Körper, Geist, Seele

November/Winterdepression – die Tiefe unserer Gefühlswelt

dunkel-herbst-depression-fowerWas versteckt sich wirklich hinter der November / Winterdepression?

So ergeht es doch vielen von uns… die Tage sind kürzer geworden, es ist kälter und dunkler… und das auch in unserem Inneren.
Die Winterdepression zeigt ihr kaltes, graues Schreckensgesicht.

Ganz besonders im November zeigt sie sich. Der goldene Oktober ist vorbei, die Adventszeit noch nicht da. Und da fällt so manch einer in ein Loch.
Astrologisch gesehen ist dies die Skorpion-Zeit und wir „fallen“ hier tatsächlich in ein „Loch“, allerdings auf ganz andere Art und Weise, wie die meisten es erkennen und erleben…

Im November wird uns spätestens klar:

die warme Zeit ist vorbei! Wir werden aufgefordert, nach drinnen zu gehen und nach innen zu gehen.

Und gerade, wenn es heißt, nach innen zu gehen, geraten wir manchmal ins Stolpern. Denn es geht in dieser Zeit nicht „nur mal so“ nach innen, sondern richtig tief. Der Skorpion symbolisiert die absolute Tiefe unserer Gefühlswelt, steht u.a. für Transformation, Leben und Tod. Dem begegnen wir hier auf vielfältige Art und Weise. Nicht zuletzt durch Allerheiligen und dem Totensonntag. Wir gedenken unserer Verstorbenen, werden uns unserer eigenen Sterblichkeit bewusst.

Wir werden mit vergessenen, oft sogar verdrängten Bewusstseinsinhalten konfrontiert, den „Leichen“ im Keller, aber wir werden auch konfrontiert mit dem unsterblichen Licht in uns.

Nur bis dahin dringen wir oft gar nicht erst vor.

Wir lassen uns abschrecken von dem, was wir auf dem Weg dorthin sehen und fühlen uns oft hilflos im Umgang mit diesen Themen.

Viele von uns haben es nicht lernen dürfen, die Dunkelheit und Kälte als etwas Positives zu erleben. Als ein Geschenk! Ja, tatsächlich… ein Geschenk!
Wir meinen, es sei etwas, das unangenehm ist, gegen das wir ankämpfen müssten, das hoffentlich bald vorbei gehen möge… Licht ist schön, die Dunkelheit ist es nicht.

Doch ist das wirklich so? Hat nicht die Dunkelheit genau die gleiche Berechtigung und Schönheit, wie das Licht?

Hinterfrage Dich!

In meinen Workshops fordere ich die Teilnehmer auf, sich für einen Moment in die Dunkelheit, vor der sie Angst haben, zu begeben. In das Gefühl, das sie mit „Dunkelheit“ verbinden. Das kann die konkrete Situation sein, morgens aufstehen und in die Kälte hinaus zu müssen… eine Antriebslosigkeit… Sinnlosigkeit…
Und sich dann die Frage zu stellen:

  • Was wäre, wenn diese Dunkelheit mein Freund wäre?
  • Was wäre, wenn sie mich unterstützt und mir einen Weg weist?
  • Was wäre, wenn sie mich sanft oder vehement genau dorthin schiebt, wo mein wahres Licht, meine wahre Freiheit liegt?
  • Was wäre, wenn sie tatsächlich mein Freund, nicht mein Feind wäre?

Mit dieser offenen Frage darf man leben, sie wirken lassen und offen bleiben. Offen bleiben für spontane Inspiration und Erkenntnisse, die sich meist im Laufe der nächsten Tage, in Träumen oder Geistesblitzen, zeigen.

Denken wir an Mutter Natur, die in dieser Jahreszeit kalt und dunkel die Saat des Herbstes umschließt, sie reifen lässt und sie bewahrt bis zum Frühling. Denken wir an den naturgegebenen Rückzugsprozess, dem sich unser Körper, unsere ureigene menschliche Natur anschließen möchte.

Wir möchten uns zurückziehen. Möchten ruhen. Uns nähren. Tief gehen. Sehr tief gehen sogar. Bis an die Schwelle des Todes, bis zu den Pforten zwischen den Welten und erkennen, dass die Verbindung der Seelen immer da ist, dass die Seelenwelt uns ständig umgibt, wenn wir uns diese Erfahrungen erlauben.

Und genau um dieses Erlauben geht es.

Dieses Erlauben bzw. Nicht-Erlauben führt zu der Winter/Novemberdepression!

Wie kann das sein?

