Leben in neuen Zeiten Oder: Was Krisen uns lehren

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Krisen baumLeben in neuen Zeiten Oder: Was Krisen uns lehren

Die Weide wiegt sich sanft im leise aufkommenden Wind. Ihre Wurzeln sind stark und reichen tief in das dunkle Erdreich hinein. Der zunehmende Wind, zwingt sie dazu, sich tief zu verbeugen. Doch selbst ein ausgewachsener Sturm kann der biegsamen Weide nichts anhaben.

Wenn es dann vorüber ist und sich die Sonne wieder ihren Weg durch die Wolken bahnt, zeigt sich, was der Sturm bewirkt hat: Alte Äste und Blätter sind abgefallen und wie bei einem großen Hausputz, ist die Weide nun wieder licht und frei. An verwundeten Stellen bilden sich neue Triebe, so dass sich das Aussehen der Weide nach und nach, verändert.
Sie hat aber auch an Erfahrung gewonnen und ist dadurch stärker und gelassener geworden.

Stellt sich ein Baum dagegen mit all seiner Kraft gegen den Sturm, erleidet er meist großen Schaden, wird entwurzelt und stirbt vielleicht sogar ab.

Im Laufe unseres Lebens ereignen sich immer wieder Krisen.

Es gibt kaum einen Bereich, der nicht schon einmal aus den Fugen geraten ist. Krisen betreffen den natürlichen Lebensraum, Finanzen, die Sicherheit und alles Persönliche, wie Beziehungen oder unsere Gesundheit.
Und immer, wenn sich eine Krise ereignet, gerät etwas durcheinander, entsteht Angst. Egal, ob es einen einzelnen oder uns alle gleichzeitig betrifft.
Meistens assoziieren wir Krisen mit Kontrollverlust und Chaos. Aber wenn wir einmal davon ausgehen, dass uns im Leben nichts umsonst begegnet: Wie kann man dann eine Krisen für sich nutzen? Und worin liegt die Chance oder der Gewinn?
Das Wort Krise lässt sich vom altgriechischen Verb „kínein“ ableiten, was „trennen“ oder „(unter)scheiden“ bedeutet.
Damit steht die Krise also auch für Wendepunkt oder Entscheidung.

Feststeht, dass Krisen etwas mit uns machen.

Sie sind immer verbunden mit Herausforderungen und gehen immer einher mit Veränderungen.

Stecken wir mittendrin, werden wir vielleicht überflutet von Gefühlen wie Angst, Wut oder sogar Panik und unsere Gedanken drehen sich um nichts anderes, als um unsere Zukunft.
Wenn wir es dann zulassen, uns von der Krise bzw. von diesen Gefühlen verschlucken zu lassen und gehen wir in ihr unter, können wir nicht sehen, was sie an Wertvollem mit sich trägt.

Wir haben immer die Wahl, uns mit dem Schrecken und dem Negativen mitreißen zu lassen, oder ruhig zu werden und darauf zu achten, wann der Moment entsteht, wo wir die Krise für uns nutzen können. Diesen Moment werden wir aber nur erkennen, wenn wir in die Stille gehen und im Vertrauen bleiben. Dann kann aus dem, was uns das Leben bringt, etwas Neues und vielleicht sogar Besseres entstehen.

Durch eine Krise entsteht oftmals auch eine Erweiterung des Bewusstseins.

Immer aber steht sie für Entwicklung, hin zu anderen Bereichen und Ebenen. Und es braucht seine Zeit bis sich das Neue hindurchzwängen kann, umso mehr, je länger wir festhalten, uns weigern oder im Alten verhaftet bleiben. Das Erkennen braucht die Zeit, die es braucht. Genauso wie das Verarbeiten und Bereuen.

Hier liegen die Chance und zugleich die Herausforderung. Und hier liegt auch die Entscheidung:

Wir haben immer die Möglichkeit zu fragen, ob wir bereit sind, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen, mit ihnen zu tanzen und uns von diesen höher tragen zu lassen.
Wenn die Antwort „Ja“ lautet, helfen Innenschau, Stille und das Gehen von neuen Wegen.
Manchmal muss man auch bereit sein, sich zu trennen: Von alten Gedankenmustern, von Vergangenem, von Angst oder Wut. Aber auch von Menschen oder Strukturen.

