spirituelle Geschichten

In deiner Welt – Kapitel 6

Kapitel-6-georg-huber-in-deiner-welt-romanKapitel 6 – In deiner Welt 

Die Kapitel 1 bis 5 findest du >>> HIER
Um kurz nach 7 Uhr wurde Nick wach.
Dies war eine sehr ungewöhnliche Uhrzeit für ihn, denn er blieb in den Ferien meist bis um 10 Uhr im Bett liegen. Trotz der verhältnismäßig kurzen Nacht fühlte er sich ausgeschlafen und frisch. Mit einem Schwung klappte er seine Bettdecke um und sprang aus dem Bett.

Dieses eigenartig friedvolle Gefühl vom gestrigen Abend begleitete ihn auch an diesem Morgen.

Dieses Gefühl war zwar wirklich eigenartig, aber es fühlte sich gut an. Es war so, als hätte er einen Teil seines Ballastes im Park gelassen. Nick schlüpfte in seine Jogginghose, strich sich kurz durch sein Haar und lief anschließend die Treppe hinunter.

Sein Vater war wahrscheinlich schon bei der Arbeit, und das passte ihm ganz gut. Seinem Vater jetzt zu begegnen und sich womöglich wieder den Tag verderben zu lassen, darauf hatte er keine Lust. Unten im Wohnzimmer war niemand. Henry, der sonst immer relativ früh wach wurde, lag scheinbar noch im Bett und schlief.

Nick erinnerte sich daran, dass seine Zimmertür geschlossen gewesen war und dass kein Licht durch den Türspalt geschienen hatte. Doch auch die Mutter war nicht da. Das Haus schien leer zu sein. Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis Nick seine Mutter hörte. Durch das Fenster sah er, wie sie auf den Knien im Vorgarten eine Pflanze in die Erde setzte und sich dabei angeregt mit einer Nachbarin unterhielt. Die Sonne schien auf ihr langes dunkelblondes Haar und hinterließ einen Schimmer auf ihrem Kopf.

In der Küche lag eine Tüte mit Brötchen, und so begann Nick zu frühstücken.

Er nahm sich Orangensaft aus dem Kühlschrank und setzte sich dann mit seinen Brötchen an den Esstisch. Wenig später hörte er den Schlüssel in der Tür, und seine Mutter kam herein. Eine Haarsträhne klebte in ihrem Gesicht, und an ihren Händen haftete Gartenerde. Mit dem Fuß versuchte sie sanft, die Tür zuzustoßen, und als sie sich umdrehte, um zum Wasserhahn zu laufen, sah sie Nick am Tisch sitzen.
Dieser vergaß für einen Moment, weiterzukauen, und schaute seine Mutter an.

»Nick, wieso hast du nichts gesagt?

Ich hätte dir dein Frühstück schon gemacht.«
»Hm«, Nick kaute schnell fertig und schluckte den Bissen hinunter. »Ist schon okay, Mum.« »Aber hast du denn nicht gesehen, dass ich draußen war? Du hättest mich doch einfach rufen können!«

Nick versuchte, seiner Mutter ein Lächeln zu schenken, um ihr zu verstehen zu geben, dass alles in Ordnung war. Sie winkte ebenfalls ab, murmelte, dass Nick ja groß genug sei, und drehte schließlich den Wasserhahn auf, um sich die Hände zu waschen. Sie trocknete sie mit einem Handtuch ab und machte dann ein paar Schritte in Nicks Richtung.

»Dein Vater hatte gestern keine Möglichkeit, dir das zu erzählen, aber …«

Hektisch legte sie das Handtuch auf den Tisch, nahm einen Stuhl und setzte sich. Es war offensichtlich, wie unangenehm ihr dieses Gespräch war, und Nick empfand so etwas wie Mitleid mit ihr. Da war wieder dieses nagendes Gedanken, dieses Schuldgefühl, etwas nicht richtig gemacht zu haben.

»Aber, wie du weißt, musst du Sozialstunden ableisten. Weißt du, was das heißt?«, fuhr sie aufgeregt fort.
Nick schüttelte betrübt den Kopf. »Das bedeutet, dass du etwas Gutes für die Gemeinde tun musst. Du hilfst der Stadt bei bestimmten Aufgaben, und damit ist der Vorfall vergessen.«
 »Und die Scheibe?«
»Wäre damit sozusagen bezahlt.« Nick atmete tief ein.

»Und was muss ich machen?«

»Das werden wir heute Abend von Bob erfahren. Und er wird uns auch sagen, wann du damit anfängst.«
»Okay, Mum«, antwortete Nick ruhig, und seine Mutter schien erleichtert. Erleichtert, weil sie das Gespräch von gestern fortgesetzt hatte, und erleichtert, dass Nick nicht wütend zur Tür hinaus gerannt war. Sie stand genauso schnell wieder auf, wie sie sich zuvor gesetzt hatte, und ging zurück zur Tür. Dann drehte sie sich wieder um und öffnete die Tür zur Abstellkammer, um eine Gießkanne herauszuholen.

»Hatte ich doch recht, hier hast du dich versteckt«, sagte sie schließlich und füllte die Gießkanne mit Wasser. Nick räumte sein Geschirr in die Spülmaschine. Er zögerte einen Moment, doch dann fragte er: »Soll ich dir helfen, Mum?«
»Wobei?«
»Im Garten?«
»Ach nein. Das brauchst du nicht!« Nick zögerte erst einen Moment, doch dann sagte er: »Ich würde mich aber freuen, wenn ich dir helfen könnte!« Nicks Mutter war sichtlich verwundert.
»Wirklich? Ich meine, wenn du wirklich willst, dann, ja … natürlich …«

»Ich muss mich nur schnell umziehen, dann komm ich raus.«

Nick ging eilig hinauf in sein Zimmer und kramte eine Jeans hervor. Er zog sie an, doch kurze Zeit später hatte er sie bereits wieder ausgezogen und in den Schrank zurückgelegt. Irgendwo hatte er eine Hose, die bereits mit Farbe bekleckert war und die er immer anzog, wenn er sich schmutzig machen würde. Unter der Winterbettgarnitur fand er sie schließlich, zog sie an und eilte wieder nach unten. Er überprüfte noch kurz, wie kühl es draußen war, und schloss dann die Tür hinter sich. Nick stellte sich vor seine Mutter.

»Was kann ich denn machen?«, fragte er unbeholfen. Sie deutete mit dem Finger auf eine vertrocknete Pflanze im Beet und erklärte ihrem Sohn, dass sie jetzt, nach vier Jahren, nicht mehr blühen würde und daher ersetzt werden müsste. In der Garage hatte sie neue Pflanzen vom Gärtner stehen, und Nick sollte die alte Pflanze aus der Erde buddeln und eine neue einsetzen. Nick folgte der Anweisung seiner Mutter.

»Achte aber darauf, dass du wirklich jede Wurzel erwischst, sonst kann es sein, dass die alte Pflanze wieder nach oben wächst und der neuen die Nährstoffe zum Wachsen klaut.«

»Ganz wie im richtigen Leben«, lächelte Nick und grub mit seiner Schaufel noch ein Stück tiefer, um auch wirklich jede Wurzel zu erwischen.
 »Das machst du super, Nick! Wirf sie in die Tonne«, sagte Catherine, nachdem sie von der Seite aus gesehen hatte, dass Nick die Pflanze ausgegraben hatte. Sie ging in die Garage und holte den neuen Blumenstock. Zusammen knieten sie dann vor dem Beet, und Nicks Mutter zeigte ihm, wie er die Pflanze in die Erde stellen musste.

