Zwangs-Störungen verstehen und ihnen die Stirn bieten – Teil 1

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zwang-1-finger-aus-handZwangs-Störungen verstehen und ihnen die Stirn bieten – Teil 1

Zwangs-Störungen verstehen und ihnen die Stirn bieten. „Ist nicht eigentlich jede Störung ein Zwang?“ Das ist die neueste These und es ist sicher nicht falsch, auf diesem Weg zu begreifen, wie oft wir Zwängen unterworfen sind; nicht nur im Alltagsstress, sondern auch schon bei Psychosen und Neurosen, die ganz anders betitelt werden nämlich: Ängste, Phobien, Panikstörungen, Schlafstörungen, Depressionen ja bis hin zu physischen Störungen und unangenehmen Gewohnheiten und Abhängigkeiten.

Alles ist Zwang – Dekliniert man diese These weiter konsequent durch, bekommt man ganz neue Einsichten in den Zwang und es ist höchste Zeit, ihm die Stirn zu bieten; dazu muss man erstmal den „klassischen Zwang“ verstehen:

Zwangsstörungen sind für Betroffene und für Angehörige von Menschen mit Zwangsstörungen ein leidiges, nerviges, oft das Leben und Zusammenleben stark belastendes Thema! Für völlig Außenstehende und rein objektiv ist es ein sehr spannendes Wissensgebiet. Und Zwänge sind noch dazu sehr vielfältig. Und sie sind sogar so vielfältig und zahlreich in der Bevölkerung vertreten, dass TV-Autoren bald kaum noch einen Ermittler ohne Zwangsstörung auf die Mattscheibe lassen. Nur -und dies ist die gute Nachricht vorneweg: Zwänge sind gut behandelbar und in der Regel auch nicht tödlich.

Egal ob Wasch-, Putz-, Ordnungs- oder Kontrollzwang, Berührungszwang, Wiederholungszwang, Zählzwang, verbale Zwänge, Sammeln, Stapeln, Horten, ja auch zwanghaftes Kratzen oder Haare ausreißen, Zwangsstörungen aller Art greifen ein in unser Leben, beeinflussen uns und unser soziales Umfeld genauso stark wie eine Axt Holz spaltet.

Zwei Prozent der Bevölkerung quer durch alle Längen- und Breitengrade sind von Zwängen betroffen, doch niemand spricht darüber! Ängste hingegen scheinen derweil salonfähig. Haben Zwänge gar ein Imageproblem? Was genau sind Zwangsgedanken, was sind Zwangshandlungen? Wer ist betroffen? Mehr Singles, mehr Frauen als Männer? Was sind die konkreten Symptome, wie fühlen sich die Patienten, was sind die Ursachen und was kann den Betroffenen helfen?

Entwarnung und Warnung

Zwangsgedanken, ja sogar Zwangsimpulse, jemanden zu verletzen oder zu töten, auch eine nahe stehende Person (auch gerichtet gegen die eigene geliebte Religion), sind recht häufig, kommen aber tatsächlich als Handlung durchgeführt eher in Film und Fernsehen als in Wirklichkeit zur Umsetzung. Dabei gibt weit mehr Formen von Zwängen, als man für möglich halten mag. Die Liste der möglichen Zwänge ist ganz einfach unendlich. Genauso wie bei den Ängsten. Es gibt nichts, was es nicht gibt!

Besonders wichtig ist, eine Zwangsstörung möglichst frühzeitig zu erkennen und ihr entgegen zu wirken, denn Zwangserkrankungen haben die Tendenz, sich auszuweiten und zu chronifizieren. Es bleibt dann nicht mehr nur bei dem einen Zwang, es kommen im Laufe der Zeit weitere hinzu. Oft kann dann nur noch ein Facharzt oder ein spezialisierter Heilpraktiker für Psychotherapie dem Zwangserkrankten helfen.