Es kann helfen, nach dem „Warum“ zu fragen und sich auf die Gegenwart, das „Hier und Jetzt“ zu fokussieren:

Warum fällt es mir so schwer, in meiner Mitte zu bleiben?
Und warum ist es so leicht, der Panik zu folgen?

Die Herausforderung besteht vielleicht darin, sich die eigenen Widerstände anzusehen. Oder sich mit destruktiven Emotionen auseinanderzusetzen.
Was macht das, was ich denke/fühle, mit mir? Hilft es mir, oder (be-) hindert es mich? Bringt es das Beste in mir zum Vorschein oder das Schlechteste?

Jetzt haben wir die Chance herauszufinden (oder zu zeigen), wer wir wahrhaftig sind! Je fester und tiefer unsere Wurzeln reichen, desto sicherer fühlen wir uns dabei.

Krisen zeigen, ob ich mich von Chaos und Panik (vom Sturm) mitreißen lasse, oder ob ich es auch in widrigen Zeiten schaffe, im Vertrauen und bei mir zu bleiben. Sie zeigen sehr deutlich, wann wir anstatt uns demütig zu verneigen, in die Verweigerung und in den Kampf gehen.
Wir können uns auch fragen, was wir jetzt brauchen, um wieder in unsere innere Mitte und in den Frieden zu kommen. Wir können uns unsere Entscheidungen ansehen und unsere Lebenspläne.

Und wir können uns fragen, ob wir das Leben führen, das für uns gedacht ist!

„Hab keine Angst!
Der Grund für das Chaos ist nicht das Ende, sondern der Beginn von etwas Neuem!
Glaube nicht dem, was Du im außen wahrnimmst!
Bleibe im Vertrauen.
Alles, was sich Dir nun zeigt, zeigt sich deshalb, weil es bereit ist, sich zu wandeln oder aufzulösen.
Das Neue ist bereits da.
Jetzt bist Du daran, es zu ordnen und zu sortieren.
Es ist so, wie es sein soll!
Nimm Dir Zeit, um nach innen zu lauschen und folge Deinen Impulsen. Wenn Du in der Liebe und im Vertrauen bleibst, führen sie Dich geradewegs in die gute Veränderung.
Geh mit dem, was möglich ist!
Du entscheidest, was Du in deinem Leben Macht geben willst:
Der Angst, oder dem Vertrauen?
Der Liebe oder dem Hass?
Triff Deine Wahl….“

Viele sprechen nun von Zeitenwende, haben Erklärungen für das, was sich gerade in unserer Welt zeigt etc.

Aber was spürst DU? Was ist DEINS?

Was meinst Du?
Geht es wieder nur darum, anderen hinterher zu laufen? Ihnen nachzusprechen? Oder geht es darum, in die eigene Kraft zu kommen/das eigene zu erkennen und zu leben? Was braucht es dazu? Was brauchst du?
Als Erstes wohl Mut. Und Stille, um das Eigene, das Innere auch hören zu können. Auch das ist Entwicklung! Jeder von uns hat seine Geschichte (zu erzählen).

Jeder von uns, bringt sein Geschenk mit!
Jetzt ist es an der Zeit, zurück zu Dir zu kommen und das Deinige zu erkennen….
…und zu leben!

Es gibt immer Menschen, denen es in schlimmen Zeiten leichter gelingt, ihren Mut zu bewahren. Die bereit sind, (Selbst-) Verantwortung zu übernehmen. Die in der Liebe und im Mitgefühl (auch sich selbst gegenüber) bleiben.
Was spricht dagegen, ihre Hilfe anzunehmen, sich von ihnen begleiten und unterstützen zu lassen?
Wir können uns auch fragen, wo wir anders reagiert haben, als wir es uns gewünscht hätten.

06.11.2020
Namasté!
Heike Erbertz


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