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Missbrauch und Trauma – Die Mission im Blick…

Missbrauch-Gewalt-Mission-freedomMissbrauch und Trauma – Die Mission im Blick…

Missbrauch – Neulich las ich eine der vielen Nachrichten, die mich täglich über die sozialen Medien erreichen.
Eine junge Frau schrieb mir, wie sehr sie sich durch meine Arbeit berührt fühlt, wie ihr die Videos zum Thema Missbrauch und Trauma überwinden weiter helfen würden und wie sie dadurch den Mut und die Kraft entwickelt, ihren Alltag zu meistern.

Solche Nachrichten freue mich natürlich. Klar, wer bekommt nicht gerne positives Feedback!
Aber diese Nachricht machte noch viel mehr mit mir…
Tief berührt und gerührt schossen mir Tränen in die Augen und ich musste mich einen Moment hinsetzen.
Was passierte hier?

Ich schloss die Augen und ging diesem Gefühl nach, das tief und warm in mir vibrierte.

Ein Gefühl von Geborgenheit und Zuhauses Sein, ein Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein… Hier kenne ich mich aus, dachte ich, hier fühle ich mich am richtigen Platz, hier kann ich weiter gehen!

In diesem Moment transportierte es mich weiter… zurück in eine Zeit, in der ich mich alles andere als zuhause, geborgen und sinnerfüllt fühlte. Eine Zeit, die sehr dunkel war, bedrohlich und sogar lebensfeindlich.
Ich erlebte Missbrauch und Gewalt. Übergriffe gehörten damals zur Tagesordnung. Meine Aufgabe war es, neben Schule und guten Noten, zu überleben. Seelisch. Aber auch körperlich.
Niemand wusste davon. Ich kam aus einer guten Familie, ging auf eine Waldorfschule. Da passiert so etwas nicht. Meint man.

Und doch – so zeigt es nicht nur mein Schicksal, sondern das vieler Menschen in Deutschland – ergeht es vielen so:

Missbrauch – Jedes dritte Mädchen, jeder siebte Junge erleben eine Missbrauchserfahrung.

Sicherlich ist nicht jede Missbrauchserfahrung lebensbedrohlich, wird hier oft eingewandt. Aber reicht es nicht aus, dass es überhaupt eine Missbrauchserfahrung ist?

Die Seele ist bedroht, das Gefühl von Sicherheit,

Selbstbestimmung und Vertrauen in das Leben,  in andere Menschen, ja, in nahestehende Menschen.
Denn, das zeigen die Statistiken, sind es meist Menschen aus dem näheren sozialen Umfeld, die die Übergriffe ausführen.

Während ich da saß und die Tränen weiter über meine Wangen liefen, sah ich mich als Jugendliche, wie ich um mein Leben kämpfte. Ich möchte an dieser Stelle nicht auf Details eingehen, da es für diesen Beitrag auch nicht relevant ist.

Irgendwann war der Druck zu groß, der seelische, aber auch ganz spezifisch der körperliche.

Ohne Luft hält unser Körper nicht lange durch. Wir ersticken. Wir werden ohnmächtig. Und sterben.
Genau das passierte mit mir.

Ich ging. Nein. Ich ging nicht, ich floh. Ich wurde vertrieben.
Denn ich liebte, auch damals, obwohl es so dunkel war, mein Leben. Heiß und innig. Von ganzem Herzen. Mein Leben, das war kostbar, das war heilig… Leben ist heilig.

Ich floh und stand plötzlich über mir, sah meinen Körper dort liegen und meinen Vater über mir. Ich zitterte, bebte. Es war ein Bild des Grauens und des Horrors.
Zurück konnte ich nicht. Mein Körper war tot. Zurück wollte ich nicht, denn ich hielt das Grauen nicht mehr aus.
Ich floh und rannte, rannte, rannte. In einen dunklen Nebel hinein, einen tunnelähnlichen Pfad, nur weg. Nur weg…

Es konnte nicht noch schlimmer werden als das.
Mit der Angst im Nacken lief ich weiter, wie lange, kann ich nicht sagen…
Irgendwann sah ich ein Licht. Es wurde heller und wärmer in meinem Herzen. Ich rannte auf dieses Licht zu, das so hell war wie der Blick in die Sonne, gleißend, strahlend, wärmend. Nur dass es nicht in den Augen schmerzte und auch nicht verbrannte.
Es war wunderschön… so unglaublich schön…
Ich wünschte, es gäbe Worte, die dieses Gefühl in angemessener Weise transportieren könnten.

Ich war zuhause. Angekommen. Dort, wo ich immer hinwollte.

Es war so liebevoll, geborgen, schön, herzlich, leicht, freudig, strahlend! Es war so unglaublich schön!
Scheu stand ich in dem Licht, das so intensiv strahlte und wärmte mich.

