Wirken in Rumänien und im Ausland war von der unermüdlichen Suche und Forschung in den Bereichen der Musik und Philosophie geprägt. Die Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse, die er in Rumänien in zahlreichen Büchern und Schriften darlegte, setzte er in Deutschland mit unverminderter Schaffenskraft fort. Viele seiner Bücher wurden in der Zwischenzeit in sechs Sprachen übersetzt. Neben seiner literarischen Tätigkeit erreichte er ein großes Publikum durch seine öffentlichen Vorträge in den großen Konzertsälen Rumäniens. Seine freie Denkweise und seine mutigen Äußerungen wurden dem damaligen totalitären Ceausescu-Regime jedoch bald verdächtig.

1977 verließ George Balan, der mit Yehudi Menuhin befreundet war, aus politischen Gründen seine rumänische Heimat und ließ sich in Bayern nieder. 1979 erhielt er an der Universität München einen Lehrauftrag über das Thema „Die Philosophie der Musik“.

Im selben Jahr entwickelte er die Musicosophia-Methode und gründetet in Südbayern die erste Musicosophia-Schule,

der er den Namen Brucknerianum“ (benannt nach dem Komponisten Anton Bruckner) gab. Im Jahr 1985 verlegte er das Institut nach St. Peter im Schwarzwald. Im selben Jahr erhielt George Balan die deutsche Staatsbürgerschaft. Bis heute arbeiten George Balan und seine Mitarbeiter daran, die Musik der Großen Meister mit Hilfe der Musicosophia-Methode vielen Menschen zugänglich zu machen.

„Man beginnt das Kosmische in der Musik zu spüren, wenn die Töne, Melodien und Harmonien einen Eindruck hinterlassen, bei dem ihre irdisch-menschliche Bedeutung zugunsten einer Sternenbotschaft verblasst. Was vorher als Auseinandersetzung zwischen seelischem Licht und seelischem Dunkel erlebt wurde, lässt sich jetzt geistig-kosmisch erleben. Ein sonnenhaftes Wesen, das von dem kaum wahrnehmbaren Licht der Morgenröte bis zum blendenden Glanz eines Sommertages wächst und ein mondhaftes, dessen abnehmendes Licht allmählich der bedrohlichsten Finsternis Raum schaffen kann – dies sind die beiden Pole, zwischen denen sich das kosmische Drama der Musik abspielt. Der geschulte Hörer entwickelt die Fähigkeit, in der musikalischen Ordnung die Spiegelung der Weltenharmonie zu erkennen. Die Stimmen einer großen polyphonen Konstruktion lassen an die majestätischen Planetenbewegungen denken, die man als eine Polyphonie des Himmels – Vorbild des kontrapunktischen Denkens – betrachten kann. Was man beim Erleben einer solchen musikalischen Ordnung, die vor allem in den Werken der alten Meister zu finden ist, erinnert an das beruhigende und erhebende Gefühl, das beim Anblick des Sternenhimmels im Menschen erweckt wird. Diese vertonte kosmische Ordnung wird dem Hörer zum Maßstab der wahren musikalischen Schönheit, und ihre Verzerrung durch aggressive Dissonanzen empfindet er als Verletzung der kosmischen Gesetze…“

 George Balan ist ein Musik-Wissender, der das Allerheiligste der Tonkunst auf meisterhafte Weise zum Leuchten bringt.

  Unvergänglichkeit  KARDIOMAGIE Roland-Ropers-Grafik-watchful-wisdom-walking15.07.2021
Roland R. Ropers
Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher, Buchautor und Publizist

www.KARDIOSOPHIE-NETWORK.org


Roland-Ropers-Portrait-2021Über Roland R. Ropers

Roland R. Ropers geb. 1945, Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher,
Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit.
Es ist ein uraltes Geheimnis, dass die stille Einkehr in der Natur zum tiefgreifenden Heil-Sein führt.
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