Aufstieg und Lernen Selbstheilung-Übungen

Frühere Inkarnationen – erinnere ich mich wirklich? Dazu 5 mögliche Antworten

fruehere-Inkarnation-Frau-Wasser-desktop-backgroundWoran erkenne ich, ob ich mich wirklich an eine frühere Inkarnation erinnere?

Als ein Mensch, der sich mit Spiritualität, Bewusstwerdung und Erwachen schon etwas länger und intensiver beschäftigt, sind mir u.a. auch die Methoden der Psychokinesiologie, der Quantenheilung, der Hypnotherapie, der Meditation sowie der Traumbilderreisen vertraut. Zum Thema „frühere Inkarnationen“ muss jeder Mensch seine ganz eigene Haltung finden.

Es gibt hierbei keine allgemeingültige Wahrheit, die für alle gleichermaßen zählt. Ich kann leidglich einmal ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern und „meine Wahrheit“ erzählen. Jeder darf sich dann hiervon nehmen, was er/sie möchte …

Menschen, die sich erinnern

Es gibt tatsächlich einige Menschen, die sich sehr konkret sogar an mehrere frühere Inkarnationen erinnern. Belinda Davidson aus Australien ist zum Beispiel so jemand. Sie arbeitet heute als spirituelle Lehrerin mit dem Schwerpunkt Chakrenarbeit und dem Motto „From Dark to Light“. Sie kennt sich beispielsweise ganz konkret auch aus und in früheren Leben.

Die für mich entscheidende Frage wäre:

  • Für was ist es wichtig zu wissen, ob ich mich wirklich an eine frühere Inkarnation erinnere?
  • Was mache ich dann hiermit?
  • Wofür ist es gut?

Daher fällt meine Antwort auf diese Frage vielschichtig aus.

Antwort 1 – Identität kontra Form auflösen

Wenn ich sicher weiß, dass diejenigen Bilder, Gefühle, Stimmungen, an die ich mich jetzt gerade erinnere, einer früheren Inkarnation zuzuordnen sind, dann ist dies vor allem für eines gut: Ich kann meiner heutigen Identität noch eine frühere hinzufügen. Folglich habe ich nicht nur eine, sondern zwei oder sogar drei, vier, fünf und mehr Identitäten … –  ja womöglich habe ich schier unzählbar viele Identitäten. Je mehr Identitäten ich habe, desto mehr, sicherer, fester und stärker weiß ich, wer ich bin.

Und hier liegt schon ein Irrtum vor! Denn je mehr Identitäten ich habe und wiedererkenne (weil ich mich an sie erinnere), desto mehr, sicherer, fester und stärker glaube ich zu wissen, wer ich bin.

In unserem heutigen Zeitalter der Transformation geht es jedoch eigentlich darum, Form aufzulösen. Und da meine Identität ebenfalls nichts weiter als eine Form ist, geht es eigentlich darum, auch meine Identität aufzulösen. Im Alleins bin ich nicht mehr als Person zu finden. Im Alleins hat sich mein persönliches Ich aufgelöst.

Der Wassertropfen im Meer

Stell Dir einmal folgendes Bild vor: Du stehst am Meer. Die Wellen klatschen ans Ufer und ein kleiner Wassertropfen spritzt auf Deinen Schuh. Du kannst ihn klar erkennen. Dieser Wassertropfen ist jetzt als ein Wassertropfen sichtbar. Du kannst ihn in seiner Größe und Form beschrieben und erkennen. Und während Du da noch so schaust, schwappt eine weitere Welle ans Ufer, sie ist etwas größer als die erste und leckt den Wassertropfen einfach wieder auf.

Das Meer nimmt den Wassertropfen, den Du eben noch auf Deinem Schuh sehen konntest, wieder zu sich zurück. Wo ist der Wassertropfen jetzt? Wo kannst Du ihn erkennen? – Nicht mehr! Du kannst ihn nicht mehr erkennen. Er ist aufgegangen, verschmolzen und verschwunden im Alleins des Meeres.

