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Dem Tiger ins Auge schauen – Wie du Angst besiegen kannst

angst-besiegen-tiger-ins-auge-sehen-tigerDem Tiger ins Auge schauen. Oder:
Wie du Angst besiegen kannst

Hast du Angst vor Prüfungen? Oder vorm Zahnarzt? Oder bekommst du Angst, wenn du bei Eiswetter mit dem Auto fahren musst?
Jeder Mensch kennt Ängste in ganz bestimmten Situationen.
Was macht dir Angst?
In diesem Artikel geht es darum, wie du in diesen Situationen deine Angst besiegen kannst.

Schreck am frühen Morgen

Die Idee zu diesem Artikel kam gestern Morgen, als ich ganz früh, es war noch dunkel, mit dem Auto zu einem wichtigen Termin fahren musste. Ich war froh, dass mein Auto, was über Nacht an der Straße stand, nicht vereist war. Deshalb kam ich gar nicht auf die Idee, dass es auf der etwa 40 km langen, kurvigen Landstraßen-Strecke Glatteis geben könnte.

Ich habe das Eis erst bemerkt, als das Auto in einer Kurve in Rutschen kam. Glücklicherweise war ich ganz allein im Dunkeln auf der Straße und kam mit einem Schrecken davon. Mit weichen Knien, heftig klopfendem Herzen und einem deutlich spürbaren Adrenalinschub fing mein Kopf an zu rattern: Wie gefährlich ist es, jetzt hier auf dieser vereisten Kurvenstrecke weiter zu fahren? Sollte ich besser umdrehen und den Termin absagen? Aber er ist doch so wichtig! Und ich habe ja schon die halbe Strecke zurückgelegt, da kann ich jetzt genauso gut auch weiterfahren.

Den zweiten Teil des Weges bin ich dann sehr viel langsamer gefahren. Es war unangenehm, denn ich hatte Angst. Ich war noch gut eine halbe Stunde unterwegs und habe in dieser Zeit auch überlegt, was ich in den unzähligen Seminaren, die ich besucht habe, als Hilfestellung für solche Momente gelernt habe. Schon der erste Selbstcoaching-Ansatz, den ich erinnert und sofort (noch unterwegs) ausprobiert habe, hat verblüffend schnell und effektiv gewirkt. So ist die Idee zu diesem Artikel entstanden.

So funktioniert es nicht

Hast du schon mal versucht, dich selber in solchen Momenten zur Räson zu rufen? Oder hast erlebt, dass jemand anderer, der dabei war, dich angefahren hat: Nun reiß dich aber mal zusammen! Das nützt, sobald unsere Emotionen und die damit verbundenen Körper-Reaktionen erst angerollt sind, überhaupt nichts. Im Gegenteil, wenn deine Angst beschimpft wird, dreht sie noch mehr auf.

Aber so funktioniert es (verblüffend schnell)

Der Trick, der mir gestern so verblüffend gut geholfen hat, bestand darin, in der Situation total präsent zu sein. Hört sich zu banal an? Probiere es das nächste Mal, wenn du dich ängstlich fühlst, selbst einmal aus. Es ist sehr einfach. Und tatsächlich enorm effektiv.

Aber es gibt dabei zwei Fallstricke: Erstens musst du dich in dem Moment, wo du Angst hast, an diese Mentaltechnik erinnern. Und zweitens – das ist mir gestern sehr bewusst geworden – laufen in einem uns unangenehmen Moment Gegenwärtigkeit und Präsenz den automatischen Reaktionen völlig entgegen.

Sobald wir einen Tiger sehen, fangen wir an zu rennen

Wenn wir Angst haben, weil wir gerade einem „Tiger“ begegnen (unabhängig davon, ob unsere Angst tatsächlich berechtigt ist oder hausgemacht), wollen wir nur noch wegrennen. Unser Verstand überlegt sofort und als erstes, wie wir hier wegkommen oder, ob wir diese Situation irgendwie vermeiden könnten. Ich habe gestern auch als erstes gedacht: Ich will jetzt sofort wieder nach Hause!

