Sich selbst dankbar sein – Völlig unterschätzt

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Sich selbst dankbar sein – Völlig unterschätzt

Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit (vielleicht neu für dich), sind wichtig für dich, wenn du dich auf den Weg der Spiritualität machst. Auch wenn du dir selbst begegnen willst, hilft Dankbarkeit sehr. Dankbarkeit ist etwas, das heute oft so locker dahingeplaudert wird. Danke zu sagen, kommt einem leicht über die Lippen. Wenn Dankbarkeit auch noch für diversen esoterischen und spirituellen Kreisen als der Dünger für ein geglücktes Leben gepriesen wird – dann muss ja was dran sein, an der Dankbarkeit.

Da wir zu den spirituellen Tiefwurzlern hier in dieser Serie gehören, will ich Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit mit dir ein wenig auseinanderdröseln. Wenn du das Thema erfasst, dann kannst du dich als spirituelle/r Rebell*in rasch beweisen. Funktioniert etwas, dann kommt einem das Danke meistens leicht raus. Spätestens wenn etwas nicht so funktioniert wie du willst, dann merkst du es, was ich mit Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit meine. Dankbarkeit auch für etwas, das so auf den ersten Blick nicht so toll aussieht – zu leben. … Du magst durchatmen. Du runzelst die Stirn und ziehst leicht irritiert die Augenbrauen hoch. Ich empfehle dir: Lies weiter. Hier gibt es einiges Brauchbares für dein Wohlbefinden und deinen geglückten Alltag.

Was bedeutet Dankbarkeit?

Dankbarkeit gilt –wie die Vergebung und die Selbstliebe – als wesentliches Element in zahlreichen Denk- und Glaubensrichtungen. Wir sagten zu Beginn der Serie „no religion“. Doch unbestritten, gleich wo du nachsiehst, Dankbarkeit zieht sich ein roter Faden durch viele Denkansätze durch. Völlig religionsfrei übrigens.

Daraus ist ableitbar, dass Dankbarkeit ein Universalprinzip im menschlichen Sein und vor allem im Zusammensein ist.

Wenn du dich entschieden hast, allein mit dir zu leben, was völlig okay ist, dann kannst und sollst du dir selbst dankbar sein. Dazu ein Stück weiter unter mehr dazu.

Das muss gar nicht expressis verbis geschrieben und gesagt werden. Bereits ein bestimmtes Verhalten, eine bestimmte Körpersprache, Gestik und Mimik reichen dafür. Das ist so. Dies mag damit zusammenhängen, dass soziale Systeme wie z.B. Familie, Unternehmen, Behörden und Gesellschaften unbewusst nach Ausgleich streben. Dann ist Harmonie möglich – energetisch – nicht unbedingt im Sinne von Friede, Freude, Eierkuchen.

Systemisch-energetisch ist es ein Ausgleich, der aus sich heraus angestrebt wird. Dazu muss nichts Besonderes getan werden. Es ist, wie es schön heißt, systemimmanent. Das geht quasi von selbst.

Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit – vielleicht ein wenig neu, doch richtig gut

Ich habe lange gebraucht, um die Bedeutung von Selbstdankbarkeit zu erkennen. Viele von uns sind trainiert, sich selbst nicht zu viel zu loben, die eigenen Leistung nicht zu sehr anzuerkennen. Der protestantischen Ethik, die immer nur auf das Minimum und das Kleinhalten aus war, sei Dank.

Heute weiß ich, dass Selbstdankbarkeit Teil der vielzitierten Selbstliebe ist. Großzügig und mitfühlend sich selbst gegenüber zu sein, das hat was. Es geht hier nicht um Opfersein oder ums Jammern. Es geht darum, anzuerkennen, dass man – altersunabhängig – eine ziemliche Lebensleistung vollbracht hat. Sich selbst in den Arm zu nehmen, klingt sonderbar. Dabei gibt es eine nicht sichtbare Welt, die happy ist, dass es dich gibt, die stolz auf dich ist. Gleich wieviel Bockmist du bislang gebaut hast.

