Aufstieg & Lernen

Christus Energie

geöffnete HändeChristus Energie

Alle Religionen haben ihre zum Teil eigenen Interpretationen der Urschriften bzw. des mündlich Übermittelten. Auf dieser Basis haben auch viele „Verkünder“ ihr eigenes Gedankengut
eingebracht, was mMn auch richtig ist, denn die Gesamtheit der Menschen stellt ein großes Mosaik dar, in dem jedes Steinchen in seiner eigenen Form und Farbe am richtigen Platz ist.
Hätte Gott den Einheitsmenschen und –glauben haben wollen, hätten wir ihn. Davon bin ich überzeugt.

So ist auch z.B. Angelus Silesius (eigentlich mit bürgerlichem Namen Johannes Scheffler, ein Priester und Mystiker des 17. Jahrhunderts, der 1674 den „Cherubinischen Wandersmann“
schrieb) einer der „Rufer“, einer, der wachrütteln wollte. Es ging auch ihm offensichtlich nicht darum, einer menschlichen Interpretation zu folgen, sondern darum, den Schöpfergeist zu leben!
So sagte er im obengenannten Stück unter anderem: „Und wäre Christus 1000mal in Betlehem geboren und nicht in Dir, Du wärest doch ewiglich verloren.“

Damit meinte er (zumindest wird es so erklärt), dass die Geburt Jesu in Betlehem zwar der Anfang des Heiles ist, aber dass Jesus immer wieder, ja täglich, in unseren Herzen geboren
werden muss, damit wir seine Verheißungen und sein Heil erhalten. Ursprünglich ein Text zu Weihnachten, doch ich glaube, Spiritualität (und um die geht es mir hier) will täglich, ja stündlich
gelebt sein und nicht nur zu bestimmten rituellen Festen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich das mit der wörtlichen Auslegung der Bibel für mich nicht so integrieren kann. Da haben zu viele Menschen in zu unterschiedlichen Zeiten – also auch vom
Zeitgeist und unterschiedlichsten Motivationen „gefärbt“ – daran heruminterpretiert.

Wenn ich jetzt trotzdem das Thema Christus aufgreife, so deshalb, weil ich glaube, es ist heute so aktuell wie zu allen Zeiten – wenn auch nicht im Sinne der etablierten Glaubensgemeinschaften.
Damit bin ich auch in mehr oder weniger guter Gesellschaft, denn der Begriff des Christus-Bewusstseins durchzieht auch unsere Jetzt-Zeit, wenn auch wieder mal in unterschiedlicher
Färbung.

„Christus-Bewusstsein“ hat meiner Meinung nach eine völlig andere Bedeutung als die des Büßens, und dass wir sowieso alle Sünder sind – etwas, was wir jahrhundertelang vermittelt
bekommen haben.

Folgende Gedanken fand ich, die mich berühren:
Mit einer Woge der Liebe erfasst es uns, das Christus-Bewusstsein. Nicht der erwartete Heiland selbst kehrt zurück auf die Erde und errettet die Welt, sondern eine Bewusstseinsänderung findet
statt, denn „Christus“ bedeutet „Einssein mit Gott“.
„Christus-Bewusstsein“ drückt also aus, dass nicht nur alle – als Einzelwesen – miteinander verbunden sind, sondern noch mehr: Ich bin du, und du bist ich. Ich bin in dir, und du bist in
mir. Alles ist ein Teil von mir, und ich bin ein Teil von allem, was ist. Jeder Mensch, jedes Lebewesen, die ganze Natur, jeder Engel, auch Gott selbst, bin ich. Und hier auf der Erde bin
ich wie ein Samenkorn meines höheren Selbst gepflanzt, um den göttlichen Aspekt zu verkörpern, der „ICH BIN“.

Eine totale Veränderung des Denkens und ein wirkliches Verstehen der kosmischen Gesetze setzt ein, wenn du dieses Wissen tief in dein Innerstes aufgenommen hast. Denn es gibt kein
DU mehr, sondern nur noch ein WIR. Eine tiefgreifende Verschmelzung setzt ein. Duale werden ausgeglichen. Das Ur-Männliche und das Ur-Weibliche verbinden sich wieder miteinander,
und wir werden EINS. Und zwar eins in uns selber.

Und um diese Verschmelzungen zu erreichen, brauchen wir keine großartigen Ausbildungen.
Wir brauchen uns nur dafür zu öffnen, im Hier und Jetzt, im Moment zu leben – als Ausdruck Göttlichen Seins. Es bedarf keiner weiteren „Praktiken“ als einfach nur des liebevollen Annehmen
und Zulassen von allem, was jetzt ist und sich durch uns ausdrücken möchte. Ohne eine Bewertung von Gut oder Schlecht, sondern einfach nur SEIN. Keinesfalls geht es um Perfektion,
sondern um das Fühlen der Freiheit, wenn wir im Jetzt agieren, losgelöst von allen Zwängen und doch mit beiden Beinen auf der Erde und völlig Hier.
Denn nur in vollkommener Annahme unseres irdischen Seins können wir paradoxerweise das himmlische Reich erreichen.
Ein tiefes Gefühl der Liebe für alles, was ist, ist die Basis, um unseren Brüdern und Schwestern – und auch Tieren oder Pflanzen oder Mutter Erde selbst – unser tiefempfundenes Mitgefühl
auszudrücken. Und dieses Mitgefühl ist der Nährboden, aus dem das Gefühl des Friedens hervorgeht.

Auf dass uns das täglich besser gelinge!
Ich wünsche uns allen eine wunder-volle Zeit!

Ihr 

Manfred Aubert

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