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Lügen haben kurze Beine – Das Gesetz der Wahrheit

seele-gesicht-heilung-fantasyDas Gesetz der Wahrheit –
Lügen haben kurze Beine 

Was ist „Lüge“, was ist „Wahrheit“? Und können wir die Wahrheit „verbiegen“, um das Leben zu unseren Gunsten zu manipulieren? Was geschieht, wenn wir das tun? Und welche Konsequenzen hat es für unser Leben, wenn wir mit unseren Handlungen eine Unwahrheit, eine Lüge zum Ausdruck bringen? Ist „Lügen“ aus spiritueller Sichtweise „erlaubt“?

Auch für mich schienen die Antworten auf diese Fragen während meiner Kindheit zunächst „klar“, insbesondere da ich als Sohn eines Pfarrers streng christlich erzogen wurde. Erst als ich älter wurde begann ich, die mir mitgegebenen Glaubenskonzepte ernsthaft zu hinterfragen – und erhielt tiefgründigere und vielschichtigere Antworten, die mein Bewusstsein und mein Leben in umfassender Weise veränderten.

Um es vorweg zu nehmen:

Auch heute bleibe ich in all meinen Worten, Gedanken und Taten bei der Wahrheit, soweit immer mir dies in meinem Bewusstsein möglich ist. Doch ich tue dies nicht mehr aus Angst vor einer möglichen Bestrafung durch eine andere Instanz, wie z.B. einen „Gott“, der da außerhalb von mir „sitzt“ und über alles, was ich tue, urteilt.

Ich tue dies, weil ich erkannt habe, dass Authentizität und Wahrhaftigkeit mein Leben signifikant verbessern und letztendlich immer zu meinem eigenen höchsten Wohl wie auch zum höchsten Wohl der ganzen Welt dienen.

Doch beginnen wir von vorne. Starten wir mit der Frage, was Wahrheit und Lüge überhaupt sind.

„und (ihr) werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8, Vers 32)

Wahrheit und Lüge

Was ist „Wahrheit“? Was ist „Lüge“? Sind Wahrheit und Lüge tatsächlich gleichwertige Polaritäten, die sich gegenseitig bedingen? Und wie können wir erkennen, was Wahrheit ist und was Täuschung und Lüge sind?

Um diese Fragen umfassend zu beantworten, möchte ich eine Vereinbarung zugrunde legen, die wesentlich für das Verständnis ist: Unter „Wahrheit“ verstehe ich hier die „absolute“ Wahrheit, nicht eine „relative“ Wahrheit.

Warum ist diese Vereinbarung so wichtig?

Eine „relative“ Wahrheit spiegelt die Sichtweise eines Menschen im Kontext dessen gegenwärtigen Bewusstseins sowie dessen Lebensumstände wider. Seine Wahrheit entspricht dem, was er in diesem Augenblick tatsächlich „glaubt“. Die Grundlage seiner Überzeugungen und seiner Handlungen bilden dabei seine bisherigen physischen Erfahrungen und die ihm gerade zugänglichen Erinnerungen sowie seine Gefühle.

Auch bereits vorhandene spirituelle Erkenntnisse spielen dabei eine Rolle. Wesentlich ist jedoch, dass dem Menschen in unserem Beispiel nur ein begrenztes Bewusstsein und begrenzte Erfahrungen zugänglich sind. Dadurch wird seine Wahrheit zu einer „relativen“ Wahrheit, die seiner individuellen Sichtweise entspricht.

Ein anderer Mensch, der über ein anderes Bewusstsein verfügt und andere Erfahrungen gemacht hat, kann also individuell zu einer ganz anderen Sichtweise der „Wahrheit“ gelangen. Beide relative Wahrheiten haben somit in der individuellen Sichtweise der beiden unterschiedlichen Menschen ihre eigene Daseinsberechtigung. Doch für den einen ist jeweils die Wahrheit des anderen „falsch“ oder zumindest „teilweise unrichtig“.

In der Essenz können wir sagen, dass eine „relative“ Wahrheit immer Ausdruck eines begrenzten Bewusstseins innerhalb der Dualität ist.

