Der Ort des Bösen ist der Mensch

Farne im Botanischen Garten

7_Botan_Garten_5_2012 Es gibt/gab KEINE EVOLUTION IM PSYCHISCHEN. Der Ort des Bösen ist der Mensch

„Nicht mit.zu.hassen, mit.zu.lieben bin ich da“ –

es ist dies die großartigste Erkenntnis der griechischen Antike, aber diese Einsicht der todes.mutigen Antigone aus Sophokles’ gleichnamiger Tragödie ist im Äther ebenso wirkungs.los verhaucht wie die Bergpredigt Jesu oder die milliardenmal gedanken.los oder innig.flehentlich als verzweifelter Hilferuf zum Himmel gesandte Schlußbitte des Vaterunsers: „Und erlöse uns von dem Bösen.“

Nichts vermochte den Menschen grund.legend zu bessern, auch nicht Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten mit seinen imperativen und kategorisch.rigiden Aussagen zu einer weg.weisenden Pflichten.lehre oder der achtgliedrige Pfad des Buddha.

DIE ENT.WICKLUNG DER MENSCHHEIT IST OFFENSICHTLICH AM PSYCHISCHEN SPUR.LOS VORBEIGEZOGEN, was bedeutet, dass die Evolution die psychische Grund.prägung der mensch.lichen Persön-lichkeit NICHT erreicht hat.

So behaupte ich wohl zu Recht:

ES GIBT/GAB KEINE EVOLUTION IM PSYCHISCHEN! Denn:

Die Elementar.motive, die das mensch.liche Tun antreiben, haben sich nicht geändert. Eine fundamentale qualitative Entwicklung hat demzufolge nicht stattgefunden. Ob die Vernichtung eines Mit.menschen mit Pfeil und Bogen, mit dem Faust.keil, mit der Atom.bombe oder mit einem Laser.strahl ausgerichtet wird, ändert nichts am Motiv des Mörders. Das Ur.Motiv des Tötens ist un.verändert erhalten geblieben.

Im Gegenteil: Die diabolisch.destruktive Kreativität des Menschen sucht nach immer neuen, subtileren Formen, um das GEGEN, das sie im Herzen trägt, zu seinem vernichtenden Werk zu führen.

Hatte ich über viele Jahre hinweg ganz groß und edel vom Menschen gedacht, ähnlich dem grandiosen Religionsphilosophen Romano Guardini, der vom Menschen einmal sagte, er sei „die einzige Sprache, in die Gott übersetzt werden“ könne – heute ist mir dieser Glaube (fast) gänzlich abgestorben.

Freilich:

Den einen oder anderen guten Menschen gibt es, zweifel.los, aber pauschal und im großen Spektrum gesehen, teile ich den Pessimismus des Philosophen Arthur Schopenhauer, wonach diese Welt die schlechteste unter den möglichen ist.

Ich begreife heute auch, warum Friedrich Nietzsche Zarathustra zynisch.verächtlich so sprechen lassen konnte:

„Wahrlich, ein schmutziger Strom ist der Mensch. Man muss schon ein Meer sein, um einen schmutzigen Strom aufnehmen zu können, ohne un.rein zu werden. Seht, ich lehre euch den Über.menschen: der ist das Meer, in ihm kann eure große Verachtung untergehen. Den Über.menschen lehre ich euch. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll.“

Die Menschheits.geschichte im Gesamten liest sich nun einmal nicht nur als Kriegs., Kriminal. und Verbrechens.geschichte, sondern auch als Geschichte der Macht.

Der Philosoph Hegel spricht von der Geschichte als von einer „Schlacht.bank, auf welcher das Glück der Völker, die Weisheit der Staaten und die Tugend der Individuen zum Opfer gebracht werden.“

2_Mammutblatt Zu allen Zeiten und in allen Epochen der Menschheits.geschichte lässt sich eben das un.bändige Verlangen feststellen, dass der eine über den anderen zu herrschen begehrt, dass er gierig darauf aus ist, andere niederzudrücken, sie auszurotten, sie zu diffamieren und zu degradieren, sie zu verknechten und zu töten.

Wer die Wirklichkeit des Menschen in der Geschichte nachzuzeichnen wagt, begegnet fortwährend Strömen von Blut, Bosheit und Verworfenheit. Er wird nahezu erdrosselt von der Kette, die gefügt ist aus Hass, Neid, Rache und Gewalt, aus den Bildern von Zerschossenen, Erhängten und Verbrannten, Vergewaltigten, Verhungerten und seelisch und/oder körperlich Verkrüppelten.

Im Laufe der Menschheits.geschichte waren die Todes. und Tötungs.arten un.zählig, varianten.reich auch die Modalitäten des Quälens und un.begrenzt die Formen, in denen die Menschen sich gegenseitig Böses antun konnten und bis in die jetzige Sekunde hinein einander zufügen.

Auf welchem Weg gelangt die mensch.liche Geschichte zu ihrem Frieden und zu ihrem Heil? Fragt man die großen ‚Führer‘ und Weg.weiser der Geschichte, so erhält man stets die gleiche Antwort: Das Heil des Menschen ist nur zu verwirklichen, indem man durch ein Meer von Blut watet:

Eineinhalb Millionen toter Gallier sind kein zu hoher Preis, um in Rom zu herrschen, dachte Caesar im ersten Jahrhundert vor Christus; 6 Millionen Tote sind kein zu hoher Preis für die Revolution, dachte Lenin 1917; 6 Millionen getöteter Juden sind kein zu hoher Preis für die Vormachtstellung Deutschland, dachten die Nationalsozialisten zwischen 1939 und 1945 – alle ‚Großen‘ in der Geschichte sind bis zu den Knöcheln, bis zu den Ellenbogen, bis zum Halse durch Blut gewatet.

