Das Neueste Mensch Sein und Spiritualität

Spiritualität schliesst das Böse nicht aus oder doch?

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Spirituell sein und „Böse“? Ein Widerspruch?

Spiritualität und das Böse – Wie bei allem im Leben können wir den Begriff von Spiritualität enger oder weiter fassen    den Gegenpol ausschließend oder mit einschließend. Die Frage wäre: Widersprechen sich die Begriffe SPIRIT und BÖSE? Und da SPIRIT unser GEIST ist, lautet die Frage: Widersprechen sich die Begriffe GEIST und BÖSE? Kann ein „guter Geist“ überhaupt „böse“ sein? Oder können wir auch GEISTVOLL BÖSE SEIN?

Unser Geist ist unsere natürliche Kreativität. Unser Geist repräsentiert die Ideen, Impulse sowie den Erfindungs-und Einfallsreichtum unseres Inneren Kindes. Wenn Kreativität und Geist nahezu synonym verwendet werden können, was ergibt sich hieraus? 

Kreativer Geist – Spiritualität und das Böse

Wir brauchen uns eigentlich nur unsere Welt anzuschauen und können leicht erkennen, wie kreativ, vielfältig, erfindungs- und einfallsreich unser kreativer Geist schier unendlich viele Facetten von „böse“ erfunden und entwickelt hat. Ob dies ist, wenn die Kinder einem Opa Langbein seine Beine ausreißen oder wenn die Menschen neue Waffensysteme für Kriegsereignisse entwickeln oder wenn Menschen sich neue Foltermethoden ausdenken oder wenn Paare ihr Sexualleben etwas „abwechslungsreicher“ gestalten wollen    überall fließt Gewalt als schöpferischer, kreativer Impuls mit rein.

Doch ist dies unser spiritueller Geist? KANN Geist/SPIRIT überhaupt „böse“ sein? Ist ein zweijähriges Kind, das seinem Forscherdrang nachgeht und einem Opalangbein die Beine ausreißt, kindlich naiv oder böse? Oder würde ein „gesundes Kind“ so etwas automatisch niemals tun? Ist es dann vielleicht unser Ego, das einen kreativen Ego-Geist hat, der sehr facettenreich sein kann? 

Ist Gewalt „böse“?

Ist Gewalt „das Böse“?    Nein, sicherlich nicht. „Böse“ wird Gewalt nur dann, wenn unschuldige Menschen (oder Tiere, Pflanzen, die Natur) hierdurch Nachteile erfahren oder sogar ihr Leben verlieren. Gewalt und Aggressivität sind im Sport durchaus angesehen und haben ihren Platz, sei es beim Boxen, beim Fußball, beim Eishockey oder wo auch immer. Es darf nur nicht unfair werden. Der Fairnessgedanke setzt hier eine klare Grenze. Erst wer unfair agiert, handelt „böse“, heimtückisch, hinterhältig oder gemein.

Die Grenzen zwischen Ego (Wille, Verstand, Kopf) und Geist (SPIRIT, Liebe, Herzensfeld) sind hier sehr, sehr fein. Es sind lediglich energetische Nuoncen, die den Unterschied machen und zugleich alles komplett umkrempeln.

Was ist „böse“?

In anderen Beiträgen wurde der „Geist als die Stimme unseres Herzensfeldes“ beschrieben, also „Geist als die Sprache der Liebe“. Und dies führt uns weiter zu der Frage: „Ist das Böse ebenfalls ein Ausdruck der allumfassenden, universalen Liebe?“ In unserem zwischenmenschlichen Miteinander würden wir einen zärtlichen Kuss auf jeden Fall eher als einen Ausdruck von Liebe begreifen als eine schallende Ohrfeige. 

Doch diese Beurteilung entspricht menschlichen Vorstellungen und Mustern und a) entspricht NICHT der Wahrheit und b) spiegelt die Natur der wahren Liebe NICHT wieder. (Hierbei möchte ich anmerken, dass meine Worte natürlich NICHT DIE Wahrheit abbilden, sondern lediglich MEINE momentane, persönliche Wahrheit, von der sich dann jeder Mensch diejenigen Impulse nehmen kann/darf, die er möchte.)

Gibt es „böse“ in der Natur?

Wenn ein Löwe in der Steppe ein Zebra reißt, ist der Löwe dann böse?

Wenn das Zebra wegläuft und überlebt, sodass der Löwe dann verhungert, ist das Zebra dann böse?

Wenn es viele Hasen gib und wenn dann die Füchse die Hasen fressen und sich vermehren und immer weiter vermehren, bis es irgendwann keine Hasen mehr gibt, weil sie „alle aufgefressen sind“, a) wahren die Füchse dann „böse“ und b) ist das Leben „böse“ zu den Füchsen, weil die vielen Füchse nun ihrerseits sterben müssen, weil sie kein Futter mehr finden, weil alle Hasen aufgefressen sind? KANN das Leben überhaupt „böse“ sein?