Ich empfinde Mitgefühl und Großzügigkeit mir selbst gegenüber immer als etwas, das sich wie ein wärmender Mantel anfühlt. Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit gehören für mich zusammen.

Dann atme ich durch und kann weitergehen. Auch ich stolpere immer wieder. Das ist Teil des Weges. Doch wenn ich anerkenne, was ich bislang gemeistert habe, dann verneige ich mich tief vor mir. Das kannst du auch vor dir selbst machen. Ich weiß. Ich weiß. Das ist total komisch. Doch mache es, wenn du mit dir bist und dir keiner zuguckt.

Dann tritt alles in den Hintergrund. Du stehst vor dir selbst. Bleibe für einen Moment einfach stehen. Ohne Urteile. Ohne Vergleiche. Ohne Seinmüssen. Bleibe für einen Moment vor dir stehen und blicke dir selbst in deine Augen.

Ein leises Danke reicht im Augenblick. Dann können Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit wirken.

Dann kann es weitergehen. Doch dieser Moment, der gibt dir unglaublich viel Kraft für deinen weiteren Weg.

Was bedeutet Dankbarkeit im Zusammenhang mit dem energetisch-systemischen Ausgleich?

Dankbarkeit ist eine Form von Annahme dessen, was ist, eine freudvolle Bejahung. Gleiches gilt für die Selbstdankbarkeit. Es ist ja schon – warum also wegmachen?! Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit sind die einfachste Form des Ja zu etwas sagen. Empfangen, annehmen – vorerst einmal. Damit tun sich viele Menschen mehr oder weniger schwer. Sowohl mit dem Dank schenken als auch mit dem Dank annehmen hat der Großteil seine liebe Not. Das gilt für Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit gleichermaßen.

Vor dem Annehmen und dem Dankesagen liegt der Ge-Danke (!) – was gebe ich zurück? Das ist paradox und hat viel mit einer Kopf-Dankbarkeit und wenig mit der Herzens-Dankbarkeit zu tun.

Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit gelingen nur frei von Absicht und von Gegenleistung. Das fühlt man – ohne Worte!

Beides ist einfach. Beides ist eine einfache Möglichkeit, um rasch Ausgleich im System herzustellen. Doch mache es aus deinem Herzen heraus. Lasse dabei alle Vorstellungen, was du denn wann wie zurückgeben musst, beiseite. Die Gelegenheit für einen Ausgleich kommt immer.

Warum ist die Dankbarkeit für die Systembalance so wichtig?

Wir denken und agieren in unseren sozialen Beziehungen oft in materiellen Austauschbeziehungen wie Geld gegen Ware. Doch dies ist nur ein Aspekt von Ausgleich. Ein freundliches Wort, eine nette Geste, ein Lächeln, unaufgeforderte Hilfe, ein bewusstes miteinander Umgehen, Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse des anderen, Zeit füreinander, ein offenes Ohr, die Hand halten, in den Arm nehmen – oft zitiert, wenig tatsächlich geschätzt. Ist nicht materiell. Kohle gibt’s auch keine für den Drücker. Irgendwie. Naja.

Auch dies sind Spielformen von Ausgleich und halten das System am Laufen und in Balance.

Beachte die unzähligen Spielformen von Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit. Setze dich in einer stillen Stunden hin und mache dir eine Liste abseits von Geld als Gegenleistung. Das ist kein Pippi-Langstrumpf-Spiel. Das ist Hilfe für deinen Lebensalltag. Selbst wenn die Kohle bei dir chronisch knapp ist. Du kannst unglaublich viel ins System einbringen. Siehe oben. Erweitere die Liste nach deinen Vorstellungen. Und schon bis du übrigens in der Energie von Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit. Du wirst erstaunt sein, was du alles zu geben ist.

Großzügigkeit, die Vielfalt an Möglichkeiten, Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit spielen Hand in Hand.

