Mensch Sein und Spiritualität

Warum fallen uns Dankbarkeit und Vergebung so schwer?

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Bewegen wir uns auf unserem spirituellen Weg weiter in Richtung Licht, so können wir uns leichter und immer besser und sicherer orientieren, wenn wir uns darüber bewusst sind, dass wir bei ALLEN Fragen und Entscheidungen mehr als nur ein Mensch sind. Wir sind IMMER ZWEI …

Ego und Herzensfeld …

Kopf und Bauch …
Leben und Sein …
Angst und Liebe …
Körper und Seele …
Außen und innen …
Mangel und Fülle …
Welt und Himmel …
Denken und fühlen …
Verstand und Intuition …
Feststofflich und feinstofflich …

Berücksichtigen wir dies, so erkennen wir leicht, dass wir IMMER ZWEI Entscheidungen zu treffen haben: Wir müssen mit unserem Ego „Nein“ oder „Ja“ sagen und wir müssen parallel hierzu auch mit unserem Herzensfeld „Nein“ oder „Ja“ sagen. Auf diese Weise ergibt sich ein „Ja-Ja“ oder ein „Nein-Nein“ oder ein „Ja-Nein“ oder ein „Nein-Ja“. Und meistens sagt nur einer von beiden „danke“ und der andere eher nicht.

Sind wir uns einig oder haben wir einen Konflikt?

Bei „Ja-Ja“ und bei „Nein-Nein“ sind sich Ego und Herzensfeld einig. Dies sind kohärente Entscheidungen, die von Übereinstimmung charakterisiert sind. Ego und Herzensfeld ziehen an einem Strang in dieselbe Richtung.

Doch bei „Ja-Nein“ und bei „Nein-Ja“ haben wir einen Konflikt, ein inneres Problem    und dann auch bald ein Problem im Außen. Wir wissen einfach nicht, wie wir uns entscheiden sollen. WER soll in die Röhre gucken, das Ego oder unser Herz? 

Wie re-agieren Ego und Herz?

Unser Ego ist beleidigt, gekränkt und eingeschnappt, wenn es in die Röhre gucken muss. Es leidet, hat Schmerzen und „spielt nicht mehr mit“. Womöglich wird es wütend und laut, krakelt herum, knallt mit den Türen, stampft mit dem Fuß auf, probt einen riesen Aufstand und macht uns vor allen Leuten eine heftige Szene.

Unser Herzensfeld hingegen ist Liebe. Und Liebe erlaubt. Liebe lässt geschehen. Liebe gewährt. Liebe nimmt hin. Die Liebe bleibt ruhig und leise, selbst dann, wenn sie in die Röhre guckt.

Und wenn wir Frieden haben wollen, dann lassen wir bei inneren Konflikten, bei „Ja-Nein“ oder bei „Nein-Ja“ Entscheidungen eher unser Herzensfeld im Regen stehen als unser Ego, weil unser Ego wie Rumpelstilzchen herumspringen würde und das will keiner erleben.

Warum fallen uns nun Dankbarkeit und Vergebung so schwer?

Dankbarkeit und Vergebung sind Energien, die in der Frequenz der reinen, göttlichen Liebe schwingen. Dankbarkeit und Vergebung sind die universale Liebe. Dankbarkeit und Vergebung sind somit reine Herzensfeld-Energie. Diese Herzensfeldenergie können wir natürlich leicht aus unserem Herzensfeld heraus leben. Doch was machen diejenigen Menschen, die zur göttlichen Liebe, zu ihrer eigenen Selbstliebe, zu ihrem eigenen Herzensfeld, zu ihrem Inneren Kind keinen Draht haben und „Nein“ sagen?

Menschen, die keine Verbindung zu ihrem eigenen Herzensfeld haben, sind unbewusst vollkommen mit ihrem Mensch sein sowie mit ihrem Ego (mit ihrem Körper, ihrer Person, ihrer Geschichte) identifiziert. Sie stehen eben nicht „über den Dingen“. Und weil sie nicht „über den Dingen stehen“, fällt ihnen auch das Dankbarsein bzw. das Vergeben so schwer.

Dankbarkeit und Vergebung sind reine Liebe. Das Ego nimmt sich jedoch als getrennt von dieser reinen Liebe war. Und noch schlimmer: Die reine Liebe ist ihm fremd und es hat enorme Angst vor der Liebe. Folglich beißt sich die Liebe (Dankbarkeit und Vergebung) mit dem Grundgefühl des Ego: Angst. 

Ego und Liebe stehen auf Kriegsfuß

Unser Ego und unser Herzensfeld stehen auf Kriegsfuß miteinander. Sie können einfach nichts    aber auch überhaupt gar nichts    miteinander anfangen. Sie sprechen verschiedene Sprachen, halten unterschiedliche Werte hoch, verstehen unter „Liebe“ etwas völlig Unterschiedliches und können den anderen einfach nicht verstehen. Dies kann auch nicht anders sein, denn Ego und Herz sind durch „den Kuss des Vergessens“ ja voneinander getrennt worden    und so ist es eben bis heute.

