Spiritualität und Gesellschaft

Was macht eigentlich WAHRE Spiritualität aus?

Was macht Spiritualität aus-bewegung-drops-of-waterWas macht Spiritualität aus?

Viele Menschen fragen sich: „Was macht eigentlich WAHRE Spiritualität aus?“. Und wir werden feststellen, dass jeder Mensch auf diese Frage eine andere Antwort parat hat. Denn letztendlich kann und muss diese Frage jeder für sich selbst beantworten. (Hier gibt es daher meine ganz persönliche Variante zu lesen …)

Spirit“ ist Geist. Und der Geist, der einem jeden von uns inne wohnt, drückt sich bei jedem Menschen in einer anderen Art und Weise aus. Für mich ist der Geist „die Sprache unseres Herzens“.
Wenn wir uns als geistvolle Menschen zum Ausdruck bringen, so bringen wir uns kreativ, fantasievoll, motiviert, engagiert, einsatzbereit, begeistert, enthusiastisch und mit ganzem Herzen (oder aus vollen Herzen) zum Ausdruck. Wir sind Feuer und Flamme für unser Vorhaben. Wir brennen für etwas. Wir haben eine Vision und folgen ihr.

Der Gegenpol hierzu wäre unser Ego mit all seinen Bedenken, Zweifeln, Grübeleien, Überlegungen und „nicht in die Pötte kommen“.

Spiritualität ist Erfüllung im Jetzt

Spiritualität ist mehr als nur Meditieren, Yogaübungen, Stille und Einsamkeit. Spiritualität kann sich auf ganz vielfältige Art und Weise ausdrücken. Das Charakteristische von Spiritualität ist aus meiner Sicht, dass das Tun als solches bereits jetzt Erfüllung ist. Bei spirituellem Schaffen, Wirken und Leben geht es nicht um ein „später“. Wer etwas „um … zu …“ macht, tut jetzt etwas, um in der Zukunft dadurch einen Gewinn zu haben oder um in der Zukunft damit Geld zu verdienen, Anerkennung zu bekommen, sein Ansehen aufzupeppen oder andere Vorteile zu generieren. Dieses „um-zu-Verhalten“ ist typisch für unser Ego, hat aber nichts mit Geist oder Spiritualität zu tun.

„Um … zu …“ zielt am Ziel vorbei

Und da bemerken wir schon, dass auch Meditieren, Yogaübungen und in der Stille verweilen mit der Energie von „um … zu …“ behaftet sein können. Wir können meditieren, um erleuchteter zu sein. Dann meditieren wir nicht um des Meditierens Willen, sondern wir benutzen das Meditieren als Mittel zum Zweck. Dies ist KEINE Spiritualität, sondern ein berechnendes, kalkulierendes, geplantes Verhalten/Vorgehen. Und da brauchen wir uns nicht wundern, wenn das ganze Meditieren am Ende nichts bringt. Denn wir meditieren ja, weil es „etwas bringen soll“. Und dieser in der Zukunft liegende Sinn/Zweck/Gewinn zerstört die Energie des Jetzt, des Geistes, der eigentlichen Spiritualität.

Indem wir darüber nachdenken, was wir tun müssen, UM Erfolge ZU erzielen, haben wir den Pfad der Spiritualität bereits verlassen. Das Nachdenken tötet den Geist. Unser Verstand erstickt unsere innere Stimme. Unser Kopf macht unser Herz mundtod.

Spiritualität und Selbstliebe

Nun können wir kritisch auf den spirituellen Markt schauen, der ersprießlich wächst und gedeiht und immer größer und größer wird. Das ganze Internet ist schon voll davon. Und in jeder Stadt und auch auf dem Lande gibt es immer mehr Praxen, die spirituelle und/oder energetische Behandlungen anbieten.

Hierbei gibt es zwei Energiepotenziale. Die einen leben ihre Spiritualität und bringen ihre Selbstliebe zum Ausdruck. Sie freuen sich darüber, dass in unserer heutigen Zeit der Raum hierfür da ist und dass sie Menschen liebevoll begleiten und unterstützen dürfen. Ihrer Arbeit liegt eine tiefe Demut und Dankbarkeit zugrunde. Sie lassen sich ihren Support honorieren, nehmen hierbei aber weder das Honorar noch ihr Können „persönlich“.

ie sind einfach das DURCH für die universale Lebensenergie und stellen sich dem Höheren ergebenst zur Verfügung. Ihr Ego hat keinerlei Identifikationen mit dem, was sie tun. Sie nehmen nichts persönlich. Es sind höhere Kräfte und Energien DURCH sie am wirken.

