Wissenschaft und Spiritualität

Medialität durch Forschungsarbeit greifbar werden lassen

jana-stapel-kopf-canstockphoto„Mediumship – Research“ Medialität durch Forschungsarbeit greifbar werden lassen!

Das ist das Ziel, was weltweit Wissenschaftler haben, die sich intensiv mit dem Phänomen der Medialität auseinandersetzen und auf diesem Gebiet Forschungsarbeit betreiben.
Das Phänomen der Medialität, die Kommunikation mit der „geistigen Welt“ scheint so alt wie die Menschheit selbst auf dem Planeten Erde zu sein.

So stellte der südafrikanische Archäologe David Lewis-Williams die Hypothese auf, dass Schamanismus eingehend mit Tranceerfahrungen im Jungpaläolithikum
(40.000 -10.000 v.Chr.) auftrat [1].

Prinzipiell ist es für jeden Menschen möglich mediale Erfahrungen zu machen, jedoch sind Medien für Wissenschaftler Menschen, die über eine regelmäßige und zuverlässige Kommunikation mit der „geistigen Welt“ verfügen [2].

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten der Medialität unterschieden, der mentalen und der physikalischen Medialität sowie der Bewusstseinszustände, welche vom Wachbewusstsein bis hin zu Trancezuständen unterschiedlicher Tiefe auftreten können [3].

Ein mentales Medium erlebt die Kommunikation mit einem Verstorbenen oder einem anderen Geistwesen für sich selbst und kann dessen Botschaften weitergeben.
Der Bewusstseinszustand „Wachbewusstsein“ oder „Trance“, in welchem ein Medium arbeiten kann, ist phänomenologisch wissenschaftlich noch nicht verstanden.

Physikalische Medien können Medialität für den Zuschauer erlebbar werden lassen, durch Levitation das schweben von Objekten, erscheinen von Stimmen und der Materialisation von stofflichen und menschlichen Erscheinungsformen, die sich aus dem Medium heraus, während einer Trance aus Tele – oder Ektoplasma entwickeln.

Vor über einem Jahrhundert begann 1882 mit der Gründung der Society for Psychical Research die wissenschaftliche Untersuchung der Arbeit als Medium durch objektive und wissenschaftliche Methoden und Experimente [3,4].
Die wissenschaftliche Forschung befand sich bis 1930 in einer Hochphase und lebte erneut in den 1990 Jahren auf [3,4].

Dem damaligen Studiendesign fehlte es jedoch an statistischer Aussagekraft, der Beseitigung potenzieller Fehlerquellen durch streng kontrollierte wissenschaftliche Bedingungen, um Betrug, Cold Reading und Aussagen, die sehr allgemein sind, ausschließen zu können[2, 3].

Deshalb führten Wissenschaftler wie Prof. Archie Roy, Tricia Robertson und Prof. Gary Schwartz mehrjährige Studien mit verschiedenen Medien durch, wo der Schwerpunkt auf einer veränderten Methodik sowie erweiterten Kontrollbedingungen lag, um die Anwendbarkeit der Aussagen eines Mediums während eines Jenseitskontaktes nach einem Punktescore, zu testen.

Seit dem Jahr 2008 forschten Wissenschaftler am Windbridge Research Center (WCR) in Arizona mit zertifizierten Forschungsmedien, um die Genauigkeit der Informationen, die ein Medium erhält zu prüfen, die Psychologie und Physiologie von Medien zu studieren sowie den möglichen therapeutischen Wert in Bezug auf die Trauer durch die Lesung eines Mediums, zu prüfen [2].

Das Windbridge Research Center (WCR) konnte unter kontrollierten Laborbedingungen zeigen, dass einige mentale Medien ohne jegliche Informationen über die verstorbene Person gehabt zu haben, in der Lage waren genaue und spezifische Informationen über diese zu erhalten [2, 5, ]. Weitere Studien am Windbridge Research Center (WCR) haben gezeigt, dass ein Jenseitskontakt durch ein Medium eine positive heilende Wirkung auf den Trauerprozess des Hinterbliebenen haben kann [2,6].

Um die physiologischen Prozesse zu untersuchen, haben Forscher wie Peres, et al. (2012) die Gehirnaktivität mit der Einzelphotonen Emissionscomputertomografie (SPECT) bei 10 brasilianischen Medien überwacht, die das automatische Schreiben während der Untersuchung ausführten [2, 7]. Sie fanden heraus, dass die Gehirnaktivität der Medien während der Trance -, Kontroll- sowie nicht –Trancezuständen verändert war [2, 7].

