Wahrsagerei mit Kartenlegung

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kartenlegen-tarotWahrsagen mit Karten

Die sogenannte Kartomantie, das heißt, die Vorhersage zukünftiger Ereignisse mithilfe von Karten, gab es bereits im alten China. In Europa, insbesondere in Frankreich, kam das Wahrsagen mit Karten erst im 18. Jahrhundert richtig in Mode. Im Laufe der Jahre manchmal sogar verboten, gewann das Kartenlegen gegen Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts durch die New-Age-Bewegung und zunehmenden esoterischen Praktiken erneut große Popularität. Heutzutage geht es beim Kartenlegen aber weniger um Zukunftsvorhersagen, sondern vielmehr um Lebenshilfe.

Die Tätigkeit der Kartenleger wird überwiegend als Hilfestellung für die Lösung von Alltagsproblemen verstanden.

Die Menschen gehen zum Kartenlegen, weil sie sich davon Rat und Hilfe erhoffen und um Antworten auf die verschiedensten Lebensfragen zu erhalten. Eine solche unterstützende Beratung zu allgemeinen Lebensthemen ist in Deutschland eine legale Dienstleistung, für die auch ein Honorar verlangt werden darf. Wird vom Kartenleger hingegen ein, laut Juristendeutsch, objektiv unmöglicher Erfolg versprochen, zum Beispiel die Vorhersage künftiger Ereignisse oder besonders beliebt, die Partnerzusammenführung durch Karten, bestehen erhebliche rechtliche Bedenken. Tritt der versprochene Erfolg nicht ein, kann diese Art der Kartenlegung rechtlich leicht als Betrug ausgelegt werden. 

Welche Kartenlegesysteme gibt es?

Es gibt zahlreiche verschiedene Wahrsagekarten. Im Laufe der Zeit haben sich jedoch Tarotkarten und Lenormandkarten als allgemein gebräuchlich etabliert. Tarot besteht aus 78 Spielkarten. Die Anzahl der benutzten Karten ist abhängig vom jeweiligen Kartenlegesystem. Das Lenormandkartenlegesystem kennt 54 Karten. Heute werden üblicherweise nur noch 36 Karten verwendet. Andere Wahrsagekarten, wie zum Beispiel die Zigeunerkarten, I-Ging-Karten, Runenkarten oder Kipperkarten sind eher von untergeordneter Bedeutung. 

Welches Kartenlegesystem ist das Beste?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Das Tarot kennt mehrere unterschiedliche Legesysteme. Zwei der bekanntesten sind: 

  • Das Liebesorakel: wird bei Beziehungs- und Partnerschaftsfragen zurate gezogen.
  • Das Kreuz: wird allgemein zur Lösung von Problemen zurate gezogen.

Bei beiden Kartenlegesystemen werden jeweils vier Karten gezogen und gedeutet. 

Liebesorakel: Die erste Karte beschreibt die Ausgangssituation. Die zweite Karte beschreibt den emotionalen Zustand und die Beweggründe des Fragestellers. In der dritten Karte erhält der Fragesteller Hinweise auf sein momentanes Verhältnis zum Partner oder zur Partnerin. In der vierten Karte schließlich, erhält der Fragesteller die Antwort auf seine Frage: den Rat des Tarot

Kreuz: Die erste Karte beschreibt die Ausgangslage. Die zweite Karte verdeutlicht dem Fragesteller was er nicht tun sollte um das Problem zu lösen. Die dritte Karte zeigt was er tun kann. Die vierte Karte schließlich zeigt die Lösung des Problems und den Weg dorthin. 

Entscheidend bei jedem Kartenlegesystem ist die Verwendung der richtigen Legetechnik und die gesamtbezogene Deutung aller Karten. Die Grunddeutungen der Karten sind vorgegeben. Ein Beispiel: Die erste Tarotkarte, der Narr, steht für Neubeginn/Anfang. Die Karte kann sowohl als Ermutigung aber auch als Warnung gedeutet werden. Um eine sinnvolle Antwort zu erhalten, müssen daher immer alle Karten mit einbezogen werden. 

Die unter dem Namen Lenormand bekannten Karten kennen ebenfalls mehrere Legesysteme. Die beliebtesten sind: 

  • Die Tageskarte: zeigt die Tagestendenz an
  • Die 9er-Legung: gibt Antwort auf bestimmte Fragen
  • Das Kreuz: beschreibt die gesamte Lebenssituation

Die Grunddeutungen der Lenormandkarten sind vorgegeben. So steht die erste Karte, der Reiter, für Neuanfang, die zweite Karte, der Klee, für Glück, die dritte Karte, das Schiff, für Reise und so weiter. 

Fazit: Die Karten können weder Fragen nach konkreten Namen, Zahlen oder Daten noch Ja-oder-Nein-Fragen beantworten. Kartenlegen kann aber in einigen Lebenssituationen wirklich helfen. Bei der Deutung der Karten werden jedoch die meisten Fehler gemacht. Jeder Kartenleger sollte immer die Grundbedingung jedes Kartenlegesystems berücksichtigen: vorausgesetzt man verwendet das richtige Legesystem werden die Bedeutungen der einzelnen Karten immer durch die umliegenden Karten beeinflusst oder sogar negiert. Eine richtige Antwort erhält man also nur durch die Einbeziehung und Deutung aller ausgelegten Karten.

23.02.2019
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