Spiritualität und Weiblichkeit … Warum ist diese Kombination so derart wichtig?

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weiblichkeit-spiritualitaet-frau-schleier-augen-beautifulSpiritualität und Weiblichkeit … Warum ist diese Kombination so derart wichtig?

Kaum eine Zeitschrift, die etwas auf sich hält, kommt um das Thema Frau herum. Indirekt auch um das Thema Frau und Spiritualität! Doch Frau ist nicht unbedingt gleich Weiblichkeit. Weiblichkeit bezieht sich auf einen der beiden Archetypen, die jeder Mensch in sich trägt. Da beginnt schon das erste Missverständnis – mit der Gleichsetzung von Frau=Weiblichkeit. Doch der Mensch ist bekanntermaßen durchaus lernfähig.

Wann immer ich Frauen nach weiblichen Attributen bislang fragte – und es gab für mich zahlreiche Möglichkeiten in meinen Beratungen und Onlineseminare – dann erhielt ich entweder ein Stottern oder ein – das ist doch eh klar. Bei näherem Nachfragen war gar nichts mehr klar.

Gleichzeitig – und das mag widersprüchlich erscheinen (und ist damit hochgradig weiblich) –  wenn ich mir die aktuelle große Bühne ansehe und auf mich wirken lasse, dann stelle ich fest, dass die Debatte zur Weiblichkeit ordentlich an Fahrt aufgenommen hat. Webinare boomen. Vorträge sind an Fantasie nicht zu überbieten. Zeitschriften sind voll von guten Ratschlägen und von Interviews mit Vorzeigefrauen. Unternehmen und Institutionen entdecken, dass die Quote heute wichtiger denn je ist und dass frau gebraucht wird – man überlegt sogar, reinen Männervereinen die steuerlichen Vergünstigungen zu entziehen. Es ist also Schwung in der Bude – und das ist gut so. Nicht jeder Vorschlag wird sich durchsetzen. Doch er provoziert eine Debatte, die über #metoo hinausgehen wird. Und da ist sie wieder, die Frau. Doch die Weiblichkeit – wo ist sie? Was bedeutet sie? Warum ist sie so derart wichtig für uns Menschen?

Spiritualität und Weiblichkeit

Ich schreibe bewusst pointiert als Frau, die die erste Dekanin einer Privatuniversität in Österreich war (Anfang der 2000er) und die als erste Frau eine Abteilung im Verteidigungsministerium der Republik Österreich leitete (2008-2012). Was damals eine echte Besonderheit war, ist heute scheinbarer Standard – und gleichzeitig von einer unglaublichen Hohlheit und Leere, von einer Masse an Nichtsagendem gekennzeichnet. Offen gestanden – auch ich habe mich einspannen lassen und in den vergangenen Jahren meiner persönlichen Neuentdeckung – oft mühsam – das Weibliche erkennen und in mein Leben integrieren gelernt. Das ist so, wenn man Neues erlernt. Altgewohntes ist da wesentlich einfacher in der Handhabung. Doch wenn das Altgewohnte nicht mehr spurt, dann, ja dann …Dabei – in jedem von uns ist das weibliche Element angelegt, gleich ob wir in diesem Leben uns als Frau oder als Mann begreifen. Es ist das Wesen von Dualität, wobei ich höchsten Respekt vor jenen Menschen habe, die sich dieser Zuordnung entziehen.

Ja – es hat sich vieles verändert in den vergangenen Jahren. Doch vieles liegt noch vor uns. Es reicht nicht, Frauenworkshops und Frauenrunden anzubieten – weil viele Frauen nach wie vor viel zu wenig tiefere Ahnung über ihre Weiblichkeit haben – was sie ist, was sie sein kann. Nur wenige wissen, wie man in die Neue Weiblichkeit gelangen kann und was das bedeutet – für sich und für das Umfeld. Es wird schlicht noch zu wenig vermittelt. Doch auch das lässt sich verändern.

Wie kommen wir als Menschen weiter?

Wir müssen, wenn wir als Menschen weiterkommen wollen, die beiden Archetypen erkennen und im Alltag leben. Das ist anstrengend. Das ist nicht einfach. Doch wenn man es geschafft hat, dann hat man wirklich Großes für sich und sein Umfeld geschafft. Dann sind Spiritualität und Weiblichkeit keine leeren Worte mehr.

Dabei haben Frauen in diesem Kollektivprozess eine besondere Rolle. Mittlerweile weiß man, dass Frauen 80 % ihres Weges gegangen sein müssen, damit das Männliche überhaupt in Bewegung kommt. Dabei müssen sie lernen, ihre ureigene Weiblichkeit zu entdecken und zu leben. Dies ist so. Daher kommt dem Weiblichen in der Frau eine besondere Rolle zu. Nicht dass es vorher keine Frauen gab und die Weiblichkeit nicht gelebt wurde – jenseits feministischer Konzepte, jenseits von Klischees. Um gleich einem Missverständnis vorzubeugen: Die feministische Bewegung war wichtig, hat jedoch mehr zu einer Vermännlichung der Frau geführt als dass das Urweibliche hervortreten konnte. Doch sie hat ihre Meriten.

Nun geht es jedoch weiter auf dem weiblichen Weg – denn: als nächstes steht das Hervortreten des Neuen Männlichen am Plan. 2020 wird dafür das Terrain aufbereiten. Wir werden aufregende, förderliche Energien dafür haben. Umso mehr sind wir als Mensch, als Frau und natürlich auch als Mann gefordert, den wahrhaften Archetypen zu entdecken und mehr und mehr zu leben. Machen wir uns gemeinsam auf zu dieser Entdeckungsreise. Sie lohnt, vor allem weil der innere Ausgleich zwischen den beiden Archetypen winkt. Was ist aus diesem Ausgleich heraus alles möglich?! Bleiben Sie neugierig und offen.


12.11.2019
Außerordentl. Honorarprofessorin Dr.habil. Dr. Andrea Riemer, Ph.D
Zur Autorin finden Sie alles Wissenswerte unter:
www.andrea-riemer.de

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