Millionen-Krankheit ohne Image


In Deutschland geht man von über einer Million Betroffenen aus. Die vermutete Dunkelziffer ist sogar weit höher. Damit sind Zwänge nach Depression, Schizophrenie und Angststörungen die vierthäufigste psychische Erkrankung. Experten schätzen, dass höchstens 10 % der von einem Zwang Betroffenen einen Psychiater aufsuchen. In England und den USA nennt man Zwänge deshalb auch zu recht THE HIDDEN DESEASE. Frauen und Männer sind in etwa gleich oft betroffen. Bei Frauen ist der Waschzwang häufiger, bei Männern der Kontrollzwang. Der Beginn der Symptomatik liegt in der Regel vor dem 35ten Lebensjahr, meist bereits in der Kindheit. Zumindest die Wurzel des Seelenleids liegt oft in den frühen Kinderjahren, was sich hier als ein Zwang zu erkennen gibt. Wer daher nur am Zwang und seinen für jeden offensichtlich erkennbaren Symptomen wie dem Kontrollieren, dem Waschen, dem Putzen, dem Zählen etc den Therapieerfolg sucht, der wird den immer nur kurzfristig haben.

Ist der eine Zwang weg, wird sich dann der gleiche oder ein anderer sehr bald wieder zeigen, weil eben, ganz einfach, nicht an der Ursache gearbeitet wurde. Diese Ursache/n liegt/liegen nach meiner Erfahrung, und ich kenne derweil, Stand Januar 2018, rund an die 1.000 derartige Fälle von Zwangsstörungen aller Art in unseren ersten Lebensjahren, die gestört wurden durch negative Ereignisse, die unsere “Pflöcke”, auf dem unser Wohlfühl-Seelen-Konstrukt gebaut war demoliert oder gar vernichtet haben. Enttäuschungen, verbaler, visueller oder physischer Missbrauch, zu strenge Erziehungsmaßnahmen, Umzüge, Schulwechsel, Beziehungsprobleme der Eltern sind nur einige der vielen möglichen negativ-Determinanten auf diesem Ursachensektor.

Zwänge haben ein Image-Problem

Zwänge sind weit weniger hoffähig als zum Beispiel Ängste. Sie haben keine gute Lobby und bleiben so wie ihre Träger meist im Verborgenen. Woran liegt das? Eine Betroffene und Autorin von „Ich und mein Zwang“, die jedoch mit ihrer über zehn Jahre langen Leidensgeschichte und Therapie-Erfahrung anonym bleiben will, gibt dazu im Interview zu verstehen: „So eine Frage kann nur von einem Nicht-Betroffenen kommen! Wenn man äußert, Angst zu haben, meinetwegen vor gefährlichen Menschen oder Tieren, vor der Zukunft, vor den Kollegen oder zum Beispiel vor der Arbeit, dann kann dies fast jeder halbwegs nachvollziehen. Das Gefühl von Angst kennt schließlich jeder in irgendeiner Form.

Die Angst ist ein gesellschaftsfähiger Gefühlszustand. Aber wie bitte schön“, so die Autorin weiter, „soll man erklären, dass man den ganzen Tag den Gedanken und damit die Angst hat, bei Unterlassen der Kontrolle eines Wasserhahns in der eigenen Wohnung eine Katastrophe im Mietshaus, in dem man wohnt, zu verschulden? So dass man den Wasserhahn zig Mal am Tag prüfen muss, ob er auch wirklich nicht tropft? Beim Zwang entsteht schnell bei allen, die davon hören, der Eindruck, man sei verrückt. Als Betroffener gewinnt man diesen Eindruck von sich selbst ja auch. Trotz gut funktionierender Vernunft überwiegt das ungute Gefühl, man könnte in allernächster Zeit eine Katastrophe verursachen. Dann hat man Schuld auf sich geladen, dann ist man ein Monster“.