Und dann gibt es diejenigen Menschen, die Lust haben Geld zu verdienen. Sie denken darüber nach, WIE sie (gutes) Geld verdienen könnten. Und bei der Überlegung, wie sie es geschickt anstellen könnten, ihr eigenes Business zu gründen, kommen sie auf die Idee als Coach, spiritueller Berater oder Medium aufzutreten. Bei diesen Menschen ist der erste Gedanke das Geldverdienen und der zweite Gedanke die Spiritualität. Beide Gedanken entspringen ihrem Verstand, ihrem Kopf, ihrem Denken, ihren Überlegungen. Sie wirken spirituell, UM damit Geld ZU verdienen.

Wenn die Spiritualität überraschend kommt

Typisch für eine tatsächlich spirituelle Heilerin mag das Beispiel von Edeltraut sein. Sie hatte plötzlich und aus heiterem Himmel eine Eingebung erfahren und zuvor überhaupt nichts mit Spiritualität zu tun gehabt. Und auch nach dieser Lichterfahrung wehrte sie sich anfangs mit Händen und Füßen dagegen. Doch die Engel sprachen zu ihr und sie bemerkte tatsächliche, reale Veränderungen in ihrer Wahrnehmung.

Sie konnte diese Erscheinungen und Stimmen einfach nicht länger unter den Teppich kehren. Also fügte sie sich in ihr Schicksal, wenngleich auch anfangs eher unwillig. Doch mit der Zeit gewöhnte sie sich an ihr neues, spirituelles Leben. (Dabei würde sie sich selbst niemals als „spirituell“, „erwacht“ oder „erleuchtet“ bezeichnen.)

Der Unterschied zwischen den „scheinbar Spirituellen“ und den „wirklich Spirituellen“ ist, dass sich die „scheinbar Spirituellen“ als spirituell bezeichnen, während die „wirklich Spirituellen“ sich niemals selbst diesen „Titel“ geben würden. Einige WOLLEN und können eigentlich nicht. Und andere wollen gar nicht, können aber und soll(t)en auch.

Bei Edeltraut war es so, dass ihr Herz wollte und ihr Ego sich sperrte. Und es war ein längerer, innerer Prozess, bis ihr Ego in das einwilligte, was ihr Herz wollte.

Spirituell sein wollen

Bei sehr vielen Spirituellen ist es genau anders herum als bei Edeltraut. Sehr viele Menschen WOLLEN spirituell sein und ihr Herz sagt: „Dies ist aber der falsche Weg.
Doch sie WOLLEN unbedingt und gehen mit dem Kopf durch die Wand (im wahrsten Sinne des Wortes) und machen Übungen und lesen tausend Bücher und besuchen Kurse und Seminare. Doch der „Fehler“ hierbei ist, dass sie ständig anderen Menschen folgen. Sie folgen nicht ihrem eigenen Herzen, sondern ihrem Ego. Ihr Verstand, ihr WOLLEN, ihr Kopf lenken sie und sie folgen den Anweisungen, Empfehlungen und Ratschlägen der anderen. So können sie niemals ihre eigene Spiritualität entdecken.

Auch in der spirituellen Szene gibt es einen Mainstream, dem alle folgen. Was „falsch“ und was „richtig“ ist, wird innerhalb der spirituellen Szene noch sehr viel rigoroser und heftiger bewertet und beurteilt als „im normalen Leben“. Da kratzen sich die Spirituellen gegenseitig die Augen aus. Jeder empfindet SEINE Spiritualität als die einzig Richtige.

Und das ist sie ja auch – jedoch nur für IHN/SIE selbst.

