Ernährung

Algen: Gesundheit aus Meer und Süßgewässern

Algen und MuschelnAlgen: Gesundheit aus Meer und Süßgewässern

Algen versorgen den Organismus mit hochwertigen Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren, unterstützen den gesamten Verdauungstrakt, helfen Schlacken- und Giftstoffe auszuscheiden und wirken bei zahlreichen Krankheiten heilend auf den Körper ein.

Aufgrund ihrer mannigfaltigen Funktionen gelten Algen auch als „Biokatalysatoren“, die ins Stocken geratenen Stoffwechselvorgänge und die Entgiftung des Körpers wieder in Schwung bringen können. Algen werden in der Immuntherapie, zur Krebsbekämpfung, bei der Behandlung von Gelenkerkrankungen und seit Tschernobyl sogar zur Behandlung von Strahlenopfern mit Erfolg eingesetzt. Manchen Arten von können Schwermetalle im Körper binden und eignen sich deshalb gut für Ausleitung von Amalgam.

Algen, die Ureinwohner der Meere und Seen

Kein Lebensraum verfügt über eine derartige Mannigfaltigkeit an Lebensformen wie die Gewässer unserer Erde. Abhängig von Temperatur, Wasserdruck, Lichteinfall und vielen anderen Faktoren, beherbergen die verschiedenen Tiefenzonen des Meeres eigene Lebensgebiete mit einer jeweils typischen Tier- und Pflanzenwelt. Noch in zehntausend Meter Tiefe existieren Krebsarten, Faden- und Ringelwürmer, Seegurken und andere Weichtiere in völliger Dunkelheit. Bis etwa 7500 Meter Tiefe sind Fische zu finden, die an den gigantischen Wasserdruck und die Dunkelheit dieser Tiefen speziell angepasst sind. Algen leben in Tiefen bis maximal 270 Metern, meist jedoch viel näher an der Wasseroberfläche, da sie zur Photosynthese auf das Sonnenlicht angewiesen sind. Von der schier unerschöpflichen Fülle an Nährstoffen profitieren die etwa 13.000 verschiedenen Algenarten, die im Salzwasser vorkommen.

In den letzten Jahrzehnten erkannte man auch zunehmends den großen gesundheitlichen Wert, den die Süßwasseralgen haben. Im Süßwasser sind über 13.000 verschiedene Algenarten anzutreffen, die in Seen, Flüssen und Bächen oder Feuchtgebieten wachsen, sogar in Pfützen, im feuchten Erdreich oder auf feuchten Steinen, gedeihen sie prächtig. Die Vegetation im Süßwasser besteht neben Moosen und vielen Blütenpflanzen hauptsächlich aus Algen. Anders als ihre Verwandten aus dem Meer, enthalten die Süßwasseralgen nicht mehr Jod als andere Gemüse, die auf dem Land wachsen. Dies ist ein erheblicher Vorteil für Menschen, die an einer Schilddrüsenüberfunktion leiden, die ja durch einen zu hohen Jodgehalt in der Nahrung verstärkt wird. Dank der Süßwasseralgen muss in diesem Fall nicht auf ein Nahrungs- und Heilmittel mit hohem Gehalt an Eiweiß, Mineralien und Vitaminen verzichtet werden. Trotz des enormen Artenreichtums bei den Süßwasseralgen werden nur einige wenige Sorten für die menschliche Ernährung kultiviert und genutzt. Diese Algen können relativ problemlos gezüchtet werden und sie haben es im wahrsten Sinne des Wortes in sich:

