Bewusst-Sein

Beitrag des Monats | Spiritualität ist nicht Esoterik

kopf-wolken-headSpiritualität ist nicht Esoterik

„Esoterik ist Schönmalerei für nette Menschen welche nicht zu Eigenverantwortung bereit sind.“

Leider wissen die meisten Esoteriker nicht, dass Esoterik nichts mit Spiritualität zu tun hat. Sie wissen auch nicht, wessen Geistes jene sind, deren Schriften sie studieren, deren Rituale sie kopieren oder deren Geist sie so hingebungsvoll anrufen. Hauptsache es klingt speziell und verspricht genau das, was die Menschen sich erhoffen. Sie spielen mit Kräften, welche sie weder kontrollieren noch deren Ursprung kennen. Das kann sehr gefährlich sein und ganz schnell auf die falsche Fährte führen. Esoterik ist einer der vielen Wege welche jenseits von Religion den Zugang zu Gott verspricht aber den Pfad für dämonische Wesen ebnen.

Liebe und Friedfertigkeit wird bewusst dafür indoktriniert, dass die Menschen sich mit allem zufrieden geben und die großen Verbrecher unbehelligt ziehen lassen wenn dereinst auffliegt, wie gewisse Leute die Menschheit verraten und versklaven.

Esoterik ist nichts weiter als positives Denken für spirituell orientierte Menschen. Den reinen Kopfmenschen reicht es, positiv zu denken. Herzensmenschen bevorzugen allerdings Tiefgründigkeit. Und diese wird ihnen durch Rituale, Meditation und viel pseudospirituellem Gerede und Gehabe großartig vermittelt, respektive vorgetäuscht. Und ich sage nicht, das diese nichts bewirken würde sondern, dass sie uns nicht mit den Kräften in Verbindung bringen die Esoteriker sich eigentlich wünschen. Hauptsache es klingt gut.

Spiritualität jedoch ist etwas vollkommen anderes. Es ist das Bedürfnis nach Einssein mit der Quelle allen Seins. Spirituelle Menschen wollen also nicht Haben, sondern Sein. Das ist der wesentliche Unterschied zu den Esoterikern. Spirituelle Menschen laufen keinem Guru hinterher und befinden sich nicht im Erleuchtungsstress. Sie wollen nicht etwas werden sondern etwas Sein. Und sie wollen genau das sein, was sie Sind. Esoteriker wollen immer anders sein und immer besondere Kräfte besitzen. Wenn sie merken, dass daraus nichts wird, dann verwenden sie gerne tiefe Weisheiten als Ausrede für Ihr Versagen wie zum Beispiel: „Ich bin gut so wie ich bin.“ „Alles ist gut so, wie es ist.“ Dies führen sie allerdings nur deswegen an, damit sie nicht über sich selbst enttäuscht sind und vor allem dafür, dass sie an sich selbst nichts verändern müssen. Die von ihnen angeführten Weisheiten stimmen faktisch zwar schon, aber sie sind so nicht gemeint. Auch sie behaupten, dass wir alle Eins sind. Aber sie suchen die Antworten auf ihre Fragen stets im Außen. Verstorbene sind im Außen. Rituale finden im Außen statt. Glücksbringer, Geistführer, Engel und Meister sind alle im Außen. Dieses Überhöhen scheinbar lichter Geistigkeit nährt in Wahrheit die Kraft der dunklen Seite. Ich kann dies in einem so kurzen Artikel nicht im Detail erklären aber wahrhaft spirituelle LeserInnen können fühlen, dass dies stimmt.

Die dunkle Seite der Macht – wie Meister Yoda es formuliert – kennt nur ein Ziel: Uns alle mit Unwesentlichem vom Wesentlichen abzulenken. So hat jeder das Gefühl das Richtige zu tun und alle wähnen sich in Sicherheit. Mainstream-Esoterik ist genau so ein Schlafmittel wie Fernsehen, Nachrichten, Hollywood, Alkohol, Medikamente, Party’s ohne Ende, Handy’s, Computer und Sportevents etc. Hauptsache es wird nie still!

Still sein ist das, was echte Spiritualität ausmacht. Und zwar die tiefe Stille nicht nur im Außen, sondern auch im Denken. Esoterik ist immer mit Denken verbunden, Spiritualität nicht. Wahre Spiritualität ist Beobachten, nicht mitspielen.

Spirituell ist es die Stille zu sein, auch in Gedanken. Spirituell ist es, ehrlich zu sein, auch mit sich selbst. Wenn sich Menschen um Spiritualität kümmern deren Bereitschaft zur Eigenverantwortlichkeit noch nicht gegeben ist, dann entsteht Esoterik. Hier findet man die allerbesten Ausreden für alles was man falsch gemacht oder unterlassen hat. Und sie bietet alle Möglichkeiten, dass dem auch so bleibt. Ich kann es aus eigener Erfahrung sagen: Das Ego fühlt sich ganz schön geschmeichelt wenn man glaubt zu wissen auf dem rechten Weg zu sein. Und weil der Name ‚Spiritualität’ mittlerweile mit Esoterik gleichgesetzt daher kommt, bezeichne ich Spiritualität als ‚Bewusstseinsforschung’.

Es geht nicht um Wissen, sondern um Forschen!

