Wie Drewermann Glauben, Tiefenpsychologie und Freiheit verbindet
Eugen Drewermann stellt mit seiner Kirchenkritik das Verhältnis von Glauben, Angst und Freiheit zur Diskussion. Seine Frage richtet sich an religiöse Institutionen ebenso wie an den einzelnen Menschen: Kann eine Kirche, die mit Angst arbeitet, noch im Geist Jesu sprechen?

Der Theologe, Psychoanalytiker und Autor Eugen Drewermann wurde bekannt, weil er biblische Texte nicht als Drohbotschaften, Machtinstrumente oder dogmatische Prüfsteine las, sondern als Bilder der menschlichen Seele. Für ihn muss sich Religion daran bewähren, ob sie Vertrauen ermöglicht, Menschen befreit und Angst mindert. „Heilung“ beschreibt hier sein theologisches Anliegen: Der Mensch soll sich angenommen wissen und seine Würde wiederfinden.
Damit ist Drewermann für Spirit Online kein bloßer Kirchenkritiker. Er ist eine spirituelle Prüfgestalt. An ihm entscheidet sich, ob Religion als lebendige Erfahrung von Vertrauen verstanden wird oder als System der Kontrolle. Eine passende Vertiefung bietet der Beitrag Authentische Spiritualität und Religion.
Der Mann, der die Angst beim Namen nannte
Eugen Drewermann wurde am 20. Juni 1940 in Bergkamen geboren. Er studierte Philosophie in Münster und Theologie in Paderborn und wurde 1966 zum Priester geweiht. Ab 1968 beschäftigte er sich in Göttingen mit der Neopsychoanalyse; 1978 habilitierte er sich. Seit 1979 lehrte er als Privatdozent in Paderborn. Diese Stationen dokumentiert sein Verlag Patmos in einer biografischen Würdigung.
Wie sich diese religiöse Angst historisch entwickeln konnte, zeigt die Entstehung der christlichen Höllenvorstellung – von frühen Jenseitsbildern bis zur Vorstellung ewiger Verdammnis.
Drewermanns Denken verbindet theologische Ausbildung mit psychologischer Arbeit. Im Deutschlandfunk-Interview mit Christiane Florin von 2019 beschreibt er sein frühes Interesse an Albert Schweitzer und an einer Verbindung von Seelsorge und menschlicher Hilfe. Seine Kritik zielt auf religiöse Forderungen, die Menschen überfordern, statt ihre Not zu verstehen. Daraus lässt sich seine Grundfrage erklären, ohne seine Kindheit nachträglich psychologisch auszudeuten.
Genau deshalb wirkt Drewermanns Kirchenkritik bis heute so scharf. Sie ist keine oberflächliche Polemik gegen Religion. Sie ist ein Angriff auf eine Religion, die ihre eigene heilende Mitte verloren hat.
Drewermann fragt nicht: Wie kann die Kirche ihre Macht behalten? Er fragt: Wie kann der Mensch von Angst erlöst werden? Das ist der entscheidende Unterschied.
Religion als Heilung oder als Herrschaft
Im Zentrum von Drewermanns Denken steht eine einfache, aber ungeheure Unterscheidung: Religion kann heilen – oder sie kann herrschen.
Wenn Religion heilt, führt sie den Menschen aus Angst, Schuld, Selbstverachtung und innerer Enge heraus. Sie schenkt Vertrauen. Sie öffnet das Herz. Sie richtet den Menschen auf.
Wenn Religion herrscht, macht sie den Menschen klein. Sie erzeugt Schuldgefühle. Sie verlangt Gehorsam. Sie ersetzt Gewissen durch Autorität und Spiritualität durch Vorschrift.
Drewermann sieht in Jesus nicht den Stifter eines klerikalen Machtapparates, sondern den Befreier des Menschen. Jesus heilt, berührt, ermutigt, richtet auf, stellt sich auf die Seite der Verwundeten und bricht religiöse Systeme auf, wenn sie den Menschen nicht mehr dienen.
Das ist der Kern der Eugen-Drewermann-Kirchenkritik: Eine Kirche, die Angst erzeugt, steht im Widerspruch zu dem, was Jesus verkörpert.