Und die Antwort ist: „NEIN“!    Das Leben ist einfach das Leben.

War es „böse“, dass die Dinosaurier ausgestorben sind?
Ist es böse, das Atlantis untergegangen ist?
Ist es böse, wenn der Baum im Herbst seine Blätter verliert?
Ist es böse, dass es mal eine Eiszeit gab, in der KEIN Leben möglich war? 
Ist es böse, wenn jetzt auch die letzten Überbleibsel dieser Eiszeit dahin schmelzen?

Wir kommen zu dem uns schon bekannten Ergebnis: „Leben ist einfach Leben.“ Und vieles, was das Leben „ausheckt“, können wir mit unserem Verstand NICHT begreifen. Und vieles, was wir verstandesmäßig nicht begreifen können, bewerten wir als „böse“. So erschufen die Menschen seinerzeit die Märchen und Mythen von wütenden Göttern, die böse auf die Menschen waren, weil diese „falsch“ gehandelt hatten. Und dann versuchten die Menschen die Götter mit Opfergaben zu besänftigen. War dies spirituell?

„Böse“ gibt es nicht    Liebe erlaubt alles

Bereits in anderem Zusammenhang haben wir erfahren: „Wahre Liebe erlaubt alles.“ Und dies bedeutet: Wahre Liebe ist das Leben, wie es nun mal spielt. Damit IST wahre Liebe ALLES: 

GUT und auch BÖSE, 
Entstehen ebenso wie Vergehen, 
Geburt ebenso wie Tod, 
Anfang ebenso wie Ende, 
Aufbau ebenso wie Abbau, 
Aufschwung ebenso wie Rezession, 
Erfolg ebenso wie Misserfolg, 
Gewinn ebenso wie Verlust,
herrlich ebenso wie fürchterlich,
„spirituell sein“ ebenso wie „normal sein“ …

Es gibt mehrere wahre Antworten

Die Eingangsfrage war: „Schließt Spiritualität das Böse nicht oder doch aus?“ Und (wie immer) fällt die Antwort unterschiedlich, verschieden    ja gegensätzlich aus, je nachdem von welcher Warte, von welchem Standpunkt, aus welcher Perspektive wir die Frage stellen bzw. die Antwort geben. 

Im Sein der allumfassenden, universalen Liebe gibt es zwar „böse“ und „gut“, doch das eine schließt das andere nicht aus. Es gilt NICHT „entweder oder …“, sondern „sowohl als auch …“. Beides ist gleichzeitig wahr    und dabei auch zugleich unwahr/falsch. Die wahre Liebe unterscheidet NICHT zwischen gut und böse. IN JEDEM MOMENT    ja, in JEDEM Augenblick    ist IMMER BEIDES enthalten. DAS LEBEN ist IMMER BEIDES ZUGLEICH  – gut UND böse.

Des einen Leid ist des anderen Freud.
Des einen Schicksal bedeutet des anderen (Über)Leben.
Der Tod des Zebras sichert dem Löwen seine Existenz.

Die zwei Seiten einer Medaille

Die Energien von böse und gut, von Niederlage und Sieg, von Tod und Leben sind in dem Moment, wo der Löwe das Zebra reißt, BEIDE erhalten. Wir sprechen in unserem Alltag von EINER Medaille mit ZWEI Seiten. Und ganz genau so ist es auch.

Zumindest im Leben …

ANDERS verhält es sich in der Welt unseres Ego, das sich von der Liebe sowie vom (wahren) Leben getrennt hat bzw. als getrennt empfindet/wahrnimmt. Aus der Sicht unseres Ego hat die Medaille nur EINE Seite, nämlich diejenige, die es selbst anschaut. Und DIESE Seite soll glänzen und strahlen und schön aussehen. Diese Seite soll den Werten, Normen und Überzeugungen unseres Ego genügen. Diese Seite soll GUT sein. Und was auf der anderen Seite (auf der Rückseite) los ist, das interessiert unser Ego nicht, denn a) sieht es die Rückseite nicht und b) leugnet es hartnäckig, dass es etwas geben könnte, was es selbst nicht sieht und nicht wahrnimmt.

(Im Himmel, im Paradies, da ist die Medaille feinstofflich-formlos und sieht von beiden Seiten gleich aus: sie ist Licht und Liebe. Doch mit DIESER paradiesischen Licht-und-Liebe-Medaille können wir KEINE Erfahrungen machen. Wir würden nichts fühlen, weil es kein „etwas“ gäbe. Gefühle fühlen sowie Erfahrungen machen funktioniert nur mit der Medaille des Ego und mit der Welt der Polarität (der Gegensätzlichkeiten). Und hierfür MUSSTE unser liebes Ego die Existenz der Liebe vergessen und nimmt sich seitdem als getrennt von ihr wahr.)