Keiner vermag das Gesamte zu erfassen und keiner weiß, was die Schöpfung alles beinhaltet. Somit müssen wir gute Beobachter sein und keine Wissenssucher. Esoteriker wissen von Tag zu Tag mehr – Bewusstseinsforscher wissen mit jedem Tag weniger. Ich weiß, dass ich nichts weiß ist für die Einen bloß ein guter Spruch, für die anderen jedoch Erfahrung und somit eine tiefe Weisheit. Wahre Spiritualität ist nichts was man tun kann, man Ist es. Es ist diese unendliche Sehnsucht nach Gott die man nicht und mit nichts erreichen kann. Aber man kann sich ihm hingeben! Hingabe lautet demnach die Losung und die Lösung. Menschen die sich dem Göttlichen in sich selbst hingeben, ihrem Herzen vertrauen, authentisch sind und integer leben, das sind die wahren spirituellen Menschen! Also weit jenseits einer esoterischen Welt in welcher alle allen und vor allem sich selbst etwas vormachen was sie weder sind noch können.

Wahre Spiritualität erfordert die Selbstbemeisterung und nicht die Selbstbeweihräucherung!

Jeder Mensch besitzt seine eigene Spiritualität. Diese findet jeder nur in sich selbst, in seinem eigenen Bewusstsein. Da helfen keine Pendel, kein Yoga und keine Rituale. Da hilft nur die Erforschung des eigenen Bewusstseins. Und wer sich auf eine solche Forschungsreise einlässt, der wird seine Ziele mit absoluter Sicherheit auch erreichen. Er wir nicht sein Leben lang damit verbringen zu erklären, warum er so ist wie er ist oder weshalb er nicht erreicht hat was er erreichen wollte. Letztlich suchen wir uns alle nur selbst. Dazu muss ich aber auch bereit dazu sein, mir zu begegnen. Und dies sind Esoteriker leider noch nicht. Die gesamte Esoterik beruht auf Angst. Und alles, was auf Angst basiert, ist schwarzmagisch. Esoteriker würden jetzt sagen, dass ich trenne und bewerte. Aber das tue nicht ich, sondern sie. Ich fürchte keine Angst und daher brauche ich sie auch nicht zu verleugnen. Spirituelle Menschen können Licht und Finsternis feststellen ohne ihnen anheim zu fallen. Für wahrhaft spirituelle Menschen ist es immer eine Entscheidung. Sie wissen um die Täuschungen, sie respektieren beide Pole des Seins, Licht und Finsternis. Und sie entscheiden sich bewusst für das Licht. Sie leben die weiße Magie indem sie das Dunkle nicht bekämpfen aber es auch nicht immer gewähren lassen. Allem voran entfernen sie alles Dunkle in sich und nicht bloß um sie herum.

Der Meister hat aufgehört zu kämpfen als er angefangen hat zu entscheiden.

Bruno Würtenberger

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6 Kommentar(e)

  • Vielen Dank lieber Bruno für diesen überaus wichtigen Beitrag. ( Auch wenn er vielen nicht gefallen wird). Er spricht mir so ganz aus, Herz, Seele und Verstand. Heutige Protagonisten der Esoterik – wenn auch nicht alle – nutzen diese als trojanisches Pferd für ihre Beliebigkeit ihrer persönlichen Überzeugungen. Nutzen ihre Rhetorik und ihr Wissen für ihr manipulatives Tagewerk und sind im höchsten Maße aggressiv, wenn sie sich ertappt fühlen. Da diese, wie mir scheint im Web der uneingeschränkten Möglichkeiten, einen festen Block aller Couleur bilden, mit dem Ziel ihre Überzeugungen ( die da ausreichend bekannt sind) ein mediales „Fakten angereichertes“Gewicht zu verleihen, was ja ohnehin schon gelungen ist. Hier einen spirituellen Entwurf einer liebevollen Verantwortlichkeit aus der universellen Schöpfung heraus zu leben und zu beschreiben – und zu vertreten. Liebe Grüße Uwe

  • Ein wahrlich wichtiger und sehr gut geschriebener Artikel. Dem ist meines Erachtens nichts mehr hinzuzufügen. Danke dafür.
    Liebe Grüße
    Marion

  • Ich finde diesen Artikel sehr gelungen und ansprechend. Ich habe auch schon die Erfahrung mit dem feinen Unterschied gemacht, das einzige das ich hier noch zu kommentieren hätte, wäre: Die Esoteriker dürfen doch auch ihre Erfahrungen machen und dann die Seiten wechseln. Das soll keine Kritik sein. Ich für meinen Teil habe auch klein angefangen und mich sehr bemüht zu lernen und es natürlich auch nach zu machen. Mein Weg ging über die Esoterik, wo ich jetzt stehe weiß ich nicht, nur ist es anders. Ich danke dir für diese Worte.
    Liebe Grüße
    Michela

  • Bei den Menschen, die hier als Esoteriker bezeichnet werden, habe ich oft eine Geisteshaltung festgestellt, die irgendwie nicht ganz ausgegoren ist.
    Ist schon was Wahres dran an dem Artikel, auch wenn mir der liebe Bruno manchmal ein bisschen besserwisserisch vorkommt.

  • Okay, sollte der Autor Recht haben,
    dann kenne ich entweder nur Esoteriker
    oder
    keine Spirituellen

    Pardon, de facto werden beide Begriffe im deutschsprachigen Raum synonym benutzt, leider.

    Das bekommen wir nicht mehr auseinander.

    Seien wir einfach froh, dass sich so viele für an sich dasselbe Gute, jeder auf seine Art, interessieren.
    Und lasst uns das nutzen, nicht ständig verfreveln

    Nobody is perfect

    Oder?!

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