Liebe bedeutet für unser Ego: jemanden haben, besitzen und vereinnahmen. Liebe auf der Ego-Ebene bedeutet: Abhängigkeit und sich gegenseitig brauchen. Ego. Liebe ist furchtbar klebrig. „Wahre Liebe lässt frei    da würde unser liebes Ego Entzugserscheinungen und Panik-Attacken kriegen (und der ein oder andere wird dies sogar leibhaftig aus dem wirklichen Leben kennen).

Unser Ego ist Kopf, Form und Leben (= entstehen und vergehen). Unser Ego ist Körper, das Außen, die Welt, denken, der Verstand sowie alles Feststoffliche. Seine Gefühle sind vor allem Angst, Mangel, Schuld, Opfer sein, ein schlechtes Gewissen, Minderwertigkeit, Wut, Ärger und Hadern. Sein Leben wird bestimmt durch seine Vorstellungen, die ihrerseits durch unsere Erziehung geprägt wurden. Unser Ego ist im Grunde genommen nicht es selbst, sondern pure Fremdenergie (denn unsere Original-Energie ist ja Herzensfeld-Energie = Liebe).

Wie soll das Ego für solch ein Ego-Leben dankbar sein? 
Für was davon?
Und zu was davon soll es „JA“ sagen?

Und wer hat ihm all dies eingebrockt?    Aus seiner Sicht: die anderen! Also wieso sollte es ihnen vergeben, wenn doch (aus seiner Sicht) die anderen an allem Schuld sind.

Kompensation

Welcher Mensch will freiwillig ein solch elendiges (kleines) Ego-Leben führen, fühlen und dabei auch noch genießen? Das kann kein Mensch! Deswegen versucht unser Ego seine gefühlte Minderwertigkeit zu kompensieren und auszugleichen. Es überspielt seinen Mangel und seine Unfähigkeiten und macht sich selbst größer, indem es die anderen erniedrigt.

Für was soll da das Ego dankbar sein?
Danke, dass ich Dich erniedrigen darf?
Danke, dass Du ich unter Druck setzt?
Ich freu mich über Dein „Nein“?

Und unser Herzensfeld kann auch nicht dankbar sein, denn a) es erniedrigt ja niemanden und b) es wird ja in dem ganzen Ego-Leben überhaupt (noch) nicht wahrgenommen. 

Und wem und wie soll das Ego vergeben?
Ein Ego kann nicht vergeben.
Vergeben ist entgegen seiner Natur.
Es kann nur um sein Überleben kämpfen …!

Für unser Ego ist jeder ein Feind: jeder andere Mensch (der größer, besser oder schlauer sein könnte als es selbst), das Leben selbst und sogar die Liebe, vor der es Angst (Panik) hat.

Als Unkraut sterben

Wie soll in einem Grundgefühl von Angst (Panik), Mangel, Kleinheit, Unsicherheit, Schuld und Wut die Energie von Dankbarkeit und Vergebung keimen und gedeihen? Es geht nicht! Es ist absurd. Das wäre, wie wenn ich (als Ego) ein Stück Unkraut bin und demjenigen „Danke“ sage, der mich ausreißt.

Auf das Ego wartet eine Aufgabe, die der Quadratur des Kreises gleicht: Es muss sich tatsächlich als Unkraut erkennen und demjenigen, der es ausreißt, dankbar sein. Denn nur dann kann seine Form als Unkraut sterben und es kann sich energetisch transformieren und in eine neue Form inkarnieren    zum Beispiel in eine wunderschöne Blume. Doch welcher Mensch will dieses „Sterben bei lebendigem Leibe“ während eines Lebenszyklusses leibhaftig und live miterleben? Wer?

Wenn Ich ein Ego bin, dann müsste ich bereitwillig zu Dir sagen: „Reiß mich raus.“ In dem Wissen, dass ich nur meine Form verändere. 

Für mein Leben als Mensch bedeutet dies: Ich sage freiwillig und bereitwillig zu einem anderen Menschen: „Reiß mich aus.“ Doch wir Menschen haben nicht das Wissen, dass wir hier sind, um rausgerissen zu werden und um unsere Form zu verändern. Jeder Mensch ist eine Raupe und soll zu einem Schmetterling heran reifen. Und was sagen wir, statt „Reiß mich aus.“ Wir sagen: „Willst Du mich heiraten?

Es ist beides das Gleiche    das weiß nur niemand!
Reiß mich aus“ und „Willst Du mich heiraten?“ ist dasselbe.

Die Identifikation aufgeben

Unser Partner ist genau dazu da: Unsere Ego-Identifikation aufzulösen! Und sind wir ihm/ihr dankbar dafür?    Nein, stattdessen trennen wir uns immer dann, wenn der andere seine Arbeit gerade richtig gut gemacht und uns als Ego-Unkraut fast vernichtet hat (unsere Ego-Identifikation mit all seinen Vorstellungen fast aufgelöst hat). Wir können die Liebe hinter dem Wirken unseres Partners und wir können unsere eigene Transformation (Metamorphose) hinter unserem Schmerz nicht wahrnehmen/erkennen. Warum? Weil wir im Ego-Korsett, im Vergessen, in der Erfahrung, in der Welt, im Körper, in unseren Vorstellungen, im Sumpf unserer Werte, in der Klebrigkeit der Ego-Liebe, im Leben selbst feststecken.