Unsere einseitige Sicht der Dinge 

Für unser Ego sowie für uns als Menschen ist es immens wichtig, dass unsere Seite der Medaille GUT ist. Was sich hier auf dieser Seite der Medaille abspielt, soll „richtig“ sein. Und ganz gleich ob es sich um das Thema „Spiritualität“ oder um das Thema „Umweltschutz“ oder um das Thema „Klimaerwärmung“ oder um das Thema „meine Familie“ oder um das Thema „mein Unternehmen/meine Karriere“ handelt, unserem Ego ist immer wichtig, dass es für es selbst GUT ist und dass es IHM SELBST gut geht.

Unser höheres Sein und unser „Ego-Wahn“

In unserer Spiritualität auf einer höheren Ebene als geistiges Wesen schließt Spiritualität  – also Geist-Sein    das Böse NICHT aus, oder treffender formuliert: Auf einer höheren Ebene, auf der wir selbst uns in unserer geistigen Dimension erleben und erfahren, schließt „spirituell sein“ das Gute wie auch das Böse mit ein. ALLES gehört mit dazu.

In unserer „Spiritualität“ auf der Ebene unseres Ego zeigt sich uns (oder vielmehr den anderen, weil wir selbst bemerken es gar nicht) ein anderes Bild: In unserem „spirituellen Wahn“ erleben wir als Ego uns selbst sehr wohl als (hoch)spirituell, geistig, erleuchtet und erwacht. Zugleich bemerken wir gar nicht, wie wir bestimmte Überzeugungen als „richtig“ beurteilen und andere Wahrnehmungen/Einstellungen als „falsch/unzutreffend“ bewerten. Und in „unserer eigenen Welt“ gibt es dann natürlich auch „böse“ und „gut“. Als Ego haben wir gerade keinen Zugang zu den höheren Ebene, obgleich wir von uns meinen, wir hätten dies (und ganz genau DIES trifft natürlich auch für mich zu, der diesen Beitrag verfasst). 

Als Ego haben wir Vorstellungen vom „spirituell sein“ und welches Verhalten als „gut und richtig, angemessen und würdig“ anzusehen ist und welche Praktiken als „unwürdig, falsch, daneben und böse“ zu bewerten sind. Nur unsere eigene Vorderseite unserer Medaille spiegelt unsere eigene Ego-Wahrheit wieder. Die Rückseite negieren, ignorieren und verleugnen wir.

Spiritualität schließt das Böse nicht aus    oder doch?    

Unser SPIRIT-Sein, unser Geist-Sein, unser Liebe-Sein schließt „das Böse“ natürlich mit ein. Alles ist Bestandteil der universalen Schöpfung und alles hat seine Daseinsberechtigung, seinen Stellenwert und seine Bedeutung. Insbesondere für unser Fühlen und für unser Erfahrungen-machen ist die Existenz des Gegenpols essentiell notwendig und erforderlich, damit Erlebnisse erfahren und gefühlt werden können.

Das „oder doch“ bezieht sich auf unseren Ego-Aspekt. Unser Verstand, unser Denken, unser Kopf, unser Ego will/wollen einige Sachen mit dabei haben und schließt andere Dinge aus. Unser Ego ist (von Natur aus) wählerisch. Es wählt unter den Gefühlen die angenehmen Gefühle aus und will alle anderen Gefühle nicht haben. Unser Ego kehrt die schmerzhaften, leidvollen, unangenehmen, schlechten und negativen Gefühle gekonnt unter den Teppich (und dort liegen sie dann, bis wir über die Dicke Beule im Teppich stolpern und auf die Nase fallen).

Es sind IMMER mehrere Ebenen im Spiel

Und selbst „Spiritualität“ leben wir, da wir Menschen sind, eben NICHT nur als geistig erleuchtete Wesen auf einer höheren Ebene (dann wären wir ja bereits zurück im Paradies), sondern wir leben, erleben und erfahren Spiritualität eben als Menschen    als Menschen mit einem Ego. Und daher leben wir IN UNS SELBST Spiritualität zum einen himmlisch (auf der Ebene unseres Geistes) MIT der Integration des Bösen. Und zum anderen leben wir Spiritualität irdisch-weltlich (auf der Ebene unseres Ego) unter Ausschluss des Bösen.

Die „wahren Ego-Spirituellen“ sehen Spiritualität als ein Ausdruck der guten, schönen, warmen, lichtvollen, wohltuenden, angenehmen, Leben schenkenden Liebe an. Doch wer über den Tellerrand des Ego-spirituellen Horizontes hinaus blickt, wird schnell erkennen, dass auch das Gegenteil dieser Ansicht ebenso spirituell ist und ebenfalls Liebe und Leben ist. 

Allein unserem Ego-Verstand stellen sich da die Nackenhaare auf und kräuseln sich die Fußnägel. Doch unser SPIRIT hat weder Nackenhaare noch Fußnägel    er erlaubt einfach alles …

10.07.2019
Björn Geitmann

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