Eine Lichtgestalt stand da, unendlich groß und doch vor mir stehend in einer Größe, die ich greifen konnte und die mir keine Angst machte. Klein „gezoomt“ gewissermaßen. So eine Güte, so eine Liebe, so ein angenommen Sein… So ein bedingungsloses Ja zu mir…

Ich schaute in ihr Gesicht. Es war gütig, aber auch sehr ernst. Eine große Klarheit ging von den Augen aus.
Die Gestalt war mit mir auf Augenhöhe, obwohl sich ihre Energie unendlich in den Raum hinter ihr erstreckte.

Dieses Erlebnis zu teilen, ist sehr groß für mich. Ein Teil von mir fürchtet, dass sich mit dem Teilen die Energie verflüchtigt…
Doch da ist dieser Impuls in mir, dieses Wissen, dass es richtig ist, dass es wichtig ist. Dass ich dieses Erlebnis und die Erfahrungen, die sich daraus ergeben, nicht für mich behalten darf.
Teilen.
Inspirieren.
Zurück geben…

Was hat das Ganze jetzt mit der Nachricht auf Instagram zu tun?

Sehr viel.
Ich wollte damals nicht zurück. Zurück in dieses missbrauchte Leben. In diesen schmerzenden, zerschundenen Körper. Ich wollte ins Licht gehen, diese Freiheit spüren, diese Liebe und Weite!!

Ich wollte weiter ins Licht!

An dieser Stelle wies die Lichtgestalt zu ihrer linken Seite, meiner rechten und öffnete den Blick in einen dunklen Raum, der mein Leben war. Ich sah mich liegen auf dem Bett, dünn, kalt, weiß, tot. Man versuchte, mich wieder zu beleben…
Ich sah, wie mein Leben weiter verlaufen würde. Es war dunkel. Kalt. Einsam.
Aber es wurde leichter, je älter ich wurde. Mit zwanzig kam eine Wende und es wurde heller. Und heller, freundlicher, schöner.

Der Blick war ein bisschen wie aus einem Flugzeug auf die Erde bei Nacht, es ist dunkel und man erkennt Lichter. In dem Schwarz und Grau erkannte ich, dass es bunter wurde. Ich sah eine Energie, die wärmend war, am besten würde ich sie beschreiben mit den Farben rosa, gold, goldgelb, pink. Intensiv. Wunder- wunderschön!

Ich sah die Energie eines Menschen, der mir helfen würde,

mein Leben zurück zu erobern und aufblühen zu lassen!
(Den Menschen, den ich nach diesem Erlebnis anfing zu suchen und auch fand).
Und ich sah mich irgendwann mit Anfang vierzig, in dem Alter, in dem ich jetzt bin.
Goldene, leuchtende Punkte waren da auf meinem Lebensweg. Wie Dörfer und Städte, die ihr Licht in die Nacht senden.
Diese Lichter funkelnden, pulsierten.
Ich wusste, dass ich dieses Licht war. Ich und das, was ich tat. Was ich gab. Was ich teilen konnte. Und dass dieses Licht wichtig sein würde für andere Menschen. Lebenswichtig.

Das überzeugte mich.

Ich hielt mich fest an diesem Pulsieren. Dunkel war es um dieses Licht herum, kalt, hart, nasskalt, hässlich… Und dann war da dieses Licht, das alles veränderte. Und ich war Teil dieses Lichts…
Ich musste zurück. Ich musste. Und ich wollte.
Das war meine Mission. Mein Leben.

Ich schaute zurück auf den Moment des Jetzt in meinem Leben, die Qual, der Überlebenskampf und es gruselte mich. Und ließ ihn zurück schweifen zu dem Moment der Zukunft, wo mein Leben nicht nur strahlend, sondern vor allem so sinnerfüllt, wichtig und heilend sein würde.
Ich erinnerte mich daran, dass genau das der Grund war, warum ich mich überhaupt auf die Reise gemacht hatte…

Niemand zwang mich, zurück zu gehen. Die Lichtgestalt hätte mich auch ohne weiteres ins Licht gehen lassen, eins werden lassen mit dieser allumfassenden Liebe.
Ich war frei zu entscheiden und würde gleichermaßen geliebt sein, egal, wie ich mich entscheiden würde…

Fast forward, ca 25 Jahre später, stehe ich dort an dem Ort in meinem Leben, wo ich damals die pulsierenden Lichter gesehen habe. Und es erreichen mich Nachrichten von Menschen, die mir berichten, durch meine Arbeit und Wirken einen Halt, Hoffnung, Licht, Mut, Verständnis, Geborgenheit und das Gefühl von Gesehen- und Angenommenwerden erhalten.

In solchen Momenten weiß ich, dass ich zu Hause bin.

In meinem Leben. In mir. Aber auch in dieser Wärme, dem Licht und der Liebe, die ich damals erfahren und erleben durfte.

