Stockholm-Syndrom – um Wahlen zu gewinnen

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stockholm-syndrom-Bundestag-wahlen-germanyStockholm-Syndrom – um Wahlen zu gewinnen

Die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung schränken uns in der Ausübung unserer Grund-, Freiheitsrechte und Alltagsrituale massiv ein. Dabei ist ihre Wirksamkeit fraglich. Trotz monatelangem Teil-Lockdown sind die statistischen Werte der Infektionszahlen, wie zu erwarten immer noch hoch. Doch warum sympathisieren so viele Menschen mit einer Politik, die sie ihrer Bürger- und Freiheitsrechte beraubt, ohne eine wirkliche Perspektive zu bieten?

Ich habe gestern mit einem alten Freund telefoniert. Dabei ging es unter anderem um das neue Bundesgesetz gegen Corona und die damit verbundene Notbremse. „Ich vertraue der Regierung“, meinte mein Freund. Ich war irritiert und fragte ihn: „Aber woher nimmst du dieses Vertrauen?“
„Ich habe keine andere Wahl. Ich muss mich darauf verlassen, dass die Politik in der Corona-Thematik weise handelt und die richtigen Entscheidungen trifft. Was soll ich sonst tun?“ So wie mein Freund, denken viele. Sie sind verunsichert. Seit über einem Jahr schlägt die Politik Alarm.

Die Schlagzeile „Merkel warnt …“ bestimmt seitdem die Berichterstattung. Sie warnt vor „…tausenden Corona-Toten“, „… einer Überforderung des Gesundheitssystems“, „…zu schnellen Lockdown-Lockerungen“. Wie ein Mantra predigt sie diese Sätze und verbreitet zusammen mit den Medien Angst und Schrecken in der Bevölkerung.

Ich muss gestehen, auch mir persönlich fällt es manchmal schwer, mich dieser Rhetorik der Panikmache und Bedrohung zu entziehen.
Aber ist das, was die Politik verordnet, wirklich wahr und alternativlos, um der Pandemie Herr zu werden? Gibt es ein Seuchenproblem? Bislang hat die von der Regierung verfolgte Lockdown-Strategie zu keinem durchgreifenden Erfolg geführt. Seit Monaten sind Restaurants, Hotels, Geschäfte und Schulen mal auf, mal zu, der Kulturbetrieb heruntergefahren und Ausgangsbeschränkungen verhängt. Dabei werden unsere Grundrechte und unser Alltag massiv eingeschränkt, und dies mit zum Teil gravierenden sozialen, gesundheitlichen und existentiellen Folgen. Haben wir wirklich keine andere Wahl? Ich habe da meine Zweifel.

Grundrechte gegen Gesundheit?

Um die Ausbreitung von gefährlichen Krankheiten zu verhindern, darf der Staat Grundrechte beschränken. Die rechtliche Grundlage begründet die Regierung mit dem Infektionsschutzgesetz. In diesem Gesetz nimmt sich die Regierung die Freiheit raus, alles auf den Weg zu bringen, was helfen soll, die Ausbreitung einer Krankheit zu verhindern und damit das Recht bisher nicht infizierter Menschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit zu schützen.
Wichtig ist: Der Staat darf – selbst in dieser Ausnahmesituation – nur in unsere Grundrechte eingreifen, wenn dies verhältnismäßig ist. Je tiefer der jeweilige Grundrechtseingriff, desto erfolgversprechender und alternativloser muss eine Maßnahme diesem Zwecke dienen.

Während der ersten Welle der Corona-Maßnahmen haben Geschäfte, Kulturbetriebe, Restaurants, Hotels, Schulen, Kindergärten und Sportstätten umfassende Hygienekonzepte erarbeitet und eingeführt. Trotzdem mussten alle – ausgenommen der Geschäfte des täglichen Bedarfs –inzwischen wieder fast bundesweit schließen. Das hat Folgen. Aktuell betrachten in der Gastronomie 41 Prozent der Betriebe ihre Situation als existenzbedrohend, im Groß- und Einzelhandel 13 Prozent.1 Dabei haben all diese Schließungen die Infektionszahlen nicht nachhaltig senken können. Im Gegenteil: aufgrund steigender Tests, steigen die Zahlen exponentiell und sind so hoch wie nie. Aber es geht nicht nur um Existenzen, die auf dem Spiel stehen. Wir alle haben im letzten Jahr auf vieles verzichten müssen, auf viele Freiheiten und kulturelle wie auch persönliche Rituale.

