Spirituelle Fragen

Die Wahrheit des Egos und meiner inneren Wahrheit

unterschied-wahrheit-ego-innere-wahrheit-yeshi-kangrang-glass-ballDer Unterschied zwischen der Wahrheit des Egos und meiner inneren Wahrheit

Heute geht es noch einmal explizit um den Unterschied zwischen der Wahrheit unseres Ego und der Wahrheit unseres Herzensfeldes.

Der Hauptunterschied zwischen Ego und Herzensfeld ist …

 

Ego = außen , Form, Vorstellungen, etwas, wollen, wichtig, Identifikation, „Ich“
Herz = innen , formlos, Überraschungen, nichts, erlauben, lassen, Sein, Nichts

Unser Ego

Ein Beispiel: Unser Ego findet es z.B. sehr wichtig, dass wir in dieser Welt (außen) einen Beruf erlernen (Form) und arbeiten gehen, um Geld für unser täglich Brot zu verdienen (Vorstellungen). Dies (etwas) ist uns wichtig (wichtig) und bereits unsere Eltern achteten darauf, dass wir in der Schule gut aufpassten und gute Noten nach Hause brachten, damit wir später einen vernünftige Job bekämen (wollen). Unser Beruf spiegelt unsere Qualifikation wider (Identifikation), was wir können und wer wir sind. Wir haben einen Status und wir selbst und auch die anderen haben ein Bild von uns, wer wir sind (Ich).

Dies ist eine der vielen Wahrheiten in unserer Gesellschaft. 

Ohne Moos nix los. 
Ohne Fleiß kein Preis.
Haste nix, dann biste nix.
Haste was, dann biste was.
Das Leben ist kein Ponyhof.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen …

Unser Herzensfeld

Wie würde das Gleiche nun auf der Ebene unseres Herzensfeldes aussehen?

Unser Herzensfeld findet nichts wichtig und erlaubt alles. Wir können tun und lassen, was wir wollen. Unser Herzensfeld erlaubt und lässt geschehen. Ob wir draußen in der Welt oder tief versunken in Meditation Erfahrungen machen (innen), ist für unser Herzensfeld nachrangig. Entscheidend für unsere Gesundheit ist, dass wir das, was wir machen/erfahren, bejahen. Nur mit unserem Ja begegnen wir dem jetzt in unserem Sein und ruhen in uns selbst. 

Das Bejahen ist die Dimension des Formlosen hinter den Formen. Unsere Beurteilungen, Verurteilungen, Bewertungen und Urteile sagen jedoch meist „Nein“. Hiermit manifestieren wir mit der Schöpferkraft unsers Ego Form. Etwas in uns verhärtet sich. Das Formlose wird zur Form, zu einer Krankheitssymptomatik. Wir haben die Ebene des Formlosen verlassen.

Unser Herzensfeld hat keine Vorstellungen vom Leben. Es weiß nicht konkret, was es will – außer, dass es Erfahrungen machen und Gefühle fühlen will. Unser Herz hat keine Ahnung/Vorstellung, ob einen Beruf erlernen, arbeiten gehen und Geld verdienen wichtig ist. Für unser Herzensfeld ist die Erfüllung dieser Vorstellungen, Ansichten und Erwartungen nicht wichtig. Für unser Herzensfeld ist allein das Jetzt mit den Gefühlen, die wir jetzt fühlen, wichtig, ganz gleich was wir gerade tun/machen. Und sollten wir versehentlich zu lange Gefühle fühlen, die nicht der Schwingung unseres Herzensfeldes entsprechen, so schenkt es uns ein paar Überraschungen.

Du wirst schon sehen, was Du davon hast

Immer wieder dürfen wir uns dafür entscheiden, der Wahrheit unseres Ego zu folgen. Unser Herzensfeld erlaubt dies. Zugleich meldet es sich zu Wort mit den Worten: „Du wirst schon sehen, was Du davon hast.“ Wir dürfen es anders machen, wir dürfen es so machen, wie wir wollen, doch wir müssen den Preis dafür bezahlen. Und der Preis sind Schicksalsschläge und Krankheit.

