Gesellschaft

Die Seele gibt nie auf!?

DemenzDemenz?!

Ein leeres Wort war es für mich, bis meine Mutter vor vielen Jahren von der Familie damals unbemerkt diesen Krankheitsweg beschritt.

Es trat ja immer nur bei anderen auf – merkwürdige Verhaltensweisen jenseits der ‚Norm‘ kamen an mein Ohr und gingen –begleitet von einem unguten Gefühl- ihren Weg wieder hinaus…

Was dann kam in den folgenden Jahren, hat auch mich vor allem an die Grenzen meiner psychischen Kraft gebracht. Ein langer Prozess des ‚Loslassens‘ folgte.

Immer und immer wieder war dieser Prozess von den Gefühlen und Gedanken begleitet, dass ‚da irgendwas nicht stimmt‘…

Dass dies doch nicht ‚nur‘ eine physische Erkrankung sein kann – war und bin ich doch davon überzeugt, dass nach meinem Verständnis jeder körperlichen Erkrankung ein langer psychischer Weg vorausgegangen ist.

Bei meiner Mutter kannte ich ihn und brachte großes Verständnis in diesen Weg mit ein.

Letztendlich hat sie persönlich ihre Verletzungen, ihre psychischen Schmerzen mit genommen, mit nehmen ‚müssen‘??!!

Hätte es eine andere Chance gegeben – für sie – für uns als Verwandte – für meinen Vater???!!!

Hätte es etwas geändert?!

Ich weiß es nicht, wirklich nicht!

Was ich aber weiß ist, dass die Zahl der dementiell Erkrankten Menschen ständig steigt!

Und ich weiß nach mehr als zwei Jahren pflegerischen Einsatzes in der Altenpflege, dass es so viele Menschen gibt, bei denen ich mir ähnliche Fragen stelle.

Und dies umso mehr, seit ich das Buch von Hans Siepel, Stimmen der Seele – Die vergessene Wahrheit hinter der Demenz gelesen habe.

Der Autor beschreibt seinen persönlichen Weg mit seiner dementen Mutter bis zu ihrem Tode – einen Tod in Frieden, einen Tod, der eintrat, nachdem ihre Seele sich hat Gehör verschaffen können.

Solange Gehör verschaffen können, bis diese Frau alles hat sagen, leben und ausleben können, was sie ihr ganzes Leben bedrängt und begleitet hat – unbemerkt von ihrer Familie!

Eine ergreifende ‚Geschichte‘?!

Nein, mehr als das: für mich stellt es den Beweis dar, dass das, was ich innerlich immer gefühlt habe, sehr nah an der ‚Wahrheit‘ ist oder vielleicht sogar ‚die‘ Wahrheit ist.

 

Wahr ist auf jeden Fall, dass der Weg, den die meisten der dementiell erkrankten Menschen in unserer Gesellschaft nehmen nicht ‚der‘ Weg sein kann und sollte – vielleicht darf-, den diese Menschen ‚verdient‘ haben!!!

Ich möchte hier gar nicht auf die pflegerischen Umstände eingehen im Detail – viel zu sehr weiß ich, unter welchen Umständen unsere Gesellschaft diesen Weg gewählt hat…

Und ich weiß auch, was es bedeutet, einen anderen Weg zu wählen.

Jeder, der sich ernsthaft mit Demenz und ihren seelischen Hintergründen beschäftigen möchte, findet in dem Buch von Hans Siepel Ansätze, seine persönliche Einstellung zu überprüfen, um so Möglichkeiten zulassen zu können, die vielleicht einen oder sogar den Unterschied machen.

Was ich weiß ist, dass es von so großer Bedeutung ist, dass wir Zeit unseres Lebens den Weg gehen, unsere Verletzungen, Beschränkungen, Muster und Blockierungen zu lösen, um uns, unserer Seele Raum, den Raum geben zu können, den sie braucht, um das, was uns hierher auf diese Erde als Geschenk in die Wiege gelegt wurde, fühlen, sehen und leben zu können.

Heike Schonert

 

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