Chlorella

Chlorella pyrenoidosa ist eine einzellige Grünalge, die sich an die verschiedensten Süßwasser-Lebensräume anpassen kann und in Seen, Buchten und Flüssen, sowie auf feuchten Baumstämmen und an nassen Felsen zu finden ist. Unter günstigen Bedingungen vermehrt sich Chlorella rasend schnell und wird deshalb in Japan und Taiwan relativ problemlos in Mengen von mehreren tausend Tonnen pro Jahr aus speziellen Zuchtbecken geerntet. Getrocknete Chlorella hat einen Anteil an hochwertigem Eiweiß von über 60%, das ist wesentlich mehr als auf vergleichbaren Flächen mit Sojaanbau zu erzielen ist. Ein wichtiger Grund dafür, dass manche Wissenschaftler in der Kultivierung von Algen, speziell bei Chlorella und Spirulina, eine Lösungsmöglichkeit für den steigenden Nahrungsbedarf der stetig wachsenden Weltbevölkerung sehen. Des Weiteren bietet Chlorella auch sehr große Mengen an Chlorophyll, das zur Kräftigung und Reinigung des Blutes einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Die Süßwasseralge enthält große Mengen an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen in natürlicher Form. Nährstoffe und Vitamine, die in einer Alge, oder einer anderen Pflanze in einem natürlichen Molekülverbund eingebaut sind, können von unserem Organismus immer besser aufgenommen und zu den verbrauchenden Organen transportiert werden, als synthetisch hergestellte Stoffe. Chlorella wird, außer zur Nahrungsergänzung, zur Behandlung vieler verschiedener Leiden eingesetzt. Positive Erfahrungen liegen bei Magen-Darmstörungen, Geschwüren, Allergien, Gelenkleiden, asthmatischen Erkrankungen und allgemeiner Abwehrschwäche vor. Der Zinkreichtum macht Chlorella zu einem guten Stärkungsmittel bei allgemeiner Müdigkeit, Schwächezuständen und Stressbelastung. Zink hat auch einen allgemein entzündungshemmenden Effekt. Chlorella enthält einen Wirkstoff, der als CGF, Chlorella Growth Factor, also Chlorella Wachstumsfaktor, bezeichnet wird und beim Menschen die Zellneubildung stark fördert. Daher wird Chlorella auch bei der Behandlung von Wunden und Geschwüren mit großem Erfolg eingesetzt. Chlorella hat eine ausgesprochen feste Zellwand, die im Verdauungstrakt des Menschen nicht geknackt werden kann. Deshalb muss Chlorella vor der Verarbeitung zu Tabletten oder Pulver erst speziell aufgeschlossen werden, was den Herstellungsprozess leider verteuert.

Algen, Meer und SteineKlamath-Alge

Diese Süßwasseralge wurde erst vor knapp 30 Jahren für die Nutzung durch den Menschen entdeckt. Sie wird in relativ kleinen Mengen kultiviert und gehandelt. Die Klamath-Alge gedeiht, ihrem populären Namen entsprechend, im Upper-Klamath-Lake in Oregon, USA. Ihre Vorteile sind der hohe Gehalt an vielen verschiedenen essentiellen Aminosäuren und Mineralstoffen und die Spurenelemente Bor und Molybdän, die in anderen Süßwasseralgen nicht enthalten sind. Der Tagesbedarf an Vitamin B12 kann mit 1 bis 2 Gramm der getrockneten Klamath-Alge gedeckt werden, was besonders für Veganer, die auch keine Eier und Milchprodukte zu sich nehmen, sehr vorteilhaft ist.

Spirulina

Spirulina hat in unserer Aufzählung eine Sonderstellung, nicht nur weil diese Alge für ihre heilende und nährende Wirkung bekannt ist. Spirulina ist eigentlich keine richtige Alge. Ihre Zellen besitzen keinen Zellkern, und der Organismus gehört zu den so genannten Blaubakterien. Auch kann man Spirulina nicht eindeutig den Meerwasser- oder den Süßwasseralgen zurechnen. Spirulina lebt in extrem basischen Gewässern mit pH-Werten zwischen 8 und 10, in denen keine andere Alge überleben könnte. Auch braucht sie intensivste Sonneneinstrahlung, um gut zu gedeihen. Spirulina findet man ursprünglich in den Sodaseen der Tschadregion in Afrika oder im Texcoco-See in Mexiko. 100 bis 300 einzelne Zellen schließen sich zu einem spiralförmigen Organismus von etwa 1/2 Millimeter Länge zusammen. Spirulina hat im Gegensatz zu Chlorella eine relativ weiche Zellhülle, sodass die reichlich enthaltenen Nährstoffe leicht im Darm aufgenommen werden können.

Spirulina ist ein wahres Kraftpaket unter den Algen und wird in großen Mengen zur Behandlung der verschiedensten Krankheiten und als wertvolle Nahrungsergänzung eingesetzt. Das getrocknete Algenpulver enthält bis zu 70% (!) hochwertiges Eiweiß mit nahezu allen essentiellen Aminosäuren. Weitere Vorzüge von Spirulina sind der hohe Anteil an blutbildendem Chlorophyll und Eisen, große Mengen an Vitamin A, Vitamin-B-Komplex, Vitamine E, F, H und K, und vielen Mineralien, besonders Kalzium und Phosphor, die den Knochenaufbau fördern. Spirulina ist also auch ein geeignetes Mittel, um der Osteoporose vorzubeugen. Aufgrund ihrer wertvollen Eigenschaften wird Spirulina in Mexiko, Taiwan und Japan im großen Stil gezüchtet.

