Kopfsprung ins Herz

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© Lisa Maria Attender-Schwödiauer

Kopfsprung ins Herz –
Als Old Man Coyote das Schulsystem sprengte

von Gerald Ehegartner
Noah, Lehrer und Single, ist frustriert. Der Schulalltag engt ihn ein und in punkto Liebe tut sich nichts. Gar nichts. Und er hat Angst. Denn seit einiger Zeit fühlt er sich verfolgt.
Doch dann wird alles noch viel schlimmer.

Ein Mann mit Kojotenschwanz und Cowboyhut sitzt plötzlich auf seinem Sofa, trinkt Kaffee und glaubt der Lehrer zu sein, den Noah in seinem Leben vermisst.

Old Man Coyote, so nennt sich der Alte, ist gut in Form und beginnt sogleich, Noahs Leben ordentlich durchzurütteln. Spätestens aber, als Noah Schulbücher raucht und Systeme völlig in Frage stellt, ist er sich sicher, dass sein Leben Kopf steht. Allerdings sind Veränderungen nicht von allen gerne gesehen.

Wird Noah es schaffen, sich selbst treu zu bleiben, seine Liebe zu finden und der Enge des Schulsystems zu entkommen?

Ein herzerfrischendes und bewegendes „inneres Roadmovie“ über Lebendigkeit, Lachen und die Entfaltung des Potentials inmitten einer immer stärker kontrollierten und getakteten Gesellschaft.


Vita: Kamphausen-Gerald-Ehegartner

Gerald Ehegartner ist Pädagoge und Autor des herzerfrischend- humorvollen Romans „Kopfsprung ins Herz – Als Old Man Coyote das Schulsystem sprengte“, mit dem er nicht nur die Amazon-Bestseller-Listen sondern auch die Herzen vieler LeserInnen im Sturm eroberte. Sein Erstling wird hervorragend rezensiert, unter anderem von Konstantin Wecker, Gerald Hüther, Margret Rasfeld usw.
Gemeinsam mit einer ehemaligen Kollegin gründete er das erste österreichische Naturpädagogik-Wahlpflichtfach namens „Abenteuer Natur“, wofür beide den „Teacher´s award“ erhielten.
Gerald Ehegartner ist mittlerweile Teil des Teams „Lernwelt“ und der „Akademie f. Potentialentfaltung“ des Neurobiologen Prof. Gerald Hüther.
Homepage: https://geraldehegartner.com/


Leseprobe:

2 Das Lachen in meinem Wohnzimmer
Ich stieß die Tür auf und stolperte aus dem Schulgebäude. Erstaunt kniff ich die Augen zusammen. Es war ein wunderbarer Frühlingstag, der warme Regen verstärkte den Duft der Pflanzen. Ein Hauch von Flieder, süß und schwer, Vögel zwitscherten und tschilpten und Menschen tanzten durch die Straße. Was war passiert?

Ich schlang die Arme um mich, musste mir eingestehen: Junge, es ist nicht mehr weit bis zum Gefrierpunkt. Es nieselt, wir haben Ende November und Nebelkrähen gehören auch zu den Singvögeln. Weiß Gott, warum! War der Kontrast zum Grau der Schule zu groß, sodass mein Gehirn mir kurz einen Frühling vorgegaukelt hatte? Wollte ich sosehr dieser Freudlosigkeit entfliehen?

„Das Leben ist ein wandelnd Schattenbild …“, flüsterte ich und atmete tief durch.

„Warum ist es so verdammt trist an unserer Schule? Man übersieht sogar die hübschen Kolleginnen. Wo ist das Leben? Was ist mit meinem Leben?“
Frustriert bog ich an der nächsten Kreuzung nach links ab. Die Straße führte den Hügel hinauf zu meiner Wohnung. Ich rannte neben einem dichten Wäldchen durch die kalte Tröpfchenwand. Bald waren meine Haare nass und Tropfen liefen in meinen Kragen. Ich fröstelte. Endlich angekommen.