Ich habe dies ohne Hintergedanken für einige Monate frei von Erwartungen (so gut es mir möglich war) probiert – und siehe da – ich erhalte aus bekannten und unbekannten Quellen und Ecken des Daseins unterschiedliche Formen von Dankeschön. Sei es eine Email von einer Frau, die mich über die sozialen Medien seit Monaten begleitet und meine Posts liest. Sie fühlt sich genährt und bedankt sich dafür. Sei es von einer netten Bekannten, die sich für die Vermittlung von Kontakten überschwenglich bedankt. Seien es regelmäßig liebevolle Worte von Freunden und von Eltern. Da wurde nichts manipuliert, nichts erwartet.

Denn: Dankbarkeit aus dem Herzen, ehrlich und rein, kommt dann, wenn keine Erwartung mit dem Geben verbunden ist.

Manches Mal musst du ein wenig Geduld haben. Doch die Antwort kommt oft so, wie man es sich nicht ausdenken konnte. Das ist das Schöne an Dankbarkeit – sie hat so viele Formen und Möglichkeiten.

Wie ist man konkret dankbar?

Es geht wie bei der Vergebung und bei vielen anderen Aspekten des spirituellen Arbeitens um die Herzensdankbarkeit. Die fühlt das Gegenüber und man fühlt sie selbst, z.B. in Form von Wärme im Herzbereich, von Erleichterung, von Segen, von Glückseligkeit, von Freude – so als ob schwere Steine von einem abfallen und sich eine innere Türe förmlich auftut. Das kann man übrigens messen. Beispielsweise macht das Heart Math Institute seit vielen Jahren Messungen dazu.

Wer also die Messung zum Glauben über die Wirksamkeit von Dankbarkeit braucht – recherchieren und nachlesen.

Wie lernt man Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit?

Beides lernt man üblicherweise von Beginn seines Lebens an. Die einen mehr. Die anderen weniger. Es ist fast schon eine Instinktreaktion, sich für etwas, das man erhält, zu bedanken. Die Form mag variieren. Doch das Gefühl, das durchdringt einen. Man muss Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit fühlen. Sie kann einem kein Lehrer, kein Meister, kein Lehrbuch, kein Workshop beibringen. Es ist learning by doing. Mit der Übung wirst du besser und besser.

Konkret ist Dankbarkeit auch ein Ausdruck von Bewusstsein und Achtsamkeit. Je mehr sich beides ausweitet, umso dankbarer wirst du. Dann wird Dankbarkeit natürlich. Du denkst gar nicht mehr darüber nach. Sie fließt aus dir.

Wir landen auch hier wieder im Altbekannten und so Wichtigen. Danke zu sagen ist eine schlichte, doch sehr kraftvolle Möglichkeit. Dankbarkeit zu zeigen, z.B. in Form einer Umarmung, einer zärtlichen Geste, einem aufmunternden Blick, einen freundlichen Satz sind alles sehr einfache, doch wirkungsvolle Möglichkeiten. Schätze keine Geste zu gering, vor allem wenn sie aus deinem Herzen kommt.

Wir leben im Austausch mit anderen. Wenn einer mit einem Danke und aufmunternden Worten „etwas drauflegt“, dann freue ich mich und dem verleihe ich Ausdruck, indem ich angemessen antworte. Kommunikation in einer liebevollen, respektvoll gelebten Weise ist auch ein Ausdruck von Dankbarkeit.

Einen Schritt zurückzutreten und dem eigenen Ego für ein paar Momente Ruhe zu gewähren, ist auch eine Form von Dankbarkeit. Einmal den Mund zu halten und nicht alles besser zu wissen. Dinge auch mal stehen und sein zu lassen und innerlich ein Danke sagen. Auch das wird zum Probieren anempfohlen.

Ich lade dich ein, deine Liste, wie du Dankbarkeit ausdrücken kannst, nochmal zu erweitern. Es gibt bei Dankbarkeit kein oberes Limit.

Dankbarkeit und Selbstdankbarkeit im Alltag

Nun sagst du vielleicht – naja, schreiben und ein paar Beispiele zu bringen – gut und schön. Doch im Alltag geht halt viel davon verloren. Ja – das mag bei energetischen Geisterfahrer*innen durchaus der Fall sein, wenn du unbewusst durchs Leben düst. Doch wenn du diese Serie liest, bist du natürlich nicht angesprochen. Du als bewusst lebender Mensch hast Dankbarkeit in großer Fülle im Alltag. Dazu braucht es nicht viel. Der Beitrag erinnert dich bloß an das, was du bereits weißt.