»Erst musst du die Wurzeln etwas lockern, und dann stellst du den Blumenstock ganz gerade in die Erde hinein. Halt ihn mal kurz aufrecht, ich drück die Erde fest.«
Es dauerte noch eine halbe Stunde, bis Henry verschlafen die Haustür öffnete und nach seiner Mutter rief. Eine halbe Stunde hatten Nick und seine Mutter zusammen verbracht, und Nick hatte diese Zeit sehr genossen.

»Wenn du möchtest, können wir heute Nachmittag weitermachen.

Aber jetzt muss ich erst einmal rein.«
Er nickte und beobachtete, wie seine Mutter Henry in den Arm nahm und mit ihm im Haus verschwand. Nick war wieder alleine, und tief in seinem Herzen schmerzte es ihn, seine Mutter mit Henry zu sehen. Er musste seinen Platz für seinen jüngeren Bruder räumen. Nachdenklich brachte Nick die Gartengeräte zurück in die Garage.

Er wollte kein Egoist sein, und doch kam er nicht damit klar, dass sein Bruder all die Aufmerksamkeit bekam und nicht er. Er wünschte sich, dass seine Mutter genauso mit ihm umgehen würde wie mit Henry. Er atmete tief durch und ging dann ebenfalls ins Haus zurück. Henry saß am Tisch und trank seinen Morgenkakao durch einen Strohhalm.

»Hallo, Nick!«, rief er freudig, als sein Bruder zur Haustür hereinkam.

»Guten Morgen, Henry!«, antwortete Nick freundlich. Sein kleiner Bruder strahlte ihn an. Nach all den Jahren hatte er immer noch nicht gemerkt, dass Nick neidisch auf ihn war. Und nach all den Jahren hatte seine Liebe zu Nick nicht abgenommen. Nick spürte eine Traurigkeit in sich aufkommen. Henry konnte überhaupt nichts dafür, dass seine Mutter ihm ihre ganze Aufmerksamkeit gab. Dennoch hielt er seinen kleinen Bruder immer etwas auf Abstand. »Nick, alles okay?«, wunderte sich die Mutter. 

»Du stehst so da. Komm doch rein und mach die Tür zu!«

»Ja, das mach ich.« Nick schüttelte den Kopf. Er war wieder so tief in Gedanken versunken gewesen und verstand selbst nicht, was seit dem Vortag in ihm vorging. Er war schon immer ein Träumer gewesen, doch es schien, dass er jetzt bereit war, hinter seine Gedanken zu blicken. Er wollte wissen, was wirklich mit ihm los war.

Jack hatte ihn ja am Tag zuvor im Park gefragt, ob er wissen wolle, wie stark die Liebe seiner Mutter war. Und Nick wusste, dass dies jetzt wirklich ein guter Zeitpunkt dafür war. Er beschloss, mit der Situation Frieden zu schließen. Zu viele Jahre schon fühlte er sich ausgegrenzt und ungeliebt. Irgendwann musste er damit klar kommen.

»Nick, ich muss gleich das Essen vorbereiten. Würdest du mit Henry in den Park gehen und ein bisschen mit ihm spielen?«
»Oh ja, oh ja!«, jubelte Henry und nahm seinem Bruder damit jegliche Möglichkeit, sich anders zu entscheiden. Es war lange her, dass sie zusammen im Park gespielt hatten, und eigentlich war der Park ja Nicks familienfreie Zone. Doch er konnte jetzt unmöglich Nein sagen, und so stimmte er zu.

Nach wenigen Minuten waren sie fertig, holten den roten Fußball aus der Garage und machten sich auf den Weg in den Park. Nick hatte Mühe, Henry hinterherzukommen, und immer wieder forderte er seinen Bruder auf, neben ihm zu bleiben. Irgendwann schnappte er sich einfach Henrys Arm und hielt ihn von da ab an der Hand fest.

Auf dem Weg durch den Park hörte Nick seinem Bruder kaum zu.

Immer wieder blickte er sich um, auf der Suche nach Jack. Er blickte über die Wiesen und hinters Gebüsch, doch egal, wohin Nick schaute, nirgendwo war eine Spur von Jack zu sehen.
»Jetzt komm, Nick!« rief Henry seinem Bruder zu, und endlich kickte Nick gegen den Ball. Henry rannte kichernd hinter dem Ball her, und Nick setzte sich auf die Wiese. Es war wieder ein sonniger Tag, doch in der Ferne konnte Nick einige Wolken sehen, die sich zusammenzogen. Vielleicht würde es an dem Tag wieder regnen, doch bevor die Wolken in Winston ankämen, würden noch viele Stunden vergehen. Nick passte nicht auf, und der rote Fußball knallte gegen seine Seite.

»Zurück! Zurück!«

Endlich stand Nick wieder auf und tat, wozu er gekommen war: mit seinem Bruder Fußball zu spielen. Über eine Stunde lang tobten die beiden Brüder in dem Park herum, so, als ob nie etwas zwischen ihnen gestanden hätte. Es war komisch für Nick, so unbeschwert mit seinem Bruder Ball zu spielen. Andererseits fühlte es sich einfach richtig an.

Henry hatte kaum Lust, nach Hause zu gehen, doch als Nick ihn mit der Aussicht lockte, dass das Essen bei ihrer Ankunft bereits auf dem Tisch stehen würde, änderte der kleine Vielfraß seine Meinung. Henrys und Nicks Mutter hatte Nudeln gekocht, und schon im Vorgarten konnte man die Soße und den Käse riechen. Nick nahm seinen Bruder mit ins Gästebad, und zusammen wuschen sie ihre Hände.

»Wo ist Dad? Ich dachte, er wollte zum Mittagessen hier sein?«, wollte Nick wissen, als er sich mit seinem Bruder an den Esstisch setzte.
»Er hat gerade angerufen, er kann nicht kommen.« Das klang für Nick irgendwie erleichternd.

»Was haltet ihr davon, wenn wir heute nach dem Essen alle zusammen die Fahrräder schnappen und an den See fahren?« Henry schaute erst einmal seinen Bruder an und jubelte nicht sofort los.

»Ich kann leider nicht«, entgegnete Nick schnell.

»Ich bin heute Nachmittag mit einem Freund verabredet.«
»Hm … vielleicht hat Steve ja Lust, mitzukommen?«, erwiderte Nicks Mutter plötzlich.

Nick riss die Augen auf. Zwar hatte Nick gar nicht Steve gemeint, aber die Tatsache, dass seine Mutter bereit war, diesen zu sehen, schockierte ihn. Mehr als einmal hatten Nicks Eltern ihn darauf hingewiesen, wie schlecht Steve für Nick sei, und dass er doch leicht auch andere Freunde finden könnte.