Eine „absolute“ Wahrheit ist dagegen absolut. Sie gilt immer und überall; sie gilt für jeden Menschen, für jedes Tier, für jede Pflanze, für jeden Aspekt der Schöpfung – ganz unabhängig von dessen „Geschichte“ und Bewusstsein.
Eine „absolute“ Wahrheit gilt nicht nur innerhalb eines bestimmten Kontextes oder Zeitrahmens oder Augenblicks – sie ist absolut, allumfassend, und sie ist ewig gültig; sie kann sich niemals verändern.

Die absolute Wahrheit kennt kein Gegenteil

Wir können sagen, dass Gott, der allumfassende Schöpfer (oder die allumfassende Schöpferin), absolute Wahrheit ist. Gott hat kein Gegenteil. Es gibt nichts außerhalb von Gott.

Warum dies so ist, habe ich bereits in meiner Artikelserie zu den Universellen Gesetzen ausführlich besprochen, insbesondere in meinem Artikel zum 1. Universellen Prinzip, dem Prinzip des Geistes. Dort habe ich dargelegt, dass Geist unteilbar ist und alle Schöpfung dem einen, Universellen Geist (Gott) entspringt.

Schöpfer und Schöpfung sind EINS.

Die Schöpfung kann den Schöpfer nicht verlassen, und ebenso kann es auch keine Schöpfung außerhalb des Schöpfers oder auch nur außerhalb dessen Einflussbereiches geben. Daraus ergeben sich weitere Schlussfolgerungen:

Die Konsequenzen aus allen Schöpfungen kehren unmittelbar zum Schöpfer zurück (das 2. Universelle Gesetz, das Prinzip von Ursache und Wirkung).
Alles ist EINS. Der Schöpfer kann nur erschaffen, was bereits in ihm ist. Und daher sind alle Schöpfungen Widerspiegelungen des Schöpfers, ebenso wie sich der Schöpfer in allen seinen Schöpfungen wiederfinden muss (das 3. Universelle Gesetz, das Prinzip der Entsprechung).

Geist ist reine Energie. Jede Schöpfung entspricht einer bestimmten Schwingung. Unterschiedliche Schöpfungen sind Kristallisierungen unterschiedlicher Schwingungsqualitäten. Schwingung erzeugt Schöpfung und verstärkt durch Resonanzen gleichartige Schöpfungen (das 4. Universelle Gesetz, das Prinzip der Resonanz oder Anziehung).

Geist ist unteilbar. Energie kann nicht verschwinden.

Energien müssen sich somit immer ausgleichen, immer langfristig in die Harmonie kommen (das 5. Universelle Gesetz – das Prinzip der Harmonie oder des Ausgleichs).

Schöpfung ist ein unendlicher Kreislauf von Erdenken, Erschaffen, Erfahrung des Erschaffenen und schließlich der Integration des Erfahrenen. Alles beginnt im Ursprung und kehrt zum Ursprung zurück (das 6. Universelle Gesetz, das Prinzip von Rhythmus und Schwingung).

Eine Erfahrung des Erschaffenen ist nur möglich, wenn wir eine relative Sichtweise einnehmen, eine Perspektive, in der wir einen Aspekt des Ganzen getrennt von dessen Gegenteil betrachten können. Zu diesem Zweck wurde die Dualität erschaffen.

Die intensivste Erfahrung der Dualität machen wir durch die Illusion der Spaltung, die Illusion des Getrenntseins von Gott. Die Illusion der Getrenntheit ist die Ursache für alle Lügen und Täuschungen, denen wir innerhalb unserer physischen Erfahrungswelt so oft unbewusst folgen und die uns so viele Erfahrungen von Schmerz machen lassen

Lüge und Täuschung – die Leugnung der Wahrheit

Wenn wir unter „Wahrheit“ die „absolute“ Wahrheit verstehen, erkennen wir, dass eine Lüge, die das Gegenteil oder eine verzerrte Form dieser Wahrheit zum Ausdruck bringt, nichts anderes ist, als die Verleugnung dieser Wahrheit. Wir behaupten, dass „die Wahrheit nicht ist“. Wir schauen weg und machen eine Aussage oder begehen eine Tat, die die Wahrheit leugnet, sie verzerrt, sie in ihr Gegenteil verkehrt.

