Aufstieg & Lernen

Die Suche nach sich selbst

Buddha - RoseDie Suche nach sich selbst

Irgendwann im Laufe des eigenen Lebens kommt jeder Mensch an einen bestimmten Punkt. Es ist der Wendepunkt des eigenen Lebens. Es ist der Punkt an dem man sich überlegen muss wer man ist, wer man sein will und wer man schon immer war. Es ist der Beginn sich selbst, sein bisheriges Leben und den Sinn von allem zu hinterfragen. Irgendwann gelangt jeder Mensch zu diesem bestimmten und lebensentscheidenden Punkt. Manche Menschen gelangen auch mehrfach in diese Situation, die verlangt sich selbst und sein bisheriges Dasein in Frage zu stellen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Die einen fangen an sich mit der Thematik zu beschäftigen. Sie fangen an vieles zu hinterfragen. Sie begeben sich auf die Suche nach Antworten, denn sonst können sie in dieser Form nicht weiter bestehen.

Die anderen haben Angst davor und ignorieren die Aufforderung tief in ihrem Inneren die mehr wissen möchte. Die Aufforderung zu verstehen wer man wirklich ist. Sie wollen sich nicht mit der Frage des Sinns, von allem was bisher in ihrem Leben geschehen ist, beschäftigen. Sie verweigern diese Suche und klammern sich lieber an das bestehende auch wenn es sie in Wirklichkeit unglücklich macht. Sie leben einfach weiter wie bisher, halten fest an dem was sie kennen, verweigern den nächsten seelischen Entwicklungsschritt und verlieren sich damit selbst. In vielen Familien gibt es dunkle Flecken, Zeiten die ignoriert werden, die versucht werden aus dem eigenen Dasein zu streichen. Es gibt Ahnen über die nicht gerne gesprochen wird, die verbannt werden in eine dunkle Ecke der Familiengeschichte. Gerade die Generation der Nachkriegsgeschichte trägt viele dunkle Familiengeheimnisse in sich, dunkle Flecken ohne Licht, Liebe und Gesicht. Doch es ist für alle folgenden Generationen einer Familie wichtig, Licht in diese dunklen Stellen zu bringen. Licht, Aufklärung, Vergebung und Liebe. Denn nur, wenn man so tut, als wäre irgendetwas nicht passiert, kann man es nicht auslöschen, denn die Energie der Situation bleibt bestehen und auch die Gefühle lassen sich nicht ganz unterdrücken. Irgendwann brechen sie in anderer Art und Weise wieder hervor. Heilender ist es Licht in das Dunkle der alten Familiengeschichte zu bringen – so viel Licht, wie es möglich ist …

Wenn wir geboren werden haben wir alle einen sehr starken Bezug zu unserer Seele, denn unser Dasein vor der Erdengeburt war ausschließlich ein Dasein als reine Seele. Erst wenn wir heranwachsen entwickeln wir uns mehr und mehr zum Menschsein mit allen Schwächen und Stärken. Jede Begegnung in unserem Leben hinterlässt ihre Spuren. Sie prägt uns, sie verändert uns. Als kleine Kinder werden wir geformt und bearbeitet von unseren Bezugspersonen und von unserer Umgebung. Alles was uns wiederfährt hinterlässt Spuren auf unserem unbeschriebenen Blatt. Wie Rillen gräbt sich alles in uns ein. Die einen Spuren oder Rillen sind tiefer, die anderen oberflächlicher, doch sie verändern uns alle – mal mehr, mal weniger – stark. Diese Rillen sind wie die Einkerbungen einer Schallplatte die eine bestimmte Musik abspielt, wenn man diese Kerbe entlangfährt.

Wenn wir nun im Laufe unseres Lebens einer Situation begegnen, die einer bestimmten Rille bereits entspricht, weil die Situation eine ähnliche ist, dann beginnt das alte Muster von damals sich zu reaktivieren und wir können kaum etwas dagegen tun. Wie ein Zug der einmal losgefahren ist fährt das Muster diese Schiene in uns ab und wir sind im Prinzip in dem Moment nur eine Art machtloser Beobachter. Der Zug oder das Muster lässt sich je nach tiefe der Einkerbung nur sehr schwer stoppen und es bedarf viel Arbeit an sich selbst um ein neues Muster zu kreieren, dass uns nun mehr entspricht.