»Ähm … ich … ich treff mich nicht mit Steve, sondern mit einem anderen Freund.«
»Oh …«, staunte Nicks Mutter, die bisher davon ausgegangen war, dass Nick außer Steve keine Freunde hätte. Zumindest hatte sie noch nie von einem gehört. Natürlich hatte Nick ab und zu Kontakte mit anderen Jungs in seinem Alter, alleine durch das Training mit der Footballmannschaft. Aber dass Nick sich wirklich mit jemandem traf und diese Person auch als Freund bezeichnete, kam eher selten vor. Catherine sagte zu Henry:
»Na, dann müssen wir beide wohl alleine fahren.« Dieser zuckte mit den Schultern und kaute weiter.

»Aber die Ferien haben ja erst angefangen.

Wir werden also noch viele Möglichkeiten haben, gemeinsam zu fahren «, fügte Nick noch schnell hinzu, sodass Henry wieder vergnügt lächelte. Nach dem Essen legte Nick sich ins Bett und las in seinem Buch weiter, das er eine Woche zuvor zu lesen begonnen hatte. Es war die Autobiografie eines berühmten Footballspielers.

Nick klappte das Buch jedoch bereits nach wenigen Zeilen wieder zu und legte es auf den Fußboden neben das Bett. Er wusste gar nicht mehr, ob er überhaupt jemals in seinem Leben wieder Football spielen würde. Zu erniedrigend war das letzte Training für ihn gewesen. Nein, beschloss Nick, er würde nicht mehr dort hingehen. Vielleicht spielte er ja eines Tages in einer anderen Mannschaft, aber für seine Schulmannschaft würde er keinen Football mehr berühren.

Auf dem Schreibtisch lag sein MP3-Player, und so tat Nick das, was er am liebsten tat: im Bett seine Musik hören und abschalten. Tatsächlich schlief Nick ein, und als er wieder wach wurde, waren seine Mutter und Henry bereits weggefahren. Er ging ins Wohnzimmer und setzte sich für einen Moment auf die Couch.

Obwohl er gerade erst wach geworden war, fing es in seinem Kopf schon wieder an zu rattern.

Die kurze Zeit mit seiner Mutter am Vormittag hatte Nick sehr gutgetan, und so fragte er sich, ob es vielleicht seine Schuld war, dass sie sonst so wenig Zeit miteinander verbrachten. Schließlich hätte er ihr schon lange vorher seine Hilfe anbieten können. In den letzten Jahren hätte er oft genug die Gelegenheit dazu gehabt, doch er hatte sie nie ergriffen.

Er war immer davon ausgegangen, dass seine Mutter keinen Kontakt zu ihm haben wollte. Doch vielleicht war es umgekehrt gewesen. Nick beschloss, in den Park zu gehen und mit Jack darüber zu sprechen. Dieser mystische, hochkomische Typ namens Jack. Er strahlte eine solche Einfachheit aus, und dennoch war jedes seiner Worte von Weisheit erfüllt.

Glücklich wie schon lange nicht mehr, sprang Nick die Treppe hinunter, blickte schnell in seinen Rucksack, schnappte sich ein Eis aus dem Tiefkühlfach und verließ das Haus. Er wollte Jack sofort sehen, denn er wollte jetzt wirklich wissen, was die Ursache für die schlechte Beziehung zu seinen Eltern war. Er war sich sicher, bei Jack eine Antwort zu finden. 

Die Vögel flogen ziemlich tief an diesem Montagnachmittag, und die Luft war feucht, sodass wieder Regen zu erwarten war.

Nick blickte kurz in den Himmel. An manchen Tagen störte ihn das Regenwetter, doch so war es eben in der Gegend, in der er wohnte: Es gab ein paar Wochen im Sommer, in denen es verstärkt regnete, doch dann stellte sich für eine lange Zeit die Sonne ein, und bis zum Herbst gab es anschließend keinen Niederschlag mehr.

Nick überlegte schnell, ob er zurückgehen und einen Regenschirm holen sollte, doch dann verwarf er diesen Gedanken wieder und ging rechts die Straße entlang in Richtung Stadtpark. Noch sah es nicht so aus, als würde es bald anfangen zu regnen. Nach ein paar Minuten war er im Park und ging schneller.

Es schien für ihn schon ein Ritual zu werden, von dem kleinen Hügel zu blicken und auf den Moment zu warten, in dem er einen Blick auf den Brunnen und die weißen Bänke werfen konnte. Nick lächelte, doch dieses Lächeln verschwand sofort wieder. Erschrocken musste er feststellen, dass Jack nicht auf der Bank saß.

Ein Pärchen hatte die Bank nebenan belegt und kuschelte miteinander, doch sonst gab es niemanden in seiner Nähe.

Sofort wurde Nick traurig. Seine gute Laune war wie weggeblasen. Schnell schaute er sich um, doch Jack schien nicht in der Nähe zu sein. Betrübt ging er wieder auf den Sandpfad zurück, als er in der Ferne einen Mann winken sah.

»Nick!« Da war er tatsächlich. Jack hatte die Bank gewechselt und saß gemütlich an einem Teich, fünfzig Meter von den anderen Bänken entfernt.  Jack lachte wieder einmal wie ein Verrückter.
»Du warst enttäuscht, mich nicht zu sehen!« Schelmisch zeigte er auf Nick und freute sich. Nick schmunzelte innerlich und setzte sich neben ihn auf die braune Holzbank.

»Siehst du, wie dein Verstand funktioniert?«, fragte Jack amüsiert.

»Ich war da, doch du hast mich nicht gesehen und bist gleich in eine Schockstarre gefallen.« Er imitierte Nicks erschrockenen Gesichtsausdruck. Nick lachte ebenfalls. Wie konnte er es auch nicht tun, nachdem Jack ihm verdeutlicht hatte, wie eine Schockstarre so aussah.

»Wie schön, dass du gekommen bist.« Er wollte es nicht sagen, doch insgeheim freute Nick sich, dass Jack wirklich hier im Park war. »Welche Frage hast du in deinem Kopf, Nick?« »Wegen gestern, Jack: Du hast mich gefragt, ob ich wissen will, ob sich die Liebe meiner Mutter verändert hat.« Jack wippte mit den Füßen hin und her.

»Richtig. Möchtest du es immer noch nicht wissen?«
»Genau!«, antwortete Nick und merkte erst nachdem er das Wort ausgesprochen hatte, dass Jack ihn wieder auf die Schippe nahm.
»Nein, ich möchte es jetzt wissen. Natürlich will ich das. Wie lange wirst du eigentlich noch Witze darüber machen, dass ich gestern Abend so sauer war?«

Jack schüttelte leicht den Kopf und lächelte.

Nick vertraute Jack auf einmal, das war spürbar. »Ich werde sofort damit aufhören, wenn du das möchtest. Du musst es mir nur sagen.« Nick winkte ab. »Nein, es ist halb so wild.«
»Wirklich?«, wollte Jack wissen. Nick grinste noch mehr.
»Es ist okay, bei dir weiß ich irgendwie, dass du es niemals böse meinen könntest.« Jack lächelte noch mehr als sonst, und Nick verstand, dass dies ein Dankeschön für ihn war. »Ich habe heute mit meiner Mutter ein bisschen Zeit im Garten verbringen können. Und … es war … schön.«
»Oh, ja, die Mütter, wunderbare Wesen Gottes. Sprich weiter.«

Nick lächelte innerlich kurz. Wunderbare Wesen Gottes hatte Jack auch die Kinder genannt. Für ihn schien einfach alles wunderbar zu sein.
»Seit meine Mutter Henry bekommen hat, bin ich nicht mehr wichtig für sie. Also, zumindest empfinde ich das so, und das tut einfach weh«, sprach Nick weiter. Jack nickte. Dann sagte er schlagartig: »Nick, schließe deine Augen.«

Er stand auf und stellte sich vor ihn. »Wieso soll ich …?«, rief Nick und beschloss gleich danach, es einfach zu tun.
»Ich möchte, dass du das, was du mir gesagt hast, deiner Mutter sagst.« Nick öffnete sofort entsetzt die Augen und schüttelte den Kopf.

