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Schamanische Ökologie – Heilung für einen Fluss

wilder-fluss-river-landscapeSchamanische Ökologie- Heilung für einen Fluss 

Schamanismus, unser gemeinsames spirituelles Erbe, ist heute aktueller denn je, weil er gebraucht wird.
Aus schamanischer Sicht erkennen wir, dass alles mit allem verbunden ist, weil alles beseelt ist: Menschen, Tiere, Pflanzen, Steine, Elemente. Machen wir uns diese Verbundenheit bewusst, können wir tiefgreifende Heilprozesse erfahren – für uns und die Erde.

Im Medizinrad sind Harmonie und Verbundenheit allen Lebens symbolisiert und lebendig.

Die Isar, wie bekannt, fließt durch München. Sie entspringt im Gebirge und nimmt ihren Weg als kräftiger, kalter Strom bis in die Donau. In den Isarauen lebt noch die Erinnerung an Ursprung und Wildnis.

Ich liebe den Fluss und erkrankte, weil er verseucht war, vor allem durch die Abwassereinleitungen südlich Münchens. Weil alte Gewohnheiten halt schwer sterben, bin ich trotzdem in ihr geschwommen. Die Krankheitssymptome, deren Ursache zunächst unklar blieb, ließen zeitweilig sogar Krebsverdacht aufkommen, bis sich herausstellte, dass ich mir lediglich Bakterien im Wasser eingefangen hatte. Jedenfalls war die Erfahrung tiefgreifend, und aus dieser persönlichen Betroffenheit entstand in mir der Wunsch, etwas für den Fluss zu tun, um reinigende, natürliche Kräfte durch zeremonielle Heilenergie zu unterstützen. So kam es zu dem Entschluss, am Isarufer ein Medizinrad, einen heiligen Steinkreis nach der Vision des Chippewa-Medizinmannes Sun Bear zu legen, um einzuladen, was eine tiefgreifende Heilung unterstützen konnte.

Rad des Lebens 

Auf halbem Weg zwischen Bergen und Großstadt fand ich den geeigneten Platz und lud an Frühlingsanfang 2001 zur Zeremonie ein. Der die ganze Woche über strömende Regen machte an diesem Nachmittag eine Pause, nur um danach mit alter Heftigkeit wieder einzusetzen. Wir legten das Medizinrad in einer einfachen, aber von den Teilnehmern als kraftvoll empfundenen Zeremonie und sangen und spielten die Energie des Flusses auf mitgebrachten Instrumenten.

Spirituelle Politik? 

Ich gebe zu, dass ich von da an wartete, ohne etwas Bestimmtes zu erwarten. Aber schließlich fließt die Isar am bayerischen Landtag vorbei und wer weiß… Den Biber, der sich um diese Zeit mitten in der Stadt am Fluß ansiedelte, nahm ich jedenfalls als gutes Omen. Und dann bekam ich’s schriftlich:
Am 2. Mai 2001 beschlossen der bayerische Umweltminister und die Bürgermeister der Isaroberlaufstädte die Nachrüstung ihrer Kläranlagen mit sog. “Ökofiltern”, um – Pressezitat – “die Isar bis 2005 wieder zu einem sauberen, quellfrischen Gebirgsfluss zu machen.”

Dieser Beschluss kam genau 40 Tage nach der Zeremonie zustande und sollte in 4 Jahren ausgeführt sein. Die 4 ist in der nordamerikanisch-indianischen Tradition die Heilige Zahl:
Die 4 Richtungen, 4 Elemente, 4 Jahreszeiten, 4 Menschenalter u.v.a. bilden den Rahmen des Lebens und der Welt und sind im Medizinrad symbolisiert.

Gute Medizin 

Die 4 Jahre sind um, der Beschluss wurde umgesetzt und man kann auch wieder unbesorgt baden. In der Woche zwischen Frühlingsanfang und Ostern 2005 jährte sich die Medizinradzeremonie zum 4. Mal. In dieser Woche riss die Isar mit ihrem Frühjahrshochwasser das gesamte Uferstück mit dem Medizinrad mit sich…

Wir werden erinnert, dass Handlungen aus dem Herzen am tiefsten gehen, wenn wir unsere eigenen Vorstellungen zurücknehmen und den Veränderungen Raum geben, die wirklich gebraucht werden.

In diesem Verständnis wird schamanisch-ökologisches Handeln folgendes berücksichtigen:

  • Unser Herz muss berührt sein. Wir können kaum Gutes bewirken, wenn wir aus einem überwiegend intellektuellen Verständnis handeln, das die Dinge nach den eigenen Wünschen richten will.
  • Wir müssen in Verbindung zu den Kräften treten und fragen, was gebraucht wird. Es könnte etwas ganz anderes sein als wir uns– auch besten Gewissens – vorstellen.
  • Wir müssen offen sein für das, was kommen will, auch wenn wir nicht wissen, was es ist. Das heißt, wir schaffen einen zeremoniellen Rahmen, um dann mit unserer Persönlichkeit zurückzutreten und höhere Kräfte wirken zu lassen.
  • Es geht nicht darum, etwas zu bekämpfen, sondern die positiven Tendenzen zu unterstützen, die allen Prozessen innewohnen, ob wir sie wahrnehmen oder nicht.

Der schamanische Weg, so alt wie die Menschheit, wird heute wieder gebraucht angesichts unserer Entfremdung von innerer und äußerer Natur, um zu helfen, Gleichgewicht und Harmonie zurück zu bringen. Alles ist mit allem verbunden, weil alles Seele hat. Wenn wir in das Bewusstsein dieser tiefen Verbindung zurückfinden, heilen wir uns und die Erde.

Wolf Ondruschka lebt und arbeitet als schamanisch praktizierender Heiler, Autor und Seminarleiter in München. Dabei besteht seine Hauptaufgabe darin, Menschen zu helfen, wieder mit sich und der Erde in seelische Verbindung zu kommen.

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16.05.2018
Wolf Ondruschka
www.medizinradgeber.de 

Quelle Verlag Neue Erde: “Geh den Weg des Schamanen”

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