Jedes Mal, wenn ein altes Muster abläuft, ohne dass wir es in Wirklichkeit wollen, verlieren wir ein Stück unserer wahren seelischen Identität. Wir agieren dann nur noch als menschliche Marionette einer alten Erfahrung, die uns tief geprägt hat. Einer Erfahrung, die eine seelische Kerbe in uns hinterlassen hat. Dadurch verlieren wir aber immer mehr den Bezug zu unserem inneren Kern, zu unserer seelischen Entsprechung. Mit jeder alten Reaktion auf eine menschliche Erfahrung, die der Vergangenheit angehört, verlieren wir ein Stück unserer Seele – unser wahres Seins, welches nicht mit jedem unserer Menschenleben wechselt, sondern unserem Ursprung und unserer Endlosigkeit entspricht.

Wenn man in seinem Leben an den Punkt kommt heraus zu finden wer man wirklich ist – nämlich eine endlos lebende Seele – und diese Aufforderung auf Dauer ignoriert, dann verleugnet man sich selbst. Man verleugnet die eigene Seele, das eigentliche Sein. Menschen die so leben fühlen mit der Zeit eine immer tiefer gehendes Unglücklich Sein in sich und sehen das eigene Leben oftmals nur noch als eine unendlich schwere Belastung. Sie verlieren nach einiger Zeit die Freude am Leben, ihre positiven Gefühle und sehen oft vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.  Sie wissen einfach nicht mehr, warum sie überhaupt hier auf Erden sind und leben. Warum sie dieses Leben mit allen seinen Höhen und Tiefen durchgehen müssen und wollten.  Wie in allen menschlichen Leben gibt es auch bei diesen Menschen Höhen und Tiefen. Die Höhen sind ebenfalls vorhanden, aber sie werden oftmals als solche, von demjenigen, nicht mehr erkannt. Schließlich erkennt derjenige sich selbst nicht mehr, daher fällt es ihm schwer auch anderes im Leben richtig zu sehen.

Ganz egal, wie alt wir werden – unsere Seele wird uns immer wieder herausfordern zurück zu unserem Ursprung zu kommen, zu erkennen wer wir wirklich sind und was nur antrainierte Reaktionen sind. Nicht alles was wir im Laufe unseres Lebens darstellen entspricht wirklich uns. Vieles haben wir von anderen übernommen, leben es fort, von Generation zu Generation, solange bis eine starke Seele endlich Licht in das alte Dunkel bringt und sich auf die Suche nach sich selbst begibt. Diese Suche ist anstrengend, kräfteraubend und sie verlangt oftmals sehr viel innere Stärke ab, denn es gilt sich selbst zu behaupten, auch wenn andere Menschen – meist in der eigenen Familie -versuchen einen wieder zurück ins alte Muster zu ziehen. Doch, wenn man bereit ist diese Stärke zu zeigen, gegen die Wiederstände ankämpft und lernt immer mehr zu sich selbst zu stehen, dann wird sich ein ganz neues Lebensgefühl offenbaren. Dies ist die Aufgabe unserer Generation, unserer Seelen – Licht, Liebe und Heilung der Menschheit wieder zu geben. Bringe Licht in das dunkle deiner Vergangenheit, dass deiner Eltern, Großeltern und Ahnen. Lerne zu verstehen, warum die Menschen in deiner Familie so sind wie sie sich geben. Erkenne den alten Schmerz, der sie zwingt, vielleicht immer noch falsch zu handeln. Heile deine Familie, indem du die Lösung des endlosen Fadens bringst und heilende Liebe für dich selbst und deine nachfolgenden Generationen bringst. Denn wo Schatten ist, kann auch Licht sein und wo Bitterkeit ist, kann auch Glück sein, wo Hass ist, kann neue Liebe entstehen. Schau genau hin, lerne zu verstehen, zu vergeben und Liebe zu leben. Ignoriere den Aufruf deiner Seele nicht, wenn es Zeit ist neue Wege zu gehen und das Alte in etwas Neues zu transformieren. Ganz egal, wie alt du gerade bist, solange du lebst ist es nie zu spät zu erkennen wer man wirklich ist, sich auf die Suche der eigenen Seele zu begeben und den Schatten durch Licht zu heilen. Dafür sind wir hier und haben alle die Kraft unserer Seele …

Nathalie Schmidt

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