Alternative Heilmethoden

Ayurveda-Massagen

Ayurveda Blüte

(c) Petra Neumayer

 

Traditionelle fernöstliche Medizin: Mit Ayurveda-Massagen zu äußerem und inneren Wohlbefinden

Wer schon einmal in Indien oder Sri Lanka eine Ayurveda-Kur gemacht hat, weiß: Es gibt nichts Besseres, um Körper und Seele in Einklang zu bringen!

Besonders beliebt sind die ayurvedischen Massagen. Und im Zuge der Wellness-Bewegung haben auch hierzulande viele Hotels und Kliniken diese Gesundheitslehre in ihr Programm aufgenommen. Besonders alle Beschwerden, die mit Stress zusammenhängen wie Burnout, Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder ein entgleister Blutdruck lassen sich mit ayurvedischen Massagen gut behandeln.

Als ganzheitliche Wissenschaft geht es im Ayurveda darum, für Gesundheit und Lebensqualität des Menschen zu sorgen. Und zwar auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene. Denn der Mensch ist eingebettet in den Kosmos und die Natur. So wie seine Umgebung ihn beeinflusst, beeinflusst der Mensch auch die Natur. Gesundheit beinhaltet deshalb nicht nur ein Funktionieren des Körpers, sondern auch die Harmonie mit dem persönlichen Umfeld. Alles, was Gleichgewicht und Harmonie fördert, unterstützt die Gesundheit. 

Die Konstitutionslehre: Die drei Doshas

Im Mittelpunkt des Ayurveda steht die Konstitutionslehre: Gleichgewicht, Wohlbefinden und Gesundheit eines Menschen hängen von der Balance dreier Kräfte ab, den Doshas. Darunter versteht man die so genannten Bio- oder Lebensenergien eines Menschen Vata, Pitta und Kapha. Nach der Philosophie des Ayurveda verbinden diese sich mit den fünf Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft und Raum. Eine Erkrankung weist immer auf ein gestörtes Verhältnis der Doshas hin. Bei seiner Diagnosestellung beleuchtet ein ayurvedischer Arzt deshalb stets die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten des Patienten. Neben dem Abtasten von Körperpartien und der Pulsdiagnose untersucht der Therapeut vor allem die Konstitution seines Patienten. Um Krankheiten vorzubeugen und zu heilen, gilt es herauszufinden, welches Dosha zu stark oder zu schwach ausgeprägt ist und welches Dosha zur Wesensstruktur des Patienten gehört. Jeder Mensch trägt Anteile aller drei Typen in sich, allerdings mit einem Schwerpunkt, der seine persönliche Konstitution ausmacht.

 

Ayurveda Speisen

(c) Petra Neumayer

Kasten: Die drei Doshas – typische Merkmale

Vata-Typen: haben meist einen schlanken, feingliedrigen Körperbau. Sie frieren schnell, ihre Verdauung ist unregelmäßig. Charakterlich handelt es sich um kreative, kommunikationsfreudige und begeisterungsfähige Menschen. Vata-Typen haben eine rasche Auffassungsgabe und oft auch musisches Talent.
Vata-Typen sind dem Element Luft zugeordnet.

Pitta-Typen: haben häufig eine durchschnittliche Größe und Muskulatur. Sie schwitzen schnell und ihr Verdauungssystem ist fast immer stark ausgeprägt. Charakterlich sind Pitta-Typen temperamentvoll und leicht erregbar. Sie stehen gerne im Mittelpunkt.
Pitta-Typen wird das Element Feuer zugeordnet.

Kapha-Typen: dieser ist in der Regel durch einen massiven Körperbau mit starken Gelenken gekennzeichnet. Seine Verdauung arbeitet eher langsam, weswegen er nicht selten zu Gewichtsproblemen neigt. Wie der Vata-Typ neigt auch der Kapha-Typ eher zum Frieren. Charakterlich sind Kapha-Menschen eher ruhig und gelassen. Sie zeichnen sich oft durch ein starkes Durchhaltevermögen aus.
Kapha-Typen werden dem Element Wasser und Erde zugeordnet.

