Spiritualität im Alter und ihr Einfluss auf die Gesundheit

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alter spiritualitaet meditation in duskSpiritualität im Alter und ihr Einfluss auf die Gesundheit

Spiritualität wird oft mit Esoterik, Aberglauben und Religiosität in Verbindung gebracht oder als Hokuspokus abgetan. Der Begriff Spiritualität wird aber auch als Umschreibung lebensphilosophischer Einstellungen und Überzeugungen genutzt. Spiritualität beschränkt sich nicht auf die Beschäftigung mit dem Tod und der Endlichkeit des Lebens. Sie umfasst auch die Sinn- und Wertfragen des Daseins. Der Begriff ist breit gefächert und schwer zu definieren. Im Alter kann Spiritualität einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben.

Was ist Spiritualität?

Der Begriff Spiritualität ist schwer zu definieren, da es keine einheitliche Definition dafür gibt. Er bedeutet laut Duden Geistigkeit, geistiges Wesen und inneres Leben. Mitunter wird der Begriff auch mit Frömmigkeit gleichgesetzt, was aber längst nicht genügt. Wer Spiritualität pflegt, muss nicht unbedingt fromm oder religiös sein. Deutlich breiter definiert der Psychologe Rudolf Sponsel den Begriff, denn er bezeichnet die Motivation, sich mit seiner Selbstverwirklichung im Leben, der eigenen Existenz und den Sinn- und Wertfragen des Daseins bewusst zu beschäftigen, als Spiritualität. Grundsätzlich geht es bei Spiritualität um das Selbst- und Wertverständnis, ohne sich auf eine göttliche Instanz zu beziehen.

Einfluss der Spiritualität auf die Gesundheit

Grundsätzlich kann sich Spiritualität positiv auf die Gesundheit auswirken, unabhängig vom Alter. Spiritualität kann dazu führen, sich selbst besser wahrzunehmen und seinen Platz in der Welt zu erkennen. Im Alter stellen sich Menschen verschiedene bilanzierende Fragen, beispielsweise “Habe ich im Leben alles richtig gemacht?”, “Bereue ich etwas, das ich getan habe?” oder “Bin ich mit meinem bisherigen Leben zufrieden?” Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen und die Suche nach Antworten gehören zum Älterwerden dazu. Spiritualität hilft Menschen, sich bewusst mit ihrem Alterungsprozess und den damit verbundenen Veränderungen auseinanderzusetzen. Das kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken, indem die Menschen mehr an sich selbst denken und mehr für sich selbst tun.

Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden

Gesundheit oder Krankheit ist nicht nur von einem medizinischen Befund, sondern auch von der subjektiven Wahrnehmung abhängig. Auch hier spielt die Spiritualität eine wichtige Rolle, indem sich jeder fragt, wie er seinen Zustand persönlich empfindet und ob er damit zufrieden ist. Das persönliche Gesundheitsempfinden beeinflusst vor allem bei älteren Menschen stark das psychische Wohlbefinden. Trotz verschiedener medizinischer Befunde fühlen sich viele ältere Menschen noch gesund und sind aktiv. Sie tragen selbst entscheidend zu ihrer Lebensgestaltung bei und sind mit ihrem Leben und sich selbst zufrieden. Andere Menschen, die einen Krankheitsbefund erhalten, werden passiv und schließen mit ihrem Leben ab. Spiritualität als bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Zustand und dem subjektiven Empfinden kann dazu beitragen, das Leben positiv zu meistern. Das fördert das psychische Wohlbefinden und wirkt sich wiederum positiv auf die körperliche Gesundheit aus.

Spiritualität unter dem Aspekt der Selbstbestimmung

Viele ältere Menschen legen trotz körperlicher und teilweise auch geistiger Einschränkung noch viel Wert auf ein selbstbestimmtes Leben. Dazu gehört auch, dass sie noch lange in der vertrauten Umgebung wohnen bleiben möchten. Die 24-Stunden-Betreuung im eigenen Haus kann zu mehr Lebensqualität führen. Ältere Menschen müssen nicht ins Pflegeheim und können ihren Alltag zu Hause verbringen. Sie können noch ihren Alltag weitgehend selbstbestimmt meistern. Spiritualität und Religiosität können stärkend wirken und ältere Menschen dazu motivieren, noch möglichst lange autonom und selbstbestimmt zu bleiben. Spiritualität im Alter kann verschiedenen körperlichen Erkrankungen wie

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Morbus Alzheimer entgegenwirken oder zu einem milderen Verlauf beizutragen. Sie kann Menschen zu mehr Selbstbestimmung, geistiger Aktivität und sozialem Engagement verhelfen, was sich positiv auf Herz, Kreislauf und Nerven auswirkt. Spirituell aktive Menschen leiden weniger an chronischem Stress und Depressionen. Sie pflegen ein aktiveres Sozialleben mit vielen Kontakten, was sich positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirkt.

23.12.2021
Spirit Online