Vergleich Inhaltsstoffe Spirulina – Sojabohne 

Organische Stoffe

Spirulina

Sojabohne

Eiweiß

69 – 71 %

39 %

Kohlenhydrate

12 – 13 %

36 %

Fett

7 – 8 %

19 %

Vitamine

Vitamin A,B1,B2,B6,B12
Panthotensäure, Nicotinsäure,
Folsäure

Vitamin B1,B2,B6

Pflanzenfarbstoffe

Chlorophyll, Carotinoide,
Phycocyanin

keine


 Thalassotherapie – Well&fit durch die Kraft des Meeres

Das Meer (griechisch: Thalasso ) besitzt ein unerschöpfliches Reservoir an Heilkräften. Und auch für die äußerlichen Anwendungen hat uns das Meer einiges zu bieten. Der Begriff Thalassotherapie wurde zwar erst 1867 von dem französischen Arzt La Bonnadière aus Arcachon begründet, Heilanwendungen mit Algen oder Meerwasser wurden aber schon seit jeher verabreicht. So sollen sie bereits im alten China vor rund 5000 Jahren bekannt gewesen sein, und auch der griechische Arzt Hippokrates (460-370 v.Chr.) riet bei vielen Erkrankungen zu heilsamen Bädern und anderen Meerwasseranwendungen.

3_2012_AHeilendes Meerwasser

Das Meer, Ursprungsort allen biologischen Lebens auf der Erde, ist in seiner Zusammensetzung dem Blutplasma des Menschen ähnlich. Die heilende Wirkung beruht auf dem hohen Gehalt von mehr als 26 Mineralien und Spurenelementen, die in feinst gelöster Form vorkommen. Bäder in stark meersalzhaltigem Wasser wirken durchblutungsfördernd und helfen bei Hauterkrankungen wie z.B. bei Schuppenflechte oder Neurodermitis.

Thalasso-Anwendungen – Wohltat für Körper und Seele

Die wohltuende Wirkung einer Thalassotherapie kann man in zahlreichen Gesundheits- und Schönheitsfarmen erfahren, oder direkt am Meer in Frankreich und an der Ostsee. Unter Anleitung eines Arztes werden Algen, Schlick und Meerwasser mit Thermalanwendungen, verschiedenen Entspannungstechniken und elektrophysikalischen Therapieverfahren kombiniert. Thalassoanwendungen steigern aber nicht nur unser Wohlbefinden, sie wirken gleichzeitig wie ein Jungbrunnen für unsere Haut und bringen Herz und Gelenke in Schwung. Wer sich aus finanziellen oder zeitlichen Gründen keinen Kuraufenthalt leisten kann, muss aber nicht auf die regenerierenden Thalassoanwendungen verzichten. Denn mittlerweile wird auch für die Anwendung zu Hause eine große Palette an Meeresprodukten angeboten wie Cremes, Packungen und Badezusätze.

Hauptanwendungsgebiete
Bei Stresszuständen oder in der Rekonvaleszenz, zur Zellulitisbehandlung, bei Ekzemen, Neurodermitis oder Schuppenflechte, Stoffwechselerkrankungen, Durchblutungsstörungen und Herzschwäche, Rheuma, Arthritis, Wirbelsäulenbeschwerden und Ischialgien, in der Frauenheilkunde bei Menstruationsproblemen und bei Störungen des Wohlbefindens im Klimakterium.

Algengesichtsmaske: Jungbrunnen für die Haut
Aus Algenpulver oder pulverisierten Algentabletten können Sie ganz einfach eine entspannende Gesichtsmaske herstellen, die trockener Haut Feuchtigkeit spendet und gleichzeitig das Hautbild klärt. Sie benötigen:

1 Eigelb
Jojobaöl
2-3 pulverisierte Algentabletten
1 Prise Meersalz
Unter ständigem Rühren tropfenweise Jojobaöl in das Eigelb einarbeiten, bis eine mayonnaiseartige Konsistenz entsteht. Dann das Algenpulver unterrühren und eine Prise Meersalz dazugeben. Die Gesichtsmaske auftragen, dabei die Augenpartie aussparen. Die Maske für zirka 15 Minuten einwirken lassen und dann mit feuchtwarmen Tüchern abnehmen.

Hilfe bei Zellulitis: kurmäßige Algenpackungen
Einige Meeresalgen haben sich als besonders wirksam in der Zellulitis-Behandlung herausgestellt. So zum Beispiel der Blasentang Fucus vesiculosus, der besonders reich an Jod und Vitamin C ist. Pulverisiert und als Algenpackung auf die Problemzonen aufgetragen, regt er die kollagenproduzierenden Zellen im Unterhautgewebe an und aktiviert den Stoffwechsel der Fettzellen, so dass diese schneller abgebaut werden können. Diese Anwendung sollte wenn möglich täglich über einen Zeitraum von drei Wochen gemacht werden. Da auch noch andere Faktoren eine Rolle bei der Zellulitisbildung spielen, sind die gesunde Ernährung, sportliche Betätigung sowie reichliche Flüssigkeitszufuhr (Wasser oder Tee) empfehlenswert, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Text: (c) Petra Neumayer

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