Spiritualität ist einzigartige Selbstliebe

Es bringt überhaupt gar nichts, wenn wir UNSERE Spiritualität ANDEREN beibringen wollen. Es bringt nichts, wenn wir das, was für uns richtig ist, andere lehren wollen. UNSERE Spiritualität ist nur allein FÜR UNS gut. Für niemanden sonst. Und deswegen bringt es auch nichts, Kurse zu belegen und nachzumachen, was andere für sich als richtig entdeckt haben. Jeder Mensch ist dazu verdonnert, sein EIGENES RICHTIG ganz für sich alleine herauszufinden.

Spiritualität und wahre Herzensfeld-Selbstliebe sind eigentlich das Gleiche. Liebe und lebe ich meine Leidenschaft, so führe ich mit mir ein spirituelles Leben. Ich bin auf der Ebene meines Geistes in Liebe mit mir selbst verbunden. Mein Ego hält den Mund und mischt sich nicht ein – außer dass es mir ergebenst dient und alle weltlichen Besorgungen übernimmt, die für meine Leidenschaft sowie für die Versorgung meines Körpers nötig und erforderlich sind.

Spiritualität ist Vielfalt

Wir können als Künstler wirken und in unserer Arbeit versinken. Sei es Malerei, Dichtung, Poesie, Musik, Komposition, Bildhauerei oder Gärtnern. Wir können auch dem Leben als interessierter Forscher oder Fotograf begegnen und Tiere, Pflanzen und Naturphänomene aufmerksam und achtsam voll Andacht, Liebe und Wertschätzung beobachten.

Wir würdigen hierbei die Tiere, Pflanzen und Naturphänomene, erkennen sie, erkennen sie an, verstehen sie, fühlen sie, fühlen mit ihnen mit und spüren unser tiefes, inneres Verbundensein mit dem, was wir beobachten. Auch wer auf Reisen ist und mit den „Ureinwohnern“ bestimmter Länder oder Regionen in Kontakt kommt, hat solch tiefe, einen im Herzen berührenden Momente von Begegnung und gemeinsam SEIN.

Ganz anders hingegen Journalisten, die „beobachten UM … ZU …“. Sie beobachten, UM einen Bericht ZU schreiben, DAMIT die Zeitung einen tollen Artikel rausbringen kann und gute Umsätze macht. Hier wird das Tun wieder degradiert als Mittel zum Zweck.

Spiritualität JETZT

Spiritualität lebt vom JETZT.
Spiritualität gibt es nur im JETZT.

Spiritualität gibt es nicht in den Dimensionen Vergangenheit und Zukunft. Unserem Geist, unserem Herzen, unserer Spiritualität KÖNNEN wir NUR JETZT begegnen.

Die Frage: „Was macht Spiritualität aus?“ können wir also nun beantworten. Spiritualität zeichnet sich aus durch eine Jetzt-Haftigkeit oder Jetzt-Bezogenheit, durch Gegenwärtigkeit, durch Achtsamkeit im jetzigen Augenblick, durch Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Moment und durch Präsents.

Und noch eine zweite Dimension ist von Bedeutung: die Unmittelbarkeit oder der direkte Kontakt mit dem Jetzt. Im Jetzt können uns Menschen begegnen oder unser Kunstobjekt oder Tiere, Pflanzen und die Natur. Unserer eigenen Spiritualität begegnen wir immer dann, wenn wir gedankenfrei sind.

Spiritualität bedeutet Gedankenfreiheit im gegenwärtigen Augenblick

Denn NUR wenn wir gedankenfrei sind, können wir unserem Geist beziehungsweise unserem Herzen begegnen (oder auch unserem Geist beziehungsweise den Herzen anderer Menschen). Solange wir bei unserem Tun denken, dass wir mit unserem Tun Geld verdienen wollen oder einen anderen Zweck verfolgen, bleiben wir in unserem Verstand und verfehlen die Ebene unseres Geistes.

Hierzu zählt auch, wenn wir uns haben coachen lassen und in Businessschulungen und in Rhetorik-Kursen gelernt haben, wie wir uns am besten verkaufen/vermarkten. Dann ist unser Auftreten eine einstudierte Show, die sicherlich einen hohen Unterhaltungswert hat, die Menschen fasziniert und auch ein profitables Einkommen einspielt, doch wir verfehlen die Ebene unseres Geistes. Wir sprechen nicht mit der Sprache unseres Herzens, sondern mit dem Manager in uns, der aber eine erlernte, antrainierte, einstudierte, konditionierte Rolle ist.

