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Wie uns erschaffene Autoritäten einschränken ~ Auszug aus Kapitel 2

neu_1_Pool_Florida Wie uns erschaffene Autoritäten einschränken – Auswege finden

Urquelle persönlicher Kraft:
Auszug aus Kapitel 2

Opfer Selbst und eigennütziges Handeln

Wer in Verhältnissen geprägt von Autorität aufwuchs, erfuhr in der Regel, dass viel von ihm erwartet wurde. Es fehlte an Anerkennung und liebevoller Zuwendung und somit entstand ein Ungleichgewicht innerhalb der Persönlichkeit. Eine verfremdete Persönlichkeit mit spezifischen Opferselbst-Auswirkungen ist hier die Folge. Es wurden Glaubenssätze und Virusprogramme innerhalb der Persönlichkeit installiert, die auf Eigendruck und darauf folgenden eigennützigen Handlungen aufbauen. Die an uns gerichteten Erwartungen erzeugen Stresssymptome aller Art und als Schutz gegenüber diesem Druck wird eine Gewohnheitsenergie dahingehend erschaffen, dass wir danach streben, an uns gestellte Erwartungen auch zu erfüllen. Dieses alles geschieht zu Lasten einer natürlichen Selbstentfaltung. Die Gewohnheitsenergie setzt nicht uns selbst als wichtigste Priorität in unserem Leben. Ein gewohnheitsmäßiges Opferselbst hat als höchste Priorität, anderen gerecht zu werden; und zwar denen, die eine Autorität von uns bekommen haben. Ein Opferselbst gibt denen am meisten Priorität, die den größten Druck ausüben – aus Angst, diese zu enttäuschen. Und es fühlt sich ja auch so an, dass es am leichtesten ist, gerade diese Personen zu enttäuschen, weil sie konstant so einen Eindruck vermitteln. Es ist eine Druck- und Eigendruckspirale, der kaum Grenzen gesetzt sind. Weil wir uns so behandeln wie wir behandelt wurden und teils noch werden, geben wir diesen erfahrenen Druck an uns selbst und gleichzeitig an andere weiter. Wir und der andere sind eins. Wurden/werden wir viel kritisiert, lässt unsere Persönlichkeit ein großen inneren Kritiker entstehen, dieser wird auf das gesamte Umfeld einschließlich uns selbst einwirken. Der innere Kritiker lässt wiederum seinerseits einen inneren Be- bzw. Verurteilungsmechanismus entstehen, indem er sich meistens noch mit dem inneren Richter verbindet. Naturgemäß gibt ein innerer Kritiker negative Wertungen ab und er ist selten zufrieden. Je mehr wir Anforderungen und Lieblosigkeiten im Leben erfahren haben, desto größer ist die Gesamtverfremdung unserer Person, und zwar durch den gesamten negativen Energiemechanismus, der sich zu dem zuvor beschriebenen Dreieck der Ego-Unterpersönlichkeiten, mit dem inneren Antreiber (Eigendruck) und inneren Richter (Verurteilung) verbindet. Je stärker eine Verfremdung innerhalb der Persönlichkeit ausgeprägt ist, desto eigennütziger handeln wir, weil uns das Erlernen von uneigennützigem Handeln gefehlt hat. Ist von „bedingungsloser Liebe“ die Rede, ist ein umfassend uneigennütziges Handeln damit gemeint, welches auf einer gesunden Basis von gefestigter Persönlichkeit ohne Verfremdungen und einem Vorhandensein von Selbstliebe und Selbstbestimmung aufbaut. Uneigennütziges Handeln heißt, wir erwarten nicht, dass der andere im Gegenzug dieses oder jenes tun müsste (Erwartungshaltung). Wir verfolgen hier auch keinen bestimmten Zweck, sondern wir tun etwas einfach spontan, möchten einen anderen Menschen erfreuen, begeistern, inspirieren. Wir denken nicht darüber nach, ob auch eine entsprechende Gegenleistung für uns selbst erfolgt. Man kann sagen, wir tun, denken, fühlen ohne Verfolgung eines bestimmten eigennützigen Ziels. Aus diesen Handlungen entstehen die größten Erfolge, weil eine Lichtenergie ausgesandt wird und viele geistige Gesetze gleichzeitig in Kraft treten können, sich gegenseitig unterstützen und sich potenzierend auswirken. Da die Mehrheit unter uns jedoch weniger lichtvolle Situationen erfahren hat, sind wir es eher gewohnt, Schattenenergien von Eigendruck und Perfektionismus aufgrund von Autoritäten neu zu erschaffen. Unsere eigenen Maßstäbe sehen so aus, dass sie hoch gehängt sind.