Aufklärung tut Not und Aufklärung tut gut


Daher bleiben Zwänge gerne im Geheimen, werden dabei jedoch keineswegs weniger. Aber nur, wer sich seinen Zwängen stellt, der kann auch Erfolge erzielen im Kampf gegen sie. Aufklärung tut Not und Aufklärung tut gut. Dies zeigt sich zum Beispiel an dem erfreulichen Rückgang der Suizidalität in Deutschland. Diese positive Tendenz begann gleichzeitig mit der rasenden Entwicklung der Neuen Medien und dem freien Zugang zu Informationen über Therapien durch das Internet. Dies zeigt: Aufgeklärte, gut informierte Patienten erkennen ihren Hilfebedarf eher als Unwissende. Dazu helfen als erstes ein paar Fakten über Zwänge, Patienten, Symptome, Ursachen und -ganz wichtig- über den Vorgang, was genau bei uns im Körper passiert, wenn sich Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlungen ankündigen.

Betroffene berichten

Zwangsstörungen gehören zu den psychischen Krankheiten, die mit am häufigsten auftreten und dabei selbst dem Laien leicht auffallen. Andererseits ist die geschätzte Dunkelziffer besonders hoch. Denn für viele ist es noch immer wesentlich peinlicher, sich mit ihrem Zwang gleich welcher Art zu outen als zu sagen: „Du, ich geh’ da nicht hoch, ich hab’ Höhenangst.“ Im Grunde sind dabei Zwänge mit Ängsten stark verwandt, sie basieren sogar auf ihnen.
Petra, 44, aus Detmold zum Beispiel leidet wie viele unter Gedanken, die sie wie Befürchtungen urplötzlich martern. Diese Zwangsgedanken kann sie eigentlich nur ihrem Freund gestehen, meint sie zumindest. Womit sie nicht ganz Unrecht hat. So manch’ ein uninformierter Arbeitgeber wird sich beim Bekanntwerden einer Zwangstörung in seiner Mitarbeiterschaft oder gar bei Stellenneubesetzung eher gegen einen Zwangserkrankten entscheiden.
Petra meidet zum Beispiel das Einkaufen, bestellt alles nur noch per Internet. Eine Vermeidungstaktik, die ihren Zwang eher noch verschlimmert.

„Ich hab’ Angst, mich anzustecken, da wo Leute sind, viele Leute, in Einkaufzentren, Supermärkten, Wochenmärkten, Bus, Bahn, Flugzeug, Festivals, Kino. Das nervt mich fürchterlich, auch meinen Freund natürlich. Und kaum bin ich zuhause angekommen, wasche ich meine Hände ausgiebig, zwanghaft. Oft desinfiziere ich sie auch noch anschließend. Bin ich gerade fertig, und ich habe das Gefühl, noch immer nicht ganz sauber zu sein, geht das Ganze von vorne los! Das geht so weit, dass ich, wenn meine Mutter zu Besuch kommt oder mein Freund von der Arbeit, die auch erst mal ins Bad zum Duschen schicke“.
Thomas, 39, aus Brandenburg an der Havel, sieht mit seiner Brille aus wie ein sympathischer EDV-Nerd und hat neben seinem ausgeprägten Waschzwang zusätzlich den Zwang, ständig kontrollieren zu müssen, ob er etwas auf dem Gehweg, der Straße, im Supermarkt verloren hat. „Wenn ich zwei Schritte vor mache, muss ich gleich drei Schritte wieder zurück machen, um zu sehen, ob da nicht etwas von mir auf dem Boden liegt“. Das nervt natürlich nicht nur Thomas, sondern auch seine Familie.

Wenn sie ihn aber damit aufziehen und drängeln, er möge sich beeilen, dann wird es, wie Thomas erzählt, „nur noch schlimmer und wir kommen nie ins Kino oder fahren erst Stunden später los in den Urlaub. Und das stresst alle –allerdings mich wohl am meisten. Ich mache das ja nicht mit Absicht. Ich habe auch ein paar Therapie-Sitzungen gemacht. Das geht aber auch ins Geld. Die Konfrontationstherapie sollte ich auch, laut Therapeut, alleine machen. Ich hatte mir die Hilfe doch irgendwie anders vorgestellt“.
Thomas arbeitet beruflich und privat viel am PC, so dass er zur Selbsthilfe griff und ausgiebig recherchierte: Er fand ein quasi Zwänge-Wundermittel, das die körpereigene Glückshormon-Produktion von Serotonin positiv beeinflussen soll durch die Aminosäure L-Tryptophan als Inhaltsstoff. Die Angst vor Nebenwirkungen gab Thomas zudem kreative Anstöße.