Damit trifft Drewermann einen Nerv weit über die katholische Kirche hinaus. Auch moderne Spiritualität kann mit Angst arbeiten: Angst vor falscher Energie, falscher Schwingung, falschem Karma, falscher Entscheidung, falscher Lehrerin, falschem Weg. Angstreligion gibt es auch ohne Kirche.
Tiefenpsychologie und Bibel: Die Seele liest mit
Ein zentraler Zugang zu Drewermanns Theologie liegt in seiner tiefenpsychologischen Auslegung biblischer Texte. Er liest die Bibel nicht nur historisch, nicht nur dogmatisch und nicht nur moralisch. Er liest sie als Sprache der Seele.
Die Geschichten der Bibel sind für ihn nicht einfach Berichte über äußere Ereignisse. Sie sind auch Bilder innerer Wirklichkeit. Angst, Schuld, Verlassenheit, Vertrauen, Hoffnung, Heilung, Tod und Auferstehung erscheinen darin als seelische Grundmotive.
Hier liegt seine Nähe zu Carl Gustav Jung, Sigmund Freud und der Tiefenpsychologie. Doch Drewermann bleibt nicht bei Psychologie stehen. Ihm geht es um eine Religion, die psychologisch wahr ist, weil sie den Menschen innerlich erreicht.
Eine Bibelauslegung, die nur fragt, ob etwas historisch oder biologisch genau so geschehen sei, bleibt für Drewermann an der Oberfläche. Entscheidend ist: Was geschieht mit dem Menschen, wenn er diese Geschichte hört? Wird er freier? Wird er vertrauensvoller? Wird er heil?
In dieser Perspektive wird Religion nicht abgeschafft, sondern vertieft. Der Glaube wird nicht kleiner, sondern menschlicher. Zugleich beantwortet die seelische Bedeutung einer Erzählung nicht automatisch die Frage nach ihrem historischen Kontext. Wer Bibeltexte auslegt, muss die jeweilige Ebene benennen: sprachliche Gestalt, Entstehungszeit, Glaubensaussage und heutige persönliche Erfahrung lassen sich miteinander ins Gespräch bringen, aber nicht beliebig gleichsetzen.
Kleriker und der Konflikt mit der Kirchenleitung
Drewermann wurde nicht gefährlich, weil er bloß provozierte. Er wurde gefährlich, weil er die Machtfrage stellte.
Mit seinem 1989 erschienenen Werk Kleriker. Psychogramm eines Ideals analysierte er das klerikale System nicht nur theologisch, sondern psychologisch. Er fragte, welche seelischen Mechanismen entstehen, wenn Menschen ihre Lebendigkeit, Sexualität, Angst, Zärtlichkeit und Bedürftigkeit hinter einem Ideal von Reinheit und Gehorsam verstecken müssen.
Das war Sprengstoff. Denn Drewermann kritisierte nicht nur einzelne Fehlentwicklungen. Er stellte infrage, ob bestimmte kirchliche Strukturen selbst seelisch krank machen können.
1991 wurde ihm die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen. 1992 folgten Predigtverbot und Suspendierung vom Priesteramt. 2005 trat Drewermann aus der katholischen Kirche aus. Die Daten sind im Patmos-Porträt und in seinem Interview von 2016 dokumentiert. Die kirchlichen Maßnahmen belegen einen Lehrkonflikt; wie seine theologischen Positionen zu beurteilen sind, ist damit noch nicht entschieden.
Doch Drewermann wurde dadurch nicht erledigt. Im Gegenteil. Viele Menschen hörten ihm erst recht zu, weil sie spürten: Hier spricht einer nicht gegen Gott, sondern gegen eine Religion, die Gott für Angst und Macht missbraucht.
Ratzinger, Rom und der Konflikt um Wahrheit
Im Interview mit evangelisch.de von 2016 schildert Drewermann den Konflikt mit Paderborn und beschreibt Joseph Ratzinger als wichtige Gegenfigur. Das ist Drewermanns Rückblick auf die Auseinandersetzung. Seine Bewertung kirchlicher Motive sollte als solche gelesen werden und nicht als vollständige Darstellung aller Beteiligten.