Dr. Nalindra

(c) Petra Neumayer

Der Ayurveda-Therapeut weiß, dass die Doshas durch die unterschiedlichsten Faktoren gestört werden können. Dazu zählen vor allem Klimawechsel, Tages- und Jahreszeiten, Emotionen, die Lebensweise sowie das fortschreitende Lebensalter, aber auch Ernährung, Veranlagung und der Beruf. Gestörte Doshas führen zu einem gestörten Verdauungsfeuer. Das mag für unsere Ohren harmlos klingen, ist es aber nicht. Denn ein gestörtes Verdauungsfeuer bewirkt eine Ansammlung von Schlacken im Körper, die bekanntlich zu zahlreichen chronischen Krankheiten führen können. 

Alle ayurvedischen Behandlungsweisen konzentrieren sich darauf, die Doshas wieder zu harmonisieren. Jede Therapie wird naturgemäß ganz individuell zusammengestellt. Neben der kontemplativen Bewegungstherapie, der Kräutermedizin und der Ernährungslehre, spielen besonders Massagen und Ölanwendungen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die zahlreichen stressbedingten und seelischen Krankheiten zu heilen. Denn genau wie die Auswahl der richtigen Speisen sind die weiteren Komponenten des Ayurveda in der Lage, das Lebensfeuer Agni zu stärken. Dazu zählen die Panchakarma Kur, verschiedene Arten von Massagen, der Stirnguss, ayurvedische Kräutermedikamente und ayurvedische Bäder.  

Ayurveda Gläser

(c) Petra Neumayer

Die Ayurvedischen Ölmassagen (Abhyanga)

Im Mittelpunkt der Ayurveda-Medizin steht die so genannte Panchakarma-Kur (Pancha = fünf; Karma = Handlungen). Während einer solchen Kur sollen die über einen langen Zeitraum angesammelten Schlacken, Giftstoffe sowie Ama (= Unverdautes) aus dem Körper gelöst und ausgeleitet werden. In der Zeit der Kur finden neben einer vegetarischen Ernährung und dem Trinken von geklärter Butter (Ghee) vor allem die täglichen ayurvedischen Ölbehandlungen durch einen, zwei oder mehrere Therapeuten statt. Die ayurvedische Lehre geht davon aus, dass nicht nur durch eine falsche Ernährung Ama angesammelt werden kann, sondern auch im seelischen Bereich – durch Verletzungen, Trauer und Verluste. Hier kann die ayurvedische Ölmassage Wunder wirken, die Lebensgeister wecken und für neue Lebenskraft sorgen. Nach der „Astanga Hrdaya“, einem Ayurveda-Lehrbuch aus dem 7. Jahrhundert soll die Ayurvedische Ölmassage unter anderen folgende Wirkungen erzielen:

• Die Müdigkeit vertreiben und den Körper kräftigen

• Das Gewebe reinigen und festigen

• Die Muskelspannkraft und die Körperkraft erhöhen

• Muskel- und Gelenkschmerzen lindern

• Den Blutkreislauf verbessern und dadurch ein Gefühl von Leichtigkeit schaffen

• Die Haut reinigen und gegen Hautinfektionen wirken

• Das Nervensystem stärken

• Das Sehvermögen verbessern

• Den Schlaf fördern

• Gegen Wunden und Verletzungen schützen und den Körper zu schnellerer Heilung anregen

• Das Immunsystem stärken

• Für mehr Selbstbewusstsein und Willensstärke sorgen

• Den Alterungsprozess verlangsamen und frühzeitig gealtertes Gewebe verjüngen

Die Abhyanga, so heißt es „fügt viele Jahre zum Leben hinzu und viel Leben zu den Jahren“. 