Er erfuhr: Diese Aminosäuren liefern insbesondere die an Getreide erinnernden Amaranth-Körner und der sogenannte Inka-Reis namens Quinoa. Thomas besorgte sich daraufhin in einem Reformhaus je 500 Gramm der ihm bis dahin völlig unbekannten kleinen Körner und startete eine self-made-Kur. Wir kommen später wieder zurück zu Thomas und sind gespannt, wie diese Eigentherapie bei ihm angeschlagen hat.

Unterschied Neurose – Psychose

Petra und Thomas sind nicht verrückt. Beide haben keine Psychose, nur eine Neurose. Was ist der Unterschied? Sie erkennen die Unsinnigkeit, sind sich sicher, „da ist etwas Verkehrtes los bei mir und in mir“. Würden sie dieses Gefühl nicht haben, und würden sie der Meinung sein, dies sei normal, dann hätten Petra und Thomas eine Persönlichkeitsstörung, eine sogenannte anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung. Wenn der Betroffene aber seine Zwangsgedanken nicht als seine eigenen ausmacht, sondern der Überzeugung ist, es seien Befehle von wem auch immer, die ihn veranlassen, seine Zwangshandlungen zu vollziehen, dann liegt eine schwere Psychose vor und spätestens dann sollte der Facharzt aufgesucht werden!

Probleme durch Zwänge


Zwangsgedanken und insbesondere Zwangshandlungen kosten Zeit, weil sie mit ständigen Wiederholungen verbunden sind, mit Taten, die der vom Zwang Betroffene bereits längst ein oder mehrere Male vollzogen hat. Sie können sogar etliche Stunden des Tages für sich vereinnahmen. Tätigkeiten am Arbeitsplatz dauern länger, weil der Kontrollzwang oder der Perfektionszwang einen stets weiter einfordert, Termine können nicht eingehalten werden, weil zuhause zum X-ten Male Fenster, Herdplatten, Türen und elektrische Geräte überprüft werden. Und beim Waschzwang leidet die Haut, besonders an den Händen sehr stark. Sie wird extrem brüchig, rissig, oft entzündlich und beginnt zu bluten. Nicht zuletzt leiden die jeweiligen Familien und Beziehungen und es kommt nicht selten zu Trennungen.

Dem Affen besser keinen Zucker geben


Gibt man dem Zwangsgedanken nach, dann erfahren die Zwangserkrankten erstmal Erleichterung, aber geben damit sozusagen „dem Affen Zucker“. Heißt: Der Zwang wird stärker!
Einige Experten empfehlen sogar, dass man seinen Zwang personifizieren soll, zum Beispiel als einen Bären. Da mag man von halten, was man will, eine Kanalisierung kann hilfreich sein. Jeder reagiert und empfindet bekanntlich anders. Allerdings besteht die Gefahr auch dabei, dem Zwang dadurch nicht nur einen noch höheren Stellenwert zu geben, sondern auch noch den entscheidenden Schritt ins Wahnhafte und damit ins Psychotische zu machen. Der Zwang ist dann nicht Teil von einem selbst, sondern wird als von außen gemacht empfunden.

Was können Freunde und Familienmitglieder tun?

Das Umfeld ist früher oder später mindestens genauso genervt wie der Zwangserkrankte selber, nur anders. Während der Patient wahre Kämpfe aussteht, sehen die anderen nur, wie da jemand immer und immer wieder kontrolliert, ob die Wohnung abgeschlossen ist, die Fenster zu sind, die Autotüren verschlossen, ob sie nicht doch etwas verloren haben oder die Herdplatte noch angestellt ist. Die Zeit verrinnt, völlig sinnlos in den Augen des Beobachters, man kommt zu spät zum vereinbarten Termin, verpasst den Zug, das Flugzeug, die Bahn, das Essen wird kalt und der Streit ist vorprogrammiert: Der Erkrankte wird ermahnt, beschimpft und zusätzlich unter Druck gesetzt. „Das macht es“, so Petra schluchzend „nur noch schlimmer! Und ich fange dann wieder von vorne an, mir die Hände zu waschen und alles noch mal zu kontrollieren, und mein Freund denkt, ich bin verrückt und wir kommen nie mehr aus dem Haus“.