Immer war ihnen eine Idee vom Menschen wichtiger als der wirkliche Mensch; der wirkliche Mensch war für sie nur ein Material zur Hervorbringung des “eigentlichen” Menschen; und am Ende ihrer Taten hatten sie meist alles unternommen, um ihre Ideen vom Menschen so gründlich wie möglich ad absurdum zu führen.

Dennoch scheint in unserem Jahrhundert das einzige Dogma, an das die Menschheit glaubt, darin zu bestehen, dass zur Erreichung bestimmter idealer Zustände jedes Mittel gerechtfertigt, kein Preis zu hoch und alles, was dem jeweiligen Zweck diene, in sich schon rechtens sei.

Das BÖSE manifestiert sich nicht als lediglich lästiger Furunkel am sonst heilen Alabaster.körper eines Individuums, sondern es durchdringt die ganze Menschheits.geschichte wie ein krebs.artiges Geschwür, so dass man gerne den alttestamentlichen Prediger Kohelet versteht, wenn er
„die Toten pries, die längst dahin sind, glücklicher als all die Lebenden, die noch leben; und glücklicher als sie beide pries ich den, der noch nicht ins Dasein gelangt ist, der das Böse nicht sah, das sich abspielt unter der Sonne“ (4,2f.).

Im Buch Job erhebt der Dulder und Leidende, quasi stellvertretend für das Milliardenheer geschundener Kreaturen, verbittert Anklage:

„Was ließest Du mich aus dem Mutterschoß kommen? Wäre ich gestorben, ehe mich ein Auge erblickt! Dann wäre ich, als wäre ich nie gewesen: vom Schoß der Mutter gebettet ins Grab!“ (10,18f.).

1_graeser DER ORT DES BÖSEN IST ZWEIFEL.LOS DER MENSCH – das heißt: IM MENSCHEN SELBST HAT DIE BOSHEIT IHRE WURZELN:

Es ist die ANGST, die böse macht.

Immer wieder ist es die Angst, die den Menschen zwingt, sein Maß zu verlieren, sich in seinem So.Sein nicht akzeptieren und mehr sein zu wollen, als er ist. Sehr tief.sinnig sagt dies Eugen Drewermann in den „Strukturen des Bösen“ so:

„Aus Angst, ein Tier zu sein, muss er ein Engel werden, aus Angst, ein Nichts zu sein – ein Gott. Ein bloßer Mensch zu sein, erlaubt die Angst niemals.“

Angst freilich gehört wesent.lich zur Freiheit und zum Menschen. Ich kann das hier leider nicht weiter vertiefen, jedoch mag an dieser Stelle gelten:

Die hybride Selbst.überschätzung des Menschen müsste sich eigentlich angesichts der von ihm vollbrachten Scheußlichkeiten und Grausamkeiten geradezu auf eine Null minimieren, noch mehr, wenn man die Menschheits.geschichte – un.geschminkt und un.geniert – als eine durch und durch kriegerische erkennen und bezeichnen kann/muss:

KRIEG ABER IST DIE VERKÖRPERUNG DES BÖSEN SCHLECHTHIN!

Denn hier wird alles, was sich der Mensch an Grausam.keit, Sadismus und Gemeinheit, an Hinter.list, Lüge und Bosheit ersinnen kann, nicht nur einfach „nur“ getan, sondern sorgfältig geplant und organisiert, perfektioniert und verherrlicht, ja mit Orden gar belohnt und nicht selten von den Hütern der Moral und den Verwaltern von Religion abgesegnet.

Wenn Hass sein dürfte, dann wäre fürwahr nichts auf der Welt mehr zu hassen und mehr zu „bekämpfen“ als gerade der Krieg!

Aus der intensiven Beschäftigung mit der Menschheits.geschichte habe ich dies eine gelernt – und hiervon bin ich heute zutiefst überzeugt:

DAS BÖSE IST ZWEIFEL.LOS EIN BESTIMMENDES MERKMAL DES MENSCHLICHEN LEBENS und es ist ein wesentliches Unterscheidungs.kriterium zwischen Tier und Mensch.

Unter dieser Prämisse verbietet es sich mir von selbst, weiterhin dem Menschen das kaum überbiet.bare Qualitäts.siegel der „Krone der Schöpfung“ zu verabreichen – er ist vielfach das „Monster der Schöpfung“, das stets und nach wie vor seine „Mit.geschöpfe“ – Pflanzen, Tiere, Menschen und die un.belebte Natur – zu zerstören und kaum vorstellbar gräßlich zu Tode zu schinden sich erfrecht.

Ich bin daher absolut nicht mehr bereit, unter den in der Regel un.hinterfragten Selbst.verständlichkeiten des abendländischen Menschen.bildes jenes noch zu tolerieren, wonach der Mensch als Mittel.punkt und Maß aller Dinge betrachtet werden müsse, dem alles unterzuordnen sei (Anthropo.zentrik!). …

Die Pfingsttage sind noch nicht lange verstrichen – da mochten wir uns doch alle wieder und neu darauf besinnen, wie sehr der im.materiell.göttliche GEIST in uns alles Animalische und Aggressive, alles Hybride und Psychotische im Menschen überhöhen sollte … auf dass LIEBE (statt Hass und Gewalt) auf dieser struppigen Welt wenigstens ab und an und punktuell zu “herrschen” vermöchte …

(c) Dr. Bernhard A. Grimm, Scheyern

      Autor

      13. Februar 2013

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