Du und ich, wir sind als Menschen solche Wassertropfen, die auf die Erde geschwappt sind, um Erfahrungen zu machen, um betrachtet werden zu können und um eine eigenständige Form darzustellen. Mit unserem Heimkehren ins Licht nimmt uns das Meer des Lichts wieder zu sich zurück und wir verschmelzen wieder im Alleins. Wir lösen uns als Erden-Ich (als definierte Form) auf.

Auflösen oder verstärken unserer Identität

Das Auflösen unserer Identität ist unser Weg und unser Schicksal. Nicht alle jubeln diesem Schicksal zu. Deswegen können wir eine entgegengesetzte Entwicklung erkennen. Während einige spirituelle Menschen bereitwillig ihre Identität dahin schmelzen lassen und sich ihrer persönlichen Auflösung freiwillig hingeben, sammeln andere Menschen weitere, neue Identitäten hinzu. Je mehr Identitäten sie haben, desto schwieriger wird es, das Leben all diese Identifikationen aufzulösen. „Irgendetwas von meinen vielen Ichs aus diesem und aus früheren Leben wird schon noch übrig bleiben.“

Wir verkaufen es uns als:

„Ich erkenne mich selbst. In einem früheren Leben war ich mal Priesterin und auch einmal eine Hexe und auch schon eine weise Frau. – Und ich fühle mich irgendwie zu auch diesem bestimmten Ort ganz besonders hingezogen. Das hat bestimmt etwas mit einem meiner früheren Leben zu tun  …“

Und womöglich kleiden wir uns dann auch so, wie damals …

Form macht uns schwer

Das alles ist gut. Es ist ok. Es darf sein. – Nur es macht uns nicht automatisch leichter …  –  Aber wir müssen ja auch nicht alle leichter werden wollen. Wer sagt, das das leichter werden für alle der „richtige“ Weg ist. Und so fügen viele Menschen sich neue Identitäten und damit neue Geschichten, Storys, Gefühle, Formen und Schwere zu – jede Form hat ein Gewicht! Auch jede feinstoffliche Form, jeder Gedanke, jedes Gefühl, jedes innere Bild hat ein energetisches Gewicht. Und dies macht uns schwer.

Allein indem wir die Frage stellen: „Woran erkenne ich, ob ich mich wirklich an eine frühere Inkarnation erinnere?“, möchten wir etwas wissen. Und wer will etwas wissen?   –   Klar, unser Verstand, unser Kopf, unser Ego. Dieser liebe Freund, Aspekt oder Scharlatan in uns, der uns so wunderbar schwer macht – und dafür mit Erfahrungen reich belohnt …

Antwort 2 – Erkenntnis und Gefühle

In meditativen Traumreisen und in hypnotherapeutischen Trancezuständen können wir in unseren Seelenbilderwelten leicht hinreisen, wohin wir möchten – und natürlich auch in zurückliegende Leben. Für die Auflösung unserer inneren Blockaden kann dies sehr aufschlussreich und sehr hilfreich sein.

Es spielen hierbei zwei Ebenen eine Rolle: Zum Einen die Ebene der Erkenntnis und zum Zweiten die Ebene meiner Emotionen/Gefühle. Beide Ebenen sind gleichberechtigt und beide Ebenen sind gleich wichtig.

Erkenntnis

Auf der Ebene der Erkenntnis kommt es mitunter vor, dass eine Energie nicht erkannt wurde. Dieses Phänomen spielt beispielsweise bei der Auflösung einer Zwillingsthematik (ungeborener Zwilling) eine große Rolle. Da ist das erstgeborene Kind in Wirklichkeit gar nicht das erste Kind, sondern es ist das zweite oder dritte Kind, weil zuvor schon zweimal die Frucht abgegangen ist. Erkennen bedeutet hier: Anzuerkennen, dass noch zwei weitere Seelen mit zum Familiensystem gehören.

Und dieses Erkennen und Anerkennen können wir natürlich auch auf frühere Leben beziehen. Hierbei ist fein zu unterscheiden, ob ich das, was ich erkenne, schlicht erkenne  –  oder ob ich es wissbegierig zu meiner Identität hinzu füge. Dies macht energetisch einen enormen Unterschied.