Ayurveda Kräuter

(c) Petra Neumayer

Der Stirnguss Shirodhara

Zu den bekanntesten Ölmassagen gehört der königliche Stirnguss (Shirodara). Dabei wird dem Patienten über einen Zeitraum von bis zu 45 Minuten ein Strahl aus warmem Sesamöl auf die Stirn gegossen. Ein sanfter, kontinuierlicher Fluss, der beruhigende Impulse auf die Nervenzellen ausübt. Hirnhäute, Gehirnnerven und die Wirbelsäule entspannen sich. Stress wird abgebaut, das Nervensystem stabilisiert. Vegetative Störungen können behoben werden, die Lebensqualität und das allgemeine Wohlbefinden steigen.

Vierhändige Ölmassage

„Liebende Hände“ wird die vierhändige Ölmassage auch genannt, die von zwei Therapeuten synchron durchgeführt wird. Dabei wird großflächig – mit der ganzen Handfläche und einer speziellen Streichtechnik massiert. Mitunter übt der Therapeut dabei auch stärkeren Druck aus. Zum Einsatz kommt entweder warmes Sesamöl oder Kräuteröl. Letzteres regt durch seinen Duft die Sinne an und wirkt außerdem stimulierend auf die Atmung. Diese Massage harmonisiert alle drei Doshas, löst Schlacken auch aus tiefer sitzenden Gewebeschichten und gleicht nervöse Spannungszustände aus. Ein Genuss für Körper und Seele.

Ayurvedische Gesichtsbehandlungen

Hierbei handelt es sich um eine Behandlung, bei der die Meridiane im Gesicht gestrichen, leicht gedrückt und massiert werden. Neben der Entspannung der Gesichtsnerven und der Verbesserung des Muskeltonus, bewirkt diese Massage eine Anregung des Hautstoffwechsels und des Lymphflusses. Das Gesicht bekommt weichere, entspannendere Züge, die Haut wirkt frischer, straffer und vitaler. Denn durch die Gesichtsbehandlung werden Giftstoffe abtransportiert und die Durchblutung angeregt, was zu einer verjüngenden Wirkung führt. Neben Sesamöl werden bei dieser Behandlung auch gerne Mandel- und Aprikosenöl verwendet. Die Massage dauert meist 60 Minuten. 

Ayurvedische Trockenmassagen

Eine Besonderheit sind auch die ayurvedischen Trockenmassagen, die Udvartanas. Dabei wird mit Rohseidenhandschuhen unter Verwendung von Kräuterpulver auf die trockene Haut massiert. Oder auf der eingeölten Haut mit einer warmen Paste aus Kräuterpulver und einem entsprechenden Kräuteröl. In diesem Fall spricht man dann von einer Udsadana-Massage. Diese Massagen regen den Stoffwechsel an und fördern ein gesundes Hautbild, indem sie für ein sanftes Peeling sorgen. Die Haut wird seidig weich und auch Zellulite lässt sich auf diese Weise erfolgreich reduzieren.

Ayurveda-Anwendungen für Zuhause

Einige der wohltuenden ayurvedischen Behandlungen kann man auch zuhause selbst durchführen – allein oder mit dem Partner. Neben der entsprechenden Muße und einem Ambiente, in dem man sich wohl fühlen kann, benötigt man dazu lediglich Sesamöl. Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar Anregungen zum Verwöhnen und Wohlfühlen geben.

Kopf- und Gesichtsmassage

Hierzu erwärmt man etwas Sesamöl, das man anschließend in eine kleine Schüssel gibt. Nun taucht man die Finger in das Öl und beginnt zunächst die Stirn von der Mitte her mit kleinen kreisenden Bewegungen nach außen zu massieren. Danach streicht man das ganze Gesicht von der Mitte her nach außen hin aus: über die Augen zu den Schläfen, von der Nase über die Wangen, die Lippen und das Kinn. Zum Schluss streicht man noch den Unterkiefer aus. Wichtig: Die Finger zwischendurch immer wieder ins Öl tauchen und dafür sorgen, dass es warm bleibt. Was den Druck der Massage betrifft, so muss jeder für sich selbst die Stärke bestimmen.