Ich knallte die Tür hinter mir zu, rubbelte mein Haar trocken und stellte Wasser für einen Filterkaffee auf. Bloß keine Einheitskapseln, die den Namen Kaffee nicht mehr verdienten. Kaffee in Kapseln einzusperren, das war genauso schlimm, wie einen Delfin in einem Plastikschwimmbecken zu halten.

„Gott, bist du griesgrämig!“

Als ich die rauchige Stimme hinter mir hörte, wirbelte ich herum. Auf meinem Sofa hockte ein gut trainierter, älterer Mann. Auf dem Kopf trug er einen Cowboyhut und er hatte Schultern, so breit, als würde er jeden Tag Säcke schleppen. Unter der Lederjacke spannte sich das Hemd über seiner Brust.

„Was guckst du so blöd, Noah? Tut mir leid für meine Verspätung!“
Er warf die Hände theatralisch in die Luft. „Niemand heilt durch Jammern seinen Harm.“
Ich war sprachlos. Was machte der Alte in meiner Wohnung? Wie war er hereingekommen? Hatte ich die Tür am Morgen nicht abgeschlossen? Warum kannte er meinen Namen? Schweiß stand mir auf der Stirn.

Vielleicht bildete ich mir das alles nur ein? Wenn ich die Augen schloss, würde sicher alles verschwinden. Der Alte. Der Cowboyhut. Die Lederkluft. Ich presste die Lider zusammen und riss die Augen wieder auf. Der Mann saß immer noch auf meinem Sofa. Sichtlich vergnügt. Er grinste.

„Verschwinden Sie oder ich rufe die Polizei!“

„Die Polizei? Aber ich bin die Polizei, die dich von dir selbst befreit!“
Idiot. Der war sicher aus der Irrenanstalt entwischt. Ich kramte nach meinem Handy. Aus den Augenwinkeln bemerkte ich, wie er mich ansah. Er war ein komischer Kauz, etwas seltsam, aber irgendwie friedlich. Also gut. Ich würde es ohne Polizei versuchen. Ich stopfte das Handy in die Tasche und öffnete die Tür.

„Machen Sie, dass Sie wegkommen. Sonst muss ich wirklich etwas unternehmen!“
„Soll ich wirklich da raus? Und mir den Arsch abfrieren? Seinen Freund und Helfer jagt man nicht nach draußen in dieses Scheißwetter.“
„Mir reicht es, wenn Sie bis vor meine Haustür gehen. Aber vorher sagen Sie noch: Wie sind Sie hier hereingekommen? Die Tür war abgesperrt.“
„Wenn du mich duzt, erklär ich es dir. Außerdem fühle ich mich dann jünger.“

„Gut. Wie bist du reingekommen?“

Ich sah dem Kerl direkt ins Gesicht. Eine Welle der Vertrautheit brandete heran.
„Verwandte Seelen knüpft der Augenblick des ersten Seh’ns mit diamantenen Banden.“ Er schüttelte sich vor Lachen und ein buschiges Etwas schlüpfte aus seiner Lederhose und bewegte sich. Oh Gott, jetzt bin ich völlig durchgeknallt! Ein alter Mann mit Fuchsschwanz und Cowboyhut zitiert Shakespeare auf meinem Sofa.

„Erstens: Ja, du brauchst Gott, Noah!“, begann er. „Zweitens: Aber ganz anders, als du dir das vielleicht vorstellst. Drittens: Der Frühling ist nun da, denn ich bin ein Vertreter des Frühlings in dir.“ Er lächelte mich an. Erst jetzt bemerkte ich seine weißen, langen Haare, die nicht genug Platz unter dem Cowboyhut fanden.
„Und viertens: Du und die Schule – ihr habt schon lange einen Sinn verloren, den ihr nun dringender braucht als je zuvor: den Möglichkeitssinn. Du hattest ihn. Und jetzt bist du gerade dabei, ihn zu verlieren. Und fünftens: Ich hoffe, du bist noch ein wenig verrückt, damit dich das Leben bewegen und ver-rücken kann.“

Der Alte lachte laut, riss dabei den Mund so weit auf, dass ich seine Mandeln sehen konnte. Er schüttelte sich wieder, aus seinem Bauch schienen Eruptionen nach oben hin auszubrechen.
„Ach ja, sechstens hätte ich fast vergessen. Nimm das ganze Theater nicht zu ernst!“ Ich setzte mich ihm gegenüber, balancierte vor und zurück auf meinem Gymnastikball. Immer noch wusste ich nicht, was ich von dem Kauz auf meinem Sofa halten sollte, aber wenn er lachte …

Mein Gott war das ein Lachen! Und er roch verdammt gut.