Betrachten wir dagegen eine „relative“ Wahrheit, so können wir nicht mehr eindeutig erkennen, ob wir eine Lüge zum Ausdruck bringen, oder ob wir einer Täuschung oder Illusion aufgesessen sind. Der Grund ist sehr einfach: Eine „relative“ Wahrheit ist immer eine Halbwahrheit. Weil sie aus einer begrenzten Sichtweise entspringt, ist sie nur zum Teil wahr, und deshalb ist sie unwahr!

Alles, was nicht absolute Wahrheit ist, muss zwangsweise unwahr sein, weil der Teil der Wahrheit, der im Bewusstsein fehlt, der absoluten Wahrheit widerspricht.

Absolute Wahrheit ist immer, ewig, und das unabhängig vom Kontext.

Weil eine relative Wahrheit uns nur einen Teil der absoluten Wahrheit sehen lässt, ziehen wir in der Konsequenz falsche Schlussfolgerungen und täuschen uns damit selbst.

Tatsächlich haben wir hier jedoch die Chance, uns auf der Forschung nach der absoluten Wahrheit Stück für Stück auf diese zuzubewegen. Diese Chance haben wir sogar immer, weil „absolute“ Wahrheit eben absolut ist. Es ist somit leichter, absolute Wahrheit zu erkennen, als ewig getäuscht zu werden. Dies deshalb, weil absolute Wahrheit ewig und überall gültig ist, eine relative Wahrheit aber eben, wenn überhaupt, nicht immer, nicht überall und nicht in jedem Kontext gilt.

Relative Wahrheit und Lüge sind somit nah beieinander.

Von der Halbwahrheit zur Täuschung ist es nur ein kleiner Schritt, denn eine Halbwahrheit führt zwangsläufig immer zur Täuschung.

Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Täuschung oft so verführerisch für uns ist, weil sie uns aus der begrenzten Sichtweise unseres Verstandes kurzfristige Vorteile verspricht. Doch sie kann uns niemals für alle Zeiten befriedigen, weil wir tief in uns die absolute Wahrheit kennen (Der Schöpfer kann nicht von sich selbst getrennt sein).

Wenn Du wissen möchtest, wo überall in Deinem Leben Du – möglicherweise ohne es zu wissen – eine Lüge lebst, dann achte einmal bewusst darauf, wie oft in Deinem Leben Du emotionale, seelische oder physische Schmerzen erfährst!
Jeder Schmerz, den Du erlebst, ist ein Zeichen dafür, dass Du in Deinem Leben gegen eine umfassende Wahrheit verstößt, indem Du etwas lebst, was nicht Deinem Wahren Wesen, nicht Deinem höchsten Potenzial entspricht.

Schmerz ist ein Zeichen dafür, dass wir eine Lüge leben

Schmerzen zeigen uns immer, wo wir in unserer Lebensweise gegen eine absolute Wahrheit verstoßen, indem wir beispielsweise einem Lebenskonzept oder einer Glaubensvorstellung folgen, die die absolute Wahrheit über das, was wir sind, leugnet.

Der Schmerz möchte uns zur Wahrheit, zur Erkenntnis, zur Bewusstheit führen. Absolute Wahrheit ist LIEBE, FREUDE, ERFÜLLUNG, GANZHEIT, VERBINDUNG! Alles, was nicht LIEBE, FREUDE, ERFÜLLUNG, GANZHEIT und VERBINDUNG ist, ist keine Wahrheit, ist Lüge, ist Täuschung, ist Illusion.

Geist ist unteilbar. Der Schöpfer kann sich selbst nicht verlassen. Der Schöpfer ist ALLES, WAS IST. Der Schöpfer kann somit keinen Mangel erleiden. Geist ist unbegrenzt. Somit ist alles, was Trennung, Mangel, Schmerz, Unerfülltheit, Freudlosigkeit und Lieblosigkeit zum Ausdruck bringt eine Lüge über das, was ist.

Glauben wir, dass diese Lüge „wahr“ ist, so fallen wir in die Illusion des Getrenntseins von Gott, die Täuschung, dass wir alleine und getrennt vom Rest des Universums „unser eigenes Ding machen müssen“, um zu überleben. Mit allen Folgen und Konsequenzen von Umweltzerstörung, Armut, Hunger, Ausbeutung, Kriegen, Hass und Gewalt, die wir heute auf unserem Planeten sehen.

Lüge – Die bewusste Abwendung von der Wahrheit

Doch wieso ist es überhaupt möglich, dass wir eine Lüge leben, wenn die absolute Wahrheit immer und untrennbar mit uns verbunden ist?