Gegenwärtigkeit, Authentizität und Einzigartigkeit

Spiritualität ist gekennzeichnet durch Gegenwärtigkeit und Geist.
Spiritualität ist gekennzeichnet durch Authentizität und Herz.
Spiritualität ist gekennzeichnet durch Selbstliebe und fehlende Identifikation.
Spiritualität ist gekennzeichnet durch die Einzigartigkeit der eigenen Gaben, Fähigkeiten, Talente und Qualitäten.

Spiritualität ist etwas ganz Unpersönliches

Der dritte Punkt „Selbstliebe und fehlende Identifikation“ ist nun noch einmal sehr spannend. Denn mit Selbstliebe ist ja NICHT unsere egoistische Selbstbezogenheit gemeint, sondern unsere Herzensfeld-Selbstliebe. Selbstliebe ist unsere Selbstannahme OHNE großes Brimborium.

Selbstliebe bedeutet, uns in unserer Einfachheit, Schlichtheit und natürlichen Echtheit zu lieben, wertzuschätzen und zu würdigen. Da brauchen wir kein stylisches Outfit, keine Staussymbole, kein Immage und keinen großen Auftritt. Wir brauchen keine schillernde Homepage, keine brillanten Qualifikationsnachweise und keine perfekte Marketingabteilung. Wir dürfen, wie das Jesuskind, im Stall leben und von dort aus wirken, heilen und Gutes tun.

Fehlende Identifikation ist bei den meisten Spirituellen NICHT gegeben. Ganz im Gegenteil. Die meisten Spirituellen identifizieren sich sehr mit ihrer Spiritualität, mit ihrem Image, mit ihrem Können sowie mit ihrer Selbstdarstellung. Am deutlichsten wird dieser Punkt der Identifikation an der Stelle, wo wir etwas persönlich nehmen. „Etwas persönlich nehmen“ hat natürlich etwas mit uns als Person zu tun. Doch wenn wir spirituell wirken, dann wirken wir eben NICHT als Person, sondern als Geist, als Herzensfeld, als DURCH.

Unsere Person ist unser Körper, der einen Namen hat und eine Geschichte von sich erzählen könnte. Unser Ego identifiziert sich mit uns als Person. Und unser Ego KANN NIEMALS spirituell sein, solange es noch die Dinge dieser Welt für wichtig nimmt.

Unser Ego kann sich transformieren

Letztendlich geht es natürlich auch für unser Ego darum, sich selbst zu transformieren und umzuwandeln. Letztendlich führt auch der Weg unseres Ego zu seiner eigenen Verwandlung von denkendem Verstand hin zu einem uns inspirierendem Geist. Solange unser Ego denkt und nachdenkt, beurteilt und bewertet es das Leben.

Es bedient unsere erlernten Konditionierungen und Vorstellungen vom Leben. Nach seiner Transformation, wenn das Ego Geist geworden ist beziehungsweise unserem Geist bereitwillig dient, urteilt und bewertet es nicht mehr, sondern dient bereitwillig unserem Herzen (unserer Liebe).

Spiritualität finden wir daher jenseits des Wollens im LASSEN und gewähren.
Spiritualität ist gekennzeichnet durch inneren Frieden und tiefe Freude.
Spiritualität ist letztendlich unser Heimkommen in den HImmelHimmel.
Spiritualität ist, wieder Licht und Liebe sein und uns also solche bewusst wahrnehmen.

Unsere Spiritualität kann dann durch unser spirituelles Wirken mit Hilfe unsere einzigartigen Gaben, Fähigkeiten, Talente und Qualitäten zum Ausdruck kommen. Die Ebene der Spiritualität ist hierbei frei von Identifikationen. Das Erschaffen als solches ist unsere geistige Freude. In dem Moment, in dem unser Ego sich mit dem von uns spirituell Erschaffenen identifiziert, haben wir unsere Spiritualität auch schon wieder verloren.

Die Ebene unseres Ego ist die Identifikation.
Spiritualität ist freie Freiheit in Liebe ohne jede Anhaftung.

04.12.2019
Björn Geitmann
www.datgeitman.de/lichtschule

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Spiritualität, Eine Neue Ordnung, Empathie & Kommunikation, Erwachen Selbstliebe Herzensfeld Übungen


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