Drewermann stand für etwas anderes: für die seelische Wahrheit religiöser Bilder, für Heilung statt Gehorsam, für die Befreiung des Menschen aus Angst.
Hier treffen unterschiedliche Maßstäbe aufeinander: die Bindung einer Glaubensgemeinschaft an ihr Bekenntnis und Drewermanns Frage nach der seelischen Wirkung religiöser Lehre. Auch kirchliche Theologie beansprucht, dem Menschen zu dienen. Der Streit lässt sich deshalb nicht darauf reduzieren, dass nur eine Seite Wahrheit und nur die andere Heilung suche.
Natürlich braucht Religion eine Form. Natürlich braucht Glauben Sprache, Tradition und Unterscheidung. Doch Drewermann zwingt zur Gegenfrage: Was ist eine korrekte Lehre wert, wenn sie Menschen innerlich zerbricht?
Der Konflikt mit Rom war deshalb mehr als ein theologischer Disput. Er war ein Streit um das Wesen von Religion selbst.
Die Jungfrauengeburt und die Angst vor Symbolen
Besonders heftig wurde Drewermann kritisiert, weil er zentrale Glaubensaussagen nicht in einem wörtlich-biologischen Sinn verstand. Dazu gehört auch die Jungfrauengeburt.
Für eine dogmatische Theologie kann solche Deutung wie ein Angriff auf den Glauben wirken. Für Drewermann aber liegt gerade im Symbolischen die Kraft der Religion. Ein religiöses Bild muss nicht biologisch beweisbar sein, um wahr zu sein.
Das Symbol spricht tiefer. Es fragt nicht zuerst nach äußerer Mechanik, sondern nach innerer Bedeutung. Was will dieses Bild der Seele sagen? Welche Angst will es lösen? Welche Hoffnung will es wecken? Welche Erfahrung von Gott will es öffnen?
Aus Drewermanns Sicht erschließt die symbolische Deutung den Glauben, statt ihn zu entleeren. Die katholische Kirche versteht die jungfräuliche Empfängnis Jesu dagegen als reales göttliches Geschehen. Das Kompendium des Katechismus, Frage 98, formuliert diesen Glaubensinhalt ausdrücklich. Die Differenz betrifft somit mehr als den Sprachstil: Drewermanns Deutung und das kirchliche Bekenntnis setzen hier verschiedene Wahrheitsansprüche voraus.
Das ist bis heute aktuell. Viele Menschen verlieren den Zugang zum Christentum nicht, weil sie zu wenig glauben wollen, sondern weil ihnen religiöse Aussagen in einer Form begegnen, die sie innerlich nicht mehr ernst nehmen können.
Jesus als Therapeut der Angst
Man könnte Drewermanns Jesus-Bild so zusammenfassen: Jesus ist der Therapeut der Angst.
Er begegnet Menschen dort, wo sie gebrochen sind. Er heilt nicht durch Macht, sondern durch Vertrauen. Er stellt nicht zuerst Bedingungen, sondern öffnet einen Raum, in dem Menschen wieder atmen können.
Die Evangelien sind in Drewermanns Sicht keine moralischen Drohbücher. Sie sind Heilungsgeschichten. Sie zeigen, wie Menschen aus Lähmung, Schuld, Ausgrenzung, Besessenheit, Blindheit und Todesangst zurück ins Leben finden.
Das ist die eigentliche Provokation. Denn eine Kirche, die Jesus als Richter benutzt, entfernt sich von dem Jesus, der sagt: Fürchte dich nicht.
Religiöse Wahrheit zeigt sich für Drewermann daran, ob sie Angst überwindet. Wo Religion Angst erzeugt, verrät sie sich selbst.
Frieden, Tiere, Ökologie: Drewermanns Kritik geht weiter
Drewermanns Kirchenkritik endet nicht an der Kirchentür. Sie führt in Gesellschaft, Politik, Krieg, Ökologie und Tierethik.
Wer Religion als Heilung versteht, kann Gewalt nicht religiös rechtfertigen. Wer Gott als Grund des Lebens versteht, kann Tiere nicht zu bloßen Dingen erklären. Wer Schöpfung ernst nimmt, kann Natur nicht nur als Materiallager behandeln.