Schlichtes Erkennen geht mit Lassen einher. Erkennen, erlauben, lassen. Und wir bleiben leicht. Wir sind als wahrnehmendes/anerkennendes Bewusstsein lediglich das Durch für die Erkenntnis. –

Wollen wir hingegen etwas aus der Wissbegierde unseres Verstandes heraus erkennen, so will unser Verstand die Erkenntnis behalten. Er will sie festhalten und zu seiner Identität hinzufügen. Dieses behalten wollen macht uns dann jedoch schwer. Es fehlt das wieder loslassen …

Gefühle

Die zweite Ebene, die beim Auflösen innerer Blockaden sowie bei meditativen Traumreisen und hypnotherapeutischen Trancezuständen eine Rolle spielt, ist die Ebene unserer Emotionen bzw. Gefühle. Jedes Bild, das wir innerlich sehen, löst in uns etwas aus. Jedes Bild löst in uns ein Gefühl aus, eine Stimmung, eine innere Regung. Wir interpretieren das innere Bild und fühlen dadurch etwas (ganz genau so wie wenn wir träumen).

In Bezug auf unsere Gefühle geht es jetzt eben genau darum, unsere Gefühle zu erkennen und anzuerkennen. Die Bilder sind zweitrangig. Die Bilder dienen lediglich als Reisauslöser und sind damit Werkzeuge des Lebens. Vorrangig kommt es auf unsere Gefühle an. Die Bilder sind lediglich dazu da, um in uns genau diese Gefühle auszulösen. Und dann sind wir aufgefordert, ganz genau diese Gefühle anzuerkennen und anzunehmen und bejahend zu fühlen.

Für Träume und für meditativen Traumreisen sowie für hypnotherapeutische Trancezustände gilt immer das gleiche: Die Gefühle stehen an erster Stelle. Wenn wir uns an den konkreten Bildern festhalten, verpassen wir des Pudels Kern. Wir erfassen das Eigentliche nicht, wir schlittern am Ziel vorbei. Die konkreten Bilder sind wirklich nachrangig! Sie bedürfen nicht einer Interpretation. Es geht allein um das Fühlen!

Traumdeutung

Wenn wir von einem Schloss träumen, dann kommt es nicht auf das Schloss an, sondern auf die Gefühle, die wir mit diesem Schloss verbinden. Wenn wir von einem neuen Partner träumen, dann kommt es nicht darauf an, wie unser Traum-Typ aussieht, sondern allein die Gefühle, die wir im Traum erleben (ausführliche Gratis-Infos hierzu findest Du >>> Hier)  ).

In Bezug auf frühere Inkarnationen bedeutet dies: Die Bilder, an die wir uns vermeintlich erinnern, sind zweitrangig. Eine Identifikation mit ihnen ist wenig zielführend. Es kommt allein auf die Gefühle an, die wir aufgrund unserer vermeintlich konkreten Erinnerungen in uns aufsteigen fühlen. Es geht um die Annahme eben dieser Gefühle. Es geht darum, diese Gefühle zu fühlen.

Antwort 3 – Die Musik-CD

Mein Hier und Jetzt spiegelt mir mein Früher.  –  Oder anders ausgedrückt: Es gibt keine früheren Inkarnationen – alle Inkarnationen sind jetzt!

Diese Aussage ist für unseren Verstand natürlich nicht fassbar. Deshalb gebe ich Dir hilfsweise ein  Bild. Stell Dir einmal vor, es gibt eine CD auf der groß Dein Name drauf steht. Und auf dieser CD sind beispielsweise zehn verschiedene Musikstücke drauf gebrannt. Alle zehn Musikstücke sind Deine Lieder, es sind die Lieder Deiner Leben. Nun kannst Du diese CD einlegen und ein Musikstück Deiner Wahl anhören. Du wählst beispielsweise das Musikstück acht aus, drückst auf Play und der Song spielt.

Das Musikstück acht entspricht nun Deinem Leben in dieser Inkarnation. Es ist das Lied dieses, Deines Lebens hier und heute. Und vom Verstand her wissen wir, dass nicht auch nur ein Musikstück auf der CD ist. Es wird zwar gerade nur ein Musikstück abgespielt, doch wir wissen, dass neun Musikstücke gerade nicht gespielt werden. Aber sind sie dennoch da. Sie existiere auch.