Wenn wir uns von der Ebene und der Wahrheit des Sein zu weit entfernt haben und uns vollkommen mit unserem Leben und unserem Ich identifizieren, dann lenkt das Leben (das Herzensfeld) uns entsprechend seiner tieferen Wahrheit. Im Grunde genommen ist es so, dass wir machen können, was wir wollen, Hautsache es entspricht der universalen Liebe. Dies wirkt so, als wenn uns jemand sagen würde: Ja, Du kannst Dir ein Auto kaufen ganz nach Deinem Geschmack, Hauptsache es ist ein schwarzer Porsche.

Ja und Nein und ihre Folgen

Die Wahrheit unseres Herzensfeldes ist, der universalen, reinen, göttlichen Liebe zu folgen und sich von ihr bereitwillig, freiwillig und gerne führen, lenken und leiten zu lassen. Tun wir dies mit unserem JA, dann ist alles gut. Tun wir dies nicht, weil wir Nein sagen, so kriegen wir ein Problem. Unser freier Wille bezieht sich folglich nicht darauf, was wir (in/mit unserem Leben) machen, sondern ob wir zu dem, was das Leben für uns vorgesehen hat (was unsere Seele sich als Erfahrungen ausgewählt hat), Ja oder Nein sagen.

Die Ausgangsfrage war: Wie bzw. woran erkenne ich den Unterschied zwischen der Wahrheit meines Ego und der Wahrheit meines Herzensfeldes? Die Kurzform einer Antwort auf diese Frage ist …

Nein  =   Ego,
Ja       =   Herzensfeld.

Unser Ego sagt meistens Nein

Unser Ego sagt eigentlich fast immer Nein zum Jetzt. Unser Ego will den jetzigen Moment eigentlich immer anders haben, als er ist. 

Wenn ich aufwache, stehe ich in Gedanken schon auf. 
Wenn ich aufstehe, überlege ich schon, was ich heute anziehe. 
Wenn ich mich anziehe, denke ich nach, was ich zum Frühstück esse.
Wenn ich Frühstück esse, gehe ich meine heutigen Termine durch.
Wenn ich im Termin bin, freue ich mich, wann dieser Termin endlich zu Ende ich.
Wenn der Termin zu Ende ist, warte ich, wann der nächste Termin anfängt.
Während ich in dem Termin bin, sehne ich schon meinen Feierabend herbei.
Habe ich Feierabend und fahre nach Hause, überlege ich, was ich gleich esse.
Esse ich, denke ich, was ich gleich im Fernsehen gucken könnte.
Gucke ich fern, wartet meine Partnerin, um nochmal kurz mit mir zu reden.
Rede ich mit ihr, schlafe ich schon.
Schlafe ich, plane ich schon den nächsten Tag, was ich tue, wenn ich aufwache.

Fast nie im Jetzt

Wir sind fast nie im Jetzt anwesend (präsent). Eigentlich sind wir immer im Gleich, im Später, in der Zukunft. Wir planen den nächsten Moment, bereiten ihn vor oder warten auf ihn, bis er endlich da ist. Eigentlich sitzen wir unser ganzes Leben lang in einer Bushaltestelle und warten, dass der Bus kommt.

Solch ein Leben entspricht der Wahrheit unseres Ego. Es denkt sich von Form zu Form. Es plant, macht und tut, denkt nach, organisiert, bereitet vor, strukturiert und lebt in Vergangenheit und Zukunft. Dabei sagt unser Ego eigentlich immer Nein zum jetzigen Moment. Hier kommen wir zu dem zweiten zentralen Unterscheidungsmerkmal:

Erstens:
Nein  =   Ego,
Ja       =   Herzensfeld.

Zweitens:
Ego                  =  Vergangenheit und Zukunft
Herzensfeld  =  Jetzt

Ein Leben in Vergangenheit und Zukunft

Und entsprechend leitet sich auch die Wahrheit unseres Ego aus Vergangenheit und Zukunft ab. Unser Ego hat in der Vergangenheit etwas erfahren (erlitten) und es hat aus diesen Erfahrungen gelernt. Folglich gestaltet es die Zukunft aus den Erfahrungen seiner Ego-Vergangenheit heraus. Oder unser Ego hat Ziele für die Zukunft, es möchte etwas erreichen, etwas auf die Beine stellen, seine Vorstellungen verwirklichen. Die Wahrheit unseres Ego liegt immer in seiner Vorstellung, was es in naher oder ferner Zukunft erleben möchte. Und damit es dieses oder jenes erleben kann, muss es jetzt dieses oder jenes tun. Hierdurch ist das Tun unseres Ego immer Mittel zum Zweck    und nie uneigennütziger Selbstzweck. Unser Ego tut niemals einfach um des Tuns Willen, sondern immer, um mit seinem jetzigen Tun ein zukünftiges Ereignis zu manifestieren.