»Oh nein, Jack! Das kann ich nicht tun!

Ich würde mich in Grund und Boden schämen!«
Jack legte seine Hand auf Nicks Schulter und schüttelte ebenfalls den Kopf.
»Nein, Nick, so meinte ich das nicht. Du sollst es ihr nicht real sagen. Sage es ihr in deinen Gedanken.«
»Wovon redest du?« Jack zuckte mit den Schultern, als ob es völlig normal wäre, in Gedanken mit jemandem zu sprechen.
»Schließe deine Augen, und versuche, dir deine Mutter vorzustellen.« Nick machte einfach, was ihm gesagt wurde.

Ein Hinterfragen war bei Jack sowieso nicht möglich. Zwar kannte Nick Jack noch nicht wirklich lange, aber etwas hatte er bereits gelernt: Was Jack sagte, hatte einen Sinn, auch wenn man ihn erst später entdecken würde.

»Erinnere dich, was sie heute Morgen anhatte. Stelle dir vor, du würdest mit ihr im Garten stehen. Wenn du sie vor dir sehen kannst, gib mir ein Zeichen.«
Es dauerte zwei Minuten, bis Nick so weit war. »Jetzt sage ihr: ›Mum, ich habe das Gefühl, dass du mich nicht mehr liebst, seit Henry auf der Welt ist‹.«

Nick räusperte sich. Es fiel im sichtlich schwer, das zu sagen, auch wenn es lediglich in Gedanken stattfand. Nach ein paar Augenblicken bat Jack ihn noch einmal, die Worte auszusprechen, und betonte dabei, wie wichtig dies sei. Einen kleinen Moment später konnte Jack sehen, wie sich Tränen in Nicks Augen bildeten.

Bevor die Tränen seine Wangen hinunterliefen, stand Nick auf und ging zu einer hohen Hecke in der Nähe, wo ihn niemand sehen konnte. Jack blieb einfach auf der Bank zurück und wartete, bis Nick sich gefangen hatte.
Nach fünf Minuten kam Nick wieder zurück zur Bank und setzte sich neben Jack. Er hatte die ganze Zeit hinter der Hecke auf dem Boden gesessen und geweint. Eigentlich wusste er selbst nicht, wieso, doch als er seiner Mutter in seinen Gedanken von seiner Angst erzählt hatte, war das so, als ob er es ihr direkt ins Gesicht gesagt hätte.

»Es tut weh, das auszusprechen, was einem auf dem Herzen liegt, oder?«

Nick nickte, und wieder lief ihm eine Träne über die Wange.
»Jetzt, da du deiner Mutter von deiner Angst erzählt hast, muss der Gedanke nicht länger in deinem Verstand herumgeistern, und bald schon wirst du dich freier fühlen «, sagte Jack nüchtern und blickte in den Himmel. Nick schwieg immer noch. Direkt neben ihm raschelten die Blätter eines Baumes durch den Wind, und zwei Enten auf dem Teich begannen aufgeregt zu schnattern. Doch Nick blickte weiter auf den Boden und bekam nicht mit, was um ihn herum geschah.

»Du musst wissen, Nick, dass viele deiner Probleme und auch die der anderen sich in Luft auflösen würden, wenn die Gedanken und Sorgen ausgesprochen würden. Es macht keinen Sinn, diese zermarternden Gedanken immer und immer wieder durchzuspielen.«
Nick atmete schließlich tief ein, und Jack verstand, dass der Junge wieder ganz klar war und er weitermachen konnte.

»Möchtest du einen Schritt weiter gehen?«

Nick verstand, wovon Jack redete, und bejahte seine Frage.
»Stelle dir deine Mutter noch einmal vor, hole sie dir wieder ins Bild. Gib mir ein Zeichen, wenn du sie wieder klar vor dir sehen kannst.«
»Ja, ich kann sie sehen«, sagte Nick nach einer Weile.
»Gut, und jetzt frage dich bitte, ob sie dich weniger liebt. Was glaubst du, wie sie deine Situation sieht?«
»Jack, ich komme mir dabei ziemlich verrückt vor«, erwiderte Nick und blinzelte kurz. »Lasse deine Augen geschlossen, Nick!«, ermahnte Jack den jungen Mann auf der Bank bestimmend, aber sanft.

In seinen Gedanken näherte Nick sich seiner Mutter, und mit jedem Schritt, den er ihr näher kam, konnte er ihr Gesicht deutlicher sehen. Sie schien irgendwie traurig zu sein, zumindest sah Nick das in ihren Augen. Nick fragte sich, wie das sein konnte. Er sah sie in seinem inneren Bild direkt vor sich stehen, und er spürte ihre Traurigkeit. Jack legte seine warme Hand auf Nicks Schulter.

»Jetzt, wo du sie sehen kannst, frage sie, ob sich an ihrer Liebe in den letzten Jahren irgendetwas geändert hat. Frage sie, ob sie dich wirklich nicht mehr liebt.«
Obwohl seine Mutter nicht in Wirklichkeit vor ihm stand und er sie nur in seiner Fantasie sah, traute Nick sich dennoch nicht, ihr diese Frage zu stellen. Doch genau diese Frage brannte ihm schon seit so langer Zeit auf dem Herzen, und er sehnte sich nach einer Antwort.
»Okay«, sagte er dann auf einmal.
»Ich habe sie gefragt.«

»Gut, Nick, und nun beobachte, was sie tut.«

Nick saß schweigend, ohne sich zu rühren, auf der Bank im Stadtpark Winstons. Mittlerweile waren er und Jack nicht mehr alleine, denn ab und zu gingen ein paar Menschen durch den Park, doch Nick bemerkte davon nichts. In diesem Moment war er in einer Welt, die nur er selbst sehen konnte. Jack lächelte Nick an, seine Hand ruhte immer noch auf dessen Schulter.

Für Nick war das in keinster Weise unangenehm. Eine unbeschreibliche Wärme strahlte aus Jacks Händen. Sie beruhigte Nick. Dann bildeten sich langsam Tränen in Nicks geschlossenen Augen und liefen ihm die Wangen hinunter. Dabei sah es so aus, als ob in den Tränen die Strahlen der Sonne gespeichert wären, so sehr strahlten sie. Behutsam nahm Jack die Hand von Nicks Schulter. Immer mehr Tränen liefen Nicks Gesicht herunter, und er zog die Nase hoch. Jack griff in seine Westentasche und holte ein Taschentuch hervor.

