spirituelle Geschichten

Sternenstaub und Sauerkraut

bogen-nacht-sterne-sternenstaub-spirituelle-geschichte-delicate-archSternenstaub und Sauerkraut, Eine spirituelle Geschichte.

Ein Stern wurde geboren. Ganz unvermittelt tauchte er am samtschwarzen Himmel auf und erhellte mit seinem Licht die Nacht. Es war ein neugieriger Stern und so schickte er ein bisschen Sternenstaub hinab zur Erde, um zu beobachten, was sich da so alles tat.

Hier gab es viele seltsame Wesen, Tiere zum Beispiel.

Manche von ihnen hatten keine, manche zwei, vier oder mehr Beine. Einige lebten im Wasser, andere auf dem Wasser, wieder andere tranken nur vom Wasser. „Wie aufregend“, dachte der kleine Sternenstaub. Dann gab es da natürlich noch die Bäume und die Pflanzen, die Seen und die Flüsse, Wüsten und fruchtbares Ackerland. Es wollte gar kein Ende nehmen mit all den Besonderheiten auf diesem Planeten.
 
Am ungewöhnlichsten erschienen ihm aber die Geschöpfe, die sich Menschen nannten. Sie waren so zahlreich, wie der Sand am Meer und auch sie sahen alle unterschiedlich aus.
 
Das reizte natürlich den kleinen Sternenstaub und er beschloss, sich in den Träumen der Menschen umzusehen. Er wollte Einblick darüber erhalten, wie sie ihre Welt wahrnahmen. Er war sehr neugierig, was er wohl finden würde.

Zuerst wehte es ihn in eine kleine Stadt.

Diese sah am Tag so geschäftig aus. Es war laut und turbulent. Die Luft war erfüllt von Gedanken und Gefühlen, die unablässig hin und her wanderten. Es schien keine Ruhe zu geben, keinen stillen Ort, an dem sich die Seele entfalten konnte. Also musste der kleine Sternenstaub auf die Nacht warten. Nur langsam und allmählich verloschen die Lichter und die Menschen begaben sich zur Ruhe.

Nun war die Gelegenheit gekommen, sich umzusehen. Zuvor jedoch gönnte sich der kleine Sternenstaub einen Blick hinauf in den Himmel. Er sah ein einziges Lichtermeer, das schimmerte und funkelte, wie die edelsten Diamanten. Der kleine Sternenstaub erkannte all seine Geschwister und sandte ihnen einen lieben Gruß.

Nun erst schlich er sich in die Träume der Menschen, um mehr zu erfahren, über ihre kleinen und großen Sorgen, ihren Kümmernissen und Freuden, die sie den ganzen Tag über angesammelt hatten.

Was ihn dann aber erwartete, darauf war er nicht vorbereitet gewesen.

Er hatte geglaubt, dass alle Seelen verbunden sind und sich in den stillen Stunden der Nacht treffen, um ihre Erfahrungen auszutauschen. Dass sie sich in den Träumen der Menschen zeigen, um ihnen ein Gefühl tiefen Friedens und Dankbarkeit zu vermitteln. Doch weit gefehlt.

Die erste Erfahrung die er machte, handelte von Essen. Essen, das den Geist und den Bauch beschäftigte und verhinderte, dass die Seelenbotschaften vernommen werden konnten. Was war überhaupt Essen?

Der kleine Sternenstaub war ratlos.

Was bedeuteten die Worte Sauerkraut, Schweinebraten und Käsekuchen?
Erst allmählich erfasste er den Sinn darin. Er begriff, dass es für Menschen notwendig ist, ihre Körper zu ernähren, um überleben zu können. Sie waren nicht nur Himmelsbewohner, die diesen Bedürfnissen nicht unterlagen, sondern sie waren auch Kinder der Erde.

Als der kleine Sternenstaub das verstanden hatte, ließ er sich weiterwehen, frei und ohne Ziel, wohin der Wind ihn gerade trug und siehe da, schon wieder erlebte er eine Überraschung. In einem anderen Land und in einer anderen Zeit entdeckte er neue Träume und Gedanken. Er verstand, dass des Nachts all die Dinge zur Oberfläche kamen, die tagsüber nicht gelöst wurden.