Tun um des Tuns Willen

Die Wahrheit unseres Herzensfeldes hingegen ergibt sich aus dem Jetzt, aus dem gegenwärtigen Augenblick, aus dem jetzigen Moment: es ist, wie es ist. Unser Herzensfeld plant das Später nicht bewusst. Es weiß, dass das ohnehin keinen Sinn machen würde, weil die Wahrscheinlichkeit von Überraschungen (negativen = Enttäuschungen, positiven = Glücksmomente) groß ist. Meistens kommt es anders, als man denkt …

Unser Herzensfeld lebt nicht aus der Vergangenheit und nicht für die Zukunft, sondern allein im jetzigen Moment. Entsprechend ist auch die Wahrheit unseres Herzensfeldes im Jetzt begründet und verankert. Unser Herzensfeld braucht keine Argumente oder geschickten Redewendungen. Es fühlt, was es fühlt – Punkt! Daran gibt es nichts zu rütteln. Und jetzt gilt es zu eben genau diesen Gefühlen mit der Kraft unseres Herzensfeldes JA zu sagen. Sagen wir zu den Gefühlen, die wir im jetzigen Moment fühlen, Nein, dann leben wir schon wieder an unserem Herzensfeld vorbei im Ego-Modus in der Wahrheit unserer Gedanken und Vorstellungen.

Und hier kommen wir nun zur dritten Ebene …

Erstens:
Nein  =   Ego,
Ja       =   Herzensfeld.

Zweitens:
Ego                  =  Vergangenheit und Zukunft
Herzensfeld  =  Jetzt

Drittens:
Ego                 =  denken
Herzensfeld  =  fühlen

Wahrheit denken oder fühlen

Die Wahrheit unseres Ego denken wir. Wir denken darüber nach, was falsch und was richtig sein könnte. Wir versuchen es, mit unserem Kopf zu verstehen, welche Wahrheit und welche Entscheidung am sinnvollsten ist.

Auf der Ebene unseres Herzensfeldes denken wir nicht    wir fühlen einfach. Ja, wir fühlen, was wir fühlen. Fertig. Wir brauchen nicht großartig darüber nachzudenken, was wir fühlen    wir fühlen es ja schon. Natürlich kommt dann sofort unser Verstand, der sich einmischt, und ein Urteil fällt, ob er diese Gefühle überhaupt fühlen möchte oder lieber doch nicht. Und wenn er sie nicht fühlen möchte, dann fängt  das Gedankenkarussell sich zu drehen an und wir suchen nach Lösungen, was wir anstellen könnten, um bloß schnell andere Gefühle fühlen zu können. Getrieben von dem Nein unseres Ego (zu den Gefühlen, die jetzt da sind), veranstalten wir einen riesigen Aufriss und wollen die Welt verändern.

Mit diesen drei Parametern haben wir nun eine gute Orientierung, ob wir gerade der Wahrheit unseres Ego oder der inneren Wahrheit unseres Herzensfeldes folgen …

Ego                  =   Nein   /  Vergangenheit und Zukunft   /  denken
Herzensfeld   =   Ja   /   Jetzt   /   fühlen

Und noch eine wichtige Ergänzung können wir finden …

Impulse aus der Tiefe

Es kommt immer wieder vor, dass unser Ego sich tarnt und dass es uns seine Wahrheit als die Wahrheit unseres Herzensfeldes verkaufen will. Es etikettiert seine Ego-Wahrheit dann mit: Es ist ein Impuls, der aus der Tiefe kommt …