»Hier, Nick«, sagte er und reichte es Nick. Dieser öffnete schließlich seine Augen wieder. Ein Schauer durchfuhr ihn, und es schien, als ob alles Leid aus ihm herausbräche.
»Ist das wahr, was ich da gesehen habe?«, fragte Nick leise, und eine Gänsehaut breitete sich auf seinem gesamten Körper aus.
»Oh ja, Nick, ich glaube schon.«
»Aber wie ist das möglich? Sie ist doch gar nicht hier! Ich habe sie mir doch nur vorgestellt!« Jack lächelte, und es schien ihm ein Bedürfnis, Nick in den Arm zu nehmen. Doch für den Moment hielt er dieses Bedürfnis noch zurück.
»Glaube mir, Nick, es macht für deine unterdrückten Gefühle keinen Unterschied, ob sie wirklich hier ist oder nicht.

Aber magst du mir sagen, was du gesehen hast?«

Wieder lief eine Träne über Nicks Wange. Er schluckte noch einmal und atmete tief ein und aus, bevor er weiter sprach.
»Ich habe sie vor mir gesehen und sie einfach gefragt, ob sie mich noch liebt. So, wie du es gesagt hast. Erst geschah nichts, aber dann …«, Nicks Stimme wurde leiser, »dann fing sie an, mit mir zu sprechen, und sie sagte, dass sich nichts geändert habe seit damals.

Ihre Liebe habe sich nicht verändert, und sie sei für jeden Tag dankbar, den sie mit mir teilen könne. Dann sagte sie mir, dass sie darunter leide, dass ich mich so verschlossen habe. Sie sähe meine Traurigkeit und meine Angst. Sie würde mir so gerne diese Trauer nehmen, doch sie könne es nicht, weil ich nicht mehr der kleine Nick sei, der ich früher war. Ich solle lernen zu fliegen, denn ich hätte wunderschöne große Flügel, die mich weit tragen würden.«

Jack schien sentimental zu werden, und in seinen Augen konnte man die Bewunderung für Nick sehen. Auch seine Augen füllten sich mit Tränen, doch es schienen Tränen der Freude zu sein.
»Du bist ein wunderbarer Junge, Nick, und ich bin sehr überrascht, dass du die Botschaft so leicht verstanden hast.«
»Ich kann nicht glauben, dass das real war, Jack. Es fühlte sich so echt an, aber es war trotzdem nur in meinem Kopf.«
Er schüttelte verwirrt den Kopf.
»Sie hat das in meinem Kopf so laut und deutlich gesagt, als ob sie vor mir gestanden hätte!« Jack bewegte die Hand und deutete auf seine Umgebung.

»Diese Welt in dir ist nicht weniger real als die Welt hier draußen.«

Nick wurde schlagartig wieder bewusst, dass er im Park saß und beobachtet werden konnte. Er wischte sich schnell die Tränen vom Gesicht und setzte sich aufrecht auf die Bank.
»Sage mir noch eines, Nick. Was hast du gefühlt? Ihre Worte hast du verstanden, doch welches Gefühl ist bei dir angekommen?«
»Ich wusste irgendwie, dass sie mich wirklich liebt. Das habe ich gemerkt, als sie gesprochen hat. Das … ich kann das kaum glauben.«
Lachend setzte Jack sich neben Nick auf die Bank.

»Welch ein wunderbarer Augenblick, oder, Nick?«, fragte er voller Freude. Nick war sich nicht ganz im Klaren darüber, was dieser Augenblick zu bedeuten hatte, doch auf eine seltsame Art fühlte er sich wohl. Er fühlte sich gut, obwohl er gerade vor einem fremden Mann geweint hatte, er fühlte sich gut dabei, über seine Mutter gesprochen und dabei seine tiefste Traurigkeit offenbart zu haben.

»Das war wirklich verrückt, Jack! So etwas habe ich noch nie erlebt.«

Jack nickte zustimmend und lehnte sich gemütlich mit dem Rücken an die Bank. »Du hättest nie gedacht, dass sie das für dich empfindet, oder?«
Nick schloss für einen Moment die Augen und genoss das angenehme Gefühl, das er in sich trug.

»Und ich hatte vergessen, wie sehr ich meine Mutter liebe! Wie konnte das nur passieren?« »Es sind die Gedanken. Wenn du einen Gedanken immer wieder hast, dann fängst du irgendwann an, wirklich daran zu glauben, du fängst an, ihn zu leben.
Du hast gesehen, dass deine Mutter deinem Bruder die gleiche Liebe und Aufmerksamkeit gegeben hat, die sie vorher dir gegeben hatte. Und du hast angefangen zu glauben, dass sie dich nicht mehr lieben würde. Du glaubtest, im Recht zu sein. Für dich war dieser Gedanke real.«

Nick sagte nichts dazu, doch sein Schweigen gab Jack die Zustimmung für das, was er gesagt hatte. Für einen Moment schien Jack nachzudenken, doch dann stand er auf und entfernte sich ein paar Schritte von der Bank.

»Nick, ich möchte dir noch etwas zeigen.«

Gemeinsam gingen sie um den Teich herum, der sich direkt neben der Bank befand.
»Ich möchte dir etwas zeigen, eine Angewohnheit der Menschen, könnte man sagen. Eine Angewohnheit, die all das Gute, das auf der Welt und in einem selbst existiert, daran hindert zu fließen.« Eine Holzbrücke führte über das Wasser, und Jack ging einige Schritte über das helle Holz.
»Sieh hin!«, forderte er Nick auf und zeigte auf den kleinen Teich unter ihm.

»Was meinst du?«
Jack sagte zunächst nichts und stellte sich neben Nick an das Brückengeländer.
»Sieh dir die Enten an!« Nick blickte hinunter auf den Teich und sah einige Enten, die alle gleich aussahen, nur unterschiedlich groß waren. Eine Ente, die größer als die übrigen und somit vielleicht ein Elternteil war, schwamm vorneweg, und etwas kleinere Enten schwammen geradlinig hinter ihr her.

»Nun, keine Ahnung, sie schwimmen in einer Linie.«
Nick wusste nicht, was Jack ihm mitteilen wollte. Dieser lächelte wieder nur und meinte: »Gut beobachtet! Auch in der Art, wie sie schwimmen, steckt eine Weisheit. Aber das meine ich nicht.«
»Was meinst du denn dann?«, fragte Nick weiter geduldig nach.
»Wie fühlen sich die Enten? Was glaubst …«
»Du fragst mich, wie sich die Enten fühlen?«, unterbrach Nick den Mann überrascht.
»Woher soll ich denn wissen, wie sich Enten fühlen?« Er musste laut lachen.

Doch Jack schien das überhaupt nicht lustig zu finden.

Er meinte es tatsächlich ernst. Nicks Lachen verstummte, und er zeigte auf die Enten.
»Du … du meinst das ernst? Das war kein Witz?«
Jack schüttelte den Kopf.

»Sie sind Lebewesen wie du und ich. Meinst du, du könntest nur die Gefühle deiner Mutter wahrnehmen?«
»Gut. Und wie soll ich das anstellen?«, fragte Nick weiter.
»Sieh ihnen in die Augen.«
»Du … okay, ich frage gar nicht, ich tue es einfach.« Jack nickte zufrieden, und Nick ging über die Brücke, um näher an die Enten zu gelangen. In diesem Moment schien ihm selbst das Unmögliche möglich zu sein.
Er kniete sich an den Rand des Teichs und versuchte, die Enten, die sich nur unweit von ihm entfernt das Gefieder putzten, genauer zu betrachten.