Auch vor den unangenehmen Gefühlen IN uns laufen wir innerlich weg. Was natürlich unmöglich ist, aber wir probieren es dennoch. Deshalb löst der Vorschlag Geh stattdessent ganz rein in das, was du jetzt gerade erlebst unmittelbar Widerstand aus. Ja, es kostet Überwindung, innerlich stehen zu bleiben und dem Tiger ins Auge zu sehen.

Bleib dennoch stehen und schau dem Tiger ins Auge

Stehen zu bleiben“ bedeutet dabei im ersten Schritt, ganz bewusst HIER anzukommen. Mit Hilfe der Sinne. Ich habe dazu gestern bewusst nachgespürt, wie sich das Lenkrad in meinen Händen anfühlt. Und wie das Gewicht meines Körpers auf dem Autositz. Ich habe auch bewusster hingeschaut, was ich vor mir auf der Straße sehe. Das war ohnehin angebracht, aber ein Teil von mir hätte dennoch am liebsten die Augen zugemacht.

Probiere es einmal aus, wenn du das nächste Mal Angst bekommst: Über die bewusste Wahrnehmung mithilfe der Sinne kommst du ruckzuck ins HIER zurück. Und damit hört (ganz automatisch) das Kopf-Kino schon ein Stück weit auf. Spüre dann weiter – in dich hinein. Ja, das kostet noch einmal Überwindung, ich weiß, aber es lohnt sich, versprochen.

Ich habe dabei gestern bewusst wahrgenommen, dass meine Knie weich geworden sind, dass mein Herz heftig klopfte und dass mein ganzer Körper von dem Adrenalin innerlich wie hochgepuscht war. Ich habe alle dem, was da jetzt aufgrund der Angst in mir spürbar war, meine volle Aufmerksamkeit geschenkt.

Dadurch hat sich das Bewerten dessen, was ich fühle, aufgelöst

  Übrig blieb das pure, intensive Körpergefühl, was ohne (m)eine Bewertung zwar noch befremdlich, aber nicht länger unbedingt „unangenehm“ war. Intensiv war es, ja.
Aber spätestens an dem Punkt war ich fest entschlossen, ich schaue dem Tiger jetzt weiter ins Auge. Daraufhin hat die Spannung in meinem System langsam immer mehr nachgelassen. Schon wenige Minuten später ging es mir deutlich besser. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt immer noch bei eisigem Wetter auf einer kurvenreichen Landstraße unterwegs war.

Hier in Kürze die drei Schritte, um in Situationen die dir Angst machen, wieder ruhig zu werden:

  1. Werde dir bewusst, dass du einen Tiger siehst: Du bemerkst, dir ist unwohl oder du bekommst Angst..
  2. Werde dir bewusst: Nun würde ich am liebsten wegrennen. Bleibe dennoch „stehen“. Überwinde dich (widerstehe der Reflex-Reaktion) und nutze deine Sinne (spüre, höre, schaue hin) um ganz HIER anzukommen.
  3. Beobachte nun: Mein Kopf-Kino lässt nach. Dann spüre in dich hinein: Was fühle ich?
  4. Spüre die intensive (aber an sich völlig neutrale) Bewegung in deinem Körper – keinerlei Bewertung mehr. Jetzt spürst du nur noch deinen Körper. Du fühlst dich. Und du wirst nun beobachten können, wie sich in dir etwas verändert.
  5. Schaue dem Tiger weiter ins Auge. So lange, bis er beginnt, sich von dir abzuwenden.

Es ist durchstanden, du bist wieder ruhig(er) geworden.
Es wäre schön, wenn du hier bei den Kommentaren über deine Erfahrungen mit dieser Methode berichtest.

06.01.2020
Prof. Dr. Kira Klenke

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