Dies ist nur dann möglich, wenn wir unser Bewusstsein von der absoluten Wahrheit abwenden und in unserem Geist die Vorstellung erschaffen, dass die absolute Wahrheit unwahr sei. Dies ist in etwa so, als wenn Du in einen hell erleuchteten Raum hineinkommst und Deine Augen schließt. Du weißt genau, dass es in dem Raum hell ist, doch Du verschließt Deine Augen vor dem Licht und behauptest, dass da kein Licht sei.

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an Deine Kindheit, als Du „Blindekuh“ gespielt hast. Du hast Dir von den anderen Kindern die Augen verbinden lassen und musstest dann mit Deinen Händen ertasten, wen Du vor Dir hattest. Indem Du Deine Sinne gezielt eingeschränktest, musstest Du Dich auf Deine noch verbleibende Wahrnehmung begrenzen und konntest Dich so darüber täuschen, wer da gerade vor Dir steht. Deine verbleibenden Sinne haben Dich dann oft in die Irre geführt, weil Deine Vorstellungen über das, was Du gerade wahrnimmst nur ein unvollständiges Bild zeichnen konnten.

Genau dieses Spiel spielen wir innerhalb der Dualität.

Wir tun so, als ob wir von Gott getrennt wären. Wir tun so, als ob wir von Allem getrennt wären. Wir erzeugen so in unserem Bewusstsein das Gefühl, dass wir unabhängige, von Gott und vom Rest der Schöpfung getrennte Wesenheiten wären, die auf sich alleine gestellt sind und nun für sich selbst sorgen müssen.

Dieses Spiel hat nur einen Sinn und Zweck: Uns zuerst die Erfahrung dessen zu ermöglichen, was wir nicht sind, damit wir anschließend die Erfahrung dessen machen können, was wir in Wahrheit tatsächlich sind: Wundervolle Göttliche Schöpferwesen, ausgestattet mit der ganzen Macht, Vollkommenheit und Liebe Gottes.

Ohne dieses Spiel des Vergessens und Wieder-Erinnerns können wir nicht erfahren, wer und was wir wirklich sind.

Wir könnten es uns vielleicht auf begrifflicher Ebene vorstellen, aber die allumfassende Erfahrung, das Fühlen unserer ganzen Herrlichkeit und Vollkommenheit wäre nicht möglich.

Sind Wahrheit und Lüge Polaritäten? Nein, denn sie bedingen sich nicht gegenseitig.

Absolute Wahrheit ist immer absolute Wahrheit, ewig und überall – unabhängig vom Kontext. Wahrheit und Lüge ergänzen sich somit nicht zu einem Größeren Ganzen, sondern sie schließen sich gegenseitig aus.

Die Lüge leugnet die Wahrheit, doch damit wird die Wahrheit nicht unwahr – sie ist immer noch wahr. Nur weil wir unser Bewusstsein von der Wahrheit abgewendet haben, verliert sie dadurch nicht ihren (absoluten) Wahrheitsgehalt. Nur wir verlieren die Wahrheit aus unserem Bewusstsein und beginnen, die Lüge selbst zu leben – mit allen dazugehörigen Konsequenzen.

Fast alle physischen Erfahrungen sind Spiegelbilder der Lügen, die wir leben

Und dies ist die andere Seite der Medaille unserer Schöpferkraft: Das, worauf wir unseren Geist richten, tritt in unseren Schöpfungsraum ein, wird zu unserer Realität. Das, wovon wir uns abwenden, verschwindet aus unserer Realität.

Wir können also individuelle Schöpfungen erschaffen und erfahren, die nicht die letztendliche, absolute Realität und Wahrheit Gottes widerspiegeln. Doch da absolute Wahrheit immer absolute Wahrheit ist, verschwindet diese absolute Wahrheit nicht auf der Ebene Gottes. Ebenso wie das Licht in dem Raum, in dem wir uns die Augen haben verbinden lassen, nicht ausgeht, nur weil wir es jetzt mit verbundenen Augen nicht mehr sehen.