»Ich kann ihre Augen nicht sehen, sie sind zu weit weg.

Doch, da …« Die größere Ente beendete ihre Körperhygiene und neigte den Kopf zur Seite. Sie schien Nick direkt in die Augen zu blicken. Dieser stand schließlich ruckartig wieder auf, warf die Arme nach oben und verschloss sie hinter dem Kopf.

»Was mache ich hier, Jack? Ich sehe gar nichts. Ich habe keine Ahnung, was diese Enten fühlen!«
Er schlurfte wieder zurück zu Jack auf die kleine Holzbrücke. Dieser war weiterhin ganz entspannt und sagte nur: »Nun gut, ich sage es dir.«
Nick blieb stehen und wartete auf den nächsten Satz.

»Sie haben keine niederen Emotionen wie wir. Sie haben keine Sorgen wie wir. Sie existieren einfach nur und tun das, wozu sie hier sind.«
»Und?«, entgegnete Nick, dem diese Erklärung reichlich unpoetisch erschien.

»Glaubst du, diese Enten sind depressiv? Launisch? Zornig? Verletzt? Oder vielleicht einsam?«, fragte Jack. Jetzt musste Nick doch wieder lachen. Als ob er sich jemals darüber Gedanken gemacht hätte, ob Enten depressiv sein könnten.

»Nein, ich glaube nicht, dass sie depressiv sind.«

»Aber woran liegt es, dass es Lebewesen gibt, die depressiv sind, und welche, die es nicht sind? Was, glaubst du, macht den Unterschied?«
Nick zuckte kurz mit den Schultern. Diese Frage hatte er sich schon öfter gestellt.

»Hm, keine Ahnung. Wir Menschen sind eben intelligentere Wesen. Vielleicht haben Enten keinen Verstand oder so was.«
»Heiß!«, antwortete Jack.
 »Du hast es fast getroffen! Sie denken tatsächlich nicht. Zumindest nicht so wie wir.«
»Das ist gut für sie«, antwortete Nick lachend, aber nicht weniger ernst.

Jack kicherte. »Oh, Nick, ich finde dich einfach sympathisch!

Eine Schande, dass wir uns erst jetzt begegnet sind!« Für einen Augenblick schwieg Jack wieder. Er drehte sich zu Nick und sagte: »Aber weißt du, jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, dir zu begegnen.«
 »Ja, vielleicht«, entgegnete Nick und staunte über seine Antwort.

»Doch zurück zu den Enten, mein Freund. Sie sind einfacher gestrickt, und dies ist wahrlich in mancherlei Hinsicht ein Vorteil. Sie leben einfach ihre Bestimmung, die sie instinktiv kennen. Sie hinterfragen nicht alles, was in ihr Leben tritt, und tragen auch nicht jahrelang unwahre Gedanken mit sich herum.«

Jack stieß seinen Ellenbogen sanft ins Nick Seite.
»Ja, ich gestehe«, antwortete dieser beschämt.
»Weißt du, die Menschen zerstören ihr Leben durch ihre eigenen Gedanken. Nicht, dass Gedanken etwas Schlechtes wären. Sie dienen uns, und unser Verstand dient uns. Er ist das perfekte Werkzeug, um Informationen zu filtern und zu überprüfen, doch wir haben dem Verstand eine Rolle gegeben, die ihm eigentlich nicht gehört.«

 »Du meinst, wir sollten mehr fühlen?« Jack nickte sanft.

 »Siehst du, du warst davon überzeugt, dass deine Mutter dich weniger liebt, oder?«
»Ja, das stimmt wirklich.«
»Und heute hast du erfahren, dass es nicht wahr ist, indem du dir erlaubt hast, zu fühlen. Du hattest all die Jahre einen falschen Gedanken. Du hast einen Irrtum gelebt, der dir viel Kummer bereitet hat!«

Wie recht er hatte. Doch Nick konnte das erst an diesem Tag verstehen.
»Deine Gedanken sind wie Brillen, die deine Sicht färben. Du hast in letzter Zeit in einer grauen Welt gelebt, Nick. Deine Brille hatte graue Gläser durch deine eigenen traurigen, grauen Gedanken.

Der Himmel war nach wie vor blau und die Sonne goldgelb.

Die Blumen hatten die gleichen bunten Farben, und das Gras war nach wie vor grün. Doch all das hast du durch deine Gedanken mit einem grauen Schleier belegt.«
Auch wenn Jack in Bildern sprach, verstand Nick die tiefere Bedeutung dessen, was er damit sagen wollte. »Weißt du, wo deine Gedanken entstehen, Nick?«
»Keine Ahnung. In meinem Kopf?«
»Wer denkt sie denn? Wer erschafft deine Gedanken?«
»Ich! Wer denn sonst?« Nick musste lachen bei der Vorstellung, dass jemand anderes ihm Gedanken in den Kopf legte.

»Fast alle deine Gedanken kommen aus deinem Unterbewusstsein.

Sie sind dir nicht bewusst. Fast alle deine Gedanken entstehen durch Erinnerungen, durch Glauben, durch Überzeugungen. Du warst so überzeugt davon, dass deine Mutter dich nicht mehr liebt, dass deine Gedanken nur noch darum kreisten. Du hattest kaum eine Chance.« »Das ist wie eine Lawine, oder?«

Jack nickte stumm.
»Der einzige Weg, sich von diesen Gedanken zu befreien, ist es, sie zu hinterfragen. Du musst dich fragen, ob dieser Gedanke, den du da hegst, wirklich wahr ist.«

Nick erinnerte sich daran, dass er vor wenigen Tagen im Bett gelegen hatte und an nichts anderes mehr denken konnte als an sein Leid und seine Traurigkeit.
»Du hast so recht, Jack! Eigentlich ist es einfach. Ich hoffe, dass ich in Zukunft besser aufpassen werde«, grinste er.

»Oh, das ist nicht immer einfach, aber Übung macht den Meister, Nick.

Erinnere dich stets daran, deine Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, bevor du ihnen traust! Überprüfe, ob ein Gedanke wirklich stimmt oder nicht. Du hörst jemanden in deiner Umgebung etwas sagen, und gleich denkst du, es ginge um dich, und dementsprechend verhältst du dich. Du hattest irgendwann den Gedanken, dass deine Mutter dich weniger lieben könnte, und statt dem auf dem Grund zu gehen, hast du es einfach geglaubt. Und was dann kam, weißt du nun.«

»Meine Gedanken kreisen dann nur noch um das eine Thema, und ich sehe in allem die Abweisung meiner Mutter?«
»Du sagst es! Denke einmal darüber nach, wenn du abends im Bett liegst. Überprüfe noch einmal die Gedanken der letzten Zeit. Wie oft warst du sicher, dass ein Gedanke stimmte, und musstest später dann doch feststellen, dass er nicht wahr war?«

Nick hörte es krachen.