Ego-Liebe klebt.
Wahre Liebe lässt frei.

Dankbarkeit und Vergebung kriegen wir erst dann hin, wenn wir ein klitzekleines bisschen von unserem nur-Ego-Sein aufgelöst haben. Doch dies machen wir in den seltensten Fällen freiwillig, deswegen „hilft“ uns das Leben mit ein paar Überraschungen in Form von schicksalhaften, schmerzhaften und leidvollen Schicksalsschlägen. Bei solchen existenziellen Grenzerfahrungen „kommen wir zu Verstand“. Doch hierbei ist nicht unser Kopf-Verstand gemeint, sondern unser Herz-Verstand, unsere innere Liebe, unsere Intuition, unser eigenes Herzensfeld. 

In der tiefsten Krise erkennen wir plötzlich das Geschenk des Lebens und dann können wir mit einem Male dankbar sein    und sogar auch vergeben    weil unser Leben auf der Kippe stand/steht oder fast vorbei ist/war. Erst jenseits unser Ego-Identifikation können wir Dankbarkeit und Vergebung fühlen, erlauben und zum Ausdruck bringen, weil diese Energien reine Liebe sind und weil nur unser Herzensfeld in der Lage ist, diese Liebe zu leben.

Die gute Nachricht ist …    ist bei uns einmal das Gefühl von Dankbarkeit und/oder Vergebung durch unser Körper-Geist-Seele-System geflossen, so wird es immer wieder und immer häufiger den gleichen Weg fließen    solange, bis wir ganz und vollständig Liebe sind. Unser Ego wird, sobald es wieder bei Kräften ist, den Einzug der Liebe mit allen Mitteln zu bekämpfen wissen    in uns selbst sowie im Umgang mit anderen. Doch irgendwann wird es merken, dass kein Land mehr zu gewinnen ist, und dann gibt es sich schließlich tatsächlich freiwillig und bereitwillig seiner eigenen Transformation, Metamorphose und Umwandlung hin. Es gibt sein Ego-Ich bereitwillig auf. Es hängt sein Ego-Selbst freiwillig an den Nagel. Es lässt seine Geschichte, seine Identifikation und alles, was es bis hier hin persönlich genommen hat, hinter sich zurück. Alles …!

Die brennende Stadt

In den alten Schriften wird dieses Zurücklassen beschrieben mit der Geschichte von der brennenden Stadt, die hinter einem in Schutt und Asche fällt. Wer nach vorne zum Licht schaut und seiner Neuen Ordnung (der inneren Neuen Ordnung des eigenen Herzensfeldes) aufrichtig und sicheren Schrittes entgegen geht, der/die wird es gut haben. Doch wer sich umdreht und zurückschaut, was alles verloren geht, den wird der Schmerz des Verlustes so sehr zerreißen, dass er/sie auf der Stelle zu Stein erstarrt.

Dankbarkeit und Vergebung tragen in sich die Grundenergie von: „Ich danke Dir, das Du mich darin unterstützt, mein Ego, mein Ich, meine Identifikation und alles, was mir lieb und teuer ist, aufzulösen.“ Wer diese Worte frei heraus sprechen kann, der/diejenige kann leicht dankbar sein und vergeben. Dankbar für das, was ist und was war. Und vergeben, weil alle Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“ auf Herzensfeldebene ohne Bedeutung sind, sehr wohl aber wichtig waren, um Erfahrungen machen zu können, um sich entwickeln zu können und um schließlich Bewusstseins-Bewusstsein (Bewusstheit) erlangen zu können.

Ja, all der Schmerz war erforderlich, um uns von unbewussten Wesen hin zu bewussten Wesen entwickeln zu können. Und dies konnte nur gelingen, indem wir uns unseres Schmerzes bewusst wurden. Denn ohne Schmerz tritt kein Bewusstsein ein! (Wenn es einfach schön ist, nehmen wir dies für ganz selbstverständlich hin    Wer ist beispielsweise heute dankbar dafür, dass er unserer Zeit Toilettenpapier benutzen darf und nicht mehr alte Kleiderfetzen, Tonscherben, Steine oder seine blanke Hand benutzen muss? Wer ist dankbar für ein paar Schuhe?    Die gab es nicht schon immer.  Wer ist dankbar, lesen und schreiben zu können?    Viele Menschen können es nicht.)

Dankbar

Und auch hier können wir nun Dankbarkeit und Vergebung praktizieren bezüglich unseres eigenen Lebensweges …

Danke, dass ich mich entwickeln durfte …
Danke für die Schmerzen, für Kummer und Leid …
Ich vergeben mir selbst mein Hadern und Grollen …
Danke, dass ich Gefühle fühlen kann …
Danke, das ich lebe …
Ich nehme alles in Liebe an, so wie es sich gefügt hat …

04.04.2019
Björn Geitmann

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