Die Illusion liegt darin, dass wir nicht dem vertrauen, was wir auf einer tiefen Ebene über uns wissen,

sondern dem, was uns unsere physischen Sinne und unser Verstand vorgaukeln. Unser Verstand ist es, der hier einen Irrtum begeht: Er nimmt die äußere Welt aufgrund der Eindrücke der physischen Sinne wahr und sieht darin die Ursache für unsere Realität. Und er „reagiert“ darauf mit seinen Entscheidungen, seinen Gedanken, Worten und Handlungen – und dadurch bekräftigt er die vermeintliche Wahrheit dieser illusionären Realität.

Ursache und Wirkung werden hier jedoch vertauscht, denn wir sind nicht die Wirkung der physischen Welt, sondern deren Ursache. Was wir im Außen wahrnehmen, haben wir selbst – bewusst oder unbewusst – erschaffen. Wir erleben nur noch die Konsequenz unserer (geistigen) Schöpfungen.

Wir sind nicht die Wirkung der physischen Welt, sondern ihre Ursache

Dies ist der Grund für alle unsere Erfahrungen von Mangel, Getrenntheit, Zerrissenheit, Unvollkommenheit, Lieblosigkeit, Hass, Gewalt, Unterdrückung, Unfreiheit und unserer Ohnmacht, dem, was wir wirklich sind, frei und ungehindert Ausdruck zu verleihen.

Um all diese schmerzvollen Erfahrungen aufzuheben, müssen wir nur die Wahrheit, die wir selbst auf den Kopf gestellt haben, wieder auf die Füße stellen. Wir müssen uns in die Einheit von ALLEM-WAS-IST wieder bewusst eingliedern und erkennen, wo unser wahrer Platz innerhalb der Schöpfung ist.

All unser Leiden entsteht durch die Illusion, dass wir getrennt und unabhängig vom Rest der Schöpfung wären. Doch Gott verliert niemals das Bewusstsein über sich selbst, auch wenn wir es für uns zeitweise aus den Augen verloren haben. Somit kann uns Gott nicht vergessen – wir können nicht aus der Einheit mit Gott herausfallen, selbst wenn wir aufgrund unserer individuellen Wahl für einen begrenzten Zeitraum die Erfahrung machen, von Gott und von der ganzen Schöpfung getrennt zu sein.

Wir werden früher oder später die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird uns frei machen. Wir werden die Wahrheit erkennen und sie leben, weil wir den Schmerz nicht mehr wollen. Wir wollen nicht mehr den Schmerz der Unerfülltheit, den Schmerz des Getrennt-Seins, den Schmerz der Hölle, die wir uns aufgrund unserer Abwendung von der Wahrheit selbst erschaffen haben. Wir wollen nun endlich allumfassend erfahren und erleben, wer und was wir wirklich sind!

Ist „Lügen“ aus spiritueller Sichtweise „erlaubt“?

Alles, was wir tun, ist aus spiritueller Sichtweise „erlaubt“, „möglich“ und auch „zulässig“. Wäre es das nicht, so könnten wir es schlicht und einfach nicht tun. Folglich ist alles, was wir denken, sprechen und tun, „erlaubt“ und „zulässig“.
Dies ist darin begründet, dass wir alles erschaffen können, was wir wollen, und dass es innerhalb unserer individuellen Schöpfungen keinerlei Begrenzungen gibt. Erst die Grenzenlosigkeit unserer schöpferischen Möglichkeiten erlaubt uns die Erfahrung, uns als allumfassend und grenzenlos zu erkennen.

Doch etwas zu „können“ oder zu „dürfen“ heißt nicht, dass dies keine schöpferische Konsequenzen nach sich zieht. Schöpfer und Schöpfung sind EINS – die Schöpfung kann den Schöpfer nicht verlassen und der Schöpfer kann auch seine Schöpfung nicht verlassen. Alles was der Schöpfer aussendet, kehrt folgerichtig zu ihm zurück.

Der Schöpfer muss sich also seine eigenen Schöpfungen mit allen daraus resultierenden Konsequenzen immer selbst anschauen und dann entscheiden, ob er etwas verändern möchte, und wenn ja, was. Auf diese Weise garantiert die Schöpfung immer ein Wachstum in Richtung eines umfassenderen, vollkommeneren Bewusstseins und in Richtung von immer mehr LIEBE.

Werden wir „bestraft“, wenn wir lügen oder täuschen?