Auch viele Alltagsrituale waren plötzlich verboten

Am 18. April 2021 gedachte Deutschland der Menschen, die bislang an oder mit dem Coronavirus verstorben sind. In der Gedenkfeier kamen vor allem die Hinterbliebenen zu Wort. Eine Mutter berichtete, dass sie ihre geistig behinderte Tochter nicht mehr sehen durfte, nachdem sie die unter Atemnot leidende junge Frau im Dezember 2020 ins Krankenhaus gebracht hatte. Beide waren an COVID-19 erkrankt. Die Mutter musste in Quarantäne und durfte keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter haben. Als die 23-Jährige im Sterben lag, hatte die Frau nur noch Gelegenheit, sich in Schutzkleidung von ihr zu verabschieden. Was mich an dieser Geschichte vor allem bewegte, war der Schmerz, den diese Frau quälte, will sie ihre Tochter in der letzten Phase ihres Lebens alleine gelassen hatte. Die geltenden Corona-Regeln hatten dies nicht zugelassen.

Wer jemals einen geliebten Menschen verloren hat, weiß wie wichtig es ist, Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten und Abschied nehmen zu können. Wem dies aus den unterschiedlichsten Gründen verwehrt blieb, den plagt meist ein Leben lang ein schlechtes Gewissen. Oft ist das Abschiednehmen verbunden mit Ritualen. Sie sind wichtige Ordnungsstrukturen des Zusammenlebens und der Kommunikation zwischen Menschen.2 Rituale geben Halt und helfen dabei, schwierige Situationen besser bewältigen zu können. Sie sprechen Gefühle an und geben Emotionen Ausdruck. Rituale haben etwas Geheimnisvolles, Vielschichtiges, Unergründbares. Und mehr noch: Es gibt ein universales menschliches Bedürfnis nach Ritualen. Sie geben Gesellschaften und Gemeinschaften Orientierung und schaffen ein spirituelles Band zu ihren Ursprüngen und Traditionen.

Aber auch viele andere persönliche Rituale wie die Begrüßung, Familienfeste und das Freizeitverhalten sind der Pandemie zum Opfer gefallen, und damit auch deren psychische, soziale und spirituelle Funktionen. Denn Rituale geben nicht nur Raum für Gefühle, sie reduzieren Ängste und vermitteln Sicherheit. Sie bringen Menschen zusammen und helfen dem Individuum, Situationen mit Hilfe anderer zu meistern. Sie können aber auch ein tiefes Berührtsein auslösen. Viele Rituale wurden im Zuge der Pandemie-Bekämpfung verboten und haben bei den Betroffenen oftmals große Lücken hinterlassen.

Das Stockholm-Syndrom einer Pandemie

Auch wenn die Fehlerliste der Corona-Politik immer länger wird, stößt das Lockdown-Krisen-Management der Regierung nach wie vor in der Bevölkerung auf Unterstützung. Wie ist das zu erklären? Wie kann man Sympathie für jene Menschen empfinden, die einem den Halt im Leben nehmen und in die soziale Isolation treiben? Wie kann man eine Politik befürworten, die einem die Existenz nimmt? Wie kann man einer Regierung vertrauen, die aufgehört hat, Perspektiven zu bieten?

In der Psychologie nennt man diese Form der positiven Bewertung von negativen Zuständen auch Stockholm-Syndrom. Es ist eine Art Überlebensstrategie. Zurückzuführen ist dieser Begriff auf eine Geiselnahme, die 1973 bei einem Banküberfall in Stockholm stattfand. Nach über 131 Stunden beendete die Polizei die Geiselnahme. Niemand kam zu Schaden. Zur Überraschung vieler zeigte sich, dass die Geiseln als eine Art Überlebensstrategie positive Gefühle zu ihrem Geiselnehmer entwickelt hatten. Anstelle von Angst empfanden sie beispielsweise Dankbarkeit, statt Abscheu Zuneigung und anstelle von Ablehnung Fürsorge.

Die Begründungen für das Einsetzen des Stockholm-Syndroms sind sehr unterschiedlich. Grundsätzlich gibt es drei Erklärungsmuster für dieses Verhalten:

1. Nachvollziehbare Forderungen des Täters
Die Opfer sehen das Verlangen des Täters als berechtigt oder zumindest als erfüllbar an. Für sie ist nicht nachvollziehbar, warum man den Forderungen nicht nachkommt. Je länger die Geiselnahme dauert, desto mehr sympathisieren sie mit dem Täter.