Deshalb engagiert sich Drewermann seit Jahrzehnten in Friedensfragen. Er kritisiert Aufrüstung, Krieg und die religiöse Verklärung von Gewalt. Ebenso tritt er für Tiere und ökologische Verantwortung ein.
Hier wird deutlich: Seine Theologie ist nicht privatistisch. Sie bleibt nicht im Seelenraum stehen. Sie fragt, was aus einer Religion folgt, die wirklich heilen will.
Sein ethischer Ausgangspunkt entbindet einzelne politische Forderungen nicht von einer eigenen Prüfung. Mitgefühl allein beantwortet noch nicht jede Frage nach Verantwortung, Folgen und dem Schutz bedrohter Menschen. Die Verbindung von Gewissen und öffentlichem Handeln vertieft der Beitrag Spirituelle Verantwortung und Demokratie.
Warum Eugen Drewermann nicht einfach „kirchenfeindlich“ ist
Es wäre bequem, Drewermann als Kirchenfeind abzutun. Doch das würde sein Anliegen verfehlen. Drewermann kämpft nicht gegen Religion. Er kämpft um ihre Seele.
Er kritisiert die Kirche dort, wo sie Menschen bindet, statt sie zu befreien. Er kritisiert Dogmen, wenn sie seelische Angst befestigen. Er kritisiert Klerikalismus, wenn er Menschen von ihrer eigenen Gewissensreife trennt.
Das ist ein großer Unterschied. Kirchenkritik kann aus Zynismus kommen. Bei Drewermann kommt sie aus einer religiösen Leidenschaft.
Er will, dass die Botschaft Jesu wieder als befreiende Kraft hörbar wird. Er will, dass Menschen nicht vor Gott zittern, sondern Vertrauen lernen. Er will, dass Religion wieder Heilraum wird.
In dieser Tiefe berührt sein Denken das, was Spirit Online unter kritischer, aber spirituell verantworteter Haltung versteht.
Religion ohne Angst: Warum das heute so wichtig ist
Unsere Zeit ist religiös und spirituell zugleich hungrig und misstrauisch. Viele Menschen haben institutioneller Religion den Rücken gekehrt, aber nicht der Sinnfrage. Sie suchen Trost, Tiefe, Orientierung, Geborgenheit und Wahrheit.
Doch sie reagieren empfindlich, wenn Religion wieder mit Schuld, Kontrolle, moralischer Überlegenheit oder Angstmacherei arbeitet. Genau hier ist Drewermann wichtig.
Er zeigt: Der Mensch braucht keine Religion, die ihm noch mehr Angst macht. Er braucht eine Spiritualität, die ihm hilft, seine Angst zu verstehen, zu verwandeln und in Vertrauen zu überführen.
Diese Unterscheidung ist auch für moderne spirituelle Angebote entscheidend. Nicht alles, was spirituell klingt, befreit. Manche Lehren erzeugen neue Abhängigkeit. Manche Lehrer binden Menschen an sich. Manche Systeme verstärken Angst und nennen es Entwicklung.
Wie sich vertrauenswürdige Begleitung von Abhängigkeit unterscheiden lässt, erläutert der Beitrag Spirituelle Autorität vs. spiritueller Autoritarismus.
Der neue Luther?
Im Interview von 2016 wurde Drewermann auf Vergleiche mit Luther angesprochen. Er selbst hielt solche Zuschreibungen für überzogen und betonte die Bedeutung des einzelnen Menschen. Diese Selbstbeschreibung begrenzt den Vergleich: Sein Denken lässt sich nicht einfach als Wiederholung der Reformation lesen.
Eine Verbindung liegt in der Frage nach Gewissen und kirchlicher Autorität. Daraus folgt aber weder die Gleichheit ihrer Theologien noch eine vergleichbare historische Wirkung. Drewermanns psychologischer Zugang gehört in einen anderen geistigen und gesellschaftlichen Kontext.
Doch Drewermanns eigentliche Kraft liegt nicht in einer neuen Reformation der Institution. Sie liegt in einer Reformation des religiösen Innenlebens. Er fragt nicht nur: Was darf die Kirche? Er fragt: Was macht Religion mit der Seele?