Zaun am Strand Konkret sah es bei mir selbst in meiner Vergangenheit so aus, dass ich zu wenig bewusst war, welche selbst auferlegten Regeln aus meiner Gewohnheitsenergie entstanden waren. Sie waren zu einer Selbstverständlichkeit geworden. In meinem Umfeld war es ein Tabu, Emotionen direkt auszuleben und sich selbst einfach mal freien Lauf zu lassen. Spontan ärgerlich oder wütend zu reagieren führte zu Vorwürfen. Wenn ich mal spontan überemotional reagierte, machte ich zu den erfahrenen Vorwürfen mir selbst noch zusätzlich welche. Und so kam es dann, dass ich mit emotionalen Reaktionen anderer auch nicht umgehen konnte. Ich war es gewohnt, andere Menschen möglichst mit Samthandschuhen anzufassen und erwartete dies somit auch. Als Folge von so einer Gewohnheitsenergie war ich auch etwas weltfremd und entwickelte den Glaubenssatz, dass alles rosarot und harmonisch sein müsste. Normale menschliche Reaktionen konnte ich also weder bei mir selbst noch bei anderen akzeptieren. Fazit war hier, ich konnte meine eigenen Eigenarten zu wenig annehmen und die von anderen machten mir auch Schwierigkeiten. Ich bin in die Falle einer Weltsicht eines Opferselbst hineingeraten. Hinzu kam bei mir noch, dass ich glaubte, andere Menschen würden mich fallen lassen, mich ignorieren, wenn ich nicht „immer perfekt“ bin. Ich selbst wiederum glaubte, wenn andere sich mir gegenüber „unperfekt“ verhielten, sie würden dann mich ihrerseits verurteilen oder ich hätte ihnen gegenüber etwas falsch gemacht, sonst wären sie ja viel harmonischer in ihrem Verhalten. Das normal menschliche Miteinander war mir anhand dieser Glaubenssätze abhanden gekommen, weil ich alles aus der Perspektive des inneren Kritikers sah, und zwar weil er einen größer werdenden Energiemechanismus in mir errichtet hatte. Die konkrete Auswirkung war hier:

Ich koppelte Angst vor Verlust, immer „lieb“ sein müssen um Verluste zu vermeiden und einen Eigendruck , um meinen Kritiker zufrieden zu stellen. Zusätzlich musste auch mein Gegenüber meinen Vorgaben gerecht werden, tat er es nicht, kommt diese Verlustangst von daher, weil ich glaube, er wendet sich ab. Also übertrug ich meinen Eigendruck, meine Verlustangst direkt auf den anderen und glaubte meinen destruktiven Glaubenssätzen. Ich machte daraus, dass ein Verhalten eines anderen etwas Schlechtes für mich zu bedeuten hatte, und daraus entstand zudem eine negative Ich-Bezogenheit, die die Angst meines Egos noch vergrößerte. Ich machte mich selbst für ein VERMEINTLICHES „Fehlverhalten“ des anderen verantwortlich. Ich gebe meine Autorität, die ich für mich selbst brauche, an den anderen ab. Ich gebe es dem anderen an die Hand, über meine Stimmung zu entscheiden, verhält er sich wunschgemäß, geht es mir gut, sonst schlecht (ich mache mich durch Machtabgabe nach außen zum Opfer, der andere kann durch sein Verhalten über mich bestimmen). Kann er aber nur, weil ich ihn in mein Eigendruckmuster integriert habe. Ich habe es dem anderen auferlegt, sich meinen Maßstäben gerecht verhalten zu müssen, damit es mir gut geht. Ich kann als Folge mit mir selbst nicht umgehen, entdecke ich, dass ich nicht korrekt meinen Vorgaben mich verhielt und tat der andere es nicht, werfe ich es ihm andererseits auch vor, bin verwirrt, sauer, wütend, zweifle an einer Freundschaft, zweifle gleichzeitig an mir UND dem anderen. Und das ungesunde an der ganzen Sache ist: Der andere weiß natürlich nichts davon. Er wundert sich höchstwahrscheinlich über meine Reaktion, die er dann in der realen Interaktion und Kommunikation nicht zuordnen kann. Und weil ich mich selbst nicht ganz und gar (mit allen meinen Eigenarten ) akzeptieren kann, kann ich auch die Eigenarten des anderen nicht annehmen. Ich bin auf einer gegenseitigen Nichtakzeptanz-Ebene durch zu hoch gehängte Erwartungen an mich und andere geraten. Ich bin im Eigendruck gefangen und erlege dem anderen meinen Eigendruck auch auf, indem ich eine Erwartung habe, er MÜSSTE DOCH… Und ein Abweichen von meinen Erwartungen löst einen inneren Konflikt in mir aus.

schild6_hsc_coutoo Es entsteht ein Kreislauf aus Grübeln, wirren, irrationalen Gedanken und Gefühlen und eine unrealistische Weltsicht wird so gefördert.

Ich habe zu wenig Verständnis für mich selbst, also auch für mein Gegenüber.

Es hatte eine längere Zeit gedauert, bis ich dieses Muster bei mir selbst erkannt habe. Ich musste erst durch einige schmerzliche Erfahrungen hindurch gehen. Doch dann erkannte ich, dass mich mein Partner über alles lieben kann, und trotzdem auch mal ein extremes Verhalten an den Tag legen kann, aus einer eigenen Stress-Situation heraus oder aus anderen Gründen. Außerdem lernte ich: Akzeptiere den normal menschlichen, auch mal disharmonischen Teil in Dir selbst, und Du kannst ihn auch im Anderen annehmen und von Verurteilungen wegkommen. Mir ist klar geworden, dass ich und der andere eins sind.

Als ich den gesamten Zusammenhang erkannt hatte und auch akzeptiert hatte, wie dieses ganze Geflecht entstanden war und dass ich ja auch aus dieser verfremdeten Perspektive, in der ich lange Zeit verbracht hatte, Wichtiges gelernt habe, konnte ich diese Perspektive wertschätzen, als eine vergangene Sicht der Dinge, die Gegenwart und Zukunft möglich machten. Ich konnte durch die zuvor da gewesene Gewohnheitsenergie nur diese eine Perspektive wahr nehmen, die häufig stressig und leidvoll gewesen ist, die aber einen ganz neuen Zugang zu mir selbst durch das Durchleben dieses Lernprozesses möglich machte. Deshalb ist es mir leichter gefallen, alles so wie es war zu akzeptieren. Nach Akzeptanz und auch Dankbarkeit für diese Lektion hat sich dieses Muster von mir verabschiedet und ich konnte meine neue Weltsicht ganz anders wertschätzen, gerade weil sie neu war.

 (c) Karin Aveon

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