Es zog ihn zu einem jungen, schönen Menschenkind, das gerade sehr unglücklich mit seinem Leben war.

Es träumte von einem starken Ritter auf einem weißen Pferd, einem Märchenprinzen, der es erretten sollte. „Was war das denn nun wieder“? Auch jetzt begriff der kleine Sternenstaub nur langsam, was vor sich ging. Er verstand, dass die Menschen in ihrem Leben nach Liebe suchten und oft nicht wussten, wo sie sie finden konnten. Sie hatten vergessen, dass alles Liebe ist.

Sie erkannten ihre eigene Schönheit nicht mehr, sie hatten die Verbindung zu ihrer Seele verloren, sie hatten vergessen, dass ein Erdenleben unglaublich kostbar ist. Sie erfuhren das Leben häufig als Plage und nicht als Geschenk. Da dies so war, meinten sie, wenn sich nur ein Mensch finden ließe, der sie bedingungslos liebte, wäre alles in Ordnung.

„Darüber muss ich einmal mit meinen erwachsenen Sternenseelen sprechen“,

dachte der kleine Sternenstaub. „Vielleicht können sie den Menschen ja eine Hilfe sein“. „Wenn nur die Menschen des Nachts öfters in den funkelnden Himmel schauen würden, dann ginge es ihnen sicherlich viel besser“, sinnierte er weiter.
 
Dann aber erlebte der kleine Sternenstaub eine große Freude. Er kam an einen Ort, an dem viele kleine Erdenbewohner versammelt waren und spielten. Sie waren noch nicht gebeugt von der Last des Daseins, sie waren noch tief verbunden mit ihrer geistigen Heimat. Für sie waren Himmel und Erde eins. Insgeheim gab der kleine Sternenstaub ihnen den Namen Seelenflieger.
 
Weiter ging die Reise. Plötzlich stand der kleine Sternenstaub vor einigen merkwürdigen Figuren. Sie sahen aus wie eine Mischung aus Löwe und Drache. Sie standen am Eingang zu verschiedenen Häusern und Tempeln. Was war ihre Botschaft und wie war ihr Name?

Auch hier musste er auf die Nacht warten um die Bedeutung zu verstehen. Erst die Träume eines alten Mönches zeigten ihm die Lösung. Die Figuren nannte man Fuhund, eine Wächtergestalt, die den Menschen vor Unglück und Not schützen sollte. 

Da warf sich dem kleinen Sternenstaub die Frage auf, wovor sich die Erdenbewohner schützen wollten.

Wussten sie denn nicht, dass ein Erdenleben immer irgendwann einmal zu Ende geht? Hatten sie vielleicht sogar vergessen, dass der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern der Beginn einer neuen Reise war“?
 
Seltsam berührt und auch verwirrt flog nun der kleine Sternenstaub zurück in seine Heimat, dem Himmel. Er bat den jungen Stern, von dem er gerade gekommen war, um die Lösung all des Erlebten.

Nun ja, sagte dieser: „natürlich sind alle Seelen eins.

Sie sind die Silberschnur, die den Menschen binden an sein wahres Zuhause. Doch die Seelen wollen Erfahrungen machen, dazu sind sie auf die Erde gekommen und haben sich in einen Körper inkarniert.

Sie nehmen alles auf, was im Laufe eines Erdenlebens passiert und sie ziehen ihre eigenen Schlüsse daraus. Wenn dann die Seelen gewachsen sind, werden sie immer freier und freier und können am Ende mit den Sternen tanzen“.
 
So war das Rätsel gelöst und der kleine Sternenstaub verschmolz wieder mit seinem Ursprung und wurde Teil des ewigen Rätsels und dem ewigen Spiel des Lebens.

19.05.2019
Om shanti – Frieden
Mata

PS. Die kleinen Geschichten entstanden in der dunklen Zeit. Einige meiner Mitbetroffenen in der Klinik gaben mir immer wieder einmal 10 willkürlich ausgewählte Worte, die ich zu einer Geschichte zusammen fügte und nun gerne zur Verfügung stelle.

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