Genau darin unterscheidet er sich. Drewermann ist kein Kirchenpolitiker. Er ist ein Seelenleser. Sein Thema ist die Angst, die sich religiös verkleidet.
Darum bleibt seine Bedeutung auch dann bestehen, wenn kirchliche Debatten weiterziehen. Solange Menschen unter religiöser Angst, Schuld, innerer Enge oder spiritueller Autorität leiden, bleibt Drewermann aktuell.
Die Bibel als Spiegel der verwundeten Seele
Für Drewermann ist die Bibel kein Gesetzbuch für religiöse Kontrolle. Sie ist ein Spiegel der verwundeten Seele und zugleich ein Raum der Heilung.
Die Geschichten von Flucht, Schuld, Verrat, Heilung, Tod, Auferstehung, Angst und Vertrauen sprechen nicht nur über vergangene Menschen. Sie sprechen über uns.
Die historische Auslegung fragt nach Text und Zeit, die dogmatische nach dem Zusammenhang des Glaubens, die tiefenpsychologische nach inneren Bildern und Konflikten. Drewermanns Schwerpunkt liegt auf dieser Begegnung mit der eigenen Seele. Er eröffnet damit einen Zugang, ohne dass andere Zugänge allein deshalb wertlos würden.
Das ist Drewermanns Gabe: Er nimmt religiöse Bilder ernst, ohne sie zu versteinern. Er löst sie nicht auf, sondern macht sie innerlich wieder erfahrbar.
So wird Exegese zur Seelenarbeit. Nicht im Sinne einer therapeutischen Behandlung durch einen Artikel, sondern als spirituelle Einladung: Schau, welche Angst in dir lebt. Schau, welche Bilder dich gefangen halten. Schau, wo Vertrauen möglich wird.
Wer die Begriffe dabei auseinanderhalten möchte, findet eine Orientierung im Beitrag Unterschied zwischen Spiritualität, Religion und Esoterik. Entscheidend bleibt, wie eine konkrete Überzeugung gelebt wird und welche Freiheit sie dem anderen lässt.
Was sein Denken heute fordert
Drewermanns Bedeutung liegt nicht nur in seinen Büchern, Vorträgen oder kirchlichen Konflikten. Es liegt in einer einfachen, radikalen Frage:
Dient Religion dem Leben?
Wenn Religion Menschen Angst macht, muss sie sich ändern. Wenn sie Menschen klein hält, widerspricht sie dem Geist Jesu. Wenn sie Macht schützt, statt Seelen zu heilen, verliert sie ihre Glaubwürdigkeit.
Drewermann hat diese Fragen nicht theoretisch gestellt. Die Folgen seines Konflikts waren konkrete Einschnitte in seine kirchliche Tätigkeit und eine langjährige öffentliche Auseinandersetzung.
Doch gerade deshalb bleibt seine Stimme wichtig. Sie erinnert daran, dass Spiritualität nicht dekorativ sein darf. Sie muss sich dort bewähren, wo Menschen leiden, Angst haben, sich schuldig fühlen oder nach Sinn suchen.
Quellen und weiterführende Lektüre
Die biografischen Daten folgen dem oben verlinkten Patmos-Porträt. Drewermanns Selbstaussagen sind in den Interviews mit Deutschlandfunk (2019) und evangelisch.de (2016) nachlesbar. Für die kirchliche Gegenposition wurde das Kompendium des Katechismus herangezogen. Diese Belege dokumentieren Stationen und Positionen; die spirituelle Würdigung im Beitrag bleibt eine Interpretation.
Für eine vertiefte Lektüre: Eugen Drewermann, Kleriker. Psychogramm eines Ideals (1989), und Matthias Beier, Eugen Drewermann – Die Biografie (Patmos, 2017). Der Verlag bietet eine Leseprobe der Biografie.
Artikel aktualisiert
06.10.2026
Roland R. Ropers
Über Roland R. Ropers
Roland R. Ropers geb. 1945, Religionsphilosoph, spiritueller Sprachforscher,
Begründer der Etymosophie, Buchautor und Publizist, autorisierter Kontemplationslehrer, weltweite Seminar- und Vortragstätigkeit.
Es ist ein uraltes Geheimnis, dass die stille Einkehr in der Natur zum tiefgreifenden Heil-Sein führt.
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