Von 6 WCRMs Medien wurde von Delorme, et al. (2013) die Gehirnaktivität mit dem EEG überwacht, während die Medien sich auf verschiedene mentale Aufgaben konzentrieren [2, 8]. Der spezifische mentale Zustand, welcher bei der Kommunikation mit dem Verstorbenen auftritt, unterscheidet sich nach den Ergebnissen dieser Studie vom normalen Denken und Vorstellungsvermögen [2,8].

Viele Menschen, die Erfahrungen mit der „geistigen Welt“ machen, haben oftmals Schwierigkeiten mit ihrem Umfeld darüber zu sprechen, weil sie Angst haben, man hält sie für verrückt.

Einige Wissenschaftler, die die psychologischen Eigenschaften von mentalen Medien untersucht haben, konnten zeigen, dass sie keine Symptome von Geisteskrankheiten oder –störungen hatten, dass sie sogar eine geringere Prävalenz gegenüber psychischen Erkrankungen haben als nicht – Medien, dass sie ein hohes Bildungsniveau hatten und ein stärkeres Wohlbefinden und weniger Stress erfuhren als die nicht – Medien in diesen Studien.

Ursprünglich fiel die wissenschaftliche Forschung der Medialität in den Bereich der Parapsychologie und ist heute auch zu finden in den Forschungsbereichen der Bewusstseinsforschung, Klinischen Psychologie, Transpersonalen Psychologie, Trauerforschung, Anthropologie und Neurologie [3].

Im Vergleich mit anderen Wissenschaftszweigen gibt es weltweit weniger als 10 Forschungsgruppen im Bereich der Medienforschung, was mit fehlenden finanziellen Mitteln für diese Forschung zusammenhängt und mit der Tabuisierung durch die wissenschaftlich westliche Kultur [3].

Trotzdem haben diese wenigen Wissenschaftler in den letzten 10 Jahren durch die Überprüfung der Genauigkeit der Aussagen eines Mediums, der Untersuchung der Physiologie und Psychologie von Medien sowie der Überprüfung der potenziellen klinischen Anwendung eines Jenseitskontaktes bei der Behandlung von Trauer einen Beitrag dazu leisten können Medialität annehmbarer, akzeptabler, verständlicher und ein Stück greifbarer, werden zu lassen!

14.09.2018
Dr. rer. hum Jana Stapel

E-Mail: mediumdr.stapel@gmail.com
Webseite: www.medium-dr-janastapel.com

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Foto Quelle: www.canstockphoto.com
Text Quellen:

  1. Barbara Fincke – Melcke (2015). Gender-Harmonie in Gott : Der Weg in die globale Epoche auf der Grundlage einer gender-historischen Theologie. Lit Verlag, S. 58.
  2. (2018). www.windbridge.org
  3. PSI – Encyclopedia. psi-encyclopedia.spr.ac.uk Abgerufen am 02.09.18 von https://psi-encyclopedia.spr.ac.uk/articles/mental-mediumship-research
  4. Tymn M. (2011). The History of Survival Research. Journal of Anthropological Approaches to the Paranormal, Vol. 2 No. 1.
  5. Beischel et al. (2015). Anomalous Information Reception by Research Mediums Under Blinded Conditions II: Replication and Extension. The Journal of Science and Healing, Volume 11, Issue 1, Page 136 – 142.
  6. Beischel et al. (2014). Assisted After-Death Communication: A Self-Prescribed Treatment for Grief. Journal of Near – Death Studies, 32(3)
  7. Peres, J. F. et al. (2012). Neuroimaging during trance state: A contribution to the study of dissociation.PLoS One7(11). E49360. doi: 10.1371/journal.pone.0049460.
  8. Delorme, A. et al. (2013). Electrocortical activity associated with subjective communication with the deceased.Frontiers in Psychology4(Article 834), 1–10. doi: 10.3.389/fpsycg.2013.00834.
  9. Moreira-Almeida, A. et al. (2008). Comparison of Brazilian Spiritist mediumship and dissociative identity disorder.Journal of Nervous of Mental Disease196(5), 420–424.
  10. Moreira-Almeida et al. (2009). Recognition and treatment of psychotic symptoms: Spiritists compared to mental health professionals in Puerto Rico and Brazil.Psychiatry72, 268–283. doi: 10.152/psych.2009.72.3.268.

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