Erschrocken blickte er in den Himmel, der voller dunkler Wolken war. Jack stand schnell auf. »Wir sollten lieber nach Hause gehen, bevor wir uns noch erkälten.«
»Okay«, erwiderte Nick und wartete darauf, dass Jack noch irgendetwas sagen würde. Der Abschied schien ihm etwas zu abrupt. Dann entschied er sich, selbst nachzufragen: »Jack, wollen wir uns morgen wieder treffen?«
»Gerne.«
»Gleiche Uhrzeit wie heute?«
»Ja.«
»Dann gehe ich jetzt lieber nach Hause. Es gibt sowieso bald Abendessen.«
»Denke an meine Worte, und beobachte dich. Du kannst das!«
»Ja«, entgegnete Nick ehrlich. Jack drehte sich um und lief über den Rasen.

»Ich freue mich darauf!«, rief er Nick noch zu und sprang dann über das Blumenbeet in Richtung Straße. Es regnete, und Nick rannte nach Osten in Richtung Parkausgang, doch nach wenigen Metern hielt er plötzlich inne. Er wollte unbedingt wissen, wo Jack wohnte, und daher entschloss er sich, unauffällig hinter ihm herzulaufen.

Nicht, dass er sich bei ihm zu Hause einladen wollte.

Nein, er wollte einfach sichergehen, dass Jack ein Dach über dem Kopf hatte. Neugierig ging Nick schneller und rannte über die Straße. Jack war ungefähr fünfzig Meter vor ihm und bog schließlich, ohne etwas zu bemerken, nach rechts in eine andere Straße ab. Nach wenigen Sekunden erreichte auch Nick die Kreuzung und bog ebenfalls vorsichtig in die Seitenstraße ab.

Zu Nicks Überraschung war Jack allerdings nicht mehr vor ihm zu sehen. Ungläubig lief er auf die Straße und blickte umher. Eine Frau mit einem Regenschirm ging die Straße entlang, und Nick fragte sie im Vorbeigehen, ob sie einen Mann gesehen hätte.
»Wann soll ich denn diesen Mann gesehen haben?«, fragte sie.

»Gerade eben. Er ist gerade eben in diese Straße eingebogen. Er hat eine beigefarbene Hose und eine …«
»Hör zu, Junge, ich weiß nicht, was mit dir los ist, aber hier ist kein Mann. Wenn dieser Mann gerade eben hier entlanggelaufen wäre, hätte ich ihn ja sehen müssen.«
Kopfschüttelnd ging die Frau weiter und ließ Nick mit offenem Mund stehen.

Wie konnte das möglich sein? Nick lachte.

Dieser Jack war einfach unglaublich. Womöglich hatte er bemerkt, dass Nick ihm gefolgt war, und hatte ihm einen Streich gespielt. »Das war sowieso eine dumme Idee«, dachte er und rannte schnell durch den Regen nach Hause. Jack hatte in dem Gespräch völlig recht gehabt. Das Übel in dieser Welt waren die Gedanken.

Jack war sicherlich kein Obdachloser, und deswegen brachte es nichts Gutes, darüber nachzudenken, dass er es vielleicht sein könnte. Das würde ihn höchstens traurig machen, und das wollte Nick an diesem Abend am allerwenigsten.

Jack war so ein besonderer Mensch für ihn geworden, und daran denken zu müssen, dass er einsam auf einer Straße läge, während der Regen über ihn hereinbräche, verursachte keine schönen Gefühle in Nick.

An diesem Abend wäre für Nick eher Feiern angesagt gewesen. Dieser Tag gehörte zu den schönsten und wichtigsten in den letzten Jahren. Heute hatte er mit seiner Mutter gesprochen, und auch wenn es nur in seinen Gedanken geschehen war, hatte es sich dennoch echt angefühlt, und er war befreit wie kaum vorher in seinem Leben.

Nick verlangsamte seinen Gang und schnaufte.

Er war jetzt ein gutes Stück gerannt, und der Regen hatte endlich nachgelassen. Das war gut, denn noch weiter rennen wollte Nick nicht. Etwas Nieselregen fiel zwar noch vom Himmel, doch das störte ihn nicht mehr. Er fragte sich, ob sich auch für seine Mutter etwas geändert hatte. Er hatte sich in seiner inneren Welt so stark mit ihr verbunden gefühlt, dass es ihn nicht gewundert hätte, wenn sie etwas mitbekommen hätte.

Zu neugierig war Nick, ob sie irgendwie anders auf ihn reagieren würde. Doch egal, ob sie etwas gemerkt hatte oder nicht, Nick würde seine Mutter nie wieder mit den gleichen Augen betrachten können. Jetzt wusste er, dass sie ihn nach wie vor liebte und dass er selbst es gewesen war, der sich zurückgezogen hatte und nicht sie.

Ein klein wenig ärgerte er sich, dass er sie nicht einfach einmal darauf angesprochen hatte.

War es so schwer für ihn, ihr seine Gefühle zu offenbaren? Nick erreichte den Vorgarten und sah das Auto seines Vaters in der Einfahrt vor der Garage stehen. Für einen Moment wurde ihm etwas mulmig zumute.

Hoffentlich war sein Vater nicht noch sauer auf ihn wegen des gestrigen Vorfalls. Er nahm sich vor, wirklich nicht wütend zu reagieren, selbst wenn es so wäre. An der Hauswand lehnten die Fahrräder von Nicks Mutter und seinem Bruder, und Nick schob sie in die Garage, bevor er hineinging. Er schloss die Tür auf und streifte sich währenddessen die Schuhe am Fußabtreter ab.

»Da bist du ja!«, rief ihm seine Mutter entgegen. Sie stellte gerade einen Topf auf den Tisch. Der Rest der Familie hatte sich dort bereits zum Essen versammelt. Nicks Vater musterte seinen Sohn für einen kurzen Augenblick und begann schließlich zu essen, ohne ihn zu begrüßen.
»Wasch dir die Hände, und setz dich zu uns«, forderte seine Mutter ihn auf.

Während Nick auf der Gästetoilette verschwand, legte seine Mutter ihm Klöße auf einen Teller und goss eine Soße darüber.
»Und, wie war euer Ausflug?«, fragte Nick seinen Bruder interessiert, als er sich an den Tisch gesetzt hatte. Henry grinste nur breit, und beinahe wäre ihm das Essen aus dem Mund gefallen.

»Toll! Kommst du das nächste Mal mit?«, bat Henry seinen Bruder.

»Bestimmt«, entgegnete Nick schnell. Für einen Augenblick dachte er nach. Das klang gar nicht danach, dass er wirklich mitkommen würde.
»Das nächste Mal bin ich dabei! «, warf er schnell noch hinterher.
 »Ganz sicher!«

»Wo warst du denn heute?«, fragte Nicks Vater und legte dabei nicht einmal sein Besteck ab. »Ich habe mich heute mit einem Freund im Park getroffen «, antwortete Nick.
»Aha. Was für ein Freund? So einer wie dieser Steve?« Nicks Mutter zog ihren Gatten an Ärmel.
»Bitte, Liebling!«
»Ich darf doch noch fragen!«, erwiderte er.
»Nein, Jack ist nicht wie Steve!« Kurz wurmte es Nick, dass er den Namen verraten hatte. »Wie alt ist denn dieser Jack?«, fragte Nicks Vater weiter.
»Weißt du was? Das geht dich überhaupt nichts an!«, lachte Nicks Mutter etwas verlegen. »Schatz, du musst nicht darauf antworten!«, sagte sie zu Nick.
»Okay, schon gut, ich frage nicht mehr weiter. Doch eines muss ich dir noch sagen, Nick!« »Ja?«
»Bob …«

Bei diesem Namen zuckte Nick wieder innerlich zusammen.