Jedes Mal, wenn Du neu inkarnierst, wählst Du vorher, welches Musikstück Du hören (und welches Leben Du erleben) möchtest. Dein „Track vor und zurück Schalter“ ist hierbei quasi wie eine Zeitmaschine. Alles ist gleichzeitig da, aber immer nur eines zur Zeit ist erlebbar und erfahrbar.

Am Buffet des Lebens

Du kannst dies auch mit einem Buffet vergleichen (und dies wiederum kannst Du in den Büchern der Neuen Ordnung: Eine Neue Ordnung – Praxishandbuch zum spirituellen Erwachen“ in dem entsprechenden Kapitel nachlesen). Bei einem Buffet liegen so viele schöne, leckere Dinge zum Essen bereit. Wir können alles gleichzeitig sehen. Wir nehmen alles gleichzeitig in unserem Gewahrsein wahr. Doch wir können immer nur ein „Ding“ zur Zeit bewusst erfahren, schmecken und körperlich mit unseren Sinnen wahrnehmen. Mit unserem Bewusstsein, sprich mit unserer sinnlichen Wahrnehmung, schmecken wir ein „Ding“ zur Zeit (das Ei oder den Käse oder den Kaffee oder die Frikadelle oder das Croissant).

Bewusstsein und Gewahrsein

Um etwas in seiner Einzigartigkeit wahrnehmen zu können, müssen wir es vom Rest isolieren (trennen) und ganz für sich alleine genießen. Und dies gilt für Eier und Tomaten ebenso wie für körperliche Aktivitäten oder bestimmte Menschen. Der Witz hierbei ist: Ich nehme mit meinem Bewusstsein etwas, also eine Form, bewusst wahr. Und gleichzeitig sind aber auch alle anderen Dinge/Formen existent. Ich kann sie in meinem Gewahrsein (außerhalb von mir, außerhalb meiner jetzigen, unmittelbaren Erfahrung) wahrnehmen – sie werden nur jetzt gerade nicht von mir wahrgenommen im Sinne von erfahren.

Paralleluniversen

Zurück zu Deiner Musik-CD. Du hast eine CD und Du spielst ein Musikstück zur Zeit ab. Folglich hast Du eine Erfahrung pro Augenblick.

Jetzt stellst Du Dir vor, wie wir von der CD mit den zehn Musikstücken zehn Kopien anfertigst. Und diese zehn Kopien legst Du in zehn verschiedene CD-Spieler ein. Jetzt kannst Du in jedem CD-Player ein anderes Musikstück abspielen und es ist möglich, dass Du alle zehn Musikstücke parallel und gleichzeitig hörst. Ob sich dies schön anhört, ist eine andere Sache …

Damit es sich wieder schön anhört, stellst Du jetzt jeden CD-Spieler in ein anderes Zimmer (oder am besten in ein anderes Haus). Jetzt kannst Du von Haus zu Haus gehen und in jedem Zimmer spielt ein anderes Musikstück. Dennoch sind es alles Deine Lieder.

Und ganz genauso verhält es sich mit Deinen „früheren“ Leben. Sagen wir lieber mit Deinen „anderen“ Leben. Du lebst nämlich alle Deine Leben gleichzeitig und parallel. Allein dadurch, dass Du als XY jetzt mit Deinem Bewusstsein, mit Deiner Aufmerksamkeit, mit Deinem Fokus, mit Deiner Konzentration in diesem „Haus“, in dieser Welt, in dieser Dimension bist, nimmst Du dieses Leben als Deine Wahrheit wahr.

Zeit und Form

IN Wirklichkeit gibt es kein früher oder später. Und deshalb kannst Du Dich auch nicht an „frühere“ Inkarnationen erinnern. Früher und später sind Illusionen, die dem Phänomen der Zeit unterliegen. Und Zeit entsteht, indem Form entsteht. Und Form entsteht durch Licht und Schatten (doch dies ist ein eignes Thema). Zeit entsteht durch das subjektive Gefühl des Entstehens und Vergehens von Formen. Und, wie gesagt, Formen sind nicht nur körperliche Formen, sondern auch Gedanken und Gefühle sind Formen. Das Formlose kannst Du nicht benennen. In dem Moment, in dem Du das Formlose benennt, ist es ja nicht mehr formlos, sondern hat eine Form bekommen.