Effekt: Eine solche Massage ist Balsam für die Seele. Sie löst Verspannungen im Gesicht- und Kopfbereich, die Neven werden beruhigt.

Ayurdische Fußmassage

Bei einer ayurvedischen Fußmassage werden auch die Waden und Knien mit berücksichtigt, da sich hier besonders häufig Blockaden bilden. Auch bei dieser Massage verwendet man am besten wieder ein warmes Sesamöl. Zunächst massiert man die Fußunterseite in kreisenden Bewegungen, dann die einzelnen Zehen, wobei man mit der großen Zehe beginnt. Danach streicht man die Fußoberseite ab, wendet sich den Fußknöcheln mit kreisenden Bewegungen zu, schließlich den Waden und den Knien. Tipp: Eine solche Massage kann gut und gerne 15 Minuten dauern. Nach Beendigung der Massage sollte man die Füße und Beine mit einem trockenen Tuch abwischen und warme Socken anziehen. Besonders angenehm ist diese Massage abends vor dem Schlafengehen.

Effekt: In den Füßen befinden sich zahlreiche Reflexzonen und Vitalpunkte. Eine solche Massage wirkt beruhigend und ausgleichend auf den ganzen Organismus, Blockaden werden gelöst und Schlackestoffe können abfließen. 

Ayurvedische Wellnessbäder

Bäder können – je nach Zutaten – entweder anregen oder entspannen. Für ein anregendes Bad (beispielsweise am Morgen) verwendet man: 10 Tropfen Rosmarin, 5 Tropfen Lavendel, 5 Tropfen Basilikum, 3 Tropfen Wacholder.

Für ein entspannendes Bad benötigt man jeweils 5 Tropfen Zimt-, Lavendel- und Melissenöl.
Effekt: Die Zutaten entspannen sowohl die Muskulatur, der Geist kommt zur Ruhe und man kann gut einschlafen.

Ayurvedische Trinkkur mit heißem Wasser

Dem richtigen Trinken wird im Ayurveda eine große Bedeutung beigemessen, da dadurch schnell und effektiv Schlackestoffe aus dem Körper ausgeschieden werden können. Dazu kocht man ein bis anderthalb Liter Wasser 10 bis 15 Minuten lang und füllt es anschließend in eine Thermoskanne. Besonders kalkhaltiges Wasser filtert man nach dem Kochen zusätzlich durch eine Kaffee- oder Teefilter. Das Wasser trinkt man dann über den Tag verteilt immer wieder in kleinen Schlucken. Je nachdem, welcher Dosha-Typ man ist, wird ein wenig variiert. Der feingliedrige, schnell frierende Vata-Typ kann in das Wasser einen Schuss süße Sahne oder etwas Ghee (siehe unten) geben. Der hitzige Pitta-Typ sollte das Wasser etwas abkühlen lassen und lauwarm genießen. Der gelassene Kapha-Typ braucht meist etwas Feuer, weswegen er das Wasser heiß trinken kann.  

Ingwer-Wasser

Ingwer, die Knolle mit den vielen Talenten, wirkt nicht nur ausgleichend auf fast sämtliche Organe. Sie ist auch ein Garant für mehr Lebenskraft. Und die kann man sich leicht zunutze machen. Dazu schnibbelt man von einer frischen Knolle zwei, drei dünne Scheibchen und übergießt diese mit einem Viertel Liter heißem Wasser. Fünf Minuten ziehen lassen, die Ingwerscheibchen entfernen – und trinken. Der Körper wird gereinigt, das Verdauungsfeuer angeregt und Schlackestoffe können besser abtransportiert werden. 

Ayurveda Wellnessanlage

(c) Petra Neumayer

Weitere Informationen
BARBARA DEVANI UDER
Ayurvedareisen
www.barbara-uder.de

Text und Fotos: (c) Petra Neumayer
Homepage: skripthaus.com

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