In solchen Momenten weiß ich, dass meine Entscheidung damals richtig war und dass es an der Zeit ist, weiter zu gehen. Noch mehr von dem, was in mir ist zu teilen. Noch mehr von dem, was in mir ist, zu zeigen… auch dann, wenn es mir in meiner beschränkten Menschlichkeit voller Unsicherheiten nicht leicht fällt.

Es geht hier um Dich!
In diesem Beitrag ging es bis jetzt um mich…
Aber ich bin nur die Inspiration, der Impuls für etwas, was in Dir ist!

Es geht hier nämlich um Dich. Um Dein Leben. Deine Mission.

Gefühle von Leere und Sinnlosigkeit, von Depression, Angst, Verlorenheit hatten aus Sicht der anderen Welt die Farben eines dunkelgrauen Nebels…

Vielleicht gibt es Momente in Deinem Leben, in denen Du genau dieses Gefühl hast: Leere in Deinem Kopf, in Deinem Herzen, in Deinem Leben – auch wenn äußerlich alles bunt und voll ist. Diese nagende Leere, die Dich das Wichtigste, nämlich Deine Mission, Deine Seelenaufgabe, vermissen lässt.
Wo bist Du mit Deinem Licht?, fragst Du Dich vielleicht in solchen Momenten?
Was soll das Ganze?

In meiner Arbeit werde ich immer wieder gefragt, wie man seinen Sinn im Leben findet, einer Beschäftigung nachgeht, die einen erfüllt. Wie um alles in der Welt macht man das?

Ich bin der Auffassung, dass es keine Nahtoderfahrung braucht, um seinen Lebenssinn zu finden und zu erleben. Wir können die pulsierende, goldene Lichterstraße auch so finden.

Wie?

Indem wir uns auf das Fühlen einlassen. Das tiefe innere Sehnen, unsere Seelen-Sehnsucht. Und ihr folgen.
Ganz entschlossen.
Mutig.
Auch wenn es unbequem ist oder sogar Angst macht.

Wir alle tragen in uns diesen goldenen Leitfaden, den wir gestalten und kreieren in dem Moment, in dem wir auf ihm gehen.
Es geht dabei gar nicht so sehr um das Was wir tun, sondern das Wie.

Mit welcher Energie, mit welcher Motivation und Absicht wir uns ans Werk machen.

Was möchte ich in diese Welt bringen?

Das ist die Frage, die den Schlüssel im Schloss dreht und die Tür öffnet.
Welche Energie, welche Kraft trägst Du in Dir, die für andere wichtig, lebenswichtig, wertvoll, lichtbringend, ermutigend, ermächtigend ist??

Andersherum kannst Du Dich aber auch fragen:

Was hat mich erfüllt, bei welchen Tätigkeiten, in welchen Momenten hatte ich das tiefe Gefühl von Sinnhaftigkeit, tiefer Freude, Zuhause Sein, Liebe, Leichtigkeit, Begeisterung?

Würde ich es auch tun, wenn es nicht für Geld oder Anerkennung wäre, sondern anonym, unbezahlt – einfach aus der Freude und Überzeugung heraus?

Du musst nicht sofort eine Antwort auf diese Fragen finden…

aber Du kannst Dich dazu entscheiden, mit ihnen zu leben. Und offen zu bleiben für die Antworten, die zu Dir kommen werden. Vielleicht in einer Meditation, vielleicht in einem tiefen Gespräch, in einem Traum…

Vielleicht aber auch, ganz unspektakulär und gleichzeitig so wahr und berührend in einem Post auf Instagram oder auf einem Weg, den Dein Kopf vielleicht als oberflächlich oder nicht spirituell genug abtun würde.

Die Seele spricht zu uns über die verschiedensten Kanäle…

Wir sind eingeladen, immer wieder und aufs Neue, uns zu öffnen und diese Vielfältigkeit zuzulassen.
Wir sind eingeladen, unsere beschränkenden Glaubenssätze zu durchbrechen und hindurch zu schauen durch den Vorhang an Beschränkungen, den wir uns selbst kreiert haben.

Die Magie des Lebens ist immer da, liegt meist direkt vor unseren Füßen…
Wir dürfen uns öffnen und bereit machen, sie zu sehen und sie zu erleben!

Ein YouTube Video zu diesem Thema:
Die Mission im Blick


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Traumatische Erfahrungen, egal, welches Gesicht sie haben, hinterlassen tiefe Spuren und Verletzungen in den Betroffenen. Die Seele schreit, der Körper schmerzt, das Herz ist verschlossen und leer, die Lebensfreude getrübt oder sogar dahin…

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08.11.2019
Herzlichst
Ursula SchulenburgLogo-Ursula-Schulenburg-Institut
Leiterin des „Instituts für bewusste Lebensgestaltung“, arbeitet als Autorin, Dozentin, Heilpraktikerin,  Life Coach und führt ihr online Business Soulcentered Evolution.
www.institut-schulenburg.de

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