Zwischenbilanz

Die Frage war: Woran erkenne ich, ob ich mich wirklich an eine frühere Inkarnation erinnere?  –   Hierzu gibt es also bis jetzt drei Antworten (und noch zwei weitere folgen). Immer, wenn ich etwas wissen will, will mein Ego (mein Verstand) etwas wissen. Und diese Wissensbegierde (auf der Verstandesebene) macht uns schwer (senkt unsere Licht-Energie bzw. unsere Schwingungsfrequenz).

Bei allen Erinnerungen spielt erkennen und fühlen eine große Rolle. An Erkenntnissen festhalten ist kontraproduktiv, denn dies bereichert unsere Identität (und beschwert uns damit), anstatt dass wir uns von ihr lösen. Wir werden also schwerer anstatt leichter.

Beim Träumen und sich erinnern  kommt es mehr auf das Fühlen an, als auf die konkreten Bilder. Und so kommt es auch beim sich Erinnern an „frühere“ Inkarnationen einzig auf die Gefühle an – die konkreten Bilder sind nur Beiwerk (Futter für unseren Verstand).

Ob es überhaupt ein Früher gibt, wird ein großes Mysterium bleiben. Vermutlich gibt es weder Vergangenheit noch Zukunft. Hiermit gibt es auch keine früheren Inkarnationen, sondern es gibt allein das ewige Jetzt, indem alles gleichzeitig und parallel stattfindet.

Mit Deinem Bewusstsein (Fokus) wählst Du Deine jetzige Erfahrung aus. In Deinem Gewahrsein darf der ganze Rest drum herum Platz nehmen.

Antwort 4 – Wahres erkennen

Woran erkenne ich, ob ich mich wirklich an eine frühere Inkarnation erinnere? Ich verkürze die Frage einmal: Woran erkenne ich …  wirklich …?  Oder noch kürzer: Woran erkenne ich wirklich?

Mein Ich als Ego, mein Ich als Kopf und Verstand, kann niemals auch nur irgendetwas wirklich erkennen! Mein Ego-Ich ist begrenzt in seiner Wahrnehmung, in einem Wahrnehmungshorizont. Mein Ego ich kann einzig und allein seine eigenen Vorstellungen erkennen.

Wirklich erkennen kann allein mein Ich als das Seins-Ich, mein Ich als das seiende Ich des universalen Bewusstseins. Wenn Du so willst: Ich als Gott. Doch dieses wirkliche Erkennen, wie es nur das Seiende wahrhaftig kann, ist ein Erkennen jenseits von Worten und Gedanken – jenseits von Formen.

Fazit: Ich kann niemals wirklich erkennen. Und selbst wenn ich selbst das seiende Ich bin und als seiendes Ich erkennen würde, so könnte ich meine Erkenntnis niemandem mitteilen, weil diese Erkenntnis formlos ist und immer formlos bleiben wird. Sie kann niemals irgendjemandem mitgeteilt werden.

„Wie schade …“ – könnte man jetzt denken. Doch es verhält sich anders: Du selbst hast diese Erkenntnis jetzt bereits in Dir. Doch da sie formlos ist, kannst Du Deine eigene Erkenntnis nicht erkennen …

Doch wenn Du weise bist, dann erlaubst Du Dir, nach eben dieser Erkenntnis, die Du nicht kennst und niemals kennen wirst, zu handeln …  –  Allein in Deinem Handeln kannst Du sie erkennen und Rückschlüsse ziehen, doch sie wird sich niemals im Original zeigen …

Antwort 5

Die Erfahrungen aus früheren sowie aus parallelen Inkarnation haben nur einen Sinn und Zweck: Sie wollen unser Leben heute vervollständigen. Lebendig leben wir einzig und allein im Jetzt. In dieses Jetzt fließt alles mit ein, was Dich und was die gesamte Menschheit betrifft. Das Kleine ist im Großen enthalten und das Große im Kleinen.

Deine früheren Inkarnationen begegnen Dir heute ganz automatisch auf Deiner Arbeit, zuhause am Computer, im Umgang mit Deinem Partner sowie im Spiel mit (oder in der Vernachlässigung von) Deinen Kindern. Was Du heute annimmst, nimmst Du parallel und gleichzeitig auch damals an. Du schreibst heute Deine Vergangenheit neu.