»Bob war beim Gericht und hat zwei soziale Einrichtungen genannt bekommen, bei denen du deine Sozialstunden ableisten kannst.«
Nick schluckte, auch wenn er gerade in diesem Moment kein Essen im Mund hatte.
»Die eine ist eine Klinik für Essgestörte, die andere ist das städtische Reinigungsamt. Du könntest bei beiden nächste Woche anfangen, du musst dich nur entscheiden.«

Nicks Vater sagte das mit einer Kälte, die Nick verletzte. Er sagte es einfach so, während des Essens. Und obwohl er mit Nick sprach, sah er ihn nicht an. Nick spürte, wie sein Puls stärker wurde. Wut und Enttäuschung stiegen in ihm auf. Er kaute einfach weiter und ging nicht auf seinen Vater ein.
»Und, weißt du, wo du hinwillst?«, fragte sein Vater weiter.
»Nein, Dad. Ich werde es mir überlegen und sage es dir dann morgen Abend, okay?«

Nicks Vater stimmte zu und wechselte das Thema.

Doch obwohl das Thema Sozialstunden jetzt für einen Tag vom Tisch war, hatte es in Nick zu arbeiten begonnen. Er schämte sich, und gleichzeitig war er wütend. Wütend auf seinen Vater, wütend auf Bob, wütend auf das Gericht und wütend auf sich selbst, dass er nicht aufgepasst hatte. Wie hatte das bloß passieren können?

Man sah es ihm sofort an, dass er keine Lust mehr auf sein Essen hatte. Nick schob seinen Teller von sich und war gerade im Begriff aufzustehen, als seine Mutter ihn anschaute. Da war dieser Blick, dieser bittende Blick seiner Mutter. Doch in ihren Augen konnte Nick keinen Vorwurf sehen. Sie war voller Mitgefühl für ihn und bat ihn mit ihren Augen, am Tisch zu bleiben und sich von den Sozialstunden nicht die Laune verderben zu lassen.

Ein paar Sekunden lang war Nick hin- und hergerissen.

Wegzulaufen war seine alltägliche Reaktion, und damit würde er seinem Vater die Schuld für den miesen Abend geben. Er würde ihm sogar die Schuld für seine Wut geben. Dabei war es ja Nick selbst, der die Wut empfand. Einen Moment lang blickte Nick zu seiner Mutter und zog schließlich den Teller wieder an sich heran, um weiterzuessen.

Mit der Gabel stach er in einen kleinen Kloß und steckte ihn in den Mund. Es machte keinen Sinn, jetzt aufzustehen und im gleichen Trott wie immer auf sein Zimmer zu gehen. Sollte sein Vater ihn doch so viel piesacken, wie er wollte. Nick nahm noch einen Schluck aus seinem Glas.
»Wo wir doch gerade beim Essen sind«, warf Nick in die Runde.

»Essen ist so etwas Schönes.

Ich glaube, ich werde meine Sozialstunden in dieser Einrichtung für Essgestörte ableisten.«
Nicks Vater, der zuvor erwartet hatte, dass sein Sohn aufstehen und der Abend wie immer im Streit enden würde, war sichtlich erstaunt über diese Worte.

»Na, jetzt wollen wir mal nicht über die Sozialstunden reden«, murmelte Nicks Mutter und berührte ihn sanft am Arm. Nick lächelte seine Mutter an und beobachtete, wie sie seinem Vater einen ermahnenden Blick zuwarf. Ein paar Minuten lang lag Schweigen über dem Haus, und nur das Besteck, das immer wieder mit den Tellern in Berührung kam, unterbrach diese Stille.

Nick dachte nach. Er wunderte sich über seine Reaktion und seine Fähigkeit, sich doch nicht auf einen Streit einzulassen. Doch am Interessantesten war für ihn die Tatsache, dass er erkannt hatte, dass die Ursache für einen Streit in ihm selbst lag.

Klar war, dass sein Vater ihn provoziert hatte, und Nick wusste nicht, wieso er das immer wieder tat.

Doch Nick hatte sich nicht auf eine Diskussion mit seinem Vater eingelassen. Zwar war er wie immer wütend geworden, und beinahe hätte der Abend so geendet, wie viele Abende zuvor auch, doch seine Mutter hatte ihm im richtigen Moment zu verstehen gegeben, was wirklich wichtig war.

Wahrscheinlich wusste Nicks Mutter nicht, was sie in Nick ausgelöst hatte, und vielleicht war es auch gar nicht ihre Absicht gewesen, doch Nick hatte einen Grund gefunden, sich nicht zu ärgern.

Catherine stand auf und räumte das Geschirr zusammen. Nick tat es ihr nach und sammelte das Besteck ein. Anschließend holte er kleine Glasschüsseln aus dem oberen Hängeschrank und setzte sich wieder an den Tisch. Dann aßen sie alle zusammen ihren Nachtisch.

Nicks Mutter unterbrach das Schweigen und erzählte einige lustige Geschichten über befreundete Familien und Nachbarn, und alle saßen am Tisch und lachten: Nicks Eltern, er selbst und sein kleiner Bruder Henry, dessen Mund fürchterlich mit Pudding verschmiert war.

Eine halbe Stunde später, nachdem Nicks Vater noch ein paar Formulare ausgefüllt hatte, saßen alle zusammen auf der Couch und schauten sich einen Film an. Nicks Vater erwähnte die Sozialstunden und Nicks Missgeschick mit keinem weiteren Satz.

Obwohl eine deutliche Spannung zwischen den beiden herrschte und Nick auf der Couch seinen Platz so weit wie möglich von seinem Vater entfernt gesucht hatte, waren sie friedlich und hielten sich mit Vorwürfen zurück. Dementsprechend legte Nick sich auch mit einem wohlwollenden Gefühl ins Bett.

Er spürte eine feine, dennoch starke Veränderung im Umgang mit seinen Eltern. Und er spürte, dass er viel mehr Einfluss auf die Beziehung zu ihnen hatte, als er sich das je hatte vorstellen können. Mit diesem Gefühl im Bauch schlief er ein.

Weiter geht es am Sonntag den 28. April 2019


Den Roman
In deiner Welt
georg-huber-in-deiner-welt-roman
von Georg Huber
gibt es als Ebook >>>  HIER

21.04.2019
Alles Liebe für euch!
Euer Georg 
Weitere Informationen zu Georg Huber findest du unter 
www.jeomra.de

Alle Beiträge von Georg Huber auf Spirit Online

Empfehlung:
aktuelle Live Online-Seminare
mit Georg Huber

heilsegen-empfangen-faith

Nähere Informationen und Anmeldung

Den Artikel kommentieren

Mit deinem Newsletter erhältst du viele Neuigkeiten und Anregendes aus der großen Welt der Spiritualität

Briefkasten-Himmel-wolken-mailbox

zur Newsletter-Eintragung

E-Mail Adressen sind bei uns sicher | wir geben Adressen niemals weiter


Anzeigelion-tours