Nein, denn da ist keine Instanz, die uns straft. Warum auch: Absolute Wahrheit ist absolute Wahrheit. Immer! Warum sollte Gott die absolute Wahrheit verteidigen, wenn diese niemals angegriffen werden kann, weil sie ewig, immer und überall gültig ist? Was wahr ist, erkennt sich immer selbst!

Wir müssen nur verteidigen, was wir zu verlieren glauben. Und hier sind wir auch schon beim springenden Punkt: Alles, was wir verteidigen, haben wir bereits verloren! Wir verteidigen es gegen den Verlust, weil wir nicht daran glauben, dass es für alle Zeiten bei uns und in uns ist. Bereits weil wir an den Verlust glauben, folgen wir einer Unwahrheit, der Unwahrheit, dass Wahres vergänglich und begrenzt sei.

Was wahr ist, muss niemals verteidigt werden, denn es ist, immer!

Es ist für alle Zeiten bei uns und in uns, denn wir sind Teil Gottes, und Gott kann sich selbst nicht verlassen. Schöpfer und Schöpfung sind EINS.

Sobald wir etwas gegen den Verlust verteidigen, haben wir uns bereits selbst angegriffen und verloren, was wir zu verteidigen glaubten. Ein Teil unseres Bewusstseins glaubt, wir würden das, gegen dessen Verlust wir kämpfen, nicht verdienen oder müssten es uns erst erkämpfen. Doch wir müssen niemals um etwas kämpfen, was uns rechtmäßig zusteht, was Teil der absoluten Wahrheit dessen ist, wer wir sind.

Solange wir nicht unserem tiefen inneren Wissen über das folgen, was ist, sondern es vorziehen, das für wahr zu halten, was andere glauben, haben wir die Wahrheit bereits – zumindest für einen bestimmten Zeitraum – verloren. Denn was wahr ist, muss folgerichtig bereits in uns sein. Damit „brauchen“ wir niemanden, der uns von außen sagt, was wahr ist. Wir müssen die Wahrheit nur in uns selbst finden!

Was geschieht nun, wenn wir lügen?

Oder besser gesagt: Was geschieht, wenn wir durch unsere Gedanken, Worte und Taten Wahrheit verzerren oder einer Unwahrheit Ausdruck verleihen?

Aufgrund unserer Schöpferkraft bringen wir das, was wir denken, aussprechen und tun als Realität in unsere eigene, individuelle Erfahrung (Das Gesetz des Geistes).

Denken, sprechen und handeln wir vollumfänglich im Einklang mit der höchsten, absoluten Wahrheit über uns selbst, so werden wir automatisch ein Leben höchstmöglicher Erfüllung und Freude kreieren. Und bedingungslose Liebe wird zur allumfassenden Erfahrung unseres ganzen Seins werden.

Bringen wir jedoch mit unseren Gedanken, Worten und Taten eine Lüge zum Ausdruck, so täuschen wir uns selbst über das, was wir in Wahrheit sind! Damit begrenzen wir unser ganzes Leben und Sein. Wir reduzieren uns auf etwas, das viel kleiner, machtloser, wertloser und unvollkommener ist, als wir es sind. Und genau diese Erfahrung bringen wir dann in unser Leben. Somit bestrafen nur wir uns selbst, und zwar umso mehr, je weniger wir die absolute Wahrheit dessen zum Ausdruck bringen und leben, was wir sind.

Die Auswirkung von Lüge und Täuschung

Schauen wir uns das Ganze einmal ganz praktisch an. Ziehen wir hierzu beispielsweise das Gesetz der Resonanz heran.

Das Gesetz der Resonanz oder Anziehung besagt, dass jede Schöpfung einer energetischen Schwingungsqualität entspricht. Wenn wir einer Lüge Ausdruck verleihen – egal ob in Gedanken, Worten oder Taten – so erzeugen wir in uns und in unserem unmittelbaren Umfeld eine ganz spezielle energetische Schwingung. Lügen verleugnen die Höchste Wahrheit dessen, was wir sind. Sie bringen zum Ausdruck, dass wir vom Ganzen getrennt sind und dass wir daher für uns selbst kämpfen müssen und das, was wir brauchen, „von außen holen“ müssen, weil es uns nicht aus uns selbst heraus zugänglich ist.