2. Die Opferrolle des Täters
Der Täter zeigt sich eher fürsorglich um seine Geiseln bemüht. Diese haben das Gefühl, dass der Täter seine Aggression nicht gegen sie richtet, sofern die Umstände es nicht zulassen, anders zu handeln. Die Opfer empfinden den Täter dadurch als wohlwollend und ihn selbst als Opfer der Behörden, Ordnungskräfte, Regierung o.ä.

3. Die Unterordnung als Schutzmechanismus
Da die Opfer in dieser beängstigenden Situation dem Täter ausgeliefert sind, versuchen sie, durch Sympathiebekundungen ihr Verständnis gegenüber dem Geiselnehmer mitzuteilen. Es bildet sich eine Allianz zwischen Täter und Opfer. Das Opfer versucht, sich mit seiner Zuneigung zum Täter aus der bedrohlichen Situation zu
befreien.

Könnten diese Erklärungsmuster auch für das Verhalten vieler im Rahmen der aktuellen Corona Maßnahmen zutreffen?

Halten Sie beispielsweise die Forderungen der Politik, Kontaktbeschränkungen um jeden Preis herbeizuführen, für berechtigt? Selbst wenn Ihre berufliche Existenz dabei auf dem Spiel steht? Oder sehen Sie die Regierung eher in einer Opferrolle? Die armen Politiker, die zwischen allen Experten vermitteln und in einer noch nie dagewesen Pandemie die Verantwortung übernehmen müssen, und dies angesichts eines angeblich unberechenbaren und ständig mutierenden Virus? Oder solidarisieren Sie sich aus Selbstschutz mit der Politik? Wer sich an die Corona-Regeln hält, steht auf der richtigen Seite. Überlebt?

Es ist an der Zeit, die Augen zu öffnen. Die politischen Entscheidungen orientieren sich derzeit an Inzidenzwerten, die die Politik festgelegt hat. Dabei stellen selbst Virologen die Aussagekraft des 7-Tage-Inzidenzwertes für das Pandemie-Geschehen inzwischen in Frage.3

Zynisch wirkte Merkels ominöse 35er-Inzidenz, die sie im Februar als Voraussetzung für Lockerungen ankündigte. Denn allen Beteiligten war klar, dass wir diese Grenze nicht unterschreiten. Und so kam es auch. Inzwischen sind wir so weit davon entfernt, dass niemand mehr davon spricht. Immer häufiger stelle ich mir die Frage: Was ist die Corona-Strategie eigentlich? Eine Notwendigkeit– eine Gängelei – oder ein Machtspiel?

Ein Lockdown wird uns nicht aus der statistischen Größe einer Pandemie herausführen. Er ist allenfalls eine Alibilösung, die in unserer Gesellschaft bereits erhebliche Kollateralschäden verursacht hat. Wie lange können wir uns das noch leisten? Was wir brauchen ist endlich eine breit aufgestellte Analyse und Hinterfragung aller direkten und indirekten Maßnahmen und Gegebenheiten. Außerdem ist es geboten, neue Erkenntnisse zur Verbreitung von Infektionskrankheiten unverzüglich zu berücksichtigen und umzusetzen. „Last but not least“ ist es an der Zeit, den Menschen ihr Leben wieder zurückzugeben.

Meine Prognose: rechtzeitig vor den Bundestagswahlen werden die Maßnahmen gelockert! Das Stockholm-Syndrom als kalkulierte Wahlhilfe für die bestehende Regierung?

04.05.2021
Herzliche Grüße
Andreas Kolos
Deutschlands führender Experte für Charisma
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Seit über 25 Jahren ist Andreas Kolos Experte für Charisma. Der erfolgreiche Unternehmer, Keynote-Speaker und Buchautor weiß, worauf es ankommt, um die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und zu festigen. Dabei zieht er die direkte Verbindung zwischen Ausstrahlung und Business-Skills. Mit der cutumi GmbH bietet er Führungskräften, Managern und Unternehmern ein breites Angebot an Seminaren und Coachings an, so auch das einzigartige Seminar zum Thema „Business meets Metaphysik“. Kolos vermittelt das Zusammenspiel von Körper, Geist, Seele und Business-Skills, um so berufliche sowie private Erfolge zu fördern. In seinem Buch „Charisma 4.0 – Die Aura des Erfolgs“ erklärt er den strukturierten Weg zum Erfolg und inwiefern die Ausstrahlung des Unterbewusstseins und charismatische Eigenschaften dabei eine erhebliche Rolle spielen. Er ist ebenfalls Initiator des einzigartigen Charisma- und Lifestyle-Online-Kongresses, bei dem Coaches, Unternehmer, Prominente, Sportler und Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen in Online-Beträgen die Teilnehmer zu Charisma und Lifestyle coachen.

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