Wie uns Loslassen dabei helfen kann, ein entspanntes Da-Sein zu führen

macht-gedanken-frau-haare-fantasyDie Macht der Gedanken
Wie uns Loslassen dabei helfen kann, ein entspanntes Da-Sein zu führen

Tausende von Gedanken ziehen täglich durch unsere Köpfe. Leichte, schwere, freudige und sorgenvolle. Wann und wie treten belastende Überzeugungen aus dieser Fülle heraus, rasten ein und machen uns das Leben schwer? Können wir den Augenblick erwischen, in dem der Stress beginnt?

Auslöser für belastende Gedanken

Wir lesen die E-Mail einer Freundin: Was für ein distanzierter, abweisender Ton! – Und schwupps ist die entspannte Stimmung verschwunden.
Der Partner kritisiert uns – und vorbei ist die spielerisch leichte, freudige Atmosphäre. Die Chefin macht eine abfällige Bemerkung – und Unlust begleitet für den Rest des Tages die Arbeit.

Der Freund hat immer noch nicht zurückgerufen – je länger das Warten andauert, desto ärgerlicher und gestresster werden wir. Eine Kollegin grüßt nicht, die Eltern jammern nur, schon wieder korrigiert mich der Partner, die Geschwister nehmen meine hilfreichen Impulse nicht auf, die erwachsenen Kinder haben keine Zeit für die Mutter, die Nachbarin, ja der Blick der Nachbarin … Unzählige Begebenheiten können Auslöser für belastende Gedanken sein.

Negative Gedankenketten

Wir haben früh gelernt, das Verhalten unserer Mitmenschen auf uns zu beziehen und zu interpretieren, was es wohl zu bedeuten hat. Wir wägen innerlich ab, ob der andere uns noch mag oder nicht, ob wir also richtig oder falsch sind.

Geht das Abwägen hin zu „Er mag mich nicht“ oder „Ich bin falsch“, folgt oft eine Kette sich steigernder Reaktionen, die wie automatisch in uns ablaufen: Der Chef schätzt meine Arbeit nicht. Ich bin ihm nicht effizient genug. Er wird mich entlassen. Oder: Die Freundin weiß es immer besser. Sie sieht nicht, was ich tue. Ich bin kompliziert. Ich bin ihr nicht wichtig.

Alte Denkmuster entsorgen

In vielen Lebensbereichen sind wir autonom und erwachsen geworden, haben eine gesunde Distanz zu dem, was andere sagen oder tun. Doch manche Situationen werfen uns in alte Denkmuster zurück, die sich verselbstständigen. Ein unheilsamer Mechanismus kommt in Gang, in dem wir uns selbst, den anderen oder gar beide abwerten, verurteilen oder ablehnen.

Das Gute an solchen Situationen ist, dass wir durch sie erkennen können, wo wir noch nicht frei sind, wo etwas in uns noch nicht heil und gelöst ist. Es ist also sinnvoll, aufmerksam zu werden für stressvolle Überzeugungen, die in unserem Kopf kreisen. Sie sind die Stolpersteine, die uns das Leben schwer machen und die wir gerne entsorgen würden.

Widerstand leisten

Wenn wir uns ihrer bewusst werden, sie aufschreiben und mit den Fragen von THE WORK von Byron Katie untersuchen, laufen wir weniger Gefahr, von ihnen vereinnahmt und davongetragen zu werden.
Denn manche Gedanken wirken wie Haken: Ohne es zu bemerken, gehen wir an die Angel und beißen uns fest – wir verhaken, ja verstricken uns. Sind wir jedoch mit den Reizpunkten vertraut, laufen wir weniger Gefahr, ihnen auf den Leim zu gehen.

Wie frei sind wir wirklich?

Wir geben uns gerne gelassen und souverän – über den Dingen stehend. Doch wie frei sind wir wirklich? Woran halten wir fest? Was kontrollieren wir?
Mit der Frage „Was ist das Schlimmste, das geschehen könnte?“ werfen wir einen Blick auf starke Anhaftungen und wagen vielleicht den Sprung ins Leere.

Ich hatte eine Lebensphase, in der ich bemüht war, neben Beruf und Haushalt alles um mich herum unter Kontrolle zu halten: die Eskapaden meines Ehemannes, die schulischen Leistungen meines Sohnes und die emotionalen Schwankungen meiner Teenager-Tochter.

Dies ging so lange gut, bis ich eines Tages mit massiven Kopfschmerzen und Verdacht auf eine Hirnblutung mit Blaulicht ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Eine Woche später kehrte ich ohne pathologischen Befund heim und wollte gleich in den gewohnten Alltag zurück. In der darauf folgenden, schlaflosen Nacht erkannte ich jedoch all meine unnützen Anstrengungen und dass ich einiges loslassen musste.

Wir können nicht alles kontrollieren

Schon bei Zweijährigen können wir beobachten, wie sie versuchen, Kontrolle auszuüben und die Eltern zu manipulieren. Gerade war meine Enkelin drei geworden, als sie erstmals zu mir sagte: „Ich weiß.“
Bald glauben wir nicht nur zu wissen, sondern es besser zu wissen, und wir erwarten, dass auch andere in unserem Sinne handeln. So versuchen wir, nicht nur unser eigenes, sondern auch das Leben unserer Nächsten in den Griff zu kriegen. Spätestens wenn das nicht gelingt, leiden wir.

Gedanken und Kontrolle loslassen

Die Frage „Was ist das Schlimmste, das passieren könnte?“ führt uns zu den größten Ängsten.
Vielleicht befürchtest du, dass dein Hab und Gut den Flammen zum Opfer fällt, du schwer erkrankst oder dass du einen dir nahestehenden, geliebten Menschen verlierst. Besonders stark sind die Anhaftungen an den Körper und an eigene Kinder.

Meine Untersuchungen zu meinen Ängsten, die Kinder zu verlieren, gehören zu den tiefsten und befreiendsten, die ich erlebt habe. Sie zeigten mir, wie stark es dabei vor allem um mich selbst und mein persönliches Befinden geht, denn letztlich weiß ich nie, was für sie das Beste ist. Damit wurde mir ein tiefes Vertrauen ins Leben und eine freiere Beziehung zu meinen Kindern geschenkt. Inzwischen haben sich viele meiner Kontrollmechanismen verflüchtigt, doch andere, subtilere kommen nach.

Wer wäre ich ganz ohne das Verlangen, irgendetwas zu kontrollieren? Ich lausche in mich hinein, warte, stelle mir die Frage wieder und wieder. Die Antwort ist ein ganz waches, entspanntes Da-Sein.

16.02.2020
Colette Grünbaum
Ehemalige Redakteurin, seit 2000 ist die Familien- und Atemtherapeutin primär mit The Work of Byron Katie und als Vergebungscoach in eigener Praxis tätig.


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Über die Autorin Colette GrünbaumPortrait-Kamphausen-Gruenbaum

Colette Grünbaum ist fasziniert von der Kraft von Fragen. Sie war Redakteurin im Bereich Therapie, Psychologie, Spiritualität.
Seit 2000 ist die Familien- und Atemtherapeutin primär mit The Work of Byron Katie und als Vergebungscoach in eigener Praxis tätig.
In Kursen, einer Ausbildung zum Coach für The Work und in Einzelarbeit begleitet sie Menschen zu ihrer eigenen Weisheit.
www.gruenbaum.ch


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