Wenn Dir vor 500 Jahren ein Engel erschienen ist und Dich erlöst hat, dann ist es höchstwahrscheinlich, dass Du selbst heute dieser Engel von damals bist. Unser Verstand hat Kategorien für Dinge die gehen und die nicht gehen. Dies ist Quatsch. Es ist die Begrenztheit unseres Denkens. Dass Du ein Engel bist, hast Du selbst wahrscheinlich bis heute nicht erkannt. Warum? Weil Dein Ego eine andere Vorstellung von einem Engel hat …

Deine Probleme von heute sind auf der emotionalen Ebene identisch mit Deinen Problemen von damals. Heute geht Dein Auto kaputt. Damals brach Deine Holzhacke entzwei und Du musstest hungern. Oder Deine Zauberglaskugel zerschellte am Boden und Dir war alles genommen. Das Gefühl bleibt das gleiche: Etwas (ein Ding, eine Form, ein Gegenstand), auf den Du existenziell angewiesen bist, kündigt seinen Dienst auf – und Du hast Stress.

Dieser Stress schwingt seit nun mehr als 500 Jahren in Dir und heute kannst Du ihn annehmen und vergeben, weil Du weist: auch ohne Auto geht es weiter – dann eben anders, als Du es Dir vorgestellt hast. Das Leben scheint eine Überraschung für Dich bereit zu halten. Annehmen. Erkennen. Fühlen. Genießen. Frei sein. Fließen lassen … 

Schlusswort – Präsent sein im Jetzt

Wir werden immer – wir werden unser ganzes Leben lang nur unsere eigenen Vorstellungen erkennen können. Mehr nicht! Wirklich erkennen können wir schon mal gar nicht, zumindest nicht mit unserem Verstand. Wirklich erkennen tun wir gleichzeitig ohnehin immerzu und ständig auf der Ebene unseres Herzensfeldes – nur hiervon bemerken wir nichts, weil es eben feinstofflich und formlos ist.

Frühere Inkarnationen sind wundervolle Geschichten für unseren Verstand. Und dies macht auch Spaß. Doch es ist nicht wirklich von Bedeutung, denn was von Bedeutung ist, begegnet uns eh immer dann, wenn es dran ist: Jetzt! Und falls etwas von früher heute für Dich wichtig sein sollte, so wird es bei Dir heute in einem neuen Gewande vorstellig werden. Du wirst Dich selbst nicht erkennen (oder hast Du tatsächlich erkannt, dass Du selbst Dein Gegenüber bist?).

Es wäre mehr als unglücklich, wenn das Jetzt uns reich beschenken will und wenn wir dann gar nicht im Jetzt anwesend wären, wenn wir gar nicht im Jetzt anzutreffen sind, weil wir uns gerade mal wieder im Damals, in den Geschichten unserer früheren Inkarnationen aufhalten.

Es geht nicht um unsere früheren Inkarnationen. Deine frühere Inkarnation steht leibhaftig vor Dir: Es ist Dein Partner! Und es ist auch Dein Arbeitskollege und Deine Mutter und Dein Vater und Dein/e Freund/in. Wir brauchen nicht in Traumbildern nach uns zu suchen. Wir selbst stehen leibhaftig als Mensch vor uns selbst im Gewand unseres Gegenübers.

Präsent sein im Jetzt reicht aus, um erkennen und fühlen zu können, ob und was (welche Gefühle!) aus früheren Inkarnation heute für uns von Bedeutung sind. Die konkreten Bilder (oder vermeintlichen Erinnerungen sind nachrangig, allein die Gefühle sind von Bedeutung), und die schenken uns unsere Begegnungen mit anderen Menschen …

Woran erkenne ich, ob ich mich wirklich an eine frühere Inkarnation erinnere? – Mein früheres Leben inkarniert jetzt, heute, hier, in diesem Moment und ich kann diese Dimension erfassen, wenn ich mich selbst jetzt in meinem Gegenüber wahrhaftig erkennen und fühlen kann!

29.12.2018
Björn Geitmann

Alle Beiträge des Autors auf Spirit Online

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