Achtsamkeit Cornerstone Würde leben

Die Würde des Menschen ist antastbar

Achtsamkeit und Würde leben-mann-Trauer-abstrakt-loveAchtsamkeit und Würde leben – Würde des Menschen ist heute antastbar

Achtsamkeit und Würde leben – Diese Umformulierung des Artikels 1 unseres Grundgesetzes rüttelt auf, stellt sie doch in Frage, wie viel uns dieser oft zitierte Grundsatz im alltäglichen Umgang mit unseren Mitmenschen, aber auch angesichts anhaltender globaler Ungerechtigkeiten tatsächlich wert ist.

Es gibt unzählige Beispiele im alltäglichen dem wir begegnen und uns fragen könnten, musste das sein? Viele unterschiedlichste Impressionen eines „würdelosen“ Verhaltens hat Eingang gefunden in unser Leben. Und findet sogar eine Akzeptanz ohne großen Widerspruch. Sei es unseren Umgang mit der Natur, Tiere, Genetische, Künstliche Intelligenz und militärische killer Roboter bis hin zu Politik und Wirtschaft. Unsere Gesellschaft hat die Beziehung zu Würde und einem würdevollen Verhalten verloren. Würde ist ein veraltetes Wort. Altmodisch und abstrakt. Es wird nicht mehr ernst genommen oder gar gelebt.

Für uns ist es eine viel bestätigte Tatsache, dass  Würde und damit verbundene ethische Prinzipien konsequent außer Kraft gesetzt wurden. Und dies ist wesentlich durch Politik, Politiker, Wirtschaftsführer, Hedgefonds, sogenannten Eliten und vielen anderen gefördert worden. Über Jahrzehnte. Die Schäden die bereits angerichtet wurden sind kolossal und unübersehbar für jeden der nicht wegschaut. Die Würde des Menschen, der Tiere, der Natur wird mit Füßen getreten. Ja selbst der Klimawandel führt zu noch viel mehr sozialer Ungleichheit und zu Würde losem Verhalten. 

Umweltprobleme wie der Klimawandel sind Katalysatoren der sozialen Ungleichheit. Wenn Sie zu den ärmeren Teilen der Bevölkerung gehören, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie an einer stark befahrenen Straße wohnen, sehr viel höher. Das Umweltbundesamt hat dokumentiert, dass bei unter Dreijährigen der Bleigehalt im Blut bei der untersten Einkommensschicht deutlich höher ist als bei den höheren Einkommensklassen. Und zwar, weil sie an Wohnorten leben, die stark befahren sind. Auch die extreme Hitze wirkt sich je nach Klassenzugehörigkeit aus.

Wenn Sie arm sind, leben Sie in alten Gebäudebeständen mit vielen Personen in kleinen, meist akklimatisierten Räumen. Als Wohlhabender hingegen leben Sie auf viel mehr und im Idealfall klimatisiertem Raum. Dann haben Sie einen Garten, vielleicht sogar einen Swimmingpool. Da lässt es sich dann auch bei 40 Grad aushalten. Zu heiß wird es also vor allem für die Armen.

Blicken wir auf eine nie dagewesene „verheerende Ausrottungswelle“ die über unseren Planeten hinweg fegt kann man nicht mehr von einer gelebten Würde sprechen. Im Anthropozän, dem Zeitalter des Menschen, – verschwinden viele Tierarten schlicht von der Erde: In den vergangenen vierzig Jahren hat der World-Wildlife-Fond (WWF) einen Rückgang der Tierbestände um 58 Prozent gemessen. Die über 14.000 untersuchten Tierpopulationen haben sich mehr als halbiert, meldete der WWF-Report 2016.

Es verschwinden Tiere aber nicht nur aus den Ökosystemen in Riff oder Regenwald, sondern „manche schlicht aus unserem Blickfeld und damit aus dem Bewusstsein ganzer Generationen: Pute, Huhn und Schwein leben abgeschottet in modernen Tierfabriken.“ Wir Menschen „denken und handeln gespalten“, wenn es um den Umgang mit Tieren geht: Den einen – den Nutztieren – werde die Würde abgesprochen. „Schlachtkonzerne etwa, bezeichnen Schweine als Rohstoffe – wie kann das sein?“, fragt Hagencord. In die anderen werde sehr viel hineinprojiziert. Haustiere würden vermenschlicht, gar vergöttert. „Die einen verwöhnen wir mit Haustierfutter, die anderen werden dazu verarbeitet.” Die Würde existiert nicht mehr. Oder doch? Vielleicht lebt die Würde mit dem wachsenden Verständnis für Achtsamkeit auf?Achtsamkeit und Würde leben!

Es war eine historische Errungenschaft, dass sich nahezu alle Länder der Welt auf den Schutz und die Achtung der Menschenwürde verpflichtet haben. Durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahr 1948 hat sich ein normatives Bezugssystem herausgebildet, anhand dessen sich die vielseitigen Verletzungen der Menschenwürde identifizieren und bekämpfen lassen.

Ausbeuterische Kinderarbeit als Schicksal von Millionen Kindern weltweit oder menschenunwürdige Lebensbedingungen in den Slums des globalen Südens sind nur ausgewählte Beispiele für Verletzungen der Menschenwürde, die hier in diesem online Magazin behandelt werden. Sicher ist die Not von Menschen, die in extremer Armut leben, keineswegs vergleichbar mit der von Menschen hierzulande. Dennoch können wir uns auch in Deutschland keineswegs zurücklehnen mit der Begründung, bei uns sei Würde schon hinreichend garantiert. Sie muss tagtäglich geschützt und geachtet werden, und dies ist auch eine zentrale Herausforderung für den tagtäglichen Umgang miteinander in Familie, Schule und im Arbeitsumfeld.

Lassen Sie uns über Würde sprechen!

Stefanie Menzel

Uwe Taschow spirit online

14. November 2017

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