Tatsächlich ist der Effekt bei Ermahnungen der Lieben in solchen Situationen so, als ob man auf einen Topf mit kochendem Wasser einen Deckel setzt! Aber was kann der Freund oder das Familienmitglied tun? „Am besten ist für mich in der Stresssituation, keinen extra Druck zu bekommen. Gut ist, wenn mein Freund für mich kontrollieren geht und mir sagt, alles ist okay“. Nur gibt dies -fast genauso wie das „Selber-dem-Zwang-Nachgehen“- dem Betroffenen nur kurzzeitig Erleichterung. Dies ist kein Therapieweg, aber immerhin kurzfristig besser für die Beziehung.

Staumauer-Fluss-damm

Was geht vor im vom Zwang Betroffenen?

„Energetisch gesehen“, so die Co-Autorin des Buchs und der gleichnamigen DVD „Den Zwang abstellen“, Gabriele Raubart, „sind Zwänge Stauungen im Energiefluss. Normalerweise fließt das Wasser schnurgerade durch das Flussbett und wird nirgends gestaut. Werden Situationen oder Gedanken überbewertet und von Ängsten begleitet, kommt es im Lauf des Flusses zu einem Stau. Um den Stau aufzulösen, führt der Betroffene eine Zwangshandlung aus, wie zum Beispiel das unsinnige Kontrollieren dessen, was er gerade schon „geprüft“ hat. Er fühlt sich gezwungen, die Kontrolle solange zu wiederholen, bis er zu der Erkenntnis und somit zur Gewissheit gelangt, dass wirklich alles in Ordnung ist.
Dann erst kann er die Zwangssituation verlassen und ist für eine Weile, die mit zunehmender Dauer der Erkrankung immer kürzer wird, beruhigt“. Doch dieses Kontrollieren ist nichts anderes als das Eintrittstor zum Teufelskreis der Zwangsspirale.

Selbsthilfe-Tipps

Was Betroffenen selber helfen kann, sagt sich leicht, ist es aber nicht: Gelassen sein. Die Zwangsgedanken akzeptieren. Akzeptieren, dass sie da sind und dass sie unrealistisch sind. Sie werden von alleine wieder gehen, so wie sie gekommen sind, so wie ein Vogel, der vorbei fliegt oder eine Wolke am Himmel vorbei zieht. Das braucht auch etwas Ausdauer, ja vielleicht Training. Und warum es nicht als sportliche Herausforderung sehen, seinen Zwang zu besiegen? Vielleicht jeden Tag ein bisschen mehr, eine Kontrolle weniger oder einmal sich weniger oft die Hände waschen? Warum: Andere haben es doch auch geschafft! Positives Denken, den Willen, den Kampf aufzunehmen, sich Ziele setzen und die Einsicht, dass keinerlei Gefahr für sich oder andere entsteht, wenn man dem Zwang nicht nachgibt, das kann jeder Betroffene für sich selber leisten. Und last not least, sich selber, seinen Fähigkeiten und seinen Sinnesorganen wieder neu vertrauen! Denn es stimmt: Die Katastrophen, die der Zwang dem Betroffenen weismachen will wie zum Beispiel, das Mietshaus brenne ab, wenn die Herdplatte unkontrolliert bliebe oder stünde bald unter Wasser, wenn nicht gleich noch mal alle Wasserhähne geprüft werden würden, diese Katastrophen treffen einfach nicht ein.