Frage dich einmal, wie du am Morgen aufstehst und dich dann am Abend schlafen legen. Ich nehme nur diese beiden markanten Punkte.

Ganz einfach probieren, wie es ist, bevor du zur Kaffeemaschine halbblind tapst, wenn du zu dir selbst laut oder leise „Danke für den erholsamen Schlaf“ sagst. Wenn du ein paar Mal kraftvoll durchatmest und dann die Beine aus dem Bett schwingst. Spätestens wenn das aus welchen Gründen auch immer nicht möglich ist, merkst du schnell, was ich meine. Oder „Danke dass ich gesund heute aufstehe“. Du meinst, das sei Unsinn.

Nun – ich hatte vor einigen Monaten nach einem Sturz 5 Wochen Probleme, mein linkes Bein zu belasten. Das Knie war dick geschwollen. Jeder Schritt war eine Qual. Ich bin ein Bewegungsmensch und das war knapp an der Höchststrafe für mich. Wie glücklich und dankbar war ich, als ich die erste Nacht ohne Schmerzen schlafen konnte. Als ich dann nach besagten 5 Wochen endlich wieder normal gehen konnte (nein, nicht Sport!), war ich einfach nur dankbar. Da wurde mir so richtig bewusst, was für ein Geschenk es ist, schwungvoll und mit Freude aufstehen zu können und auch eine Nacht ruhig und erholsam durchzuschlafen.

Es muss ja nicht so schmerzhaft sein. Das Beispiel ist als Impuls und Bewusstmacher gedacht. Dankbarkeit ist nichts Aufwendiges.

Spiele ein wenig mit den Möglichkeiten, die ich genannt habe. Sei dabei fantasievoll. Es gibt keine Bonuspunkte im Programm des Lebens dafür, doch es gibt viel mehr Entspannung, Freude und Wohlgefühl. Geht’s dir gut, dann geht es deinem Umfeld auch gut. Bist du gut drauf, dann fühlt das dein Umfeld. So klein kann es gar nicht sein, wofür man sich bedanken kann …

Sei dir immer gewahr – es ist dein Leben – du hältst alle Fäden dafür in deinen Händen. Mach was draus.

PS1: Lass dich durch meinen akademische Titel-, Grade- und Auszeichnungsgalerie nicht abschrecken. Auch ich stolpere noch immer hin und wieder über spiritual pitfalls. Wir sind alle Meister*innen, die üben – auch DU!
PS2: Du hast sicherlich entdeckt, dass manche Begriffe unterlegt sind. Wenn du da draufklickst, kommst du zu Beiträgen, die das Themen ein bisschen tiefer beleuchten. Wenn du Lust hast, probiere es einmal aus und sieh, was du bekommst.

HINWEIS: Wer MEHR will … Alle weiteren Beiträge zur Serie „Spirituelle Rebellen“ und die dazugehörigen Podcasts aus der Serie „Buddha bei de Fische“ findest Du unter: https://spirit-online.de/das-original-frei-leben

12.10.2022
Außerordentl. Honorarprofessorin Dr.habil. Dr. Andrea Riemer, Ph.D.
Zur Autorin finden Sie alles Wissenswerte unter:
www.andrea-riemer.de

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Podcast hingabe andrea riemer 13-09-2022

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Sich selbst dankbar sein Andrea Riemer

Über Andrea Riemer:

nach einer einzigartigen, 25 Jahren umfassenden internationalen Karriere als Wissenschafterin und Beraterin für Sicherheitspolitik und Strategie (Doktorat in BWL, Ph.D. und Habilitation in Militärwissenschaften; außerordentl. Honorarprofessorin), hat sich Andrea Riemer ab 2012 als eine der erfahrensten Buchautorinnen und Vortragenden zu existentiellen Fragen des Lebens in der poetischen Philosophie etabliert.
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