Was wirst Du also fühlen, wenn Du bewusst auf die Energie achtest und einem Menschen begegnest, der Dich anlügt oder in irgendeiner Weise täuschen oder manipulieren möchte? Du wirst eine widersprüchliche Schwingung spüren zwischen dem, was der Betreffende Dir sagt oder tut und dem, was er dabei für eine Energie ausstrahlt. Es passt nicht zusammen; es ist nicht stimmig, und Du fühlst das genau.

Es sei denn, Dein Verstand möchte die Täuschung glauben.

Denn in diesem Fall sind Eure Energien ähnlich:

Du möchtest Dich selbst täuschen und suchst Dir dazu im Außen einen anderen Menschen,
der diese Selbsttäuschung unterstützt.

Suchst Du jedoch nach dem Ausdruck höchster Wahrheit für Dich, möchtest Du wirklich das Beste für Dich, das, was Deinem Wahren Sein den bestmöglichen Ausdruck erlaubt?
In diesem Fall wirst Du anhand der Energie ganz deutlich spüren, dass hier etwas nicht stimmt, dass der Andere Dich gerade täuschen oder manipulieren möchte. Das fühlt sich vielleicht wie ein dumpfer, unterschwelliger Schmerz in Dir an. Energie und Erscheinung passen nicht zusammen.

Vielleicht fühlt ein Teil von Dir sich geschmeichelt, während ein anderer Teil Angst, Ablehnung oder Abgrenzung spürt. Ja: Abgrenzung! Denn derjenige, der Dich täuscht, bringt zum Ausdruck, dass Ihr beide voneinander getrennt seid. Ihr seid energetisch nicht verbunden, nicht EINS, und das spürst Du! Doch die absolute Wahrheit ist, Ihr seid EINS. Und dieser Widerspruch ist für Dich deutlich fühlbar.

Was geschieht umgekehrt, wenn Du glaubst, einen Vorteil zu erlangen, indem Du einen anderen Menschen täuschst oder ihn manipulierst?

Du wirst in Dir selbst einen deutlichen Energieabfall spüren. Du wirst Dich selbst plötzlich nicht mehr verbunden fühlen, sondern getrennt. Und wenn Du bewusst genug bist, wird Dir klar werden, dass dieser andere Mensch das auf irgendeiner Ebene ebenso spüren muss. Du kannst Deine Täuschung nicht wirklich auf Dauer aufrechterhalten. Und: Mit Deiner Täuschung des anderen täuschst Du Dich auch selbst. Du verlierst Bewusstsein, verlierst das Gewahrsein über das, wer und was Du tatsächlich bist. Du gehst in die Trennung, Du fällst mit Deinem Bewusstsein aus der Einheit des Kosmos heraus und fühlst Dich einsam, und allein.

Eine Lüge oder eine Täuschung kann also allenfalls für begrenzte Zeit aufrechterhalten werden, bis sie entdeckt und enttarnt wird. Alleine das macht den Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge – ihre zeitliche und räumliche Gültigkeit.

Die absolute Wahrheit findet immer zu sich selbst zurück

Lügen und täuschen wir, so glauben wir an den Tod, an die Begrenzung allen Lebens. Weil wir an etwas festhalten, das ständigem Wandel unterworfen ist und nach kurzer Zeit vergeht, halten wir am Tod fest und verlieren stattdessen unseren Glauben an das ewige Leben und an unsere letztendliche Wahrheit. Damit verlieren wir das Bewusstsein unserer Göttliche Essenz und Unbegrenztheit.

Das Positive ist, dass wir dieses Bewusstsein nicht für alle Zeit verlieren können –

denn absolute Wahrheit ist immer und ewig – und diese können auch wir nicht verlieren. Wir können die Wahrheit nur für einen begrenzten Zeitraum vergessen. Selbst wenn wir über einen bestimmten Zeitraum täuschen und lügen werden wir früher oder später zur Wahrheit und damit zum vollkommenen Ausdruck unseres Göttlichen Selbst zurückfinden.

Die absolute Wahrheit muss nicht verteidigt werden – sie gelangt immer zu sich selbst, weil sie das einzige ist, was ewig, unwandelbar und unvergänglich ist.

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01.12.2019
Martin Heinz
Martin Heinz – Philosoph, spiritueller Botschafter, Bewusstseinslehrer, Seminarleiter und Autor
https://www.recreate-coaching.de

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