Meditation, Yoga, Ausdauersport, Schwitzen, Gelassenheit
, Joggen, Gärtnern, PMR/E, Schwimmen, Radfahren, Hypnosetherapie, Selbsthypnose, Schreiben
, Selbsthilfegruppen, Entspannungstechniken, 
Qigong, sogar Boxen soll helfen. Andere stricken, sticken oder nähen, was mehr in Richtung Ablenkung geht, verbunden mit körperlicher Bewegung tun wir auch etwas für unseren Serotoninspiegel, der ja in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Kleine Erfolge gewährleisten, seien sie auch noch so klein und darauf aufbauen
Drüber reden, 
Positives Denken
, Willen fassen
Ziele setzen
, Sich selbst vertrauen
, Seinen eigenen Sinnen vertrauen

Ernährung:


Bananen, Schokolade, Rohkost, eiweißarmes nicht erhitzt, gründlich und ausgiebig kauen, Vitamin B6, Vitamin C, Omega 3 Fettsäuren, Nüsse (Cashew), Bohnen, Samen: Sonnenblumenkerne, Sesam, Hirse, Amaranth, Quinoa, Weizenkeime, Pilze, Früchte wie Kiwi, Pflaumen, Pfirsiche, Wildheidelbeeren.

Meiden: Kaffee und alles was Sie triggert wie Stress etc.

Lehrmeinungen der Schulmedizin über Zwänge

Wann kann man eigentlich wirklich von einem Zwang sprechen? Denn eine Herdplatte, ein Türschloss, ein Fenster hat sicher jeder schon mal mehr als einmal kontrolliert. Schlagen wir nach in der druckfrischen Neuauflage des Lehrbuchs von Jürgen Koeslin zum Thema „Psychiatrie und Psychotherapie für Heilpraktiker“, so erfahren wir, dass ein Zwang vorliegt, wenn „es nicht gelingt, sich immer wieder aufdrängende Denkinhalte oder Handlungsimpulse zu unterdrücken oder zu verdrängen, obwohl erkennbar ist, dass diese unsinnig oder unbegründet sind“. Die Betroffenen haben dabei aber einen klaren Realitätsbezug, das heißt in anderen Worten, sie wissen, es sind ihre eigenen zwanghaften Gedanken und sie empfinden ihren Zwang als lästig. Eine Erkrankung liegt vor, wenn Denken, Handeln und das soziale Verhalten beeinträchtigt werden.

Wenn keinerlei Krankheitseinsicht auszumachen ist, hat der Patient vermutlich auch einen Realitätsverlust. Dann handelt es sich wie bereits angeführt um eine schwere Psychose mit Verdacht auf Wahnanteilen, vor allem wenn der Zwang deutlich für den Außenstehenden erkennbar ist, jedoch vom Patienten als normal angesehen wird. Der Weg zumindest zum Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie sollte dann auf dem schnellsten Weg eingeschlagen werden.

zu Teil 2 

Quellen zum Fachartikel:

  • Gabriele Raubart, Andreas Seebeck: Den Zwang abstellen (Buch und DVD), LOTUS PRESS, 2008
  • Anonyma: Ich und mein Zwang. Himmel-Erde-Mensch-Verlag, 2012
  • Jürgen Koeslin: Psychiatrie und Psychotherapie für Heilpraktiker, © 3. Auflage 2011 Elsevier GmbH, München
  • Hansruedi Ambühl: Wege aus dem Zwang, Patmos, 2007, Düsseldorf
  • Dilling/Mombour/Schmidt (Hrsg): Internationale Klassifikation psychischer Störungen, 9. Auflage, Verlag Hans Huber

Norbert Stolze

© by Norbert Stolze, Leib & Seele Coach, Heilpraktiker für Psychotherapie & M.A. Pädagogik, Englisch, Deutsch, Psychotherapie, Hypnosetherapie, Reiki- und Chakratherapie I PR & Fachartikel mit und für Leib & Seele I Mitglied im Verband Unabhängiger Heilpraktiker  I http://zwangsstoerungen.jimdo.com/ 
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(c) Norbert Stolze

Heilpraktiker für Psychotherapie & M.A. Pädagogik

2. Februar 2018

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“Nachdem ich viele Jahre für TV-Sender Filme und Sendungen zum Thema Gesundheit produziert habe, machte ich mich als PR-Berater mit Spezialisierung auf… “

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