Was war das für ein Duft? Eine Mischung aus Rosenwasser, Weihrauch, Salbei und Lagerfeuer? Keine Ahnung. Jedenfalls wirklich gut.
„Wenn du schon auf meinem Sofa hockst, möchte ich wissen, wer du bist! Sofort.“
„Dein Lehrer!“
„Den brauch ich nicht, das bin ich selbst.“
„Stimmt. Momentan eher immer leerer!“
Was bildete er sich ein, so mit mir zu reden?
„Wer schickt dich? Katja, meine Chefin, kann das ja wohl nicht sein …“
„Eine ziemlich hohe Schulbehörde.“
„Wo soll diese denn sein?“
„Milchstraße 12 – 13.“

„Verarsch mich nicht, alter Narr, sonst hörst du gleich hinter dir die Tür zuschlagen!“

„Besser ein weiser Tor als ein törichter Weiser, du Milchgesicht!“
„Mir reicht´s! Du bist in meiner Wohnung, sitzt auf meinem Sofa und ich hab dich nicht hereingebeten. Da brauch ich mir so was nicht bieten zu lassen …“
„Reg dich nicht künstlich auf. Gib mal einen Kaffee rüber! Ohne Milch. Endlich einer von der guten Sorte, noch dazu Fair Trade und nicht wie bei den meisten Kapselfressern alles verdreht.“
„Danke für das Kompliment.“ Ich reichte ihm den Kaffee.
„Warum musterst du mich so?“, fragte er plötzlich, während er zum Fenster hinaus sah und den Kaffee schlürfte.
„Warum trägst du einen Schwanz und …?“

„Oh, Entschuldigung. Es ist wohl an der Zeit, mich genauer vorzustellen.

Obwohl, es tut nicht viel zur Sache. Gestatten, ich bin Coyote. Old Man Coyote. Aber eigentlich bin ich das Universum, der Ozean im Tautropfen, der Kaffee in der Kapsel. Du übrigens auch, du Hosenscheißer.“
„Bist du immer so vulgär? Du redest wie mein alter Kollege, der Sport unterrichtet.“
„Ja, der hat was drauf, die Kinder mögen ihn. Er hat nur seine Probleme. Du weißt schon.“
„Woher weißt du das? Kennst du die halbe Welt? Woher kennst du mich? Ich meine, du weißt meinen Namen und …“
„Ich beobachte euch schon eine ganze Weile.“

„Sehr vertrauenserweckend, wirklich, ich bin erfreut Old Man Coyote.“

„Also, Noah, schreib dir Folgendes hinter die Ohren. Ich werde dich in den Freistunden unterrichten. Und manchmal an den Nachmittagen. Oder an den Abenden. Du kochst den besten Kaffee und ich gebe dir die besten Stunden. Du brauchst es dringend. Abgemacht?“
„Warum brauche ich Unterricht?“
„Um dich aufzurichten, Noah. Das wird auch deinen Kindern helfen.“ Dann erhob er sich und tänzelte zur Tür. Dort drehte er sich um, steckte seinen buschigen Schwanz in die Hose und zwinkerte mir zu. Kurz konnte ich ihn noch hören, er lachte. Weg war er! Er schien sich in Luft aufgelöst zu haben.


Details zum Buch:

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© Lisa Maria Attender-Schwödiauer

Kopfsprung ins Herz
Als Old Man Coyote das Schulsystem sprengte
von Gerald Ehegartner

Softcover: 304 Seiten, 135 x 210 mm
Erschienen: 28.10.2019
Verlag: Kamphausen Media GmbH 
ISBN: 9783958834545
Preis: € 18.00

Zum Buch

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