Unsere Gesellschaft basiert immer noch sehr auf dem männlichen Prinzip, auf dem Machen, effektiv sein, Dinge auf die Beine stellen, abliefern! Dies alles sind wunderbare Qualitäten. Allerdings sind sie nur die eine Seite des großen Ganzen.
Das weibliche Prinzip des Zulassens, Empfangens, des bewussten Sehens und Empfindens bleibt dabei oft auf der Strecke.

Gerade in dieser Zeit sind wir aber eingeladen, loszulassen. Zuzulassen. Uns fallen zu lassen wie die Blätter von den Bäumen.

Doch können wir das, eingebunden in verschiedenste Systeme?
Meistens nicht oder nur bedingt!

Und genau dagegen rebelliert unsere Natur. Sie bäumt sich auf. Unser inneres Selbst weiß um die kostbaren Erfahrungen, die wir besonders in diesen Wochen machen können und wir gehen oft an ihnen vorbei, ohne Notiz von ihnen zu nehmen.
Unser Innerstes schreit: nein!
Da ist Aggression! Unzufriedenheit… und irgendwann Resignation… und Depression.

Wir fühlen uns antriebslos. Wollen morgens nicht aufstehen. Da ist eine undefinierbare Traurigkeit. Angst. Schwermut. Alles ist irgendwie „dunkel“ und „kalt“ und worauf könnte man diese Gefühle besser projizieren als das Wetter??

Depression ist Aggression, die nicht zum Ausdruck kommen durfte.
Aggression, die de-pressiert (freie Wortschöpfung), also nach unten gedrückt wurde!

Aggression ist in diesem Fall etwas sehr Positives. Sie zeigt uns einen Weg. Einen Weg, den wir oftmals nicht gehen und dann resigniert in die Depression fallen…

Wir können handeln!

In dem Moment, in dem wir diese Kettenreaktion erkennen, können wir handeln!
Handeln, indem wir erkennen, dass unser System zur Ruhe kommen möchte! Wir Zeit brauchen, um das bewusst mitzuerleben, was die Natur uns vorlebt.

Loslassen. Zur Ruhe kommen. Nach innen gehen.

Ich war ein Mensch, der vor der Novemberzeit geflohen ist. In die Sonne Spaniens… Und so schön es dort war, es war dennoch auch immer eine Flucht.
Seitdem ich das Geschenk der Novemberzeit erkennen durfte, hat sich das drastisch geändert.

Ich habe mich dieses Jahr ganz besonders auf den November gefreut, die Tiefe, die er mit sich bringt und die mir hilft, meine eigene Tiefe leichter zu erforschen. Die Erfahrung von tiefer Transformation und den Kontakt zu den Seelen Verstorbener, die so anfassbar real, stark und wunderschön waren!

Möglich waren diese Erfahrungen, weil ich mir ganz bewusst Zeit genommen habe. Zeit, für meine Gefühle. Zeit für meine Tiefe. Zeit zum Zuhören und Zulassen dessen, was sich mir offenbaren wollte!
Und ja, ich habe weniger gearbeitet. Einiges ist „liegen geblieben“. Ich bin früh ins Bett gegangen, um viel zu Träumen und meinem Körper und Geist Ruhe zu geben. Ich habe mich auf das Wesentliche konzentriert, mein Sein hier auf dieser Erde, mein SeelenDasein, jenseits von Papierkram, einem sauberen Auto, gebügelter Wäsche und gezupften Wimpern. All das hat auch seine Wichtigkeit und Berechtigung. Aber nicht jetzt.

Ich habe die Novemberzeit gut vorbereitet, um leichter loslassen zu können und werde das ein oder andere nacharbeiten müssen. Und das ist ok so.
Die Welt geht nicht unter, wenn mal nicht alles tipptopp ist!
Im Gegenteil…

Sie steht auf! Sie steht in Wahrheit auf!!!

Sie steht auf in ihrer wahren Schönheit und Sinnhaftigkeit. Sie steigt auf aus der Tiefe, in die sie oft verbannt wird.. sie zeigt ihr wahres Gesicht. Ihr wahres Licht!!!
Da ist keine Schwere mehr, keine trübe Trägheit, keine Sinnlosigkeit – der Sinn steht unmissverständlich im Raum und erfüllt uns. Das Leben macht plötzlich Sinn auf einer so viel tieferen und kraftvolleren Art und Weise, dass wir in Stille oft nur staunen können.

Schenken wir dem November unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.
Schenken wir der Dunkelheit unsere Umarmung.

Lassen wir uns auf sie ein und sie wird uns genau das schenken, was wir so sehr suchen:
Das ewige SeelenLicht, tiefe Verbundenheit, das Gefühl von HerzensWärme und Lebenssinn.

So schön kann der November sein…

22.11.2018
Ursula Schulenburg

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