Damit hat es auch recht. Doch dieser Impuls entspringt nicht der Tiefe unseres Herzensfeldes, sondern der Tiefe unserer frühkindlichen Konditionierungen, Glaubenssätze, Prägungen, Abwehrmechanismen, Handlungsmustern und erlernten Verhaltensautomatismen. Ja, es ist ein Impuls aus unserer Tiefe    aber eben nicht aus unserem Herzensfeld, sondern knapp daneben …

Und diese aus unserer Tiefe kommenden Impulse verraten sich mit „Ja, aber …“ oder mit einem „Ich will aber …“  Die Formulierung „Ja aber …“ ist ein klares Nein. Es ist ein Nein, das mit etwas Geschenkpapier und einer feinen Schleife hübsch verpackt wurde. Dieses Nein schlägt den anderen nicht so schmerzhaft vor den Kopf, doch jedes „Ja, aber …“ ist und bleibt in Wahrheit ein Nein.

Ich will aber …

Und ganz deutlich erkennen wir unser Ego bei inneren, schier zwanghaften, gefühlsmäßigen Aufwallungen von „Ich will aber …“ Wir glauben sterben zu müssen, wenn wir nicht unserer inneren „Intuition“ bzw. Wahrheit folgen. Doch diese „Intuition“ bzw. Wahrheit ist eben nicht die innere Wahrheit unseres Herzensfeldes, sondern es ist die innere Wahrheit (die Intuition bzw. der Automatismus) unserer frühkindlichen Konditionierungen, Glaubenssätze, Prägungen, Abwehrmechanismen, Handlungsmustern und erlernten Verhaltensautomatismen. Es ist die Wahrheit der in uns immer noch existierenden und wohnhaften Fremdenergien (unserer Eltern und Ahnen sowie der Gesellschaft). Und unser Gefühl, dass wir meinen schier streben zu müssen, ist dabei schon ganz richtig. Denn folgen wir dieser inneren Ego-Wahrheit nicht, dann würde dieser Ego-Anteil tatsächlich sterben. Er würde vor die Hunde gehen, jämmerlich krepieren, eingehen, verdorren.   

Doch wir können die Gunst der Stunde, diese Gratis-Gelegenheit, diese „Einladung des Lebens“, diese Steilvorlage auch dazu nutzen, genau diese Energie und diese falsche Ego-Wahrheit jetzt bereitwillig, freiwillig und gerne zu transformieren und ins Licht zu führen. Alles, was wir hierzu tun müssten, wäre: Bereitwillig unsere Vorstellungen loslassen. Dann – wenn uns dies gelingt (das wir bereitwillig die Vorstellungen unserer Ego-Wahrheit loslassen), dann agieren wir plötzlich nicht mehr aus unserem Ego heraus, sondern wir ermächtigen uns selbst, wir erheben uns selbst über unser Ego, über unsere Ego-Wahrheit, über unsere kindlichen Konditionierungen und wir handeln als ein souveränes, autonomes Wesen (als erwachsener Mensch) aus unserem Herzensfeld heraus und wir lassen …    wir lassen unsere Ego-Vorstellungen und unsere Ego-Wahrheit und unsere erlernten Ego-Muster los …

Probleme = Potenziale zur Transformation

Jeder Moment, jeder Konflikt, jedes Problem birgt in sich das Potenzial einer solchen Transformation: Die alte Ego-Wahrheit loslassen und die wahre Herzensfeld-Wahrheit begrüßen und fortan leben. Unser Leben schenkt uns also unermesslich viele Chancen zur Transformation. Wir können das energische und manchmal sogar starre und bockige „Ich will aber…“ unseres Ego (mit etwas Bewusstheit) jederzeit umwandeln und liebevoll transformieren in ein weiches, zartes, gefühlvolles, erlaubendes Lassen … . Auf diese Weise können wir wirklich jederzeit in privaten und in beruflichen Settings unsere alte, verstaubte Ego-Wahrheit loslassen und von ihr hinüber wechseln zu unserer wundervollen Herzensfeld-Wahrheit der allumfassenden Liebe …

… Ja …
… Jetzt …
… fühlen …
… lassen …

… und viel Spaß und gute Laune beim Ausprobieren im Alltag …!

Lesen Sie auch: 
Besteht ein Unterschied zwischen der Wahrheit des Egos und meiner inneren Wahrheit?

 

23.03.2019
Björn Geitmann

Alle Beiträge des Autors auf Spirit Online

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